Kolbenfresser, Kolbenbolzen, Drehmomment

Ford

Hi, kann mir bitte jemand schreiben

1. Mit welchen Drehmomment die Schrauben der Nockenwellenlagerdeckel beim
Zetek 1,8L; 115PS; 16v; 2-0928 / 3-923 festgedreht werden?

2. Warum müssen die Schrauben mit denen der Zylinderkopf befestigt ist nach der Demontage mit neuen ersetzt werden?

3. Kann der Bolzen auch ohne Hitze und Kälte ausgetrieben werden ohne dass das Pleuel beschädigt wird?

Ich habe aus Versehen einige Hydrostößel verwechselt eingesetzt, aber die Ventile schliesen wieder alle normal.
4. Worauf muss ich noch dabei achten?

Der Motor hatte einen Kolbenfresser den ich versuche zu reparieren, indem ich den defekten Kolben durch einen neuen erzetze. Ich warte auf das bestellte nichtflammbare Kältespray um den Bolzen aus der Pleuel herauszutreiben. Der Bolzen ist in der Pleuel festgepresst, am Kolben sind keine Sicherungsringe die den Bolzen festhalten könnten.
5. Kann der Bolzen auch ohne Hitze und Kälte ausgetrieben werden ohne dass das Pleuel beschädigt wird?
MfG, Ioan

30 Antworten

Moin, den Kolben hab ich auch eingesetzt. Den Bolzen hab ich in der Kühltruhe zu -30° abgekühlt, den Bolzen auf der Herdplatte erhitzt, den Kolben in Pappe eingewickelt im auf der Seite liegenden Schraubstock leicht befestigt und eine aus Holz geschnitzte Unterlage darunter getan, damit der Bolzen beim durchpressen nicht zu weit durchrutscht.
Als die Temperaturen erreicht waren, hab ich den Bolzen durch den Kolben geschoben bis er das Pleuel erreicht hat und dann Blitzschnell durchgepresst. Das Pleuel hat sich so rasend schnell zusammengezogen das der Bolzen ca. 1,5mm zu wenig durchgegangen ist. So schnell kont´ich garnicht gucken, plötzlich war alles Bomben fest. Ist also jetzt nicht ganz in der Mitte. 🙁
Ich hab mich schwarz geärgert, aber,... was soll´s, damit muss ich leben. Nun drücken der Kolben bei der Explosion und der Bolzen bei der Kompression an einer Seite auf einer zu geringer Oberfläche . Nachdem ich den Zylinder mit einer Bürste und mit Akkuschrauber abgebürstet habe war auch verdammt schwer den Kolben in den Zylinder zu bekommen, wegen den Ringen.
Hatte ja keine Zwinge dafür und auch kein dünnes Blech zu Hause, um die Ringe zusammen zu drücken: Hab mir das zu leicht vorgestellt, weil ich nicht gemerkt hatte dass die Oberkante des Zylinders eine Stufe hat, die zwar schräg ist, aber sehr wenig Platz lässt um an die Ringe zu kommen damit man sie in den Kolben schieben kann. Das war eine Schweißtreibende Angelegenheit.
Es währe so einfach gewesen ein Stück Blech so zu formen und zusammen zu Löten dass es die Ringe in den Kolben hält, aber ich war sehr schlecht vorbereitet, und Geduldich bin ich auch nicht. Ich hätte ja das Ganze locker und ordentlich am nächsten Tag durchziehen können, aber nein, es musste um jeden Preis sofort passieren. Sturkopf! 🙁
Um ehrlich zu sein, hab ich schon jetzt Panik vor der ersten Zündung. Die Riefen im Zylinder sind zwar keine Colorado Canyons aber doch vorhanden, der seitlich positionierte Bolzen, das erhitzte Pleuel,...nix davon ist wirklich begeisternd. Den Zahnriemen habe ich auch schon drauf, hab mich aber mit der Spannrolle gequält. Der Riemen ist schwer zu spannen, da mit dem 6mm Inbusschlüssel nicht effizient gegen gedrückt werden kann ( ohne Verlängerung!) und ich hatte nichts da dass ich unter die Spannrolle hätte setzen können um sie gegen den Riemen zu drücken.
Der Motor ist ja in der Karosserie und da ist es oft ziemlich eng. Den Motor habe ich 2567 Mal per Hand durchgedreht und die Ventile sind kein einziges Mal an die Kolben gestoßen. Den Zusammenhang zwischen OT des 1 u. 4 Kolbens, der Position der Nockenwellen und der an deren Zahnradfreies Ende befindlichen Kanälen, wo das Lineal zur Positionierung hingehört, habe ich auch ein Paar Hundert Mal überprüft und gemessen.
So viel Arbeit, nur um zu sehen wie alles in Schall und Rauch endet! 🙁 Die Hoffnung stirbt zuletzt! Ich ziehe das durch bis zum bitteren Ende! Schließlich freue ich mich ja auch schon auf den CLX den ich mir Wohl oder Übel kaufen werde, wenn mein jetziger Motor in´s All Schiesst.
So, ihr seid jetzt gut aufgeklärt über die hiesige Lage und ich gehe wieder auf die Barrikade.
Schönen Sonntag, euch Allen, Ioan.

Alter Schwede , so schlecht vorbereitet solltest du solche Sachen echt nicht mit dem Motor machen !
Mir sind auch schon ein paar Kolben abgeraucht in der Vergangenheit , aber ohne vorher Honen hab ich da keinen verbaut , so ein Teil gibt es für die Bohrmaschiene !
Kolbenringe hab ich vor Einbau immer um 180° versetzt , beim 5. Mal war die Nummer in 6 Std erledigt bei eingebautem Motor und der lief danach viele 1000 km , was ich bei dir bezweifele !
Nach so einer Aktion ist nur noch Vollsynthöl angesagt , jede andere Brühe solltest du meiden wenn das Teil noch was laufen soll !

Naja, jetzt ist das Öl drin, das billigste von der Tanke. Wenn er die erste Paar Tausend Umdrehungen Überlebt kriegt er was besseres. Danke für den Tipp mit den 180° bei den Ringen, ist sicher besser als 120°. Eigentlich hätte ich es auf Youtube zeigen sollen, aber wenn der Motor das Carport zefetzt geht die schöne Camera auch drauf, währ Schade. Hat immerhin knapp 100€ gekostet! Muss noch Wasser und Frostschutz rein, dann nochmal Ölstand messen und nachkippen. Hab ihn nochmal in den fünften gang geschaltet und ohne Kerzen ordentlich am Rad gedreht. Wenn Öl und Wasser in Ordung sind, Baterie anklemmen, Kerzen rein, Zähne zusammenbeissen und,...
Schlüssel drehen.

Läuft gleichmäßig unrund. Zieht gut genug, hab ihn nicht stark belastet, trau mich nicht dazu, bin die erste 10 km damit gefahren, keine besondere Vorkommnisse, bin doch sehr skeptisch. Ist gut genug damit ich hin und her fahren kann um einen anderen zu suchen. Ziel ereicht, Erwartungen bestätigt.
Der Zylinder ist zu sehr beschädigt dass Honen noch was verbessern könnte. Ist unnatürlich dass man sich in einen Roboter verliebt, nicht war? Trotzdem hängen wir an unseren Schrotkisten. 🙁

Fahr doch einfach erstmal. Kontolliere den Ölverbrauch.
Wenn der nicht übermäßig hoch ist (deutlich unter 1l /1000KM) und keine unüblichen Geräusche kommen, würde ich einfach weiterfahren.
Bei einem legeren Fahrstil (Belastungsspitzen unbedingt vermeiden) könnteste noch einige Zeit Glück haben...

histo

Glaubst du meine Zylinder sahen danach noch gut aus ?
Deswegen honen um überstehendes oder angefressenes Material zu beseitigen , sonst sind die Kolbenringe gleich wieder fritte !
Öl fressen ist danach nix ungewöhnliches , übrigens arbeitet man beim Zylinder/Kolben Maß mit drei Stellen hinter dem Komma !

Hallo Histo,

ich bin schon glücklich wenn ich damit 70 kmh fahren kann. Mehr brauche ich auch nicht, ich wohne auf dem Land und fahre wenig. Andererseits habe ich ab Morgen noch einen VW Pollo mit dem ich zur Arbeit fahre, gehört mir nicht, ist aber auf mich angemeldet und den darf ich auch jederzeit privat verwenden. Ich habe auch noch einen ZETEC 1,6L-90PS an dem ein Ventil ausgetauscht werden muss. Der Rest davon ist ok, ich wollte nur nicht den jetzigen aus den Wagen holen weil ich das alleine hätte machen müssen. Inzwischen habe ich mir einen Flaschenzug gekauft und damit ist es kein Problem mehr. Den Motor mache ich mir in aller Ruhe zurecht und habe danach wieder einen Wagen auf den ich mich verlassen kann.

Danke Dir für die Aufmunterung, ich habe in den letzten Wochen so viel Mistrauen zu spüren bekommen dass ich selbst an mir angefangen habe zu zweifeln. Es ist aber doch noch so geworden wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe mir auch nichts vorgemacht, weil ich ja wusste wie der Zylinder aussah. Die 110€ für den Kolben lohnen sich für mich, die 17€ für die Kältespray Dose allerdings nicht. Einen in das Pleuel gepressten Bolzen kriegt man mit erhitzen und den Bolzen mit Kältespray abkühlen nicht raus, da gehe ich jede Wette ein. Dafür kühlt sich der Bolzen viel zu langsam ab und kühlt das Pleuel mit. Da lohnt sich viel mehr der Gang zur nächstgelegene Autowerkstatt. Ich habe den Bolzen mit 800kg gepresst und der hat sich kein Deut bewegt.

Zitat:

Original geschrieben von OHCTUNER


Glaubst du meine Zylinder sahen danach noch gut aus ?
Deswegen honen um überstehendes oder angefressenes Material zu beseitigen , sonst sind die Kolbenringe gleich wieder fritte !

Ich befürchte dass ich durch Honen nur noch mehr vom Zyllinder abtrage und die Riefen werden fast gleich tief sein. Da fehlt schon jetzt zu viel. Eventuell überstehendes Material habe ich mit 1000der und danach mit 1500ter Schleifpapier mit Petroleum abgeschliffen und danach mit der Burste und Akkuschrauber bearbeitet.

Zitat:

Original geschrieben von OHCTUNER


...übrigens arbeitet man beim Zylinder/Kolben Maß mit drei Stellen hinter dem Komma!

Da sind die tiefste Riefen aber doch, meiner Eischätzung nach, so um die 0,1-0,25mm tief, auf einer Breite von ca. 5cm. Die haben wahrscheinlich die Ringe dort reingekratzt. Ist das noch zu retten?

Ich danke Dir für die Hinweise, die kann ich noch gut gebrauchen, auch wenn jetzt alles vorbei zu sein scheint.

Schönen Gruß und alles Gute, Ioan.

Mach Dir mal nicht soviel Sorgen. Datt löppt schon. Es ist ein FORD. :-)

histo

Guten Abend Histo, danke, ich melde mich hier wenn ich Neuigkeiten habe.
Schönen Gruß, Ioan.

Was soll da noch zu retten sein ?
Der Zylinder ist Schrott , da gilt es nur noch den Motor so lange es geht am Leben zu erhalten , mehr nicht !
Hab beim 1. Kolbenschaden auch den Kolben vom Pleul getauscht , ging eigentlich recht gut , trotz deiner beschriebenen Probleme , die ich ja auch hatte , als gelernter Schlosser halb so wild , die Anderen hab ich dann gebraucht samt Pleul von einem Spendermotor genommen , spart nen haufen Arbeit , neue Lagerschalen und fertig !
Rauspressen ist eh nicht , weil das Pleulauge auf den Kolbenbolzen aufgeschrumpft ist , also ist es keine Passung , sondern es wird mit Vorspannung gearbeitet !

Zitat:

Original geschrieben von OHCTUNER


Was soll da noch zu retten sein ?
Der Zylinder ist Schrott , da gilt es nur noch den Motor so lange es geht am Leben zu erhalten , mehr nicht !

Das habe ich zumindest gehoft, und erreicht.

Zitat:

Original geschrieben von OHCTUNER


Hab beim 1. Kolbenschaden auch den Kolben vom Pleul getauscht , ging eigentlich recht gut , trotz deiner beschriebenen Probleme , die ich ja auch hatte , als gelernter Schlosser halb so wild , die Anderen hab ich dann gebraucht samt Pleul von einem Spendermotor genommen , spart nen haufen Arbeit , neue Lagerschalen und fertig !

Ich hatte leider keinen anderen Motor so schnell zur Hand, wie ich das Auto brauche, und umsonst währe das Kolbenset auch nicht zu bekommen gewesen, denke ich.

Zitat:

Original geschrieben von OHCTUNER


Rauspressen ist eh nicht , weil das Pleulauge auf den Kolbenbolzen aufgeschrumpft ist , also ist es keine Passung , sondern es wird mit Vorspannung gearbeitet !

Stimmt, aber die Werkstatt hat den Bolzen rausgepresst, ohne das Pleuel zu beschädigen.

Jo , nur wieder rein geht es so halt nicht !
Hab das zu Zweit mit nem Brenner und nem echten Meister gemacht(1991) , ich war jung und der stand da so rum , besser konnte es nicht laufen !
Wie gesagt , ich war gut vorbereitet , Werkstatt , Hebebühne , Ersatzteile und Handhoner , alles vorhanden und das Teil rollte am gleichen Tag aus eigener Kraft aus der Werkstatt !
Mir sind übrigens immer nur die original Kolben flöten gegangen , die selbst reingebastelten haben gehalten und waren auch vollgasfest , trotz Leistungssteigerung !

Kennst Du die Videos von Youtube uber das Arbeiten an Motoren? Ich finde sie sehr Lehrreich und interessant.

Nee , kenn ich nicht , wenn dir das hilft , schau sie genau an , ich hab mit all diesen Sachen keine Probleme mehr seit ich nur noch Vollsynthöle fahre , hätte mir damals viele Schäden erspart !

Hallo Leute,
ich bin überglücklich! Mein liebes Auto läuft fast wie vor dem Alptraum. 🙂
Ich schreibe "Fast" weil ich es noch nicht zu glauben wage. Eine gebrochene Zündkerze am 4ten Zylinder lies die Kompression entweichen. Ich habe es entdeckt weil ich die Spannung des Zahnriemens etwas lockern wollte und als ich am Rad gedreht habe hörte ich wie es irgendwo zischte.
Da habe ich die Zündkerze von dem neuen Kolben rausgedreht, aber das Zischen war immer noch da. Als ich dann die nächste rausdrehen wollte brach sie ganz ab und der untere Teil davon blieb drin. Ich habe sie ersetzt und nun ist der Unterschied einfach gewaltig.
Vorher musste ich ordentlich Gas geben um los zu fahren, er ruckelte wie verrückt, jetzt fährt mein Escort ganz weich, fast ohne Gas zu geben los und man spürt dass er viel mehr Kraft hat. Bin ca. 15 km gefahren, es war traumhaft. 🙂
Kann mir bitte jemand verraten wie man die Zahnriemenspannung einstellt?

Deine Antwort