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Gefährliche Situation - ohne es zu merken?

Themenstarteram 3. Januar 2018 um 0:40

Manchmal komme sogar ich ins Grübeln. Nein, sogar öfter, man soll ja nix als gegeben hinnehmen und sich nicht für perfekt halten. Aber ein Erlebnis vom Sonnabend würde ich gern hier darlegen und die Meinung der geschätzten Foristen hören.

Ich bitte nur darum, dass die Kommentatoren sich den Text vollständig und gründlich durchlesen, ich hoffe, ich habe die Situation gut genug beschrieben. Wenn nicht, fragt nach.

Also: Kreuz Stuttgart am Sonnabend gegen 20:30 Uhr, ich komme von Norden (Dreieck Leonberg) und biege rechts auf die A81 ab. Zweispurige Abbiegefahrbahn, auf 100 begrenzt, aber enge Kurve und Fahrbahn feucht. Im Bogen rollt es rechts mit ca. 70, links mit 80 km/h, relativ wenige Fahrzeuge mit gut Platz dazwischen. Ich bin erst rechts, ordne mich gegen Ende des Bogens links ein, beschleunige auf 100 und überhole dabei noch ein Fahrzeug. Vor diesem ist die rechte Spur dann leer (denn sie endet sowieso demnächst). Ich selber laufe nun auf einen Camper auf, der ca. 90 fährt. Ich weiß, dass unsere Spur der Abbiegefahrbahn weitergeht, da die A81 bis Sindelfingen-Ost dreispurig läuft, und der Camper weiterfahren kann. Links neben mir kommen die zwei Hauptfahrbahnen ran, bequeme Lücke ist da, ich setze Blinker links und beginne mit dem Spurwechsel unmittelbar nach Ende der duchgezogenen Linie. Der Camper ist jetzt relativ dicht vor mir.

Im selben Augenblick werde ich rechts(!) überholt - oder viel mehr fast, denn das Fahrzeug (BMW X5 mit Böblinger Kennzeichen) bremst auf meiner Höhe scharf, ordnet sich sehr knapp hinter mir ein und gibt Dauerlichthupe. Ca. 50 m weiter ist die rechte Spur zu Ende (meiner Erinnerung nach sogar mit Betonwand ...). Ich überhole nun den Camper und weitere Fahrzeuge, der X5 klebt bis Si-Ost (wo er abfährt) hinter mir, inklusive Lichthupe und 3-5 m Abstand.

Das Merkwürdige: Der X5 war nicht das Fahrzeug, das ich im Abbiegebogen zuletzt überholt hatte. Er war auch auf der linken Fahrbahn des Bogens nicht hinter mir. Was da vorher passiert ist, kann ich nur mutmaßen:

An dieser Stelle (siehe https://www.google.de/maps/@48.7227603,9.0617211,375m/data=!3m1!1e3, die Fahrtrichtung ist von oben nach links unten) müssen sich alle Abbiegenden links einordnen, da wie gesagt die rechte Fahrbahn des Abbiegebogens endet. Die meisten tun das schon frühzeitig. Damit hat man rechts für ein paar hundert Meter freie Bahn - was der X5 wohl für sich ausnutzen wollte, um noch ein paar Fahrzeuge zu überholen. Und dann wurde der Platz knapp ...

Nun gut, solche Aktionen sind falsch und gefährlich, aber darum geht's mir nicht.

Was mich ins Grübeln bringt, ist die Frage: Aus Sicht des BMW-Fahrers muss ich etwas falsch gemacht haben, er hat sich offenbar geärgert. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, was. Noch mal, während des ganzen Vorgangs bin ich konstant 100 km/h gefahren und habe die Spur nach links(!) gewechselt.

Nicht falsch verstehen - hätte ich das Manöver des X5 vorher wahrgenommen, hätte ich ihn garantiert nicht daran gehindert, mich zu überholen und zwischen mir und dem Camper einzuscheren. Dazu hätte ich wenn nötig gebremst - kein Mensch, der bei Verstand ist, lässt einen anderen vorsätzlich mit einer Mauer kollidieren. Nur hab ich mich vor und während des Spurwechsels nach vorn und nach links konzentriert und nicht nach rechts hinten. Wie gesagt, der X5 tauchte völlig überraschend rechts neben mir auf.

Bitte jetzt keine Klischees über BMW-Fahrer bringen. Mir geht es nur um die Frage: Hätte ich an der Stelle anders reagieren können/müssen, oder bin ich einfach nur - tja, einem Verkehrsidioten begegnet?

Beste Antwort im Thema

Zitat:

@Erwachsener schrieb am 03. Jan. 2018 um 00:40:47 Uhr:

Aus Sicht des BMW-Fahrers muss ich etwas falsch gemacht haben, er hat sich offenbar geärgert.

Du existiert und warst ihm im Weg, das war Dein Fehler. Da wollte halt jemand einige Klischees hinsichtlich Fahrzeugtyp und Kennzeichen erfüllen..

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Vielleicht geht ja eins deiner Rücklichter nicht mehr oder die Nebelschlußleuchte war noch an.

Themenstarteram 3. Januar 2018 um 12:11

Das ist auszuschließen. Bei defekten Rücklichtern (der 850 hat übrigens vier) meldet sich der Lampenwächter. Und auch die eingeschaltete NSL macht sich mit einer Warnlampe im Kombiinstrument bemerkbar.

Ich weiß, dass es etliche Autofahrer gibt, die irgendwelche komischen Lampen mit unerklärlichen Symbolen im Cockpit tapfer ignorieren können. Schaffe ich nicht. :cool:

So wie Du es beschreibst, einschließlich folgender Dauerlichthupe usw., schätze ich mal auf einen Hysteriker.

In Berlin erlebe ich das häufiger (meistens als "Zeuge") und rechne dann ein paar Kreuzungen weiter mit einem Unfall.

Selbst wenn jemandem einen Fehler unterläuft, reagiere ich vielleicht einmal mit Lichthupe oder Hupe im Schrecken bzw. um einen Unfall zu vermeiden. Aber Drängeln, Dauerlichthupe... klingt nach Nötigung weil jemand vorbei wollte.

Ich glaube, dass sich so mancheiner im Verkehr abreagiert bzw. seinen Druck rauslässt.

hättest halt mal 'ne Dashcam hinten gehabt... :D

Dann hätte er ein schönes Video gehabt von der Situation. Was hätte ihm das genutzt?

Ich nehme doch mal an, dass es sich bei dem 2-spurigen Abbiegebogen nicht um 2 Beschleunigunsstreifen handelte. Somit gilt doch eh das Rechtsfahrgebot und somit hat er dich verbotener Weise auch noch rechts überholt.

Selbst wenn die rechtliche Lage so sein sollte, dass beide Fahrstreifen des Zuführbogens als Beschleunigungsstreifen gelten, dann müsste für diese beiden Fahrstreifen immer noch das Rechtsfahrgebot gelten und somit dann auch ein rechts Überholverbot. Meines Erachtens nach wird der Letzte, verbleibende Fahrstreifen dann zum Beschleunigungsfahrstreifen. Gut, kann man hier auch wieder nicht so deutlich sagen, weil der Fahrstreifen dann ja in die normale Fahrbahn überging. Aber dennoch, wenns 2 Fahrstreifen sind, dann muss die Regelung ja sein, dass auch hier das Rechtsfahrgebot gilt, ansonsten reagierte in solchen Doppelfahrstreifensituationen die pure Anarchie.

Wahrscheinlich war der BMW Fahrer der Meinung, du hast gegen das Reissverschlussverfahren (weil sein Fahrstreifen ja weg fiel) verstoßen und des Weitern hast du sein Auto und seine Motorisierung nicht ausreichend gewürdigt. :D

Zitat:

@S_C_R_A_M_B_L_E_R schrieb am 3. Januar 2018 um 12:44:52 Uhr:

Dann hätte er ein schönes Video gehabt von der Situation. Was hätte ihm das genutzt?

Die Nahaufnahme eines Kühlergrills eines X5. :)

Im Ernst:

Nix, da nichts passiert ist. Wäre was passiert, dann hätte dieses Video zur Unfallursache beitragen können.

Sollte ich jemals in die Situation kommen und der Unfallgegner hätte eine dauerhafte Videoüberwachung in seinem Fahrzeug, so würde ich gegen die Verwendung der Aufnahmen durch die Instanzen gehen. Mir geht diese Neigung zur totalen Überwachung einfach total gegen den Strich, scheinbar hat niemand mehr die Eier in der Hose um zu seinen eigenen Fehlern zu stehen und meint deshalb alle anderen in ihren Rechten beschneiden zu können, nur um in Fall der Fälle selbst nicht schlechter dazustehen. Wenn ich etwas falsch mache, dann stehe ich dazu. Besonders da Fahrzeuge versichert sind und es letztendlich nur um Geld geht.

Zitat:

@tomcat092004 schrieb am 3. Januar 2018 um 12:56:18 Uhr:

Zitat:

@S_C_R_A_M_B_L_E_R schrieb am 3. Januar 2018 um 12:44:52 Uhr:

Dann hätte er ein schönes Video gehabt von der Situation. Was hätte ihm das genutzt?

Die Nahaufnahme eines Kühlergrills eines X5. :)

Im Ernst:

Nix, da nichts passiert ist. Wäre was passiert, dann hätte dieses Video zur Unfallursache beitragen können.

Eijeijeijeijei ;)

Zitat:

@S_C_R_A_M_B_L_E_R schrieb am 3. Januar 2018 um 13:00:41 Uhr:

Sollte ich jemals in die Situation kommen und der Unfallgegner hätte eine dauerhafte Videoüberwachung in seinem Fahrzeug, so würde ich gegen die Verwendung der Aufnahmen durch die Instanzen gehen. Mir geht diese Neigung zur totalen Überwachung einfach total gegen den Strich, scheinbar hat niemand mehr die Eier in der Hose um zu seinen eigenen Fehlern zu stehen und meint deshalb alle anderen in ihren Rechten beschneiden zu können, nur um in Fall der Fälle selbst nicht schlechter dazustehen. Wenn ich etwas falsch mache, dann stehe ich dazu. Besonders da Fahrzeuge versichert sind und es letztendlich nur um Geld geht.

Löbliche Einstellung

Leider gibt es viele VT, die diese Einstellung nicht haben, was man z.B. an den Parkremplern mit Fahrerflucht sehen kann.

Ich bin auch kein Freund dieser DashCams und sehe keinen Nutzen dieser Dinger für mich. In so manchen Situationen sind sie bestimmt hilfreich, was kein Argument sein soll, dass nun jedes Fahrzeug damit ausgestattet sein sollte.

Gibt es nicht Versionen dieser Kameras, die erst im Falle eines Unfalls die letzten 30s dauerspeichern?

Zitat:

S_C_R_A_M_B_L_E_R schrieb:

[...], scheinbar hat niemand mehr die Eier in der Hose um zu seinen eigenen Fehlern zu stehen und meint deshalb alle anderen in ihren Rechten beschneiden zu können, nur um in Fall der Fälle selbst nicht schlechter dazustehen. Wenn ich etwas falsch mache, dann stehe ich dazu. Besonders da Fahrzeuge versichert sind und es letztendlich nur um Geld geht.

Du vielleicht schon. Andere Verkehrsteilnehmer sehen das (LEIDER!) z.T. EEEETWAS anders... denn aus dem Nichts kommen ~1,5 MILLIARDEN €+ Versicherungsbetrug allein bei den Kfz-Versicherern wohl kaum...

Zitat:

@S_C_R_A_M_B_L_E_R schrieb am 3. Januar 2018 um 13:00:41 Uhr:

Sollte ich jemals in die Situation kommen und der Unfallgegner hätte eine dauerhafte Videoüberwachung in seinem Fahrzeug, so würde ich gegen die Verwendung der Aufnahmen durch die Instanzen gehen. Mir geht diese Neigung zur totalen Überwachung einfach total gegen den Strich, scheinbar hat niemand mehr die Eier in der Hose um zu seinen eigenen Fehlern zu stehen und meint deshalb alle anderen in ihren Rechten beschneiden zu können, nur um in Fall der Fälle selbst nicht schlechter dazustehen. Wenn ich etwas falsch mache, dann stehe ich dazu. Besonders da Fahrzeuge versichert sind und es letztendlich nur um Geld geht.

Sorry, aber ich lese hier einen Widerspruch.

Dashcam macht keinen Sinn bzgl. der Dauerüberwachung (davon bin ich auch ein Gegner).

Dashcam braucht man gerade dann, wenn der Gegner NICHT zu seinem Fehler steht bzw. sogar den Unfall provoziert.

Die Helmkamera von Michael Schumacher, die mit Einverständnis der Familie ausgewertet werden durfte, hat einen unschuldigen Menschen (nicht M. Schumacher) entlastet. Auch das ist ein Positivbeispiel.

Inwieweit eine Dashcam juristisch belastbar ist mag noch ein anderes Kapitel sein.

Ich kenne die Stelle ganz gut. Ich gehe davon aus, dass auch der X5-Fahrer sie ganz gut kennt (mit dem Kennzeichen ist das eine Heimatstrecke für ihn), und er eben rechts so weit als möglich vorfahren wollte. Das hat halt nicht geklappt.

Es gibt immer wieder Leute, die mit Dauerlichthupe oder anderen agressiven Verhaltensweisen unterwegs sind. Ich würde mir da nicht den Kopf zerbrechen. Mögliche Gründe für sein Verhalten wurden ja schon hinreichend diskutiert.

X5...

Zitat:

@einsdreivier schrieb am 3. Januar 2018 um 19:28:01 Uhr:

X5...

Welche Aussage soll damit transportiert werden?

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