Folgeschäden nach Ventiltausch

Mercedes E-Klasse W124

Vor nicht ganz drei Monaten wurden meine Ventile und die Zylinderkopfdichtung getauscht. Werkstatt mit Rechnung. Gestern dann, Auto geht während der Fahrt aus der ne Ende. ADAC Mann sagt, Nockenwelle dreht nicht mehr, als Ursache kommt auch die Steuerkette in Frage. Als er von der o.g. Reparatur hörte sagte er direkt, wenn das so schnell danach kommt sieht das für ihn nach einem Folgeschaden aus. Der Abschlepper sagte unabhängig davon das Gleiche. Habt ihr dazu ne Meinung?
Ich bin grad tief traurig...

E220, Bj. 1994, T-Modell, M111 drin

Vielen Dank

Beste Antwort im Thema

Die haben den Kettenspanner falsch eingebaut, da bin ich nicht der Einzige der das so sieht.

Wenn man den ausbaut, dann schiebt der über die Druckfeder den Stössel ganz nach vorne.
Bevor man den Spanner also einbaut, muss man ihn zerlegen, sein Gehäuse in den Motor schrauben, und dann die Innereien rein.
Macht man das nicht, dann schraubt man den voll ausgefahrenen Kettenspanner in den Motor, der zieht dann nicht unerheblich an der Kette.

So, wie will man das jetzt beweisen...

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Zitat:

@Flashdance schrieb am 1. April 2017 um 15:43:54 Uhr:


Er hat mir heute extra gesagt, dass sie nix an Kettenspanner gemacht haben...

Haben die das gesagt...

So wie Mallnoch schon geschrieben hat...

Wenn die deinen Zylinderkopf runter hatten, dann mussten die auch die Kette runter machen. Und das ist mit eingebautem Kettenspanner eine spannende Sache.

Jetzt mal angenommen, die haben die Kette von den Nockenwellen runterbekommen ohne den Spanner auszubauen, dann rastet er spätestens jetzt voll nach, denn die Kette hat ja nun gar keine Spannung mehr gehabt.
Wie haben die, die Kette dann wieder draufbekommen? - Auch ne spannende Sache...

Und mal scherzhaft angenommen, die haben die Kette so trotzdem irgendwie draufbekommen... dann überspannt der voll ausgefahrene Kettenspanner die Kette und zerrt auch ganz gewaltig an den Nockenwellen.

Es ist echt traurig wie der Kunde verarscht wird.

Ja, verarscht, das trifft es leider ganz gut! Labbern kann der Schrauber viel und gut, aber ist ja auch einfach wenn der Kunde nicht vom Fach ist.

Zitat:

@Flashdance schrieb am 1. April 2017 um 15:43:54 Uhr:


Er hat mir heute extra gesagt, dass sie nix an Kettenspanner gemacht haben...

Ja, das ist natürlich schlecht, denn den Kettenspanner muss man raus nehmen, siehe obige Erklärungen.
Das ist auch ziemlich Mercedes spezifisch. Viele "Schrauber" die sich nicht mit MB auskennen, wissen das halt nicht. Dafür hast du nun nen Motorschaden.

So richtig seh ich da eigentlich keine andere Chance, als zu versuchen, sich mit denen irgenwie zu einigen... Ansonsten Pech gehabt, falsche Werkstatt ausgesucht...

Genau genommen war das ein Schrauber, der sich auf die Fahne schreibt seit 20 Jahren fast nur diese Autos zu machen. Aber das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen

Ja, erkläre ihm wie ein Kettenspanner funktioniert und probiere dein Glück.
Ob "Schrauber" / "Werkstatt" / "Schwarzarbeiter" ist eigentlich egal, denn im Nachhinein ist wahrscheinlich selbst mit Beweissicherungsverfahren & Co kaum eine Schuld nach zu weisen, außer der andere hat eine Versicherung und sieht das ein.

Das kann beim Schwarzschrauber unter umständen die Privathaftpflicht sein (selbst schon erlebt, aber selten, da idr. KFZ Schäden ausgeschlossen sind) und bei der Werkstatt die Betriebshaftpflicht.

Ansonsten Kopf ab und gucken was kaputt ist, im Notfall gebrauchten (Teilüberholten) Motor...

Ich hab so Klamotten schon erlebt von MB Meistern... Die sind aber "glimpflich" abgegangen, da kam dann der lapidare Kommentar "hab ich halt vergessen, war schon spät"...

Zitat:

@Flashdance schrieb am 1. April 2017 um 21:18:36 Uhr:


Genau genommen war das ein Schrauber, der sich auf die Fahne schreibt seit 20 Jahren fast nur diese Autos zu machen. Aber das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen

Lass dir doch schriftlich geben, dass er am Kettenspanner nix gemacht hat. Dann lass ich dir nen Auszug aus der WIS von Mercedes zukommen der aussagt, dass eben etwas gemacht werden MUSS. Dann hast du ihn. Zwar nicht rechtlich, aber dann muss er persönlich eingestehen dass er einen Fehler gemacht hat und wenn er dann Anstand hat gibt es evtl eine Lösung. Fehler können immer mal passieren, aber idR ist eine Werkstatt gegen so etwas dann auch versichert.

Dank euch auf jeden Fall. Er hat sinngemäß gesagt, "sie haben ja die Steuerkette angesprochen, von wegen zu fest oder zu schwach gespannt, aber die Steuerkette ist noch genau so wie vorher, daran haben wir nichts verändert". Montag gucken wir weiter.

Hattest du denn sägende bzw jaulende Geräusche aus dem Motorraum gehört? Ist schwer zu beschreiben,wie das klingt. Da wäre der Fehler recht eindeutig mit der zu strammen Kette.
Mit viel Glück sind nur die neuen Ventile krumm. Die Schäfte der m111 sind recht dünn und verbiegen leicht. Wenn die Kolben nicht viel abbekommen haben und der Bruch an der Lagerfläche nichts beschädigt hat, reicht es evtl
Die Ventile nochmal neu zu machen und die Nockenwellen mit der Kette und den Führungen zu ersetzen.
Gruß Stefan

Ich hatte ein bischen das Gefühl, etwas dröhnt. Immer beim Gasgeben. Hätten vergleichbar auch unwuchte Reifen sein können, so in etwa.

Auf den Kosten wirst Du sitzen bleuben, außer Du beschäftigst eine Anwaltskanzlei. Wenn Du Glück hast blieben die Ventile zu nach dem Bruch der Welle, dann sollte nichts weiter beschädigt sein. Ich würde mal den Ventildeckel abmachen und nachsehen was alles zerstört wurde. Gebroche Welle raus und alle Ventilschäfte genau vermessen (wie weit die rausstehen). Ist ein Ventil krumm schließt es nicht mehr, und der Schaft steht oben nicht mehr so weit raus. Eine gebraute Welle kostet nicht die Welt und ist schnell drinnen.

---------------"Genau genommen war das ein Schrauber, der sich auf die Fahne schreibt seit 20 Jahren fast nur diese Autos zu machen" ------------------
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Vielleicht hast Du ihn nicht richtig verstanden ,er meinte wahrscheinlich,daß er an diesen Autos seit fast 20 Jahren nichts mehr gemacht hat...

Ironie aus... :-)

auf jeden Fall ist das ein typischer Montagefehler...die haben den voll ausgefahrenen Kettenspanner einfach reingewürgt (das ist schon fast ein Kunststück)...

...da sind Leute am Werk gewesen,die nicht gewußt haben,was sie tun...

...Materialermüdung existiert an dieser Stelle nicht,sonst wären ja regelmäßig Fälle bekannt,wo die Kettenräder nach einer gewissen Laufleistung einfach so abbrechen...die gibt es einfach nicht...

Zitat:

@Flashdance schrieb am 2. April 2017 um 08:38:40 Uhr:


Ich hatte ein bischen das Gefühl, etwas dröhnt. Immer beim Gasgeben. Hätten vergleichbar auch unwuchte Reifen sein können, so in etwa.

Wenn es ein Geräusch war, das vorher nicht vorhanden und Drehzahlabhängig war, Bingo! Ein Motor mit frischen Ventilen und überarbeiteten Kopf ist seidig weich und nahezu lautlos.
Gruß Stefan

Zitat:

außer Du beschäftigst eine Anwaltskanzlei.

Da brauchst du keine Anwaltskanzlei für, da kommt nix bei raus.

Wahrscheinlich läuft das so ab, dass ein Sachverständiger dann für viel Geld schreibt, "hätte, sollte, könnte" und im Endeffekt ist das eh nicht nachweisbar und auch kaum auf zu klären. Wir wissen zwar was los ist, aber dass wird man nicht beweisen können. Und wenn dann nur sehr schwierig und sehr aufwändig, und mit hohem Risiko, denn ob ein SV das wirklich bewiesen bekommt, weis man erst hinterher. Vieleicht steht auch 4.000€ später im Gutachten "ist möglich, muss aber nicht".

Da verfährst du mehr Benzin & Zeit, als du raus bekommst. Am Ende gibts dann selbst wenn du Recht bekommst, auch nur nen gebrauchten Motor...

Mann sollte sich eventuell mal die Spannschiene ansehen ob da vielleicht ein untypisches Verschleißbild zu sehen ist...könnte mir gut vorstellen das bei einer derart zu strammen Kette die Spannschiene gelitten hat.

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