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Ein Auto für die Reise mit Dachzelt

Themenstarteram 10. August 2020 um 16:06

Hallo zusammen,

ich heiße Jan und habe hier schon oft mitgelesen und habe mich eben angemeldet um hier mal eine Frage in die Runde zu stellen. (Bin absoluter PKW-Laie)

Ausgangssituation

Ich habe dieses Jahr geheiratet und nächstes Jahr wollen wir uns einen großen Traum erfüllen und als Hochzeitsreise mit dem PKW und Dachzelt durch Norwegen bis zum Nordkap fahren (~7.000 km). Wir besitzen einen Mazda 3 Bl (sehr zufrieden damit übrigens), hätten für die Reise (2 Personen keine Kinder/Tiere) allerdings gerne etwas größeres mit mehr Stauraum. Die Idee war geboren, einen Zweitwagen anzuschaffen, der mit Dachzelt ausgestattet als Reisemobil dienen soll und auch nach der Norwegenreise z. B. für Camping-Ausflüge am langen Wochenende oder perspektivisch für weitere Reisen in Europa weiter benutzt werden kann.

Als Budget für den Wagen (exklusive Dachzelt) haben wir uns eine Obergrenze von ca. EUR 10.000 gesetzt (wir sparen für ein Haus).

Anforderungen an das Auto

  • Zuverlässigkeit (Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, aber in deiem Fall wäre auch unser Urlaub kaputt)
  • großes Platzangebot bei umgelgten oder ausgebauten Rücksitzen
  • Automatik
  • Zulässige Dachlast > 60 kg für Dachzelt
  • Allrad (könnte ich drauf verzichten)
  • Leistung egal, sollte zum Gewicht passen, möchte mich auch auf bergigen Straßen mit dem vollen Auto halbwegs vernünftig bewegen könne. Beschleunigung, Fahrdynamik usw. spielen eigentlich keine Rolle

Unterhalt

Alles an Steuern über 400,- EUR/Jahr und Benzin-/Dieselverbrauch von deutlich über 10 l/km würde bei den hohen Benzinpreisen in Norwegen bei der langen Stracke ein kleines Loch in die Urlaubskasse reißen. Wenn dafür die Anschaffung wesentlich günstiger ist, könnte man sich ja ausrechnen ob es noch in Ordnung wäre. Es ist ok, wenn es mehr als ein "normales Alltagsauto" verbraucht.

Markenprestige und Aussehen spielen keine Rolle. Die Zweckmäßigkeit steht über Allem. Brauche weder ein ausgeklügeltes Navi/Radio noch übermäßig viele technische Spielerein (gibt's für das Geld ja eh nicht)

Wie weit habe ich bis jetzt recherchiert

Bisher habe ich versucht über Gebrauchtwagentest im Internet einen Überblick zu bekommen, um dann bei mobile.de die Verfügbarkeit und die Preise (bzw. was man für das Geld bekommt) zu überprüfen. Besonders interessant scheinen asiatische Hersteller zu sein. Honda CR-V, Toyota RAV4, Subaru Forester, Nissan X-Trail, Hyndai Tucson, KIA Sportage.

Mit entsprechen mehr Laufleistung werden allerdings auch schon Land Rover Freelander und Jeep (Grand) Cherokees angeboten.

Deutsche Hersteller habe ich bis jetzt noch nicht in meine Suche eingeschlossen. Brauchbare Mercedes ML-Klassen, BMW X5 u. VW Touargs sind in dem Preissegmeit soweit ich das als Laie überblicke eigentlich nicht zu bekommen.

Frage:

Wie realistisch schätzt ihr es ein, für EUR 10.000 etwas zuverlässiges zu bekommen? Wenn ja, zu welchem Auto würdet ihr tendieren. Wenn nein, gibt es aus euerer sicht eine alternative (Van, etc.) die gut passen könnte, oder Zelt auf den Mazda schnallen und gut ist?

Ich freue mich auf eure Antworten, beste Grüße

Jan

Beste Antwort im Thema

Moin Jan,

für 10000 Euro bekommst Du relativ entspannt ein brauchbares Fahrzeug aus deiner bisherigen Auswahl, allerdings - keiner davon fährt mit Automatik und Dachzelt mit weniger als 10 Liter/100km.

RAV - ist als XA2 die leichteste und kleinste Alternative, und der 2.0er hat in seiner Klasse den gerinsten Verbrauch, trotz permanentem Allradantrieb. Der XA3 ist auch schon im Budget, hat mehr Komfort, mehr Platz auf der Rückbank, aber nicht mehr Kofferraum. Der Verbrauch ist gleich oder höher, da er ca. 300 kg zugelegt hat.

CR-V - reicht hier ebenfalls für die zweite oder dritte Generation, Platzangebot und Komfort sind besser als beim RAV, die Zuverlässigkeit mindestens ebenso gut, aber der Verbrauch höher. Der Allradantrieb erfüllt mehr die absoluten Minimalanforderungen (irgendwann hilft die Hinterachse mal mit) und beeinflusst die Fahrdynamik so gut wie gar nicht, ist aber vollkommen elektronikfrei aufgebaut und problemlos - mehr als ein Ölwechsel im Hinterachsdiff ist da so gut wie nie zu machen.

Tucson/ix35/Sportage - ist technisch gesehen das Gleiche, der 2.0er hat gegenüber RAV und CR-V die schlechteren Fahrleistungen bei auch nicht besserem Verbrauch, und in der jeweils ersten Generation war die Automatik bei den Benzinern dem 2.7 V6 vorbehalten, da werden unter 10 Liter ziemlich illusorisch. Auch die Zuverlässigkeit ist statistisch nicht besser als bei Honda und Toyota, das Platzangebot auch nicht - es konnte schon immer nur der Preis retten.

Forester - zuverlässig, aber auch im Alter verhältnismäßig teuer, und ein Boxer hat zwangsläufig mehr Verschleißteile als ein normaler Vierzylinder. Mit Automatik verliert der Allradantrieb seine Untersetzung (die aber von den bisher aufgezählten Modellen eh keiner hat), das Platzangebot ist etwas schlechter als beim CR-V, der Verbrauch gleich.

X-Trail - da fallen die ersten beiden Generationen in's Budget, bei der zweiten (T31, technisch identisch zum Renault Koleos) ist der Benziner aber sehr selten. Der T30 hatte die Automatik nur in Verbindung mit dem 2.5er, was dem Verbrauch nicht so wirklich hilft. Der T31 hat anstelle der Wandlerautomatik eine CVT, auf dessen Verhalten man sich einlassen muss (auch wenn die alten Wandlerautomaten kaum anders agieren) - die aber auch alle 60000 km frisches Öl haben möchte, was gerne übersehen wird.

Allgemein haben die meisten japanischen Formate aus der Alters- und Preisklasse die Automatik eher stiefmütterlich behandelt. Die Anhängelast ist oft reduziert gegenüber der manuellen Schaltung, und vielfach sind es alte 4-Stufen-Automaten, die erst sehr spät die Wandlerüberbrückung einlegen. Bedeutet: Der Verbrauch spielte da weniger eine Rolle...

Freelander- hmja. Wenn's Automatik sein soll, gibt es da als Benziner bei der ersten Generation nur den 2.5er V6, und beim Freelander II den 3.2 R6. Ersterer ist eine Problem-Wundertüte, derer man nur durch sehr gute Kenntnis der Technik Herr werden kann. Der Zahnriemenwechsel beim 2.5er kann in der Vertragswerkstatt durchaus vierstellig kosten. Der 3.2er liegt kaum im Budget, kollidiert mit der Verbrauchsangabe, und auch die Unterhaltskosten sind auf Premium-Niveau. Der Motor war alternativ im Volvo XC90 zu finden.

Touareg, ML, X5 und co. bekommt man in der Preislage, aber ehemals sehr teure Fahrzeuge neigen nicht dazu, im Alter auf einmal günstige Betriebskosten zu verursachen. Mit viel Hubraum kommt hohe Steuerlast, 10 Liter Verbrauch mit Automatik geht maximal bergab im Windschatten eines LKW, und die gesamte Unterhaltsklasse ist natürlich eine andere Hausnummer als ein japanischer Kompakt-SUV.

Grand Cherokee - ist als Benziner völlig fernab von 10 Liter Verbrauchswunsch und nur durch Gasbetrieb in preislich ähnliche Regionen zu drücken, teuer sowohl in Steuer als auch Versicherung, und halt ein Geländewagen. Theoretisch solide, aber er schleppt halt viele Dinge mit die Du nicht brauchst, aber die in irgendeiner Form extra kosten, mindestens Sprit.

Wenn das Ganze als Zweitwagen laufen soll, wirf' auch mal einen Blick auf die Versicherungsklassen. Die genauen Zahlen musst Du anhand deiner individuellen Bedinungen ausrechnen lassen, aber die Klassen geben den Anhaltspunkt, ob es teurer oder biliger wird. Nur nach Haftpflicht betrachtet, ist ein 2005er RAV in 18. Der Grand Cherokee ist in 21, Touareg und ML in 22, der X5 in 23, das kann je nach Alter und bei 80% als Zweitwagen schon empfindlich teuer werden.

Zu einem älteren X3 E83 könnte ich noch Erfahrungswerte beitragen - allerdings fahren, bzw. fuhren zeitgleich in der Familie sowohl RAV, CR-V als auch Grand Vitara V6, und die Unterhaltskosten sind zu keinem davon konkurrenzfähig. Der X3 ist auch im Alter weniger ein besonders praktisches Fahrzeug, sondern halt Überfluss... ;)

Was Du noch auf die Liste nehmen könntest:

Mitsubishi Outlander. Die erste Generation war die Alternative zum Forester, der zweite hat eher X-Trail-Format und ebenfalls eine CVT. Gab es auch als Citroen C-Crosser und Peugeot 4007, aber lohnt nicht dort die Benziner zu suchen, und in dem Fall gab es keine Automatik.

Jeep Patriot. Die größere Variante des Compass, ist im Grunde genommen technisch viel Outlander (2.4er Mitsubishi-Motor, CVT), wird meistens günstig gehandelt, ist allerdings auch offensichtlich eher preiswert gebaut, besonders beim Blick in den Innenraum.

Nissan Qashqai +2. Die lange Version des Qashqai mit dritter Sitzreihe und Platzverhältnissen nahe am X-Trail. Technisch steckt auch immer noch der X-Trail drunter, allerdings bekommt man hier den 2.0er anstelle des 2.5er mit CVT. Äußert sich leider im Verbrauch nur marginal.

Kompaktvan als Benziner mit Automatik und Allrad wird schwierig... Seat Altea Freetrack gab es als 2.0er TFSI mit DSG, nur - das wäre so ziemlich die letzte Motor-/Getriebekombination, die ich als Empfehlung nennen würde...

Gruß

Derk

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Glückwunsch nachträglich zur Hochzeit. Aber wenn ihr für ein Haus spart, wäre ein Zweitwagen kontraproduktiv.

Mietet euch für zwei Wochen ein kleines Wohnmobil - hat alles, was ihr für die Hochzeitsreise braucht. Insbesondere auch eine Küche und ein Bad.

Ansonsten einfach den Mazda weiter nehmen und dafür ein Dachzelt kaufen. Die Dinger wurden früher auch für einen Trabi genutzt, da sollte der Mazda damit kein Problem haben. Und Kofferraum zzgl. Rücksitzbank sollten als Stauraum ausreichen.

Img

Oder um Norwegen einen Bogen machen ... ohne Frage ist schön da, bei unseren Europatrips hat mir der Tagesausflug nach Norwegen gereicht ... das ist preislich eher was für NACH dem geplanten Hauskauf ... :cool:

Ich würde sowas auch erstmal mit dem Mazda probieren um zu testen ob man damit langfristig klarkommt... alternativ WoMo mieten ...

Ich kenne euch nicht, meine Beobachtung im Umfeld, zumindest bei Leuten die noch mitten im Berufsleben stecken, da wird immer viel gekauft, es wird sich viel vorgenommen und Schlussendlich steht vieles nur rum und aus dem jedes WE ein andere Ausflug wird ganz schnell höchstens noch 1-2WE im Jahr ...:D:D

Vielleicht mal auf einen neuen Dacia Dokker schauen? Da würde es das Problem des alten ausgenudelten Gebrauchtwagen vs Langstrecke nicht geben. Meines Wissens gibt es dafür im Netz viele Campingausbau-Varianten zum Nachbasteln.

Warum um Norwegen einen Bogen machen? Mit einem Wohnmobil hast du Küche und Bad dabei und kannst auf vielen Stellplätzen gratis übernachten. Alle drei/vier Tage dann auf einem Campingplatz für die Entsorgung des Wassers und zum Bunkern von Frischwasser. Kostet um die 30/40 €.

Heckgarage ist groß genug, kannst du Getränke für zwei Wochen spielend mitnehmen. Dazu die haltbaren Lebensmittel.

Benzin (bzw. Diesel) ist zwar deutlich teurer als hier, aber dank der Geschwindigkeitsbegrenzung verbraucht das Fahrzeug etwas weniger.

Und gegen Dänemark, Schweden und Finnland ist Norwegen (Lofoten) ein absolutes Naturparadies.

Wenn der TE möchte, maile ich ihm gerne mal einige Fotos zu.

Ergänzung zu meinem obigen Beitrag:

https://m.ebay-kleinanzeigen.de/.../c0-l0

Primär würde mich noch interessieren, ob euer traum explizit die Combo Dachzelt/Auto beinhaltet oder Hauptsache Camping durch Norwegen?

Wenn es mittelfristig vernünftig sein soll und Dachzelt sein muss, dann würde ich das Zelt auf den Mazda schnallen. Die von dir genannten Autos sind gut, aber als "Zweitwagen" kämen die dann für mich nicht in Betracht. Abgesehen vom Land Rover, der wiegt Unvernunft mit Coolness auf. Ansonsten dachte ich bei deinen Anforderungen direkt an Volvo V70.

Falls das Dachzelt euer traum ist, dann vergiss das folgende: Etwas mehr Platz und die Möglichkeit ein Dachzelt drauf zu schnallen bietet für mich nicht den Mehrwert, dass sich ein Zweitwagen lohnen würde. Zumal dieser auch deutlich weniger Möglichkeiten wie bei einem Camper bietet. Bspw. kann ich in einem Camper mit Standheizung auch ganz gut in den kälteren Jahreszeiten übernachten. Man muss beim Camper nichts bis wenig auf/umbauen zum schlafen. Anhalten, pennen. Das ist als Zweitwagen manchmal sehr nützlich, hilft auch Mal bei Hochzeiten, Familienfeiern, ... zudem hat man im Camper oft auch Gas, und damit betriebene Kochstelle und Kühlschrank sowie Wasser/Abwasser. Das ist sowohl beim Roadtrip als auch für den Ausflug an den See und dergleichen sehr praktisch.

Edit: mit Camper meine ich einen ausgebauten Kastenwagen/VW Bus. Das fährt sich im Alltag am besten, und am Parkplatz fällt man da kaum auf. In Norwegen kein Probleme, in Deutschland kann das ein sehr großer Vorteil sein.

Nett untertrieben.

Als ich im August 2017 ans Nordkapp fuhr, war es nachts teilweise so kalt, dass ich die Heizung anmachte.

Ich erinnere mich auch noch gut an unsere Reise nach Kopenhagen mit dem stundenlangen Stau auf der A7 und drei Frauen im Auto. War dank des eingebauten Badezimmers im Womo ziemlich stressfrei.

Und auch bei der Rückreise am Freitag von der Ostsee bei ziemlicher Hitze - im Kühlschrank war ausreichend Mineralwasser.

Und auch für andere Unternehmungen auf der Hochzeitsreise ist ein Zelt auf dem Autodach suboptimal. Aber die Geschmäcker sind da verschieden.

Themenstarteram 10. August 2020 um 22:34

Vielen Dank für Antworten und Glückwünsche

@PeterBH, danke, keine Bilder notwendig, wir sind genügen mit dem Norwegen-Virus infiziert. ;)

@tartra, ja, die Gefahr besteht leider immer, wenn man Pläne hat.

@A_Benz, hatte ich nicht auf der Liste, sieht spannend aus, danke

@4Radler, Norwegen willen wir auf jeden Fall machen. Ob Hütter, Hotel oder Camping ist erst mal nicht das Wichtigste, da sind wir flexibel.

Etwas davon losgelöst ist die Idee, dass wir auch Zukunft Urlaub in D u. Europa machen wollen, wobei das "on-the-road-feeling" auch wichtig ist. Da zu bleiben, wo es schön ist, viel rumzukommen und viel zu sehen. Ich fahre auch gerne touristisch Motorrad (letztes Jahr Toskana) aber meiner Frau machen die langen Fahrten als Sozia keinen Spaß, darum lieber etwas mit vier Rädern für uns beide.

Am Dachzelt finden wir die Idee so charmant, immer ein schönes Bett dabei zu haben, das in Sekunden aufgebaut ist und immer trocken steht. Ein normales Zelt würde im Grunde auch gehen, insofern die Frage schon berechtigt. Würden uns diesen Luxus einfach gerne gönnen.

Ein richtiger Camper ist finanziell außer Reichweite. Aber du hast schon recht. im Grunde suchen wir nach einer Budget-Lösung für einen Camper.

Beste Grüße

Jan

am 10. August 2020 um 23:05

Hehehe... ich durfte vor Jahren ein paarmal da rauf, ohne dass es mich was gekostet hat... im Gegenteil dabei hab ich sogar noch Geld für gekriegt... :D:D:D

https://www.youtube.com/watch?v=ZC6XiMvAS6E

 

Zelt, Dachzelt und auch Klappwohnwagen... das ist alles mit Arbeit verbunden... (vor dem Schlafen) Aufbauen, Abbauen, Krempel jedes mal picobello verstauen, usw.

Außerdem bei einem weiteren motorisierten Fahrzeug haste erhebliche Kosten für Wartung, Versicherung, HU, usw.

Ich würde Ausschau nach einem Wohnanhänger halten... die kleinste Hütte, so dass du sie mit deinem vorhandenen Auto ziehen kannst ist besser als jedes Zelt.

Pennen kann man in der kleinsten Hütte, Tür auf rein & gute Nacht- daher bloß nicht zu groß damit das Ganze leicht, wendig und flexibel bleibt... neben dem Bett, ne Heizung, ein Kühlschrank und ne kleine Kochnische ist verglichen mitm Zelt schon fast wieder Luxus.

Preislich kommste bei etwas Eigeninitiative, indem man einen älteren Wagen auf Vordermann bringt auch noch mit einem Bruchteil deines Budgets weg.

Mal ein paar Beispiele... klick, klick, klick, klick ...mein Favorit wäre die Tabbert (der "Mercedes" unter den Herstellern) Comtesse 410... für 2.650,-€... auch mit Hagelschaden - das sind bei einem WoWa in der Regel halt ein paar unschöne Dullen im Dach (Alublech, gesprungene Dachluken, etc. kann man sofer nicht schon geschehen austauschen), aber so lange der Wagen dicht ist kann man die getrost ignorieren.

Zitat:

Ein richtiger Camper ist finanziell außer Reichweite. Aber du hast schon recht. im Grunde suchen wir nach einer Budget-Lösung für einen Camper.

Also wenn ihr nach einer Budget Lösung für einen Camper sucht, dann würde ich euch von einem 10kEUR Zweitwagen nur für Dachzelturlaubr abraten. Habe deinen Beitrag so verstanden, dass ihr mit eurem Erstwagen ansonsten zurecht kommt.

Den Gebrauchtmarkt für Camper finde ich echt heftig zur Zeit. Je nachdem wie viel Auto-Abenteuer man sich zu traut und möchte findet man aber tatsächlich was für unter 10k .

Moin Jan,

für 10000 Euro bekommst Du relativ entspannt ein brauchbares Fahrzeug aus deiner bisherigen Auswahl, allerdings - keiner davon fährt mit Automatik und Dachzelt mit weniger als 10 Liter/100km.

RAV - ist als XA2 die leichteste und kleinste Alternative, und der 2.0er hat in seiner Klasse den gerinsten Verbrauch, trotz permanentem Allradantrieb. Der XA3 ist auch schon im Budget, hat mehr Komfort, mehr Platz auf der Rückbank, aber nicht mehr Kofferraum. Der Verbrauch ist gleich oder höher, da er ca. 300 kg zugelegt hat.

CR-V - reicht hier ebenfalls für die zweite oder dritte Generation, Platzangebot und Komfort sind besser als beim RAV, die Zuverlässigkeit mindestens ebenso gut, aber der Verbrauch höher. Der Allradantrieb erfüllt mehr die absoluten Minimalanforderungen (irgendwann hilft die Hinterachse mal mit) und beeinflusst die Fahrdynamik so gut wie gar nicht, ist aber vollkommen elektronikfrei aufgebaut und problemlos - mehr als ein Ölwechsel im Hinterachsdiff ist da so gut wie nie zu machen.

Tucson/ix35/Sportage - ist technisch gesehen das Gleiche, der 2.0er hat gegenüber RAV und CR-V die schlechteren Fahrleistungen bei auch nicht besserem Verbrauch, und in der jeweils ersten Generation war die Automatik bei den Benzinern dem 2.7 V6 vorbehalten, da werden unter 10 Liter ziemlich illusorisch. Auch die Zuverlässigkeit ist statistisch nicht besser als bei Honda und Toyota, das Platzangebot auch nicht - es konnte schon immer nur der Preis retten.

Forester - zuverlässig, aber auch im Alter verhältnismäßig teuer, und ein Boxer hat zwangsläufig mehr Verschleißteile als ein normaler Vierzylinder. Mit Automatik verliert der Allradantrieb seine Untersetzung (die aber von den bisher aufgezählten Modellen eh keiner hat), das Platzangebot ist etwas schlechter als beim CR-V, der Verbrauch gleich.

X-Trail - da fallen die ersten beiden Generationen in's Budget, bei der zweiten (T31, technisch identisch zum Renault Koleos) ist der Benziner aber sehr selten. Der T30 hatte die Automatik nur in Verbindung mit dem 2.5er, was dem Verbrauch nicht so wirklich hilft. Der T31 hat anstelle der Wandlerautomatik eine CVT, auf dessen Verhalten man sich einlassen muss (auch wenn die alten Wandlerautomaten kaum anders agieren) - die aber auch alle 60000 km frisches Öl haben möchte, was gerne übersehen wird.

Allgemein haben die meisten japanischen Formate aus der Alters- und Preisklasse die Automatik eher stiefmütterlich behandelt. Die Anhängelast ist oft reduziert gegenüber der manuellen Schaltung, und vielfach sind es alte 4-Stufen-Automaten, die erst sehr spät die Wandlerüberbrückung einlegen. Bedeutet: Der Verbrauch spielte da weniger eine Rolle...

Freelander- hmja. Wenn's Automatik sein soll, gibt es da als Benziner bei der ersten Generation nur den 2.5er V6, und beim Freelander II den 3.2 R6. Ersterer ist eine Problem-Wundertüte, derer man nur durch sehr gute Kenntnis der Technik Herr werden kann. Der Zahnriemenwechsel beim 2.5er kann in der Vertragswerkstatt durchaus vierstellig kosten. Der 3.2er liegt kaum im Budget, kollidiert mit der Verbrauchsangabe, und auch die Unterhaltskosten sind auf Premium-Niveau. Der Motor war alternativ im Volvo XC90 zu finden.

Touareg, ML, X5 und co. bekommt man in der Preislage, aber ehemals sehr teure Fahrzeuge neigen nicht dazu, im Alter auf einmal günstige Betriebskosten zu verursachen. Mit viel Hubraum kommt hohe Steuerlast, 10 Liter Verbrauch mit Automatik geht maximal bergab im Windschatten eines LKW, und die gesamte Unterhaltsklasse ist natürlich eine andere Hausnummer als ein japanischer Kompakt-SUV.

Grand Cherokee - ist als Benziner völlig fernab von 10 Liter Verbrauchswunsch und nur durch Gasbetrieb in preislich ähnliche Regionen zu drücken, teuer sowohl in Steuer als auch Versicherung, und halt ein Geländewagen. Theoretisch solide, aber er schleppt halt viele Dinge mit die Du nicht brauchst, aber die in irgendeiner Form extra kosten, mindestens Sprit.

Wenn das Ganze als Zweitwagen laufen soll, wirf' auch mal einen Blick auf die Versicherungsklassen. Die genauen Zahlen musst Du anhand deiner individuellen Bedinungen ausrechnen lassen, aber die Klassen geben den Anhaltspunkt, ob es teurer oder biliger wird. Nur nach Haftpflicht betrachtet, ist ein 2005er RAV in 18. Der Grand Cherokee ist in 21, Touareg und ML in 22, der X5 in 23, das kann je nach Alter und bei 80% als Zweitwagen schon empfindlich teuer werden.

Zu einem älteren X3 E83 könnte ich noch Erfahrungswerte beitragen - allerdings fahren, bzw. fuhren zeitgleich in der Familie sowohl RAV, CR-V als auch Grand Vitara V6, und die Unterhaltskosten sind zu keinem davon konkurrenzfähig. Der X3 ist auch im Alter weniger ein besonders praktisches Fahrzeug, sondern halt Überfluss... ;)

Was Du noch auf die Liste nehmen könntest:

Mitsubishi Outlander. Die erste Generation war die Alternative zum Forester, der zweite hat eher X-Trail-Format und ebenfalls eine CVT. Gab es auch als Citroen C-Crosser und Peugeot 4007, aber lohnt nicht dort die Benziner zu suchen, und in dem Fall gab es keine Automatik.

Jeep Patriot. Die größere Variante des Compass, ist im Grunde genommen technisch viel Outlander (2.4er Mitsubishi-Motor, CVT), wird meistens günstig gehandelt, ist allerdings auch offensichtlich eher preiswert gebaut, besonders beim Blick in den Innenraum.

Nissan Qashqai +2. Die lange Version des Qashqai mit dritter Sitzreihe und Platzverhältnissen nahe am X-Trail. Technisch steckt auch immer noch der X-Trail drunter, allerdings bekommt man hier den 2.0er anstelle des 2.5er mit CVT. Äußert sich leider im Verbrauch nur marginal.

Kompaktvan als Benziner mit Automatik und Allrad wird schwierig... Seat Altea Freetrack gab es als 2.0er TFSI mit DSG, nur - das wäre so ziemlich die letzte Motor-/Getriebekombination, die ich als Empfehlung nennen würde...

Gruß

Derk

Themenstarteram 11. August 2020 um 8:54

Zitat:

@der_Derk schrieb am 11. August 2020 um 08:40:56 Uhr:

Moin Jan,

für 10000 Euro bekommst Du relativ entspannt ein brauchbares Fahrzeug aus deiner bisherigen Auswahl, allerdings - keiner davon fährt mit Automatik und Dachzelt mit weniger als 10 Liter/100km.

Hallo Derk, vielen Dank für diesen super-ausführlichen Beitrag! :) :cool:

Wozu würdest du tendieren, wenn man die Verbauchsvorgabe, die von mir ein offensichtlich nicht realistisch eingeschätzt wurde, fallen lässt? Mit deutlich über 10 l/100km meinte ich auch eher 15l/100km (hätte ich auch genauer schreiben können).

Edit:

Versicherung ist natürlich auch ein wichtiger Hinweis. Habe ich mir nie viel Gedanken drüber gemacht, da ich i. R. nicht so viel zahle. (SFK 14, öffentlicher Dienst)

Gruß

Jan

Ich würde zum Dacia Dokker raten. Der wird viel zum Mini-camper umgebaut und gerade in Norwegen ist es wichtig im Auto pennen zu können.

https://www.youtube.com/watch?v=SOAwX5aWSYA

und wenn man handwerklich nicht so geschickt ist, gibt es bereits fertige Umbausätze: https://www.campingvan.de/preise

Gut Automatik ist dann nicht.

Hi,

ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum ihr nicht mit dem Mazda + Dachzelt fahrt? Mit umgelegter oder sogar ausgebauter Rücksitzbank ist da doch jede Menge Platz. Was wollt ihr auch die Tour denn alles mitschleppen?

 

Falls es dann doch ein Auto extra für den Urlaub sein soll würde ich bei eurem Budget wohl auf einen kleinen Kastenwagen alla Caddy oder Kangoo setzen.

Für diese Modelle gibt es auch speziell angefertigte Campingboxen, unten Stauraum und Miniküche oben drauf schlafen. Das wäre schon komfortabler als ein Dachzelt.

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