Hellbrauner Ölfilm

Mercedes C-Klasse S204

Guten Abend zusammen,

Ich habe bei einem routinemäßigen Ölstand-Check gesehen dass ein hellbrauner Film an einigen Stellen des Messstabs zu erkennen ist.
Mir ist das bisher nicht aufgefallen. Der Öldeckel, der obere Bereich des Stabes sowie der Kühlwasserbehälter sieht unauffällig aus - wie immer.

Motor ist der om651, sonst unauffällig und regelmäßig gewartet. Laufleistung ca. 150k und Ölwechsel vor ca. 7000km

Kann es sein dass es an dem Wetter momentan liegt? Der Wagen wird aktuell meistens nur morgens und abends für ca. 30km bewegt (davon 20km Autobahn mit ca. 120kmh).
Hat jemand ähnliche Erfahrungen/Probleme?

Vorab schon einmal vielen Dank für eure Hilfe

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23 Antworten

Eigentlich wird dee OM651 ja relativ schnell warm. Bei meinem alten Volvo sah es ähnlich aus, als die KGE zu war.

Das sieht nach Wasser im Öl aus, entweder wird die öltemperatur nicht hoch genug damit das Wasser verdampft, oder es mischt sich Kühlwasser mit rein.

Wenn im Kühlwasserbehälter ausreichend Wasser ist, würde ich auf die Autobahn fahren und die Kiste mal heiß prügeln und schauen ob der Öldstab immer noch so ausschaut.

riech mal dran, wenn es nach Diesel stinkt, ist das eine Verdünnung mit Diesel, kommt leider manchmal vor.

Würde den auch locker warm fahren und dann mal richtig Kette geben. 120 Km/h sind ja nun auch nicht super fordernd für den Motor und dann checken wie es aussieht. Wie sieht´s denn mit den Temperaturen aus? Wird der normal warm?

Habe an meinem 651er regelmäßig den Stab gezogen, das sah nie so aus. Der Deckel auf dem Bild ist wie du sagst unauffällig.

Zunächst einmal vielen Dank an euch alle für die Antworten 🙂🙂🙂

Zitat:

Eigentlich wird dee OM651 ja relativ schnell warm. Bei meinem alten Volvo sah es ähnlich aus, als die KGE zu war.

Also meiner erreicht bei den aktuellen Temperaturen um die 0°C (morgens) erst nach ca. 15km seine Betriebstemperatur von ca. 90°C (Kühlwassertemperatur)
Äußert sich denn ein Defekt an der KGE noch anderweitig? Eigentlich müsste doch der Motorlauf durch den Druckanstieg unruhig werden oder? Der Motor läuft mMn sehr sauber.

Zitat:

Das sieht nach Wasser im Öl aus, entweder wird die öltemperatur nicht hoch genug damit das Wasser verdampft, oder es mischt sich Kühlwasser mit rein.

Wenn im Kühlwasserbehälter ausreichend Wasser ist, würde ich auf die Autobahn fahren und die Kiste mal heiß prügeln und schauen ob der Öldstab immer noch so ausschaut.

Der Füllstand im Kühlwasserbehälter ist optimal, das Kühlwasser ist auch nicht ölig (Ich erkenne jedenfalls keine Schlieren oder keinen Ölschlamm). Eine längere Autobahnfahrt werde ich mal ausprobieren.

Zitat:

riech mal dran, wenn es nach Diesel stinkt, ist das eine Verdünnung mit Diesel, kommt leider manchmal vor.

Mein om651 hat auf jeden Fall eine zyklische Ölverdünnung. Der DPF startet alle ~1000km die Regeneration und durch die damit verbundene Ölverdünnung steigt mein Ölstand merklich an. Nach ca. 100km Fahrt ist der Großteil des Dieselkraftstoffes dann wieder verdampft und der Ölstand nähert sich wieder dem Ausgangsstand.

Mir ist allerdings neu dass der Diesel eine solche Verfärbung verursachen kann. Woher glaubst du kann das kommen?
Bei mir wird sieht das Öl nach der Regeneration einfach etwas dünner aus. Woher glaubst du kann das kommen?

Zitat:

Würde den auch locker warm fahren und dann mal richtig Kette geben. 120 Km/h sind ja nun auch nicht super fordernd für den Motor und dann checken wie es aussieht. Wie sieht´s denn mit den Temperaturen aus? Wird der normal warm?

 

Habe an meinem 651er regelmäßig den Stab gezogen, das sah nie so aus. Der Deckel auf dem Bild ist wie du sagst unauffällig.

Meiner sah bisher auch immer unaufällig aus und habe schon etliche Male nach dem Öl geschaut, allerdings nie im Winter - deshalb fehlt mir leider die Referenz.
Der Motor wird aber normal warm (90°C Kühlwassertemperatur).

Ich habe noch ein bischen nachgeforscht und der "Schlonz" scheint im oberen Bereich des Messrohres zu entstehen (oder sich abzulagern). Wenn ich den Ölstab bis zum ersten Widerstand einführe (ca. 25cm) und etwas bewege, ist auch eine hellbraune Färbung, aber kein Öl zu erkennen.

(Der Bilder-Upload funktioniert momentan nicht, das Foto lade ich später hoch 😕)

solange liegt das Bild unter: https://ibb.co/64sryNy

Moin,
das sieht in der Tat so aus, als wenn sich Kondenswasser vermischt mit Öl im Rohr vom Ömessstab befinden.
Versuch mal das Rohr zu säubern (aber nichts reinfallen lassen). Oder mit einer Kamera mal nachsehen.

Gruß

Am besten ist du machst gar nichts. Das ist völlig normal wenn der Motor nicht vollständig durchgewärmt ist. Diese Ablagerungen kann man auch am Einfüllstutzen sehen, wenn der Motor nicht ganz warmgefahren wurde. Da muß man nichts reinigen. Bei der nächsten längeren Fahrt ist das wieder verschwunden. Das ist Öldampf und Schwitzwasser gemischt. Das löst sich alles auf.

Zitat:

@astra1816 schrieb am 21. Jan. 2021 um 16:46:22 Uhr:


Moin,
das sieht in der Tat so aus, als wenn sich Kondenswasser vermischt mit Öl im Rohr vom Ömessstab befinden.
Versuch mal das Rohr zu säubern (aber nichts reinfallen lassen). Oder mit einer Kamera mal nachsehen.

Gruß

Super erkannt! Ferndiagnose. Einwandfrei

Ich habe vorhin Mal eine ca. 80km Autobahnfahrt absolviert. Verbessert hat sich leider nichts.

@CGIDRIVER hast du sowas schon bei einem om651 gehabt?

Bei einem Diesel nicht. War aber bei allen meinen Benzinern auch so. Bei meinem jetzigen cgi ist das besonders ausgeprägt. Die Motoren heutzutage sind so effizient ausgelegt, auf einem so hohen Wirkungsgrad, das da nicht mehr viel Energie in Wärme umgesetzt wird. Es dauert eben recht lang bis der Motor seine Temperatur erreicht. Der Schmodder am Peilstab ist völlig Wurst. Entscheidend ist wie schauts im Öleinfüllstutzen aus? Wenn da alles sauber ist, ist alles OK. Das obere Ende des Peilstabrohrs steht oben am Motorenraum, also immer im Fahrtwind. Da operiert die Temp. im Winter immer am Taupunkt. Das heißt der Öldampf und das Schwitzwasser vermischen sich und es entsteht diese Paste. Warte mal den Sommer ab, dann schaust du mal nach der Urlaubsfahrt, und alles ist sauber.

Also, wie gesagt. Ich hatte sowas schon mal und da gab es ein Problem, bzw. eine Ursache, die zu einem großen Problem hätte werden können (wenn auch bei einem völlig anderen Motor). Bei meinem OM651 hab ich sowas noch nicht gesehen (ok, ich schau auch nicht so oft nach und fahre meist 300km am Stück).
Du hast Recht, die Motoren sind stark auf Effizienz ausgelegt - dazu gehört aber auch die Betriebstemperatur möglichst schnell zu erreichen. Nach 80km läuft dieser Motor schon lange im ordentlich warmen Bereich.

Ich will jetzt auch nicht den Teufel an die Wand malen, aber auf die leichte Schulter nehmen, würde ich das nur, wenn hier mehrere OM651-Fahrende sagen, das sie das kennen.

Auf die leichte Schulter nehmen will ich das ja nicht, darum suche ich ja auch nach der Ursache.

Ich finde die Argumentation von @CGIDRIVER aber schlüssig. Ich glaube dass der Schleim im mittleren Bereich des Messstabs sitzt und dazu passen die Vermutungen gut. Wie Ihr auf meinen Bildern sehen könnt, klebt der Schleim nur am unteren Ende des Peilstabes, also da wo die Kontaktflächen zwischen Peilstab und Führungsrohr sind. Die Kontaktflächen an meinem Peilstab sind im übrigen ziemlich angeraut, meint Ihr es könnte sein dass sich deshalb die schleimigen Ablagerungen besonders gut auf den Stab setzen?

Im schlechtesten Fall ist es eine defekte ZKD oder ein defekter Ölkühler denke ich. Weitere Kontaktbereiche zwischen Wasser und Motoröl gibt es ja eigentlich nicht.
Da allerdings bisher keine weiteren, dazu passende Symptome (Geruch, Flüssigkeitsvermehrung in die eine oder andere Richtung) auftreten, schließe ich dass erstmal aus. Der Ölfilm im Ventildeckel und die Rückstände im Öldeckel sehen ja auch aus wie im Lehrbuch.
Was ich noch prüfen könnte, wäre ob die Kurbelgehäuseentlüftung funktionierr, um sicherzugehen dass die Feuchtigkeit auch aus dem Öl verdampfen kann, wenn der Motor warm ist.
Hat jemand einen Tipp wie ich das prüfen kann?

Ich werde außerdem versuchen Mal einen halben Liter über den Messstabs aus der Ölwanne zu ziehen und schaue mir das Öl dann Mal an.
Ansonsten sehe ich momentan eigentlich nur abwarten Und regelmäßig kontrollieren.

Was mich noch immer wundert, ist dass ich das Thema lange im Internet recherchiert habe und es kaum bzw. Keine vergleichbaren Probleme zu geben scheint.

Zitat:

@CGIDRIVER schrieb am 21. Januar 2021 um 19:58:43 Uhr:


Die Motoren heutzutage sind so effizient ausgelegt, auf einem so hohen Wirkungsgrad, das da nicht mehr viel Energie in Wärme umgesetzt wird. Es dauert eben recht lang bis der Motor seine Temperatur erreicht.

Rein informativ frage ich dich ob du das belegen kannst. Ich habe keine Ahnung würde aber behaupten dass die Hersteller alles dafür tun, dass der Motor schnellstmöglich auf die richtige Betriebstemperatur kommt, um effizient zu verbrennen und den Verbrauch zu senken . Heutzutage ist es durch moderne Steuerungsmethoden sicher einfacher als früher.
Vg

Zitat:

@chip75 schrieb am 22. Januar 2021 um 10:19:44 Uhr:



Zitat:

@CGIDRIVER schrieb am 21. Januar 2021 um 19:58:43 Uhr:


Die Motoren heutzutage sind so effizient ausgelegt, auf einem so hohen Wirkungsgrad, das da nicht mehr viel Energie in Wärme umgesetzt wird. Es dauert eben recht lang bis der Motor seine Temperatur erreicht.

Rein informativ frage ich dich ob du das belegen kannst. Ich habe keine Ahnung würde aber behaupten dass die Hersteller alles dafür tun, dass der Motor schnellstmöglich auf die richtige Betriebstemperatur kommt, um effizient zu verbrennen und den Verbrauch zu senken . Heutzutage ist es durch moderne Steuerungsmethoden sicher einfacher als früher.
Vg

Der ideale thermische Wirkungsgrad des Diesel-Kreisprozesses liegt bei ~70%, der reale Wirkungsgrad bei ~ 40%

Viele Grüße 🙂

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