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HUK24 zahlt nicht trotz klarer Sachlage. Klagen oder weiter abwarten?

Themenstarteram 8. April 2018 um 20:48

Hallo zusammen,

ich hatte vor 3 Monate einen unverschuldeten Verkehrsunfall.

Wir haben die Polizei angerufen und die haben die Sache aufgenommen.

Der Unfallgegner hat seine volle Schuld zugegeben und die 35€ bezahlt.

Anschliessend war ich bei einem Gutachter meiner Wahl und beim Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 11.000€ exkl. MwSt. Es ist weit von wirtschaftlicher Totalschaden entfernt.

Der Anwalt hat die Versicherung angeschrieben und das Geld angefordert. Als Antwort kam, dass die Sachlage noch nachgeforscht wird.

3 weitere Schreiben innerhalb 2 Monate blieben unbeantwortet.

Auf den letzten Schreiben, wo angekündigt wurde Klage zu erheben kam dann als Antwort wieder, dass die wohl noch nicht alle Informationen vom VN (also mein Unfallgegner) haben.

Der Anwalt sagt mir, dass die das so nicht dürfen und die Fristen längst vorbei sind.

Er ratet mir zu klagen. Das Problem ist, dass mein Auto auf mein Vater zugelassen ist und er kein Verkehrsrechtschutz hat.

Meine Fragen:

1. Soll ich klagen oder weiter abwarten?

2. Zahlt meine RSV auch, wenn mein Auto, mit den ich einen Unfall hatte, auf meinen Vater angemeldet ist?

3. Sollte ich auch ohne RSV klagen, da die Sachlage völlig eindeutig und klar ist (würden mir Kosten entstehen)?

4. Was genau wäre der richtige Weg zur Zeit?

Beste Antwort im Thema

Zitat:

@situ schrieb am 9. April 2018 um 08:44:01 Uhr:

Das Schuldeingeständnis vor Ort ist eine Dummheit, welche die Abwehr unberechtigter Ansprüche erschwert, aber nicht unmöglich macht.

Was, bitte, ist dumm daran, Verantwortung dafür zu übernehmen, was einem passiert ist?

Aber nein, da wird demjenigen, dem man einen Schaden zugefügt hat, noch zusätzlich das Leben schwer gemacht. Da wird lieber von unberechtigten Ansprüchen gefaselt, ohne zu wissen, was das überhaupt ist. Um so besser, wenn man dann noch eine Versicherung hat, die einem dabei hilft.

Anstatt der eigenen Versicherung Feuer zu machen, damit sie das tut, wofür man viel Geld bezahlt hat, freut man sich, wenn sie es nicht tut.

In aller Regel werden solche Klagen nur notwendig, nicht weil die Schuldfrage unklar ist, sondern weil der Schuldner seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommt!

Ich finde eine solche Denkweise einfach nur widerlich...

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Zitat:

@rrwraith schrieb am 9. April 2018 um 11:45:25 Uhr:

Zitat:

@situ schrieb am 9. April 2018 um 08:44:01 Uhr:

Das Schuldeingeständnis vor Ort ist eine Dummheit, welche die Abwehr unberechtigter Ansprüche erschwert, aber nicht unmöglich macht.

Was, bitte, ist dumm daran, Verantwortung dafür zu übernehmen, was einem passiert ist?

Aber nein, da wird demjenigen, dem man einen Schaden zugefügt hat, noch zusätzlich das Leben schwer gemacht. Da wird lieber von unberechtigten Ansprüchen gefaselt, ohne zu wissen, was das überhaupt ist.

Du hast es wieder mal nicht verstehen wollen - das entschuldigt aber solches Gefasel nicht. Im Gegensatz zu dir wusste ich eben nicht, was im Detail wie vorgefallen ist. Dies ist der Hintergrund meines Postings, was leicht zu entnehmen ist, wenn man denn dazu willens wäre.

Auf den Rest deiner Polemik gehe ich mal nicht ein.

Ich halte den Rat aller (außer dir) Rechtsgelehrten weiterhin für richtig und sinnvoll, sich möglichst unter dem "Schock" eines Unfalls nicht unmittelbar danach zur Sache zu äußern.

Wenn die Sache sich so zugetragen hat, wie sie der TE schildert, wird er wohl auch zu seinem Recht kommen (auch ohne Klage). Das meine angebliche Freude über das zögerliche Verhalten der gegnerischen Versicherung pure Polemik eines Nutzers hier ist, muss ich dem TE sicher nicht erläutern.

Themenstarteram 9. April 2018 um 13:22

Lieber situ,

man kann nicht von pauschaler Dummheit reden.

Wenn ich träume und ein an der roten Ampel stehendes Auto anschubse, weiß ich auch als nicht-experte, dass ich zu 100% Schuld bin.

Da ist für mich die Sache klar und dann gebe ich es auch direkt zu und zahle die 35€.

Auch dann, wenn ich evtl. mit der Besten Anwalt der Welt und einer linken Versicherung die Sache so verdrehen könnte, dass es vor Gericht auf 50/50 rauskommt.

Wenn die Schuldfrage jedoch nicht eindeutig ist und mir mein gesunder Menschenverstand sagt, dass der Gegner mitschuld ist, dann verweigere ich die Zahlung von 35€ und gebe somit die (volle) Schuld nicht zu.

Mit den 35 Euro hat das nichts zu tun. Und ein Schuldanerkenntnis (welches die Versicherung binden würde und deshalb nicht abgegeben werden darf) ist auch etwas völlig anderes als die wahrheitsgemäße Angabe zum Unfallhergang ("ich habe nicht in den Spiegel gesehen und deshalb nicht bemerkt, dass das Auto neben mir fuhr, als ich die Spur wechseln wollte"). Deshalb kann man z.B. auch ohne weiteres den Unfallhergang schriftlich festhalten und von den Betieligten unterschreiben lassen. Spart im Zweifel die Polizei und das Bußgeld.

Lieber TE: Ich hatte den Grundsatz ja noch einmal wiederholt.

Das hat überhaupt nichts damit zu tun, einen Unfallbericht wahrheitsgemäß auszufüllen und seiner Versicherung (aber nur dieser) ggf. mitzuteilen, dass man die "Schuld" allein bei sich selbst sieht.

Ansonsten bitte auch du zur Kenntnis nehmen, dass sich mein Hinweis nicht auf deinen konkreten Fall bezieht (ich wiederhole: Ich war nicht dabei und spekuliere grundsätzlich nicht über Hergänge, die ich nicht in allen Details kennen kann), sondern allgemein gehalten ist.

Dass das Bußgeld nichts damit zu tun hat, ist die Theorie, in der Praxis sieht es ganz anders aus und das kann ich sagen, weil ich erstens schon ein paar Unfälle hinter mir habe und zweitens den besten Anwalt Frankfurts habe, der mir das sogar noch verraten hat. Also wer hier meint in google ein paar Sätze durchzulesen, zu zitieren und damit zu meinen man wäre mit der Exekutiven, Judikativen und noch der Legislativen Gewalt in der Praxis vertraut, der hat wohl die Welt aus den Augen verloren. Was denkt sich der Richter, wenn eine Tat, was den Unfall verursacht hat via Bußgeld gestanden und bezahlt wurde, och ne er wollte nur? In der EA steht drin ON 01 ist auf den Kreisel gefahren und ON 02 hat ON 01 unvermeidlich gerammt, denkt er: ach das ist Strafrecht wir sind im Zivilrecht, wir dürfen das nicht berücksichtigen, träumerei. Alle Beteiligten sind Menschen, also hat es sehr wohl Einfluss darauf wie eine Schadenregulierung ausgeht. Vorfahrt missachtet, Unfall passiert, Bußgeld am Hals und man bezahlt das Ticket. Ist nur sehr sehr schwer zu retten. Jeder der mir was anderes erklären will, kann es dabei belassen und seine Klugscheißerei in den Mond schießen.

Zitat:

@Marokkpower schrieb am 9. April 2018 um 08:59:22 Uhr:

Wenn die Sachlage klar ist und die 35€ bezahlt wurde, steht das schon so gut wie fest. Die Versicherung nehmen die Ermittlungsakte als Grundlage,

Was denn schon wieder für eine Ermittlungsakte?

Bei einem 35-Euro-Unfall wird doch hinterher nichts mehr ermittelt...

Zitat:

@Marokkpower schrieb am 9. April 2018 um 21:35:37 Uhr:

Was denkt sich der Richter, wenn eine Tat, was den Unfall verursacht hat via Bußgeld gestanden und bezahlt wurde, och ne er wollte nur?

Klar, der Richter denkt sich:

"Blöde Sache, warum habe ich nur jahrelang Jura studiert und dann auch noch zwei Staatsprüfungen gemacht, wenn doch der Betroffene als juristischer Laie schon abschließend die Rechtslage klären konnte und der bewaffnete Bachelor (der Jura auch nur "im Nebenfach" hatte) das sogar schon aufgeschrieben hat".

Richter zu sein muss schon deprimierend sein :D

Meine Güte stellt ihr euch blöd?

Auch bei Ordnungswidrigkeiten gibt es die sogenannte Akte oder was meinst du wo die Beweismittel, Fotos aufgenommen werden, in der Cloud? Ganz bestimmt nicht, wenn du es genau wissen möchtest.

Zitat:

@hk_do schrieb am 9. April 2018 um 22:02:49 Uhr:

Zitat:

@Marokkpower schrieb am 9. April 2018 um 21:35:37 Uhr:

Was denkt sich der Richter, wenn eine Tat, was den Unfall verursacht hat via Bußgeld gestanden und bezahlt wurde, och ne er wollte nur?

Klar, der Richter denkt sich:

"Blöde Sache, warum habe ich nur jahrelang Jura studiert und dann auch noch zwei Staatsprüfungen gemacht, wenn doch der Betroffene als juristischer Laie schon abschließend die Rechtslage klären konnte und der bewaffnete Bachelor (der Jura auch nur "im Nebenfach" hatte) das sogar schon aufgeschrieben hat".

Richter zu sein muss schon deprimierend sein :D

Jetzt sieht man deine Pauschalisierung und das beziehen auf einem Abschnitt von einem ganzen Beitrag. Unverschämt die deutsche Sprache so zu zerlegen. Leider hast du noch keine Ahnung und viel vor Dir mein lieber. Ein Richter kann auch nichts dran ändern, wenn jemand die Vorfahrt missachtet und ein Unfall verursacht, dann kann er von mir aus 4 Staatsexamen bestanden haben und damit den vierten Schock der Moderne erreichen. Komm zurück zur Realität und denk nicht so zugeknöpft. Zum Glück gibt es wenige so zugeknöpfte sonst hätten wir ein Saustall.

Meine Güte - nienand hier muss wissen, was die Gegenpartei ggf. vorträgt. Interessiert niemanden. Schon gar nicht die Versicherer, ggf. einen Richter. Ist das wirklich nicht bekannt?

Von woher hast du das denn schon wieder aufgegabelt?

Bei einem normalen 35-Euro-Unfall beschränkt sich die "Ermittlung" i.d.R. auf den Personalienaustausch, die Feststellung und Ahndung der OWi und das Ausfüllen des Unfallbogens.

Auf dem gibt es dann (hier jedenfalls) zwei so schöne Felder zum ankreuzen:

"keine weitere Bearbeitung durch die Polizei"

"keine weitere Auskunft durch die Polizei"

Selbst wenn die Versicherung das nicht interessiert und sie unbedingt trotzdem "die Akte" haben will, wird sie nicht groß mehr bekommen als eine Ausfertigung der Unfallmitteilung. Bzw. eine mehr oder weniger gelungene Ablichtung. Die nicht auf der Ausfertigung für die Beteiligten angegebenen Daten dienen ja letztlich nur statistischen Zwecken.

Zitat:

@Marokkpower schrieb am 9. April 2018 um 22:13:36 Uhr:

Von woher hast du das denn schon wieder aufgegabelt?

Für dich: War nicht ernst gemeint - dachte, das merkt jeder. Geirrt. Einer nicht.

Was willst du jetzt mit diesem Beitrag bewirken. Es geht hier darum, dass ein Zugeständnis Einfluss auf die Schadenregulierung hat, das ist Irrtum zu behaupten es hätte keine Auswirkung. Und doch wenn die Polizei zu einem Unfall gerufen wird, werden Beweise aufgenommen erst recht bei so einem hohen Schaden ggfs. eine OWI bewirkt und die findet man in der Akte, was sich der Versicherer, die Rechtsanwälte und später dann der Richter ziehen und mit allen weiteren Beweismittel berücksichtigt.

Also sehe ich für den TE gute Chancen, selbstverständlich weiß man nie zu 100% wie es ausgeht. Jedoch empfehle ich meiner Meinung nach nach 3 Monaten die Klage einzureichen.

Zitat:

@Marokkpower schrieb am 9. April 2018 um 21:35:37 Uhr:

Also wer hier meint in google ein paar Sätze durchzulesen, zu zitieren und damit zu meinen man wäre mit der Exekutiven, Judikativen und noch der Legislativen Gewalt in der Praxis vertraut, der hat wohl die Welt aus den Augen verloren.

Ich habe schon Unfälle reguliert, da hast du wahrscheinlich noch nicht mal in die Windeln geschissen.

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