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Kritische Situation bei Spurwechsel auf dreispurigen Fahrbahnen

Themenstarteram 8. Juni 2016 um 18:23

Ich habe mal eine Frage an die Experten, nachdem ich heute eine solche Situation hatte, die dank der guten Reaktion beider Verkehrsteilnehmer ohne Folgen blieb:

Folgende Situation:

Drei Fahrspuren in einer Fahrtrichtung, Fahrzeug A fährt auf dem linken Fahrstreifen und Fahrzeug B (parallel) auf dem rechten Fahrstreifen. Beide Fahrzeuge wechseln verkehrsbedingt zeitgleich die Spur, Fahrzeug A nach rechts auf die mittlere Fahrspur, Fahrzeug B nach links auf die mittlere Fahrspur.

Sollte es in einem solchen Fall zur Berührung beider Fahrzeuge kommen und damit zu einem Unfall, wie wäre hier die Schuldfrage?

Vielen Dank und herzliche Grüße

Der Chaosmanager

Beste Antwort im Thema

Dann haben beide ein Problem:

Zitat:

§ 7 StVO

(5) In allen Fällen darf ein Fahrstreifen nur gewechselt werden, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

 

Da würde man sich den Schaden wohl teilen müssen.

Grüße vom Ostelch

32 weitere Antworten
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32 Antworten
Themenstarteram 8. Juni 2016 um 22:09

Zitat:

@Ostelch schrieb am 8. Juni 2016 um 21:59:03 Uhr:

 

Auf der vollen Stadtautobahn bei relativ geringen Geschwindigkeitsunterschieden zwischen links und rechts und einer größeren Lücke auf der mittleren Fahrspur kommt es recht häufig zu solch unübersichtlichen Situationen. Wie auch immer ändert das nichts daran, dass beide sehr aufmerksam beim Spurwechsel sein müssen. Ich verstehe jetzt deine Reaktion nicht ganz. Was hast du denn als Antwort erwartet? Dass der von links einscherende das Vorrecht hat oder umgekehrt?

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass in meinem Fall wenig Verkehr war und die mittlere Spur nach hinten locker 500 m frei war. Deshalb habe ich den Vergleich zu einer "proppenvollen" Stadtautobahn nicht gesehen.

Ehrlich gesagt, haben die Antworten meinen Eindruck bestätigt - nämlich, dass es in diesem Fall eben nicht klar ist, wer im Falle eines Unfalls tatsächlich die Schuld trägt.

Wäre mir der Sachverhalt klar gewesen, hätte ich natürlich nicht gefragt. Bitte entschuldigt, dass ich mich mit so einer - für euch klaren - Frage in dieses Unterforum eingeklinkt habe.

Einen schönen Abend noch und viele Grüße

Der Chaosmanager

Zitat:

@Chaosmanager schrieb am 8. Juni 2016 um 21:53:48 Uhr:

[...] Ich sprach von einer freien mittleren Fahrspur [...]

Was hat man dann auf der linken Fahrspur verloren?

Themenstarteram 8. Juni 2016 um 22:12

Zitat:

@Mischkolino schrieb am 8. Juni 2016 um 22:10:47 Uhr:

Zitat:

@Chaosmanager schrieb am 8. Juni 2016 um 21:53:48 Uhr:

[...] Ich sprach von einer freien mittleren Fahrspur [...]

Was hat man dann auf der linken Fahrspur verloren?

Auf die Frage habe ich gewartet, ich hatte aber leider keine Gelegenheit, den anderen Fahrer zu fragen. ;)

Gruß

Der Chaosmanager

Zitat:

Der Schulterblick bringt im geschilderten Fall nichts - über die Schulter und im Rückspiegel sieht man eine freie Fahrspur.

Wenn beide auf gleicher Höhe fahren, nutz der Schulterblich sehr wohl etwas.

Beide sehen jenes Fahrzeug, das gerade von der andern Seite in die Mitte wechseln will, bzw schon wechselt.

 

Zitat:

Vermutlich habe ich den Fall nicht exakt genug geschildert. Ich sprach von einer freien mittleren Fahrspur und nicht von einer proppenvollen Stadtautobahn.

Auf der Berliner Stadtautobahn, können beide auch erst gleichzeitig in die mittlere Spur wechseln, wenn sie grade/wieder frei ist.

Und ich habe ja geschrieben, das auf ihr nicht selten der Verkehr rechts und links etwas schneller rollt, als in der Mitte. Zwangsläufig kommt der Moment, wo die Fahrzeuge der linken und rechten Spur an den langsamer Fahrenden in der Mitte vorbei sind. Gegebenfalls fangen anschließend auch mal beide zu blinken an.

 

Ich persönlich hatte das auch schon dreimal, jeweils selbst auf der linken Spur fahrend.

Dank umfangreicher Umsicht via Rückspiegel und Schulterblick, habe ich das bis jetzt jedesmal rechtzeitig mitbekommen, den Blinker wieder ausgemacht und beobachtet, was der auf der rechten Spur veranstalltet, bovor ich dann meine Absicht zum Spurwechsel erneunt blinkend ankündigte.

Ich schau dann mämlich schon ausreichend, bevor ich wechseln möchte, wie es auf der ganz rechten Spur gerade so rollt. So habe ich dann schon eine gewisse Vorahnung, ob ich beim Spurwechsel in eine solche Situation geraten könnte.

 

Zitat:

@Chaosmanager schrieb am 8. Juni 2016 um 22:09:42 Uhr:

Zitat:

@Ostelch schrieb am 8. Juni 2016 um 21:59:03 Uhr:

 

Auf der vollen Stadtautobahn bei relativ geringen Geschwindigkeitsunterschieden zwischen links und rechts und einer größeren Lücke auf der mittleren Fahrspur kommt es recht häufig zu solch unübersichtlichen Situationen. Wie auch immer ändert das nichts daran, dass beide sehr aufmerksam beim Spurwechsel sein müssen. Ich verstehe jetzt deine Reaktion nicht ganz. Was hast du denn als Antwort erwartet? Dass der von links einscherende das Vorrecht hat oder umgekehrt?

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass in meinem Fall wenig Verkehr war und die mittlere Spur nach hinten locker 500 m frei war. Deshalb habe ich den Vergleich zu einer "proppenvollen" Stadtautobahn nicht gesehen.

Ehrlich gesagt, haben die Antworten meinen Eindruck bestätigt - nämlich, dass es in diesem Fall eben nicht klar ist, wer im Falle eines Unfalls tatsächlich die Schuld trägt.

Wäre mir der Sachverhalt klar gewesen, hätte ich natürlich nicht gefragt. Bitte entschuldigt, dass ich mich mit so einer - für euch klaren - Frage in dieses Unterforum eingeklinkt habe.

Einen schönen Abend noch und viele Grüße

Der Chaosmanager

Es gibt hier nichts, für das es was zu entschuldigen gäbe. Ist doch ok. Es klang nur so, als hättest du eine andere Antwort erwartet und fühltest dich mißverstanden. Die Antwort is einfach. Die Situation bleibt kompliziert.

Grüße vom Ostelch

Themenstarteram 8. Juni 2016 um 22:18

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 8. Juni 2016 um 22:13:21 Uhr:

Zitat:

Der Schulterblick bringt im geschilderten Fall nichts - über die Schulter und im Rückspiegel sieht man eine freie Fahrspur.

Wenn beide auf gleicher Höhe fahren, nutz der Schulterblich sehr wohl etwas.

Beide sehen jenes Fahrzeug, das gerade von der andern Seite in die Mitte wechseln will, bzw schon wechselt.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 8. Juni 2016 um 22:13:21 Uhr:

Zitat:

Vermutlich habe ich den Fall nicht exakt genug geschildert. Ich sprach von einer freien mittleren Fahrspur und nicht von einer proppenvollen Stadtautobahn.

Auf der Berliner Stadtautobahn, können beide auch erst gleichzeitig in die mittlere Spur wechseln, wenn sie grade/wieder frei ist.

Und ich habe ja geschrieben, das auf ihr nicht selten der Verkehr rechts und links etwas schneller rollt, als in der Mitte. Zwangsläufig kommt der Moment, wo die Fahrzeuge der linken und rechten Spur an den langsamer Fahrenden in der Mitte vorbei sind. Gegebenfalls fangen anschließend auch mal beide zu blinken an.

 

Ich persönlich hatte das auch schon dreimal, jeweils selbst auf der linken Spur fahrend.

Dank umfangreicher Umsicht via Rückspiegel und Schulterblick, habe ich das bis jetzt jedesmal rechtzeitig mitbekommen, den Blinker wieder ausgemacht und beobachtet, was der auf der rechten Spur veranstalltet, bovor ich dann meine Absicht zum Spurwechsel erneunt blinkend ankündigte.

Ich schau dann mämlich schon ausreichend, bevor ich wechseln möchte, wie es auf der ganz rechten Spur gerade so rollt. So habe ich dann schon eine gewisse Vorahnung, ob ich beim Spurwechsel in eine solche Situation geraten könnte.

Wie ich schon sagte, ist nichts passiert und die Situation war nicht ernsthaft kritisch. Sowohl der andere Fahrer als auch ich haben die Absicht des anderen rechtzeitig bemerkt. Die Situation war für mich lediglich Anlass, darüber nachzudenken, was wäre wenn ...

Gruß

Der Chaosmanager

Zitat:

@Chaosmanager schrieb am 8. Juni 2016 um 22:12:16 Uhr:

Zitat:

@Mischkolino schrieb am 8. Juni 2016 um 22:10:47 Uhr:

 

Was hat man dann auf der linken Fahrspur verloren?

Auf die Frage habe ich gewartet, ich hatte aber leider keine Gelegenheit, den anderen Fahrer zu fragen. ;)

Gruß

Der Chaosmanager

Ah so. Jedenfalls kommt es bei der Schuldfrage darauf an, wer von beiden einen erheblichen Vorsprung hatte (wieviele Zentimeter der auch immer betragen muß...). Derjenige wäre dann jedenfalls raus aus der Schuld, wenn er auch rechtzeitig und bis zum Crash geblinkt hat. Gibt es keinen Vorsprung, dann fifty/fifty, wie andere hier schon schrieben.

Mischkolino

Zitat:

Wie ich schon sagte, ist nichts passiert und die Situation war nicht ernsthaft kritisch.

Hatte ich ja schon angedeutet.

Rechtzeitig blinken und den Spurwechsel sanft einleiten. Da ist die Chance, das mindestens einer von beiden das rechtzeitig mitbekommt, extrem groß. :)

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 8. Juni 2016 um 22:28:36 Uhr:

[...] Rechtzeitig blinken und den Spurwechsel sanft einleiten. [...]

... und das Smartphone mal kurz auf den Beifahrersitz legen :D

Meins schwirrt noch unverkauft in welchem Laden auch immer rum. ;)

Isch habe nämlich gar kein Smartphone, weil ich bin ein autonomer Mensch. :rolleyes: :D

Zitat:

@Mischkolino schrieb am 8. Juni 2016 um 22:28:02 Uhr:

Zitat:

@Chaosmanager schrieb am 8. Juni 2016 um 22:12:16 Uhr:

 

Auf die Frage habe ich gewartet, ich hatte aber leider keine Gelegenheit, den anderen Fahrer zu fragen. ;)

Gruß

Der Chaosmanager

Ah so. Jedenfalls kommt es bei der Schuldfrage darauf an, wer von beiden einen erheblichen Vorsprung hatte (wieviele Zentimeter der auch immer betragen muß...). Derjenige wäre dann jedenfalls raus aus der Schuld, wenn er auch rechtzeitig und bis zum Crash geblinkt hat. Gibt es keinen Vorsprung, dann fifty/fifty, wie andere hier schon schrieben.

Mischkolino

Der Vorsprung muss eigentlich so groß sein, dass es gar nicht zur Kollision kommen kann. Wenn einer von beiden natürlich grob fahrlässig handelt, etwa der Rechtsfahrer plötzlich stark beschleunigt und nach links rüberzieht, kanns trotzdem krachen. Das wird dann auf jeden Fall ein harts Stück Arbeit, da die Schuldfrage zu klären. Denn im laufenden Verkehr hat man oft noch nicht einmal die Möglichkeit irgendwelche Zeugen aufzutreiben. Das ist und bleibt eine gefährliche Situation. Gut, dass nicht auch noch das Rechtsüberholen erlaubt ist. Dann wird es nach zwei Seiten unübersichtlich und durch Lückenspringer über alle Fahrspuren noch gefährlicher.

Grüße vom Ostelch

Ach, es gibt vielerlei Situationen, wo beide gleichzeitig in die mittlere Spur wechseln könnten, ohne das man keinen von beiden einen Vorwurf über die Ausgangssituation, die zum Spurwechsel veranlasste, machen kann und die Unachtsamkeit dann erst beim Spurwechsel selbst auftrat.

Wenns denn kracht wirds vermutlich keinen Alleinschuldigen geben. 50/50 wird hier das Mittel der Wahl sein. Wenn die Mittelspur, wie in deinem Fall schon einen halben km lang leer war, muss sich der Linksfahrer vermutlich noch die Frage gefallen lassen, was denn seiner Ansicht nach gegen die Einhaltung des Rechtsfahrgebotes sprach. Vlt. gibts dann 66/33.

Grundsätzlich sollte man natürlich versuchen solche Situationen im Vorfeld zu vermeiden, indem man die Spur wechselt wenn eben gerade keiner auf gleicher Höhe daneben fährt. Bei solche Spurwechseln bin ich immer besonders aufmerksam, blinke frühzeitig und geh lieber ein paar Sekunden vom Gaspedal bis der Nebenman ein Stück vor mir ist. Bisher, toitoitoi, hat sich durch dieses Verhalten noch keine kritische Situation ergeben. Mann muss eben immer für die Anderen mitdenken. Und trotzdem kann man nie ganz so dämlich denken, wie ein Anderer fahren kann. Wichtig ist dann sich im Vorfeld Gedanken gemacht zu haben, wie man dann reagiert. In deinem Fall hat das ja auch hervorragend funktioniert.

Gutes Beispiel auch wenn man Links überholt hat und wieder in die Mitte will und rechts schon sieht, dass zwei LKWs dicht hintereinander fahren. Dann verkneif ich mir den Wechsel und fahre ein paar Sekunden später un die Mitte. Denn in einem von 10 Fällen zieht der hintere LKW passend raus wenn ich auf gleicher Höhe bin. Sowas muss man nicht haben.

Auch wenn ich so eine LKW Konstellation rechts vor mir sehe, schaue ich schon links in den Rückspiegel was auf der linken Spur los ist, damit ich schon vorher weis, wenn so ein nervöser Ostbrummifahrer, der den Blinker beim Lenkraddrehen betätigt rauszieht, ich einfach links ausweichen kann, ohne mir nen anrauschenden Porsche in den Kofferraum zu laden. Denn genau wegen so einem Unfall stand ich vor 6 Wochen über eine Stunde im Stau. LKW raus, PKW mit 180 zieht nach links, Porsche mit 240 trifft PKW mit 180. Ergebnis: 1 Stunde Vollsperrung und ein Schwerverletzter.

Auch aus den Unfällen der Anderen kann man was lernen.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 8. Juni 2016 um 21:57:40 Uhr:

@krebsandi

Zeigt wieder einmal, das du die Verkehrspraxis und damit verbundene Situationen, gedanklich nicht nachvollziehen kannst. ;)

ein Armutszeugnis :D

Lesen bildet;-)

Ich habe geschrieben

Dürfte.

Das dies leider realitätsfern ist sehe ich selbst jeden Tag.

leider

Ausserdem habe ich geschrieben wenn frei also kein TL

 

Hallo, Ostelch,

Zitat:

@Ostelch schrieb am 8. Juni 2016 um 18:29:19 Uhr:

Dann haben beide ein Problem:

Zitat:

@Ostelch schrieb am 8. Juni 2016 um 18:29:19 Uhr:

Zitat:

§ 7 StVO

(5) In allen Fällen darf ein Fahrstreifen nur gewechselt werden, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

 

Da würde man sich den Schaden wohl teilen müssen.

Grüße vom Ostelch

vom Grundsatz her liegst Du schon ganz richtig.

Hier ist allerdings nicht der § 7, sondern § 5 StVO einschlägig, denn es handelt sich hier in aller Regel um Fahrstreifenwechsel im Zusammenhang mit einem beginnenden bzw. beendeten Überholmanöver.

Lässt sich die Schuldfrage nicht eindeutig klären, werden beide Fahrzeuglenker zur Anzeige gebracht und die Bußgeldstelle oder ggf. der Richter klären dann, ob beide zahlen müssen und wie viel sie zu zahlen haben.

Dazu kommt dann zusätzlich noch die zivilrechtliche Seite, die ja schon genannt wurde und in dieser wird ebenfalls geklärt, wer welchen Schaden zu zahlen hat (Quotelung).

Viele Grüße,

Uhu110

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