Klimaanlagencheck sinnvoll?
Hallo
Ist ein sogenannter Klimaanlagencheck sinnvoll?
Wenn ja. wann?
Ich kenne PKW-Fahrer die haben das seit über 10 Jahren nie durchführen lassen und die Klima funktioniert immer noch wie am ersten Tag, trotz vieler KM im Betrieb.
Meine (vielleicht zu einfache) Logik sagt mir:
Wenn die Klimaanlage nicht mehr genug klimatisiert,
dann ist der Wechsel von Klimaflüssigkeit und Reinigung notwendig.
Es kann ja „eigentlich“ durch eine nicht „ständig gewartete“ Klimaanlage
nichts anderes am PKW in Mitleidenschaft gezogen werden (außer vielleicht bei den „modernen Chip-überfrachteten Gefährten“?)?
Danke
27 Antworten
Es gibt keine "Klimaflüssigkeit", das ist nämlich ein Gas, das im Lauf der Zeit durch allerlei Dichtungen diffundiert und somit weniger wird. Und diesem Gas wird ein Öl zugesetzt, um den Kompressor zu schmieren. Ohne Wartung alle paar Jahre verkürzt du einfach die Lebensdauer der Anlage, Klimakompressoren sind nicht billig.
Hallo,
Klimaanlagen verlieren mit der Zeit (nicht Kilometer!) Kältemittel. Manche in zwei Jahren nur 5%, andere 30%. Ich habe beides an verschiedenen Fahrzeugen selbst schon erlebt. Wenn irgendwann zu wenig Kältemittel in der Anlage ist, kann der Kompressor Schaden nehmen, was sehr teuer wird.
Ich lasse meine Klimaanlage alle zwei Jahre warten (Kältemitteltausch) und jährlich mit Contra-Sept (http://www.contra-sept.de) desinfizieren. Am besten macht man das mit dem Wechsel des Innenraumfilters. Es sammelt sich da schon so allerlei "Dreck" an...
Gruß
Rainer
Ich habe auch dies Jahr bei beiden Fahrzeugen eine Wartung bzw Check machen lassen jedesmal war eine nicht unerhebliche Menge nachzufüllen
Mann füllt das dann nach und es kühlt wieder viel besser, so fällt es einem nämlich auf das auf der gewohnten Einstellung 21 Grad es dennoch nicht kühl genug ist. Und für 70, 80 Euro kann man sich das alle paar Jahre mal leisten
Zitat:
@Rainy01 schrieb am 7. September 2016 um 19:26:45 Uhr:
Wenn irgendwann zu wenig Kältemittel in der Anlage ist, kann der Kompressor Schaden nehmen, was sehr teuer wird.
Was dann ein zu geringer Druck in der Anlage wäre. Das registiriert der Drucksensor und schaltet die Anlage ab, bzw. man kann sie erst gar nicht einschalten. Wenn die Kälteleistung spürbar nachlässt, so kann man über eine Prüfung und Ergänzung nachdenken. Aber pauschale Vorgaben?
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Zitat:
@sunfun schrieb am 7. September 2016 um 17:41:15 Uhr:
Ist ein sogenannter Klimaanlagencheck sinnvoll?
Das kommt u.a. darauf an, was genau denn da so genannt wird.
Einen "Check" der Klimaanlage sollte man öfter mal machen, aber das kann man auch alleine: einfach mal gezielt darauf achten, ob die Anlage auf Anfrage ordentlich kühlt. Auch in der kalten Jahreszeit kann man das gelegentlich bei nicht ganz so tiefen Temperaturen mal testen.
Was du aber wahrscheinlich meinst, ist ein Klimaanlagen-service. Aber auch davon gibt es zwei deutlich verschiedene Vorstellungen, was daraunter zu verstehen sei. Manche meinen damit den tatsächlich regelmäßig anzuratenden Tausch der Filter samt Durchsicht und Reinigung erreichbarer Teile, andere einen Kältemittel-Service (absaugen, wiegen, auffüllen, ...).
Zitat:
Wenn ja. wann?
Den Filterservice so alle paar Jahre oder bei Symptomen, den Kältemittel-Service dann, wenn die Anlage merklich schwächelt.
Zitat:
Es kann ja „eigentlich“ durch eine nicht „ständig gewartete“ Klimaanlage
nichts anderes am PKW in Mitleidenschaft gezogen werden
Doch. Unzureichende Wartung kann das Wohlbefinden, oder gar die Gesundheit, der Fahrzeug-Insassen in Mitleidenschaft ziehen. Und wenn man lange genug ohne Kältemittel herumfährt, ohne es zu merken, richtet man leicht erheblichen Schaden an der Anlage selbst, und im Extremfall auch am Keilriemen an.
Zitat:
@rpalmer schrieb am 7. September 2016 um 20:30:15 Uhr:
Was dann ein zu geringer Druck in der Anlage wäre. Das registiriert der Drucksensor und schaltet die Anlage ab,
So einfach war das früher, vor Einführung der leistungsgeregelten Kompressoren, und der damit einhergegangenen Abschaffung der Magnetkupplung. Seither kann die Anlage gar nicht mehr vollständig abschalten, sondern sich nur noch bis nahe Null herunter regeln. Der Unterschied zwischen "nahe" und "Null" bedeutet aber, dass sich dümmstenfalls ein ungeschmierter Kompressor über Monate oder Jahre weiter mitdreht. Und dann huster er eben irgendwann Späne, oder reißt seine Überlastsicherung raus.
Die haben keine Magnetkupplung mehr? D.h. da wird nur über die Stellung der Taumelscheibe die Leistung geregelt?
Zitat:
@rpalmer schrieb am 7. September 2016 um 20:59:29 Uhr:
Die haben keine Magnetkupplung mehr? D.h. da wird nur über die Stellung der Taumelscheibe die Leistung geregelt?
Ja, das ist ziemlich flächendeckend der Fall.
Kommt auf den Hersteller und Fahrzeugklasse an.
Dacia z.b. hat nur Kompressoren mit magnetkupplung. In den fiestas ebenso. In der Mittelklasse schaut das meist anders aus.
Zitat:
@Timmerings Jan schrieb am 7. September 2016 um 21:42:25 Uhr:
Zitat:
@rpalmer schrieb am 7. September 2016 um 20:59:29 Uhr:
Die haben keine Magnetkupplung mehr? D.h. da wird nur über die Stellung der Taumelscheibe die Leistung geregelt?
Ja, das ist ziemlich flächendeckend der Fall.
genau so siehts aus, scheiß klimatronik...
hatte letztes Jahr auch so einen fall, danach konnte ich an meinem Klimagerät die filtertrockner wechseln weil die von den Spänen zu waren
Never touch a running System ist im Falle der Klimaanlage angebracht. Unter der Vorraussetzung dass der verantwortungsbewusste Fahrer halt mit Aufmerksamkeit gegenüber seinem Vehikel aufwartet. Wie schon geschrieben, ein gewisser Schwund Kältemittel ist normal. Manche Anlagen sind aber so dicht dass sie nach über 10 Jahren immernoch nahezu Werksleistung bringen. Was kann nun der Fahrer machen?
Hat er eine Klimaautomatik: Einfach mal den Lüfter auf Automatikbetrieb stellen bei entsprechend hoher Außentemperatur und Sonneneinstrahlung. Wenn auch nach längerer Fahrt das Gebläse nicht von selber herunterregelt und keine ausreichende Kühlung vorhanden ist ist ein Klimaservice fällig. Wenn die Klima noch genug Reserve hat wird das Gebläse immer langsamer und die Temperatur im Innenraum nähert sich dem Sollwert.
Hat man manuelle Klima: Alle Lüftungsdüsen außer den Mittelausströmern schließen und ein Thermometer hineinhängen. Das Gebläse auf die geringste Stufe, Klima einschalten und losfahren. Es sollte sich eine Temperatur um 7 °C einstellen. Ist es wesentlich mehr hat die Klima zu wenig Leistung. Auch dann zum Service gehen. Der Kompressor stirbt jedenfalls ncht wegen Kältemittelmangel. Vorher schaltet ihn der Niederdruckschalter aus. Das geht übrigens auch bei Kompressoren ohne Magnetkupplung.
Von daher halte ich nicht viel von Kältemitteltausch (wobei kein Kältemittel getauscht wird, es wird nur das schon vorhandene abgesaugt, gewogenund wieder in die Anlage gepumpt, gegebenenfalls fehlende Mengen aus der Pulle ergänzt!) nach bestimmten Zeiträumen.
Der Pollenfiltertazusch ist davon natürlich ausgenommen, ich rede nur vom Kältekreislauf.
Zitat:
@Spezialwidde schrieb am 8. September 2016 um 13:35:21 Uhr:
Der Kompressor stirbt jedenfalls ncht wegen Kältemittelmangel. Vorher schaltet ihn der Niederdruckschalter aus. Das geht übrigens auch bei Kompressoren ohne Magnetkupplung.
Eben nicht. Denn weder gibt es bei solchen Anlagen überhaupt einen Niederdruckschalter, noch kann der Kompressor wirklich ausgeschaltet werden. Er kann nur sehr weit in der Leistung reduziert werden. Er dreht aber immer miit, und er fördert auch immer noch ein bisschen.
Bei massivem Kältemittelmangel wird auch das Öl, das vom Kältemittel normalerweise mitgerissen wird, nicht mehr ordnungsgemäß verteilt. Das kann dann dümmstenfalls zum Kolbenfresser im Kompressor führen. Deshalb ist Aufmerksamkeit geboten, und bei Anzeichen von Kältemittel-Mangel ein Besuch beim Service.
Eins muss man sich mal bewusst sein: In "Leerlaufstellung" ist die Kolbenbewegung im Kompressor minimal. Stell dir doch mal vor wir haben Winter, Anlagen mit Magnetkupplung würden abschalten sonst vereist der Verdampfer und wird zerstört.
Nichtschaltbare Kompressoren müssen aus dem Grund den Volumenstrom soweit reduzieren damit das auch hier nicht passiert. Und was dann noch strömt ist für den Öltransport absolut nicht mehr relevant. Solche Verdichter haben deshalb eine Ölfördereinrichtung damit die oberen Kolben nicht trocken gehen. Einzig gefährdet sind solche Modelle mit internem Bypass zur Leistungsregelung. Aber die sind aus Energieersparnisgründen kaum noch anzutreffen...