Korrosion Vorderwagen Achsträger und Getriebeölleitungen mit Automatic?

Mercedes E-Klasse W211

Hallo Leute!
Habe seit Januar 2010 einen E 500 T Avandgarde mit 7-G-Tronic. Das Fahrzeug ist EZ 12/2003, aus zweiter Hand, scheckheft bei MB und hat jetzt ca 170TKM. Der Wagen steht optisch und technisch extrem gut da. Ausserdem ist eine lückenlose Historie von MB vorhanden, was zum Schluss auch meine Kaufentscheidung war. Habe bereits einiges an MB Erfahrung, muss ich dazu sagen. Nun zum Problem.

Da ich den Wagen doch einige Jahre fahren wollte, stand jetzt ein vorsorglicher Termin zur Getriebeölspülung nach TE an. Nachdem dafür die Unterbodenabdeckungen am Vorderwagen entfernt wurden, traute ich meinen Augen kaum. Der gesamte Vorderwagen war im Bereich des Achsträgers sowie aller Leitungen für die Führung des Getriebeöls extrem stark koordiert. Die Schraubverbindungen der Öl führenden Schläuche, wo das System von TE angeschlossen wird, waren zum lösen zu stark verrostet. Auch die Schläuche selbst waren bereits dünn wie Papier. Es war nicht möglich die Schraubverbindungen zu lösen ohne die Schläuche abzureissen. Die Getriebeölspülung wurde daraufhin erstmal nicht durchgeführt.

Ich habe im Anschluss sofort einen Kulanzantrag über meinen freundlichen gestellt. Dieser wurde sowohl was die Öl führenden Schäuche als auch den Achsträger betrifft mit den Hinweis auf das Alter und die Laufleistung von MB abgelehnt. Auch eine telefonische Beschwerde meinerseits bei MB erbrachte nach gut einer Woche Bearbeitungzeit kein positives Ergebnis. Wobei die bearbeitende Dame extrem nett war😉

Jetzt die Frage an euch. Ist es normal, bei einem 6 Jahre und 3 Monate alten Fahrzeug, dass dort diese Teile (alles abgedeckt und nicht einsehbar) dermaßen stark verrostet sind? Habt ihr bei euch schon mal Korrosion festgestellt?

Ich war der Meinung beim 211er gehört das Thema Korrosion der Vergangenheit an, nach dem Desaster mit dem 210er. Auch aus diesem Grund, kann ich die Verweigerungshaltung von MB garnicht verstehen. Habe ich noch weitere Möglichkeiten der Kulanzantragstellung bei MB? Gibt es zb eine größere NL mit einer angegleiderten Schiedsstelle?

Danke für eure Aufmerksamkeit und Gruß Uwe

PS: Damit wir uns nicht falsch verstehen, der Wagen ist eine Wucht und ich bin dermaßen zufreiden mit ihm!

Beste Antwort im Thema

Hallo Leute! Heute mal ein Update wie der ganze Schlamassel ausgegeangen ist!

Bei meinem Fahrzeug sind ja wie bekannt der stark verrostete Vorderachsträger und die Getriebeölleitungen von mir bemängelt worden. Kulanzanträge wurden zum einem direkt über meinen Händler (sofortige negative Entscheidung) sowie einen Tag später von mir telefonisch über Maastricht gestellt. Auch dieser wurde nach einer Woche negativ entschieden. Kurzfristig hat sich dann noch die Kurvenlichtfunktion des linken Scheinwerfers sowie die Dichtigkeit der Airmatik an der HA verabschiedet. Bei der Airmatik waren beide Ausgleichsbehälter am Anschluß korrodiert, so dass sich hier ein schleichender Druckverlust ergab und sich der Wagen nach einer Standzeit von mehr als 8 Std komplett absenkte.

Wie ihr euch vorstellen könnt, wurde mein Brass immer größer und ich habe alles fein säuberlich in einem Anschreiben an Dr. Dieter Zetsche direkt mit einer CD-Rom mit Bildern per Post mitgeteilt. Nach gut 4 Wochen habe ich dann einen sehr freundlichen Anruf seitens MB bekommen und wurde nochmals an meinen Händler verwiesen. Hier wurde eine Tatbestandsaufnahme vorgenommen mit folgenden Ergebnis: starke Korrosion an VA Träger, starke Korrosion an den Getriebölleitungen, extrem starke Korrosion Hochdruckleitung der Servolenkung, defekter linker Scheinwerfer (Kurzvenlichtfunktion) und defekte Airmatik HA (Druckverlust aufgrund von Korrosion an beiden Ausgleichsbehältern). Die Gesamtkosten zur Behebung der Schäden nach Vorgabe MB wurde seitens meines Händlers auf vorsichtig über 5500,-€ beziffert, eher mehr. Diese Schadensaufnahme wurde zur Sachbearbeiterin nach MB gesendet und einen Tag später hatte ich folgende Zusage:

Komplette Übernahme des VA Trägers sowie aufgrund der anderen defekten Sachen eine einmalige Kostenbeteiligung von 500,-€ seitens MB. Eine Reparaturvorgabe erfolgte nicht!

Der Wagen wurde daraufhin eine Woche später zum Händler gegeben und stand dort vier Tage zur Reparatur: Der VA Träger sowie die Getriebölleitungen und die Servolenkungsleitung wurden errneuert. Hierbei musste der Lüfter für den Kühler ausgebaut werden und auch dieser war am Stecker komplett abgerostet und ohne Funktion. Auch dieser wurde komplett erneuert. Das Kurvenlicht wurde mittels Stardiagnose dektiviert, da mir ein neuer Scheinwerfer defenitiv zu teuer war und ich auf die Kurvenlichtfunktion gut verzcihten kann! Die Airmatik wurde seitens meines Händlers repariert. Hierfür wurden beide Schläuche vom Luftbalg zum Ausgleichsbehälter abgenommen. Der korrodierte Anschluss des Ausgleichsbehälters wurde gesäubert und versiegelt. Anschließend wurde die Schläuche mittels zwei neuer Schellen und einem Spezialdichtmittel wieder befestigt. Seitdem (gut drei Wochen) hält alles dicht. Die Reparaturmethode ist zwar von MB so nicht empfohlen. Aber mein Händler kennt die Probleme der Airmatik und hat hier einiges in Petto und versucht zu reparien und nicht nur zu tauschen.

Alles in allem musste ich nach Übernahme des VA Trägers und der Sonderzahlung in Höhe von 500,-€ einen Eigenanteil von knapp 1500,-€ zahlen. Immer noch recht viel wie ich finde, trotzdem besser als alles.
Es zeigt sich mal wieder, dass Behaarlichkeit sich am Ende meist auszahlt. In meinem Falle hat es mir bei den durchgeführten Reparaturen zumindest einen Vorteil von ca 1700,-€ gebracht. Hätte ich mich mit den abgelehnten Kulanzanträgen zufrieden gegeben, wäre ich auf diesen Kosten sitzen gebleiben.

Gruß Uwe

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Hier noch ein Bild dazu:

Hier noch der Text meiner unbeantworteten Kulanzanfrage und zum besseren Verständnis der Historie:

---- schnipp------

Lieber Herr X,

vielen Dank noch einmal für die freundliche Dialog-Annahme, Ihre gute Beratung und die durchgeführten Reparatur- und Wartungsarbeiten an meinem Fahrzeug.

Nun bestehen an meinem Fahrzeug, wie Sie mir erklärt haben, ja immer noch deutliche Vorbehalte im Sinne einer nicht gegebenen sorglosen Nutzbarkeit durch den Zustand der extrem stark korrodierten Getriebeöl-Leitungen, die sogar eher kurzfristig erneuert werden müssen, das Intervall bis zur nächsten Wartung nicht überstehen würden.

Wenn ich es richtig verstanden habe,
•so ist der Arbeitsaufwand dafür sehr hoch (Sie erwähnten eine Schätzung von bis zu 2000,- €), und
•im Weiteren wäre zu befürchten, dass durch die sehr starke Verrostung, das Lösen der Verschraubungen an den Anschlüssen zu benachbarten Bauteilen problematisch ist und dort zu weiteren Schäden führen kann, was den Reparaturaufwand wiederum erhöht.
•Ebenso ist mindestens ein tragendes Karosserie-Element angegriffen und muss wenigstens angeschliffen und konservierend behandelt werden.
•Und ich sollte ab sofort die genutzten Parkflächen regelmäßig im Auge behalten und auf Tropfmengen prüfen um einer drohenden Panne mit erheblichem Getriebe- und Umweltschaden zuvor zu kommen.

Da dieses Fahrzeug (geschätzt), neben einigen Dutzend Nutzfahrzeugen, wohl schon der fünfundzwanzigste Mercedes-PKW in unserer Familie sein dürfte, sind zu der aktuellen Situation folgende weitere Aspekte für mich wesentlich und stellen eine Besonderheit dar.


•Der Zustand dieser Ölleitungen wirkt "extrem vorgealtert", ist um ein vielfaches schlechter als der Allgemeinzustand des Fahrzeugs und auch als der, aller anderen Leitungen am Unterboden.
•Die Art des Schadens und der hohe geschätzte Aufwand stellt für mich im Nachhinein den Erwerb des Fahrzeugs und aktuell seinen langfristigen weiteren Betrieb in Frage.
•Ein solcher oder vergleichbarer Rostschaden ist an all unseren bisherigen Mercedes-Fahrzeugen, zumindest diesseits eines Alters von 15 bis 20 Jahren nicht aufgetreten (allein an Allrad-Modellen waren dies, soweit ich mich erinnere: 2 x Unimog, 230 GE, E 300 TE 4-matic, C 320 4-matic, E 350 4-matic Vorläufer aus 2004, ...)
•Auch mein aktuelles "Dritt-Auto", ein Toyota-SUV, hat trotz eines 4 Jahre höheren Alters und höherer Laufleistung und intensivem Winterbetrieb gar keinen Rost am Unterboden.

Zusammengefasst stellt dieser völlig unerwartete und hohe (Rost-) Schaden an einem acht Jahre alten Mercedes-Fahrzeug der Oberklasse mein Vertrauen in die Marke Mercedes auf die Probe. Eine derartige frühe Rostempfindlichkeit ist mit meinem bisherigen Bild von einem Mercedes unvereinbar.

Dies umso mehr, als dass diese Arbeiten nun "on top" anfallen, nachdem jetzt, ebenfalls wegen Rostbefalls, die Ölwanne bereits ausgetauscht, wurde. Sie stand ja laut Ihrem Befund auch an der Innenseite, ebenfalls kurz vor der Durchrostung.

Die Theorie eines ganz allgemeinen "intensiven Winterbetriebs" als Ursache hält im Vergleich zu den vielen anderen uns bekannten Fahrzeug-Karrieren nicht Stand. Ich gehe davon aus, dass bei diesen Leitungen ein Fertigungs- oder Verarbeitungsfehler vorliegt oder primär ein nicht geeignetes Material und nicht die erwartete A-Qualität mit einem angemessenen Grad an Korrosions-Widerstandsfähigkeit und/oder -vorbeugung verwendet wurde.

Das Auto hat erst gut 100 tkm geleistet, es ist lückenlos bei Mercedes gewartet worden, und darf einen solchen Schaden im Alter von unter 12 bis 15 Jahren einfach nicht entwickeln.

Die weitere Nutzung dieses Fahrzeugs hängt für mich vom Erfolg eines Kulanzantrages ab, den ich an das Werk richten möchte. Können Sie mir einen Kontakt dafür angeben oder gibt es dazu andere Optionen seitens Ihrer Niederlassung?

Ich wünsche Ihnen ein schönen Advent.

und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

----- schnapp --------

Was für ein Auto - was für eine Enttäuschung!

Hallo,
meine Zuversicht mit Mercedes ein Fahrzeug aus dem Premiumsegment mit entsprechender Qualität erworben zu haben ist auch mehr als erschüttert worden als ich den Gammel am Vorderwagen und sonstige Schlampereien entdeckt habe. Verrostete Leitungen und Vorderachsträger etc. zeugen nicht von dem Qualitätsanspruch den Mercedes immer so propagiert aber nicht lebt !!!!! Von sonstigen Elektronikproblemen mal ganz abgesehen...
Für mich ist mein jetziger Mercedes definitiv der letzte.

Moin,
an meinen AMG ist vor zwei Jahren genau eine dieser Leitungen vorne geplatzt, hatte etwas glück im Unglück. bei mir hatte MB zuvor eine Spülung nach TE gemacht und dabei die Leitung beschädigt.

MB hat die Kosten für die Instandsetzung übernommen, das einzige was ich bezahlt habe, waren die Preise für die paar Teile und auf die habe ich noch 25% bekommen. Ich glaub das ganze wechseln hatte mich 200€ gekostet.

Für die Werkstatt war es aber auch nicht möglich groß zu diskutieren, ich bin da als Schrauber bekannt für meine umbauten, bei allen Meistern und habe denen auch schon mal das ein oder andere gezeigt, was man mit einen Mercedes machen kann 😁. Bei mir wollten sie auch erst alles ausbauen, dann habe ich ihnen gezeigt, was sie an teilen alles nur lösen sollen, dann etwas anheben und dann die Leitungen rausfummeln sollen. Habe das Auto 18 Uhr hingebracht mit den letzten Litern Getriebeöl drin und am nächsten tag 11 Uhr war er fertig.

Meine Argumentation war, sie hätte mich anrufen sollen als sie gesehen haben das die Leitungen scheiße aussehen, der Meister gab das auch gleich zu. Ich sagte ihnen,Wen sie angerufen hätte, hätte ich die Aktion abgebrochen und mir selber Gedanken gemacht die Leitung zu wechseln. Da sie mir die Entscheidung aber abgenommen hatte und es schief gegangen ist, durften sie es wechseln 😁.

Bei mir ging das wirklich aller sehr freundlich und ohne großes reden, ich habe sogar noch einen Leihwagen bekommen, für die paar Meter die ich noch fahren musste.

Da zahlt es sich mal wieder aus, etwas mehr als der normale Kunde zu wissen, vielleicht auch en wenig mehr als der Meister 😉.

Paar Wochen später habe ich dem Meister ein Bier auf einer Abendveranstaltung ausgegeben, auf der wir uns zufällig getroffen haben.

Achja, die Leitungen wurde dann ordentlich mit Wachs versiegelt, so schnell sollte da nix mehr passieren.

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ist halt die Frage was bei den 2000€ alles bereits mit drin ist, bei mir waren es dann so 1500.- allerdings nicht bei einer Niederlassung sondern ziemlich auf dem Land bei einem Vertragshändler, da sind die Stundensätze noch etwas niedriger. Hauptproblem ist wohl daß bei der Aktion die Anschlüsse vom Kühler kaputt gehen und die gibts wohl nicht so einzeln...also Kühlerausbau und neu.

Der viele Gammel kommt wohl das sich z.b. in einem Schnee und Salzwinter - 2012 glaub ich war das, eben viel Salz und Feuchtigkeit in der Motorkapselung sammelt und da nicht so einfach wieder rauskommt

wen die Anschlüsse am Kühler kaputt gehen, dann muss der Kühler raus aber das ist nicht zwangsläufig, die Konstruktion ist nicht erst seit dem 211 im Einsatz und macht nicht so viele Probleme, wie es sich hier liest.

Ich habe diesen Kühler in einen anderen Fahrzeug schon mehrfach ausgebaut und dort selten Probleme gehabt.

das Problem in meinem Fall war/ist diesen Anschluss wieder zu trennen ohne das der Kühlerseitige Anschluss- der mit dem Gewinde - kaputt geht. Für eine Tip wäre ich dankbar (Rostlöser und Geduld als Vorarbeit war leider bisher nicht Erfolgreich). Das Teil mit Gewinde kann man in einen Schraubstock spannen, da sind die seiten an zwei genüberlegenden Stellen gerade. Das rechte Teil ist nur an einer Seite abgflacht ansonsten hat es ein paar Zacken- aber für Hackenschlüssel sieht mir das zu windig aus, da es aus einem Hartplastik ist

Kuehleranschluss4

Frag mal in einer freien Werkstatt und überlege dir, wobin du dein Geld in Zukunft trägst.

Rost ist Erz und Erz ist die Bestimmung jedes edlen Metalls, wie schnell die Oxidation stattfindet ist nicht ganz einfach zu beschreiben. Dein Beispiel ist sicher eher am schlimmeren Ende der Skala, aber durchaus im erwartbaren Rahmen, wenn man die hohe Aggressivität des modernen Streusalzes berücksichtigt. Diese Rohre und Schlauchmuffen sind nur verzinkt, ist die Verzinkung ("Opferanode"😉 mal aufgebraucht, dann geht es ans Eingemachte. Modernes Streusalz (nicht nur NaCl sondern ein Mix mit KaCl "Nasssalz"😉, viel Feuchtigkeit und Wärme fördern die chemische Reaktion.

Deshalb wieder mein Rat an alle, die hier mitlesen: zuerst großzügig waschen, bis das ganze Salz weg ist und mit dauerelastischem Wachs konservieren, natürlich bevor es so aussieht! Wenn die Sache mal so übel ist, dann ist Seilfett, technische Vaseline oder Mike Sander's Heißfett das Mittel der Wahl um ein Fortschreiten der Korrosion zumindest zu stoppen!

Da bekommt man Angst!! OH OH

Als bekennender 210 Fahrer/Fan, der sich seid Jahren mit dem Thema Rost befassen muß, bin ich doch schockiert, bzw. erschüttert das Mercedes offensichtlich nichts dazugelernt hat. Diese Abdeckungen unter dem Vorderachsträger reiben im Fahrbetrieb durch Vibrationen am Träger, dardurch entsteht meist dieser Kantenrost. Auch haben zmindest beim 210er diese Abdeckungen keine Ablauflöcher, so staut sich das eindringende Wasser wie ein See.
Ich bin ja mal gespannt wie die 212er in ein paar Jahren aussehen.

Na ja, zwischen meinen beiden Ex-210ern und meinen beiden 211ern sind das korrosionstechnisch schon Quantensprünge ...

Das kann ich auch nur ubterschreiben , im Gegensatz zur 210,208 und 202 Reihe ist der 211 ein Traum in Sachen Rost.

Das thema Rost an der stelle ist ergerlich aber spiegelt nicht den allgemeinen zustannd beim 211 wieder.

Zum Thema lösen der Verbindung, wen rostlöser schon eingewirkt hat, kannst du es noch mit erwärmen mit mini Brenner versuchen, ist halt nicht so schönen rankommen. Ansonsten musst du wohl in den sauren Apfel beißen und mit Gewalt öffnen :/.

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