Fehlersuche bei meiner Yamaha XJ 550

MBK

Hej! Ich bin ganz neu hier und möchte mich kurz vorstellen:

Ich habe nun seit 9 Monaten den Motorradführerschein, bin vorher immer Simson gefahren. An den Simsons konnte ich alles selbst reparieren. Diese Kisten kenne ich bis zur letzten Schraube genau.

Ich lebe in Dänemark - hier ist Simson total unbekannt. Hier gibt es nur Plasteroller und alte Kreidler-Mopeds. Weil eine Anmeldung mit einer Drosselung oder Vollabnahme zum Motorrad verbunden gewesen wäre, habe ich die Kiste verkauft und hier den Motorradführerschein gemacht.

Ein Motorrad habe ich letztes Jahr gekauft. Eine zum Café-Racer umgebaute Yamaha XJ 550 von 1983.

Nach dem prophylaktischen Reifenwechsel waren auch die Vergaser zu reinigen und abzustimmen auf die offenen Luftfilter.
Ich habe das Dingb zum laufen gekriegt und bin auch schon knapp 100 km damit gefahren. Aber nun kann ich nicht mehr losfahren.

Im Standgas läuft alles ruhig, die Gasannahme geht super im Leerlauf, aber sobald ich losrollen will, geht der Motor aus.
Wenn ich im Standgasbetrieb die Kupplung sanft schleifen lasse, rollt sie los. Normales Anfahren funktioniert aber nicht.
Woran könnte das liegen?

29 Antworten

Moin,

das YICS - Absperrwerkzeug wird meiner Meinung nach tatsächlich "etwas überbewertet". Man kann auch ohne den Kanal zu verschließen ausreichend grob synchronisieren. Wenn man es sich schönreden will, geht es ja letztendlich auch um die Synchronität während des Fahrbetriebs und da steckt das Werkzeug dann ja auch nicht drinnen... ;-)
Und so den Riesenunterschied habe ich damals beim Synchronisieren gar nicht bemerkt. Mit etwas "Bastelgeschick" kann man das Werkzeug tatsächlich auch ganz gut selbst bauen...

Aber Da Du ja das Stichwort "Lastwechsel" gebracht hast... Ich würde als allererstes die Schwimmerstände kontrollieren. Auch weil das ein echter Klassiker (Dreck/Krümel an einer der Schwimmerkammerventile) ist. Und: Tausche die Ventile nur, wenns das alte (hoffentlich originale) auch tatsächlich nicht mehr tut. Bitte keinesfalls vorsorglich wechseln...

Ich kann nur von der 650 berichten, die lief ohne Choke überhaupt nicht an und musste bei den ersten Metern dosiert werden.
Wenn sie hochdreht würde ich die CDI ausschließen, Anfahrschwäche ist Gemischsache die mit offenen Lufis natürlich nicht mehr stimmt und nur schwer einzustellen ist.
Beim Umbau der Ansaugstutzen mal mit Bremsenreiniger auf Dichtheit prüfen, meine hatte im Block an der Planfäche ein Gussloch!
Synchronisation ist hier nicht das Problem, die Dichtstange hab ich auch selbst gebaut, Gummischlauch der genau rein passt mit einer Gewindestange zusammenziehen!
Mach doch mal testweise den Originalen Luftfilterkasten und Düsen wieder rein!

Die Verkabelung ist in Ordnung. Elektrik habe ich erst dieses Jahr frisch gemacht.
Die Gasschieber werde ich mir mal ansehen.

Könnte es auch die Zündbox sein?
Hatte da mal jemand Probleme mit?

Edit:

Den originalen Luftfilterkasten habe ich nicht. Hab die Kiste bereits fertig umgebaut gekauft.
Bedüsung habe ich auf 'Serie' zurückgebaut mit keinem Erfolg.

Ansaugstutzen sind dicht.

Update zu meinem Problem:

Ich habe jetzt einen anderen Vergaser ergattert, der gereinigt und konserviert wurde. Komplett original.
Nun habe ich aus meinen zwei Vergasern einen gemacht und somit alle eventuellen Fehlerquellen wie Choke oder Schwimmer zu eliminieren.

Die Bedüsung des 'Bestandvergasers' war etwas zu mager: HD 102,5 und LLD 165, die Umluftschrauben waren verplombt.
Der 'Neue' hat HD 112,5 und LLD 170, wie es auch in der Reparaturanleitung steht.

Nach erfolgreichem Wechsel und Einbau habe ich dann direkt einen Startversuch unternommen UND:

NICHTS.

Ich habe dann meine Zündlichtpistole rausgeholt und die einzelnen Zündkabel während des Anlassens geprüft (ging ja vorher, aber man kann ja nie wissen).
Tatsächlich war kein Zündfunke auf allen 4 Kerzen.

Jetzt hat sich der Verdacht auf defekte TCI natürlich bestätigt.
Beim Ausbau ist mir dann eine fehlende Mutter an der Halterung aufgefallen (die TCI hängt kopfüber am Batteriekasten dran).

Und jetzt kommt der Fehler, der mich fast zum Verzweifeln gebracht hat:

Es war die fehlende Mutter an der TCI.
Warum?
Die TCI hat eine metallische 'Grundplatte, die als Masseverbindung dienen soll.
Durch das (vermutlich während der Fahrt) Abfallen der einen Mutter hatte dien TCI eine schlechtere (oder eben manchmal keine) Masseverbindung.

Das erklärt das Phänomen, dass beim Lastwechsel (mehr Vibrationen) die Kiste einfach ausging und mit Leerlaufdrehzahl losgerollt ist.

Ich habe jetzt noch eine Extra-Massekabel gezogen, selbstsichernde Muttern verwendet und damit hoffentlich Ruhe.
Die neue TCI für 300 EUR aus den Niederlanden kann ich mir also sparen.

Danke für die vielen Ideen!
Ein Synchro-Werkzeug habe ich jetzt auch da, also kann das Fine-Tuning jetzt beginnen...

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Ja. Ist schon ein Wahnsinn was für bizarre Ursachen sich bei allerlei Probleme dann am Ende , oft nur durch Zufall, herausfinden lassen.
Drum denk ich mir auch oft, wie sollen Aussenstehende in einem Internet Forum da überhaupt zielführend helfen können oder Tipps geben, wenn man nicht vor dem Objekt steht.
Auf diese Idee ist hier natürlich auch keiner gekommen, die Korrekte Befestigung der Einheit zu prüfen.
Wie auch… vieles nimmt man als selbstverständliche Grundvoraussetzung an.
Soll keine Kritik an Deinem Thread sein!
Nur so allgemeine Feststellung.
Danke aber für die Rückmeldung. Vielleicht hilft es einem anderen Mal wenn er auf diesen Thread trifft.

Aber mal so am Rande gefragt:
Wie sieht denn die Original-Befestigung der TCI an der XJ aus?

Bei meinem Café-Racer-Umbau ist ja nichts mehr an seinem Platz...

Vielleicht verstaue ich die TCI sicher unter den Tank, da ist sie besser geschützt als unterm Sitz...

Danke für die Rückmeldung. Möge sie dem nächsten helfen der ein ähnliches Problem hat.

Thema Masse.

An meiner XTZ war damals der Lichtmaschinenregler kaputt und die Kabel zur Lima total verschmort. Dieses Problem hatten sehr viele Super Teneristen. Alle bauten damals den regler der TDM ein.

Jetzt komm ich zur masse: bei mir wurde dieser TDM regler dermassen heiss, dass ich nach 15 min Fahrt das moped nicht mehr starten konnte, weil der regler wegen der Hitze abgeschalten hatte.

Daraufhin hab ich ihn dann auf ein Aluriffelblech geschraubt, mit extra massekabeln versehen und oberhalb des Hinterrad geschraubt damit er besser gekühlt wird wie unterm kleinen Seitendeckel. Dazu gab es ein Voltmeter. Begeistert hat mich das ganze nie, aber was will man machen

Hab mal an meiner XJ650 verglichen, da ist die CDI unter dem linken Seitendeckel neben dem Regler auf Kunststoff montiert!
Der Schaltplan müsste fast gleich sein, die CDI hat eine Metallrückwand zur Kühlung aber kein Masseanschluss, die kommt über den 4 Pol Stecker.
Vielleicht hat sich durch das rumhängen in der CDI eine Lötstelle gelöst, einfach mal öffnen und reinschauen.

CDI XJ 650

Kann man defekte Lötstellen mit bloßem Auge sehen?
Ich werde mal zu Testzwecken mein Massekabel entfernen und dann schauen, ob sie anspringt und losfährt.
Falls ja, ist die TCI wohl unzuverlässig und muss getauscht werden...

https://diagramweb.net/1981-yamaha-xj550-seca-wiring-diagram.html

Den habe ich gefunden, ist zwar für eine Seca aber man erkennt deutlich das TCI und Regler separat an Masse gehen.

Was noch ein Problem bei der Elektrik ist + für die Zündanlage läuft über das Zündschloss und den Not Aus und hat viel Leitung und Steckverbindungen dazwischen, ergab bei meiner Messung noch 10V + an den Zündspulen (- wird getaktet).
Das ergibt einen sehr schwachen Funken und wenn die Kiste dann nass wurde war Schluss!
Einfach mal testen wie du geschrieben hast, meine CDI hab ich selber wieder repariert nach dem ein Kanal Tod war.

Also, ich habe ja quasi nur noch den Killswitch für die Zündung und kein Zündschloss mehr.
Die Leitung geht nur in den Schalter und von da aus direkt zu den Spulen.
Ich kann aber trotzdem mal messen.

Heute lief sie wieder prima, aber erst nachdem ich sie ca. 5 min warm laufen ließ. Vorher war keine Gasannahme. Dann ging sie richtig gut. Ruhiges Standgas und perfekte Beschleunigung bis Vollgas.

Das deutet schon auf eine schlechte Löstelle hin, die dann bei richtiger Temperatur wieder funktioniert...

Morgen kommt das andere Zündmodul und dann ist hoffentlich der Fehler behoben.

Update:

Das neue Zündmodul ist da und eingebaut. Tatsächlich ist der Kasten etwas größer als original - und rot :-(

Das Verzwickte an meinem Problem war, dass es gleich zwei auf einmal waren.

Zum einen das Zündmodul und zum zweiten der Benzinhahn. Da habe ich jetzt mit einem Reparatursatz alle Dichtungen und auch die Unterdruckmembran erneuert. Es kam nämlich zu wenig Sprit rein.

Die nächste Sache wäre die Ventildeckeldichtung zu tauschen. Kann man das machen, ohne den Motor auszubauen?

Danke für die vielen Hinweise und Tipps! Nun läuft meine Kiste endlich.

Ach die zugequollenen Benzinhähne. Ein weit gestreutes Problem mittlerweile. Glückwunsch erstmal

Zitat:

@alphafox schrieb am 24. April 2025 um 22:17:06 Uhr:



Die nächste Sache wäre die Ventildeckeldichtung zu tauschen. Kann man das machen, ohne den Motor auszubauen?

ganz bestimmt, da muss man ja beispielsweise auch zum Ventile kontrollieren dran… Bei der 650er habe ich anfangs auch mal die Zündspulen weggeschraubt, damit da etwas mehr Platz ist. Der Deckel ließ sich später aber auch so, ohne weiteren Platz schaffen zu müssen rauszirkeln…

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