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Geländereifen auf Straßenmotorrad?

Themenstarteram 7. Januar 2020 um 22:59

Fahr eine alte 750ger Moto Guzzi Breva und bin letztens ausgefahren und auf einen Feldweg. Mit gestreckten Beinen. Weil ich mich ansonsten in den Graben begeben hätte.

Ich bräuchte eh neue Reifen, und hab mir überlegt, ob ich Geländereifen draumachen soll, so wie Scrambler. Also nicht krasse Stollen, sondern so Trail-/ Rally-, Leicht-Offroad. Wie immer die auch heißen. 110/70 und hinten 130/80 übrigens.

Meine Fragen:

Macht das bei einem Straßenmotorrad (oder z.Bsp. einer 750ger Breva) Sinn? Was gibt’s da im Jahr 2020 für Reifen? Wird das damit dann auf normalen Straßen mit ihren Kurven unangenehm? Ist der damit Verschleiß wesentlich höher? Holpert oder bremst das schlecht?

(Bitte nicht falsch verstehen, ich will mir keinen Café-Scrambler hinstellen, und auch nicht Off-Road fahren, und auch keine gutgemeinten Tipps, auf welches Modell ich umsteigen soll. Ich fahre nunmal die Guzzi, die behalt ich auch. Ich will mein Alltagsmotorrad einfach noch ein bisschen alltagstauglicher machen. Und da ich in der oberbayerischen Provinz wohne, heißt Alltag hier gelegentlich „nicht-befestigte-Wege“. Schneller als 140 fahren tu ich übrigens eh nie, auch nicht auf der Autobahn, weil mehr geht mit dieser Guzzi auch nicht).

Vielen Dank für euer Feedback ...

Beste Antwort im Thema

Das habe ich wohl gesehen.

Mir liegt es grundsätzlich fern, etwas zu wiederholen, das andere bereits genannt haben. So habe ich mir überlegt, noch was dazu zu schreiben.

Aber der TE hat nach praktischen Erfahrungen gefragt und darüber hatte ich hier nichts gelesen. Ich aber fahre bereits den dritten Satz STR auf verschiedenen Enduros.

Den ersten Satz Pirelli Scorpion STR habe ich in der Toscana und in Slowenien auf der F800GS gefahren.

Ich habe ihn gekauft, weil es der einzige Reifen mit grobem Profil ist, der bis 240 km/h zugelassen ist, das erfordern meine beiden großen BMW-Enduros. (V-Reifen)

Damit bin ich in der Toscana über die Schotterpisten der Marmorbrüche Carraras gerumpelt und durch riesige Matschlöcher auf irgendwelchen Waldpisten geschlingert. Besonders hat mich dieser Reifen als Grobprofiler (ein Grobstoller ist ganz was anderes) aber auf trockener, vor allem aber nasser (Asphalt-)Fahrbahn überzeugt.

Selbst auf dem mit zahllosen Bitumenflicken gespickten Wurzenpass gab es keinerlei Unruhe mit der 800GS, trotz strömenden Regens.

Gleichzeitig erlaubte der pneu auf trockener Straße Schräglagen, die die des K60 scout klar in den Schatten stellen, den ich vorher auf der F800 hatte, der aber vom Geschwindigkeitsindex her nicht mehr zulässig ist (M+S - Regelung weggefallen).

Aufgrund dieser guten Erfahrungen habe ich nach rund 8000 km wieder einen Satz STR auf die F800GS montiert, die mich auch 2019 im Friaul selbst durch ein Schneefeld nicht enttäuscht haben.

Aus diesem Grund habe ich auch meine stärkste Enduro, das ist eine R1200GS, mit dem STR bestückt und bin damit in 9 Tagen 4081 km gefahren. Über Autobahnen, durch die französischen Cevennen, auf abenteuerlichsten Pisten durch die Vulkane der Garrotxa, die Halbwüste der Bardenas Reales mit ihren Schotterpisten und über die entlegensten Schmugglerpfade der Hautes Pyrenées.

Die Reise war so aufregend und spannend, dass ich darüber sogar ein Buch geschrieben habe.

Völlig unaufgeregt hingegen verrichteten die STR ihren Dienst in allen Lagen und auf allen Untergründen.

Nach nun etwa 4500 km haben sie noch die Hälfte des ursprünglichen Profils, was aber nicht heißt, dass die nochmal 4500 halten. 2000 vielleicht, mit etwas ruhigerer Gashand. Dann kommt wieder ein STR drauf.

Das ist mein Beitrag zu dem Thema und damit lass ich es auch bewenden. Alle anderen Enduroreifen die ich auf meinen verschiedenen Fahrzeugen montiert habe (Mitas E09 auf F650GS Dakar, Michelin Anakee Wild auf DR 800S oder Heidenau K60 scout auf NX 650) kann ich getrost weglassen, denn die gibt es nicht als 17" Vorderrad.

Das sei aber auch noch erwähnt: Meine Praxis bezieht sich auf F800GS (90/90-21" Vorderrad, 150/70-17" hinten) und die R1200GS (110/80-19/150/70-17)

Mit einem 17" Vorderrad kann die Charakteristik anders sein.

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Metzeler Tourance, nicht Next Tourance der ist schon zu sehr Straße.

Den normalen hatte ich auf einer GS. Für Gelegentlich Schotter oder trockenes Gelände geht das.

Themenstarteram 7. Januar 2020 um 23:14

Danke für die schnelle Antwort, aber Computer says no.

Find ich nicht für vorne als 110/70.

Pirelli Scorpion Trail

Conti Trail Attac

"110/70 und hinten 130/80" - und wie viel Zoll?

Ich suche mal kurz selbst. ;) 17 vorne, 17 hinten (sagt das Internet).

https://www.reifen-pneus-online.de/.../110-70-r17-tl-54-h.html

https://www.reifen-pneus-online.de/.../130-80-r17-tl-65-v.html

So sieht er dann in groß aus: https://www.pirelli.com/.../scorpion-rally-str

Grüße, Martin

Themenstarteram 7. Januar 2020 um 23:57

Gaskutscher, jep, 17 Zoll. Der STR passt zumindest schon mal auf meine beiden Reifen (die vorherigen leider nicht aufs Vorderrad, trotzdem danke). Den STR hab ich auch schon mal gegoogelt, Testberichte und -videos, die ich gelesen resp. gesehen habe, bezogen sich schwerpunktmäßig allerdings auf Off-Road. Hat jemand z.Bsp. den STR auf Straße? Wie ist der da?

Zitat:

@schlurchi schrieb am 7. Januar 2020 um 22:59:32 Uhr:

 

Meine Fragen:

Macht das bei einem Straßenmotorrad (oder z.Bsp. einer 750ger Breva) Sinn? Was gibt’s da im Jahr 2020 für Reifen? Wird das damit dann auf normalen Straßen mit ihren Kurven unangenehm? Ist der damit Verschleiß wesentlich höher? Holpert oder bremst das schlecht?

Zunächst mal mußt Du das mit dem TüV absprechen, was Du da draufziehen darfst und was die Dir eintragen. Damit dürfte der eine oder andere der vorgeschlagenen Reifen schon mal draußen sein. Ansonsten hat ein Geländereifen durchaus seine Nachteile - sonst hätte die ja jeder drauf. Zum Beispiel kann man mit denen nicht so schnell fahren wie mit Renn-Reifen. Den TüV interessiert in dem Zusammenhang übrigens nicht, wie schnell Du fährst, sondern wie schnell das Motorrad ist.

Außerdem glaube ich, würdest Du von der Wirkung enttäuscht sein. Du hast auf unbefestigten Wegen zwar mehr Traktion, aber rutschig bleibt die Geschichte, und die Guzzi wird nur durch andere Reifen noch lange nicht zur Enduro. Aber normale unbefestigte Wege kann man mit allen Bikes fahren, das ist vorwiegend Kopf- und Übungssache. Die ausgestreckten Beine in Deinem Text bringen zum Beispiel gar nichts - es sei denn, Du fällst, dann brechen sie besser.... Und wegen denen bist Du nicht auf der Straße geblieben.

Mit anderen Worten: Enduroreifen bedeuten teure Einzelabnahme beim TüV, schlechteres Fahrverhalten auf der Straße und nur sehr bedingt besseres auf unbefestigten Wegen. Ich würde es nicht tun.

Softail hat schon das Wesentliche geschrieben.

Ansonsten haben auch Grobstoller erstaunliche Fahreigeschaften auf der Strasse, die selbst extreme Schräglagen ermöglichen und für die meisten Fahrer ausreichend sein dürften. Nur sind sie im Fahrkomfort schlechter.

Aber natürlich, reine Strassenreifen sind ganz klar auf der Strasse besser. Zum Beispiel wenn es um den Bremsweg geht. Das kann sehr wichtig sein.

Pirelli MT 60 RS

Den fand ich auf der Ducati Scrambler Icon ganz gut. Auf Asphalt kein Unterschied zu einem reinen Strassenreifen, offroad mit etwas mehr Grip als ein reiner Strassenreifen.

Da weiß ich den perfekten Reifen für Deine Anfrage:

Der Pirelli Scorpion Rallye STR begeistert. Den habe ich auf der R1200GS und der F800GS (bereits den 2. Satz) montiert, der ist sowohl im Dreck, auf Schotter, als auch auf trockenem und nassem Asphalt richtig gut.

Für mich der perfekte Allrounder für Mischbetrieb Straße/Piste.

Das ist auch einer der ganz wenigen Enduroreifen, den es als Vorderreifen mit Kennung "H" in 110/70/17 gibt. Auch als 130/80-17 V erhältlich.

Bild: R1200GS mit Rallye STR in den Bardenas Reales

 

Bmwr

Zitat:

@moppedsammler schrieb am 8. Januar 2020 um 09:16:54 Uhr:

Da weiß ich den perfekten Reifen für Deine Anfrage:

Der Pirelli Scorpion Rallye STR [...]

https://www.motor-talk.de/.../...uf-strassenmotorrad-t6774027.html?... ;)

Grüße, Martin

Das habe ich wohl gesehen.

Mir liegt es grundsätzlich fern, etwas zu wiederholen, das andere bereits genannt haben. So habe ich mir überlegt, noch was dazu zu schreiben.

Aber der TE hat nach praktischen Erfahrungen gefragt und darüber hatte ich hier nichts gelesen. Ich aber fahre bereits den dritten Satz STR auf verschiedenen Enduros.

Den ersten Satz Pirelli Scorpion STR habe ich in der Toscana und in Slowenien auf der F800GS gefahren.

Ich habe ihn gekauft, weil es der einzige Reifen mit grobem Profil ist, der bis 240 km/h zugelassen ist, das erfordern meine beiden großen BMW-Enduros. (V-Reifen)

Damit bin ich in der Toscana über die Schotterpisten der Marmorbrüche Carraras gerumpelt und durch riesige Matschlöcher auf irgendwelchen Waldpisten geschlingert. Besonders hat mich dieser Reifen als Grobprofiler (ein Grobstoller ist ganz was anderes) aber auf trockener, vor allem aber nasser (Asphalt-)Fahrbahn überzeugt.

Selbst auf dem mit zahllosen Bitumenflicken gespickten Wurzenpass gab es keinerlei Unruhe mit der 800GS, trotz strömenden Regens.

Gleichzeitig erlaubte der pneu auf trockener Straße Schräglagen, die die des K60 scout klar in den Schatten stellen, den ich vorher auf der F800 hatte, der aber vom Geschwindigkeitsindex her nicht mehr zulässig ist (M+S - Regelung weggefallen).

Aufgrund dieser guten Erfahrungen habe ich nach rund 8000 km wieder einen Satz STR auf die F800GS montiert, die mich auch 2019 im Friaul selbst durch ein Schneefeld nicht enttäuscht haben.

Aus diesem Grund habe ich auch meine stärkste Enduro, das ist eine R1200GS, mit dem STR bestückt und bin damit in 9 Tagen 4081 km gefahren. Über Autobahnen, durch die französischen Cevennen, auf abenteuerlichsten Pisten durch die Vulkane der Garrotxa, die Halbwüste der Bardenas Reales mit ihren Schotterpisten und über die entlegensten Schmugglerpfade der Hautes Pyrenées.

Die Reise war so aufregend und spannend, dass ich darüber sogar ein Buch geschrieben habe.

Völlig unaufgeregt hingegen verrichteten die STR ihren Dienst in allen Lagen und auf allen Untergründen.

Nach nun etwa 4500 km haben sie noch die Hälfte des ursprünglichen Profils, was aber nicht heißt, dass die nochmal 4500 halten. 2000 vielleicht, mit etwas ruhigerer Gashand. Dann kommt wieder ein STR drauf.

Das ist mein Beitrag zu dem Thema und damit lass ich es auch bewenden. Alle anderen Enduroreifen die ich auf meinen verschiedenen Fahrzeugen montiert habe (Mitas E09 auf F650GS Dakar, Michelin Anakee Wild auf DR 800S oder Heidenau K60 scout auf NX 650) kann ich getrost weglassen, denn die gibt es nicht als 17" Vorderrad.

Das sei aber auch noch erwähnt: Meine Praxis bezieht sich auf F800GS (90/90-21" Vorderrad, 150/70-17" hinten) und die R1200GS (110/80-19/150/70-17)

Mit einem 17" Vorderrad kann die Charakteristik anders sein.

*daumenhoch*

Die Auswahl an "gleichen" Pneu mit 17 vorne und hinten UND Enduro ist wohl so gering -> man landet zwangsläufig beim Scorpion STR.

Wenn die Breva keine Reifenfabrikatsbindung hat könnte man auch mischen (wie es ohnehin alle in Europa tun - außer Deutschland). Aber ob das Fahrverhalten dadurch besser wird bleibt offen.

Grüße, Martin

Mit dem STR in Action in den Bardenas Reales:

https://www.youtube.com/watch?v=5SKVNNBpSEM

Mit den Scorpion Trail oder dem Conti Trail attack ist das so eine Sache. Das Wort "Trail" was soviel wie Pfad, Trampelpfad oder schmaler (unbefestiger) Weg (single-trail) bedeutet, ist hier irreführend.

Die werden zwar als für Enduros geeignet propagiert (daher auch in 19" und 21" erhältlich) aber eben für Enduros, die nur auf der Straße gefahren werden, das sind mindestens 90%, wenn man die Sportenduros ausnimmt.

Zum Kurvenräubern auf der Straße mit Enduros ist der trail attack genial, aber der erste Versuch, mit dem (auf NX650) auch nur eine feuchte Wiese zu passieren, wurde zu einer abenteuerlichen Schlingerpartie.

Diese Reifen sind für unbefestigte Wege nicht geeignet, es sei denn diese sind eben und trocken. Der Metzeler Tourance hat ein etwas gröberes Profil, aber mit "Gelände" auch nichts am Hut.

Das ist halt immer eine Frage des Untergrundes und seiner Beschaffenheit. Es gibt Leute, die fahren mit der Goldwing oder einer Vespa auf den Colle Sommeiller. Wenn es trocken ist und keine Schneefelder im Weg sind, geht das mit großer Anstrengung. Sobald aber der Untergrund soweit weich ist, dass sich die Profilrillen der Reifen nicht mehr selbst reinigen ist Ende. Das schafft der STR gerade noch so.

Trail Attack, Scorpion Trail, aber auch Tourance/Tourance Next setzen sich da sofort zu.

Stimmt, der Next ist sogar total untauglich, hab den grad auf meiner GS. Da würd ich keinen Millimeter mit ins Gelände gehen. Straße geil aber Gelände Müll.

Den STR werde ich mal genauer ansehen.

Wenn du sagst das der auch Straße sehr gut kann. Das ist mir wichtig.

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