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How to do: Außenspiegelgehäuse Wechsel und Aufbau

Fiat Tipo 2 (356)
Themenstarteram 13. April 2019 um 12:27

Mahlzeit Jungs und Mädels

Da ich hier Stück für Stück eine kleine Wissensdatenbank rund um den Tipo aufbauen möchte, damit jene die sich selbst helfen wollen und können, eine genauere Vorstellungen davon bekommen, was sie eigentlich tun, fangen wir heute mit einer recht simplen Sache an. Die Außenspiegelgehäuse, auch Spiegelkappen genannt.

Leicht kann es im Alltag passieren, dass man mit dem Spiegel an einem Busch entlang streift und unschöne Kratzer vorfindet, Steinschlag die Spiegelkappen unansehnlich machen oder unachtsame Autofahrer/Fahrradfahrer euer Auto am Spiegel beschädigen, ohne dass ihr etwas dafür könnt. Dann heißt es ab zum Lackierer. Auch die unlackierten Kunststoffspiegelkappen der Ausstattungslinie Pop, können nach 3 harten Wintern ihre Kampfspuren allzu deutlich zeigen, wobei diese Teile zu den eher günstigeren zählen und schnell besorgt werden können.

Vielleicht will man auch nur die schönen Chrom-Spiegelkappen aus dem Fiat Zubehör anbauen, oder mit einem farblichen Akzent, sein Auto indiviudalisieren. Es soll da ja Leute geben, die einem weißen Tipo, giftgrüne Ohren verpassen. Das ist Geschmackssache meint ihr? Stimmt! Anders sieht es aber mit der Demontage/Montage der Spiegelhälften aus. Hier ranken sich zahlreiche Mythen, Horrormeldungen direkt aus der Werkstatt oder Märchen aus Foren rund um das Thema. Da werden 60 Euro und mehr für die Montage verlangt, einige "kompetente" Meister reden gar davon, das die Teile unbrauchbar werden, die Haltenasen in 100% der Fälle abbrechen, oder abenteuerliche Geschichten von Spiegelgläsern die erst entfernt werden müssen.

 

Oft kann man sich einfach nur an den Kopf fassen und fragt sich, ob diese Informationen bzw. deren Verbreiter gierig, dumm oder unkompetent sind. Ich habe das Gefühl hier treffen alle drei Dinge auf einmal zusammen. Wie gestaltet sich also der Wechsel? Was haltet ihr davon, wenn die Demontage pro Seite ca. 20 Sekunden dauert und der Anbau pro Seite maximal 3 Minuten? Klingt gut? Ok Here we go!

Als ich mir meinen ersten Tipo Pop 2016 gekauft habe, war von Anfang an klar, die Spiegel müssen Farbe bekommen, auch mir wurden von diversen Werkstätten Märchen erzählt, so dass ich mich fast ins Boxhorn jagen ließ. Ein glücklicher Umstand sorgte dafür, dass ich einen näheren Blick auf die Befestigung werfen konnte, als meine Kumpel, dem ich ebenfalls den Tipo empfahl, mit seinem neuen Wagen in die Waschanlage fuhr. Dort rissen die Bürsten mit einem lauten Knall,eine Spiegelkappe herunter und schnell war klar, mit Spiegelglas herausnehmen ist da nichts. Manchmal hat es seinen Vorteil, wenn ein Teil simpel und günstig produziert wurde. Um die allgemeine Empörung in Grenzen zu halten, verwende ich nicht die ausdrücke billig und primitiv :D.

Ich stellte hier einige Bilder zu dem Text ein, wer Fragen hat, einfach eine PN schreiben.

DEMONTAGE

Auf Bild 1 seht ihr wie einfach die Spiegeklappe zu demontieren ist. Ihr stellt euch vor den Spiegel, mit der lackierten Seite zu eurer Brust. Steckt eure Hand zwischen Spiegeldreieck (an der Tür) und dem Spiegel. Nun fangt ihr an, den Spiegel auf der linken Seite leicht zu ziehen, ihr werdet merken, dass die Rastnasen sich schon mit leichtem Zug lösen. Hört hier ein kleines Plopp (meist binnen 5 Sekunden), ist der halbe Weg schon geschafft. Nehmt eure andere Hand und fangt jetzt an, mit langsamen hin und her bewegen, die rechte Seite zu lösen. Ihr werdet schnell merken, dass ein großer Spalt zwischen Spiegelrahmen und Gehäuse entsteht. Zieht das Gehäuse leicht in eure Richtung.

Wichtig ist es, den Spiegel nicht einfach stur zu ziehen, sondern von der Unterkante her, leicht nach oben abzuwinkeln und ihn so aus dem Rahmen zu lösen. Da die Rastnasen in einer art Langloch-Schiene sitzen, merkt ihr aber schnell, das durch sanftes Wackeln und nach oben Abziehen, das Werk getan ist. Mag es aus Vorsicht beim ersten Gehäuse vielleicht eine Minute dauern, ist es beim zweiten Gehäuse schon ein Kinderspiel. Wenn ihr einmal wisst, wie es geht, gibt es nichts leichteres.

Auf Bild 2 und Bild 3 seht ihr den Innenaufbau des Spiegels. Mein Finger zeigt auf die großen Rastnasen, die auf der Spiegelgehäuse-Innenseite einrasten, zudem sind rings herum um den Rahmen kleine Öffnungen, mit einem kleinen eingefrästen Kanal davor, um die Nasen richtig einzuschieben, was beim Einsetzen dann wichtig ist. Zudem erkennt ihr die Kabel für die elektrische Verstellung und Heizung. Teilweise kann es vorkommen (bei mir war alles top), dass diese schlecht oder nur sporadisch isoliert sind, wenn das Gehäuse schon mal unten ist, rate ich zu Schrumpfschlauch oder gutem Isolierband, denn etwas Feuchtigkeit kommt trotzdem durch. Die Spiegel sind nicht hermetisch abgeschlossen.

Ich musste zwei Tage ohne Spiegelkappen fahren, da ich das Auto jeden Tag nutze. Wie ihr auf Bild 4 sehen könnt, habe ich die Spiegel daher abgedichtet. Am schönen Hartz 4 Look mit Panzertape-Note, lag es nicht! ;) Das empfiehlt sich dringend. Speziell auf der Beifahrerseite, sitzt zudem der Temperaturgeber für die Außentemperatur im Spiegel. Der kleine Knubbel an der Unterseite des Spiegels, ist keine Selbstzerstörung, sondern sagt eurem Tipo wie kalt/warm es draußen ist. Dieser ist extrem empfindlich gegen Nässe und Feuchtigkeit, die gern ins Gehäuse dringt. Es gab auch Fälle, wo eben dieser Sensor mehrere Male kaputt ging und man meinte, es läge eventuell ein Kabelbruch vor. Die Erfahrung zeigte aber, es handelte sich um eine undichte Spiegekappe und der Fahrtwind drückte die Feuchtigkeit hinein.

Bild 5, 6 und 7 zeigen euch die Kappen selbst, wie sie aufgebaut sind und welche Rastnasen ihr wo zu finden habt. Speziell die Nase, auf die ich mit dem Finger zeige, ist sehr empfindlich, teilweise sieht diese schon bei der ersten Demontage aus als, wäre sie mehrmals verwendet worden, es sind also schon leichte Spuren an der Nase zu sehen. Oft ist diese auch etwas verbogen/verzogen. In dem Fall empfiehlt es sich diese, mit einem Fön etwas auf Temperatur zu bringen und zu richten. Auf keinen Fall einfach drücken, denn in 9 von 10 Fällen, quittiert diese mit einem leisen Knack den Dienst. Zwar ist das kein Beinbruch, denn die Kappe sitzt trotzdem auf dem Gehäuse, aber eben nicht mehr zu 100% straff,was bei Waschanlagenbesuchen kritisch sein kann und oftmals für einen kleinen, unschönen Spalt zwischen Gehäuse und Spiegel selbst sorgt. Der Perfektionist in mir, schüttelt da energisch den Kopf! :)

Montage

Auch vor der Montage müsst ihr keine Angst Angst haben, dass ist kein Hexenwerk. Ihr solltet freilich kein geduldloser Grobmotoriker sein der gerne den Hamster würgt,sondern euch einfach die Zeit nehmen! Einfach drauf stecken und mit Gewalt drücken, wird das Leben eurer Spiegelkappe erheblich verkürzen....oder sollte ich sagen drastisch beenden? Mit Gewalt endet der Spiegel wie ein Piranha in der Wurstfabrik :D

Eigentlich müsst ihr nur alle Bewegungen und Ausrichtungen von der Demontage in umgekehrter Reihenfolge durchführen. Was aber etwas tricky ist, denn mit zu wenig Druck, rutschen die Nasen gern weg und mit zuviel, brechen euch die Dinger. Stellt euch wieder vor den Spiegel, setzt diesmal von der rechten Seite an und versucht das Gehäuse von der Oberkante einzuschieben, aber nicht bis zum Anschlag, lasst euch genug Platz zum Rand des Spiegels. Jetzt gilt es den Spiegel an der Unterkante einzufädeln, dort müssen die Nasen erst in ihre Führungen eingeführt werden, um sie mit einem leichten Schub nach rechts einrasten zu lassen.

Zum Schluss sollte die letzte Nase, die sich auf der linken Innenseite befindet, mit leichtem Druck einschnappen lassen. Schiebt dann den Spiegel leicht nach vorn, also drückt das Gehäuse weg von eurem Körper. Lasst euch aber wie gesagt bitte Zeit, wenn auch nur eine Nase nicht richtig sitzt, verwendet keine Gewalt oder werdet ungeduldig. Merkt ihr einen Widerstand, lieber nochmal alles von vorn. Beim letzten Bild seht ihr dann, wie es sein sollte! ;)

Ist doch ein schönes Gefühl, wenn man selbst einmal etwas an seinem Tipo gemacht hat und nun weiß wie es geht, dass nimmt etwas den Schrecken und man ist nicht mehr so Abhängig vom guten Willen der Werkstätten. Ich hoffe die Anleitung und die Bilder haben euch geholfen, für Fragen meldet euch einfach.

 

Liebe Grüße

Old

 

Bild 1
Bild 2
Bild 3
+5
1 Antworten

Hier kann ich Martins Ausführungen nur bestätigen.

Ich bin Grobmotoriker mit zwei linken Händen, deshalb fuhr ich in die Werkstatt, um die Kappen wechseln zu lassen.:)

Und ja, ich gehöre zu den Leuten, denen der Mechaniker sagte, ihm sei schon ein paar Mal Nasen abgebrochen...

Warum wechseln? Tja, ich habe mit bei Fiat 1 Paar Kappen bestellt (grundiert - kann sofort lackiert werden). Der Spaß kostete komplett keine 50€ incl. MwSt. Meine weiß lackierten Kappen habe ich im Netz für 70€ verkauft...:p;)

Mit den neuen bin ich zum Lackierer - ich, bzw. meine Frau wollte unbedingt das helle Grün vom neuen 500Abarth. Das nennt sich AdrenalinGrün. Hier habe ich nochmals 50€ bezahlt (2xLack und 2xKlarlack), da ich keine Möglichkeit habe, das Zuhause selbst zu machen (Laternenparker).

Ich rief meinen FCA-Dealer an, und fragte ihn, was es kosten würde die Kappen zu wechseln. Da sagte mir mein Stamm-Verkäufer: "Nix - ist ein Geschenk der Werkstatt...!"

Und wielange dauerte das wechseln? Insgesamt keine 10min..., also laßt euch nicht mit 50€ oder mehr abspeisen:cool:

Mfg

Andi

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