Eure Meinung bezüglich Fahrstil-Veränderung im Laufe der Zeit
Moin
Ich bin zwar nicht neu im Forum, stelle mich trotzdem kurz vor. Ich heiße Marlon, bin aktuell noch 22 Jahre alt und 2020 ist mein zweites Jahr in dem ich Motorrad (A2-Klasse) fahre. Ich bin in der Fahrschule eine Honda CB125 und eine Ninja 400 gefahren. Vor der unten abgebildeten Kawa fuhr ich eine KTM 390 Duke (siehe Name), die super für den Einstieg durch ihre begrenzte Leistung und geringen Gewichts gewesen ist. Mir war aber der 1-Zylinder zu ruppig und habe mich dann in die unten stehenden Kawas verliebt. Ich bin die VN900 und die Z650 beide Probe gefahren und beide haben ihre Vor- und Nachteile. Auf der VN900 mit dem leichten Blubbern hinter einem fühlt man sich als 22-jähriger natürlich wie der König der Straßen. Sie fährt sich super und ist nicht zu schwer zum bewegen. Aber die Bremsen sind grottig weich. Da passiert gar nichts, auch wenn man voll reinlangt. Soll wohl bei vielen so sein..
Die Z650 ist ein schnelles, leichtes und wendiges Naked Bike womit man sich jung und schnell fühlt. Gedrosselt, womit man sich nach dem Aufstieg (vorr. dieses Jahr noch) auf noch mehr Leistung freuen kann. Und was soll ich sagen, als junger Kerl, der immer nur langesame Autos mit schlechter Beschleunigung gefahren ist (Peugeot 206, Clio 3) war die Entscheidung nach der Z650 Fahrt ziemlich leicht. Seit Februar diesen Jahres bin ich mit der Z650 bereits über 10.000 km gefahren.
Es gibt nur eine kleine Sache, die mich an der KTM von damals und an der Z650 stört.. die aggressive Leistung, die unter mir Sitzt und den Drang, schneller als Erlaubt (damit meine ich 10-20 kmh mehr als erlaubt) zu fahren, nur weil man es kann. Mag an meinen schüchternen Charakter liegen, dass ich damit etwas kompensieren möchte, oder einfach weil ich jung und dumm bin. So oder so, fühlt es sich so an, als würde ich von der Z650 überredet werden, schneller und immer schneller zu fahren.
Diesen Drang hatte ich bei der VN900 nicht. Da saß ich breitbeinig drauf und war tiefenentspannt. Natürlich hat es was mit dem Motorrad an Sich zu tun. Dass man mit dem nicht heizen will, sollte bei jedem so sein, oder?
Nun nach fast einen halben Jahr habe ich das Gefühl, als würde sich etwas in mir ändern. Charakterlich und mental meine ich. Ich bin letzte Woche das erste Mal mit jemanden zusammen gefahren, fahre sonst immer alleine. Er mit seiner alten ZX6R und ich mit der Z650. Er fuhr mir persönlich zu schnell und zu sportlich. Dabei dachte ich von mir, dass ich zu schnell und sportlich fahre..
Werde ich erwachsen, hatte ich mich überschätzt oder bin ich einfach zu sehr von meinen Eltern gestrickt, mich an die Regeln zu halten und kämpf innerlich mit meinem Gewissen vor jeder Kurve?
So oder so, ich glaube, ich erwarte mir vom Motorrad fahren nicht mehr den Adrenalinkick von hohen Geschwindigkeiten, tiefen Schräglagen und das Ausreizen meiner Grenzen.
Ich will cruisen. Entspannt zur Arbeit fahren, im Dunklen langsam durch die beleuchtete Stadt vor mich hin eiern.
Ging es euch auch so mit der Zeit? Oder geht es euch komplett anders und wollt mit dem Alter euch wieder "jünger und schneller" fühlen?Gerade für mich Interessant ist die Meinung der etwas jüngeren Forummitgliedern hier.
Ich wünsche euch einen schönen Tag und eine sichere Fahrt!
Gruß vom Jadebusen
Beste Antwort im Thema
Das selbe Mopped, die selbe Dame - 71 Jahre später! 😉
21 Antworten
Der Vorteil des Alters ist, dass man etliche Fehler selber gemacht hat oder andere kennt, die diese gemacht haben und man so um die Konsequenzen weiss.
Aber leider lernt nicht jeder daraus.
Letztendlich macht der Schlaue immer neue Fehler, während der Dumme immer wieder die gleichen macht.
Zitat:
@masonduke schrieb am 28. Juli 2020 um 16:27:06 Uhr:
Soweit ich weiß, habe ich nichts von "im Alter reifer werden" geschrieben, sondern von erwachsen werden. Dürft mich gerne korrigieren.
Ich fühle mich emotional und mental deutlich reifer als vor 4 Jahren. Kann an meiner Arbeit liegen, wo man viel Verantwortung tragen muss, oder an meinen Beziehungen? Egal.
Also ich persönlich hatte durch die Arbeit schon das eine oder andere Auto mit mehr als doppelt so viel Leistung im Vergleich zu meinem jetzigen Clio 3. Und dennoch würde ich diese nicht ausnutzen. Wieso auch, macht ja kein Spaß. Dafür habe ich aktuell das Motorrad. Davon mal ab fühle ich mich ( das ist rein persönlich, darf man gerne auch anders sehen) auf dem Motorrad sicherer als in der Dose.
Reife fängt irgendwo bei 35 an. Kann aber auch langweilig sein. Letztendlich geht es um lebenslanges Lernen und eine individuelle Weiterentwicklung. Mir war immer wichtig, vor lauter Reife den Spaß nicht zu vergessen. Andere sagen dann "unvernünftig", "verantwortungslos" oder "nicht altersgerecht".
Zitat:
@H4udegen schrieb am 28. Juli 2020 um 17:12:03 Uhr:
Es hat nur bedingt etwas mit dem Alter zu tun. Zwar nehmen ältere Herrschaften die Weisheit gerne für sich in Anspruch, aber das ist Nonsens. Es gibt 20-Jährige, die vernünftiger sind als manch ein 50-Jähriger. Alter schützt vor Torheit nicht!
Hieran ansetzend behaupte ich, dass der Fahrstil nicht unbedingt mit dem Motorradtyp zu tun hat, sondern ganz viel mit dem, der oben drauf sitzt. Du kannst mit einer SSP auch touristisch fahren, oder mit einem Cruiser funkenfliegend die Fußrasten rasieren. Das liegt an Dir, und Du solltest auch einen feuchten Furz drauf geben, wenn Dich SSP- oder Cruiser-Fahrer für eine den Erwartungen konträre Fahrweise kritisieren. Als allererstes solltest Du dich, unabhängig vom Fahrstil, auf und mit dem Mopped wohl fühlen.
Und noch etwas: Ein Motorrad ist kein Motorrad. Es könnte sich also ergeben, dass Du irgendwann mal die Entscheidung treffen musst, welches Mopped Du für eine Ausfahrt wähls 😁.
Zitat:
@schredder66 schrieb am 29. Juli 2020 um 07:17:37 Uhr:
Zitat:
@H4udegen schrieb am 28. Juli 2020 um 17:12:03 Uhr:
Es hat nur bedingt etwas mit dem Alter zu tun. Zwar nehmen ältere Herrschaften die Weisheit gerne für sich in Anspruch, aber das ist Nonsens. Es gibt 20-Jährige, die vernünftiger sind als manch ein 50-Jähriger. Alter schützt vor Torheit nicht!Hieran ansetzend behaupte ich, dass der Fahrstil nicht unbedingt mit dem Motorradtyp zu tun hat, sondern ganz viel mit dem, der oben drauf sitzt. Du kannst mit einer SSP auch touristisch fahren, oder mit einem Cruiser funkenfliegend die Fußrasten rasieren. Das liegt an Dir, und Du solltest auch einen feuchten Furz drauf geben, wenn Dich SSP- oder Cruiser-Fahrer für eine den Erwartungen konträre Fahrweise kritisieren. Als allererstes solltest Du dich, unabhängig vom Fahrstil, auf und mit dem Mopped wohl fühlen.
Und noch etwas: Ein Motorrad ist kein Motorrad. Es könnte sich also ergeben, dass Du irgendwann mal die Entscheidung treffen musst, welches Mopped Du für eine Ausfahrt wähls 😁.
Ohja, das wäre schön. Ist nur leider aktuell nicht möglich 😠