E-Auto-Marktüberblick: Sehr teuer vs. halbgar

Ich teile für mich momentan den E-Auto-Markt (aktuell + kommendes Jahr) in zwei Hälften ein; sieht das jemand ähnlich?

1) Mutlose E-Autos; nicht E-Auto-optimierte Raumausnutzung (z.B. auf Verbrennerbasis, kürzerer Radstand als möglich, kein Frunk trotz langer Motorhaube, Kardantunnel, weniger Platz im Innenraum als möglich, viel teurer als die Verbrenner-Variante, in den unteren Preisbereichen meist ein Standard-lahmer Motor mit 136 PS, mit dem man teils 10 Sek von 0-100 braucht...):
* Alles von Hyundai/Kia (Ioniq, Soul, Niro, Kona)
* Opel Corsa / Peugeot 208
* Renault Zoe / Nissan Leaf

2) Sehr teuer in der Anschaffung oder schlechtes Preis-Leistungsverhältnis (und teils immer noch auf Verbrenner-Plattform wie die SUVs von Audi, Mercedes, BMW und Volvo)
* Alles von Tesla (S, 3, X, Y, Cybertruck, Roadster; ändert sich für uns wohl erst nachdem die Gigafactory in Brandenburg angelaufen ist - ob dann die E-Auto-Prämie ausgelaufen sein wird?)
* Polestar 1 und 2
* Volvo XC 40
* BMW iX3
* BMW i3
* Mini SE (teuer für die Reichweite und Größe)
* Ford Mustang Mach E
* Alles von Audi
* Alles von Mercedes
* Porsche Taycan
* Jaguar I-Pace
* Honda-E (teuer für die Reichweite und Größe)
* Opel Ampera-E
* DS 3 E-Tense
* Mazda MX-30 (teuer für die Reichweite und Größe)

Da bleibt einem als "Wahl" für nächstes Jahr eigentlich nur ein ID.3, der außen und innen hässlich ist (innen deutlich hässlicher als der Golf 8 und außen bezeichne ich das Design gerne als "generisches Zukunft-Spielzeugauto"😉. Trotzdem denke ich die einzige Vernunft-Option, bei der man das Gefühl hat, dass es ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis ist. Ich frage mich aber schon, wie viel die weniger wertig anmutenden Materialien eingespart haben und ob es das wert war, um das Modell verkaufen zu können. Ich finde es trotzdem spannend, dass e-208 und e-Corsa preislich gleich starten und einfach in jedem leistungstechnischen Aspekt (Leistung, Raumangebot) hoffnungslos unterlegen sind. Wer soll da denn zu den letztgenannten Modellen greifen?

Wer natürlich die Möglichkeit hat, sich 2020 über den Arbeitgeber oder selbstständig ein E-Auto mit der 0,5%-Regelung (oder 0,25% bei einem Listenpreis <40.000€), der hats echt gut.

Man kann natürlich sagen: wenn praktisch der gesamte Markt bestimmte Preise hat, dann sind die gerechtfertigt. Darum gehts mir gar nicht. Mir geht es darum, was man bereit ist, als Anschaffungspreis für ein Auto zu bezahlen und die teils riesigen preislichen Sprünge, die ich dann als schlechtes Preis-Leistungsverhältnis bezeichne, sind momentan natürlich dem geschuldet, dass viele E-Autos noch nicht so in der Massenproduktion angekommen sind. Viele E-Auto-Projekte empfinde ich aufgrund der "E-Motor und Batterie an Verbrenner-Karosse dranklatschen, Preis verdoppeln" - Strategie als Banane (etwas überspitzt).

Beste Antwort im Thema

Bei der Aufzählung wurden vergessen:
- der aktuelle e-Golf, momentan sogar schon ab knapp über 20k € zu haben.
- Die aufgefrischten Drillinge Up/Mii/Citigo mit Akku-Update. Den Miic Electric gibt es mit Förderung ab 16,2k €.

Abgesehen davon sehe ich gerade in der Klasse ab 40k € nicht, wo das P/L-Verhältnis so schlecht ist. Ein E-tron kostet gemessen an seiner Größe zwischen Q5 und Q7 und seiner Motorleistung nicht mehr, als in dieser Fahrzeugklasse üblich - der EQC ebenso, ein Model 3 ist mit ähnlichen Fahrzeugen (Motorleistung/Allrad) von 3er oder C-Klasse vergleichbar und ob man den ID.3 jetzt als hässlich empfindet ist eine Geschmacksfrage, die es sich nicht lohnt hier zu diskutieren, mit Förderung* ist der jedenfalls bald für weit unter 30k zu haben - der Durchschnittspreis eines Neuwagens in 2018 lag übrigens bei 31.130 €.

Klar muss der Preis generell noch nach unten gehen, aber es ist ja nicht so, dass es für höherpreisige Fahrzeuge keinen Markt geben würde, sonst würden ABM und Co. nicht jährlich Millionen an Fahrzeugen absetzen (auch außerhalb Deutschlands mit seiner subventionierten Dienstwagenpolitik). Das ist aber ein "Problem", dass sich mit steigenden Stückzahlen in den nächsten paar Jahren mMn lösen wird...wie bei jeder Einführung technischer Neuheiten.

Ich finde übrigens, dass auch Corsa-e und e208 in die richtige Richtung gehen, die bieten für ihre Fahrzeugklasse, was Ladegeschwindigkeit und Kapazität angeht schon ein gutes Angebot. Wie sich deren Preis (nach Rabatt) entwickelt muss man erst mal abwarten, sie sind aktuell ja noch nicht mal in der Auslieferung.

*Über deren Für und Wider muss man nicht diskutieren, Fakt ist, es gibt sie.

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Zitat:

@draine schrieb am 26. November 2019 um 12:50:51 Uhr:



Ob sich der ID.3 gut verkaufen wird wage ich noch zu bezweifeln. Man wirbt zwar mit einem verhältnismäßig niedrigen Kaufpreis, allerdings war VW bisher gut darin die Autos in der Basis dermaßen grottig auszustatten und zu verarbeiten (Materialauswahl), das man dann doch zur höheren Version gegriffen hat. Und da gibt es widerrum viel gute Konkurrenz.

Der ID.3 verkauft sich doch bereits sehr gut, eben weil es keine gute Konkurrenz gibt - bis auf Tesla, der aber nicht jedermanns Sache ist.
Nur Tesla und VW sind Autos die wirklich elektrische Modelle sind!! Die anderen sind wie Pferdekutschen, an die man einen Außenbordmotor angepfriemelt hat :-)

Zitat:

@ballex schrieb am 23. Nov. 2019 um 14:59:34 Uhr:


der Durchschnittspreis eines Neuwagens in 2018 lag übrigens bei 31.130 €.

Diese Angabe bringt inhaltlich keinen Mehrwert.

Wenn ich mir ein Fahrzeug für 100.000 € zulege, müssen einige Dacias verkauft werden, damit der Schnitt von 30.000 € auch erreicht wird.

Mit anderen Worten muss es vorallem deutlich unterhalb von 30.000 € vernünftige und auch richtige Basismodelle geben und nicht um und über 30.000 €, welche mit irgendwelchen Extras gerechtfertigt werden, die den Hersteller kein Geld (mehr) kosten oder in der Realität keinen (nennenswerten) Mehrwert bieten (Stichwort Leistung, Allradantrieb, Reichweite).

Das Fahrzeugangebot ist für mich aktuell genau deshalb auch uninteressant, weil es einfach keine günstigen Basismodelle gibt.
Für ein Alltagsfahrzeug, mit dem ich nur die kurzen Strecken im Umkreis von ~50 km zurücklegen möchte, brauche ich keine hohe Leistung, keine großen Akkus, keinen Allradantrieb, keine Fahrassistenten oder sonst was. Das Fahrzeug soll einfach nur von A nach B fahren, passiv sicher sein und im Winter warm sowieso im Sommer kühl werden.

Beim E-Up ist man mittlerweile schon bei 16-17k€. Bei durchaus respektablen technischen Daten.
Der E-Golf wird gerade mächtig "verramscht", für knapp 20-25k€.
Wenn Renault sich mal von dieser dämlichen Batteriemiete verabscheiden würde, wäre sogar ein gebrauchter Zoe langsam interessant usw.
Es wird schon.

Die Frage ist, wieso man 16.000 € für einen Kleinstwagen ausgeben sollte, wenn der vorrangige Anwendungszweck nur die Fortbewegung sein soll.
10.000 € wäre in dem Segment für mich die Obergrenze für ein Neufahrzeug.

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Keine Frage, es ging mir darum aufzuzeigen, dass die Preise bereits bröckeln.
Der E-Up hat anfangs, mit weniger Reichweite usw, fast 30000€ gekostet.

Zitat:

@Till Wollheim schrieb am 27. November 2019 um 12:09:43 Uhr:


Nur Tesla und VW sind Autos die wirklich elektrische Modelle sind!! Die anderen sind wie Pferdekutschen, an die man einen Außenbordmotor angepfriemelt hat :-)

Wie hat das die Marketing Abteilung von VW mal wieder geschafft, das die Leute so einen Blödsinn glauben?

Moin

Zitat:

Wie hat das die Marketing Abteilung von VW mal wieder geschafft, das die Leute so einen Blödsinn glauben?

Keine Ahnung, aber selbst wenn es so wäre, dann funktionieren sie zum großen Teil besser als die "wirklich elektrischen Modelle" und sehen meist auch besser aus....

Demnächst kommt eh wieder das alles was VW nicht gebaut hat eh nicht hält/funktioniert/sparsam ist und so weiter.

Zitat:

Die Frage ist, wieso man 16.000 € für einen Kleinstwagen ausgeben sollte, wenn der vorrangige Anwendungszweck nur die Fortbewegung sein soll.

10.000 € wäre in dem Segment für mich die Obergrenze für ein Neufahrzeug.

Das ist so schon richtig, die wenigsten Fahrzeuge aber werden für unter 10k verkauft, auch wenn sie als Beispiel Dacia anbietet. Selbst den Dacia konfigurieren sich die meisten auf über 10k. Klar gibt es immer Ausnahmen.

Leider hat der E-Antrieb ein Problem, im Gegensatz zu all den anderen Systemen, welche erst in den teuren Fahrzeugen zu bekommen war, bis er dann auch in die günstigen kam (Egal ob Klima, Servo, Airbag, ASR/ESP/XYZ, Automatikgetriebe und so weiter) und so im teuren Segment die Entwicklungskosten an Zahlungswillige Mußichhaben Kunden abwälzen konnten, ist der E-Antrieb eigentlich der ideale Antrieb für Kleinwagen mit dem Haupteinsatzgebiet Stadt als Brot und Wasser Autos.

Den wenigsten Bentley und Porschefahrern kann ich mit einem lautlosen E-Antrieb ums Eck kommen, der keine hinreichende Reichweite an den Tag legt. Von daher hat Ellon Musk alles richtig gemacht, son E-Auto muß nen Verbrenner alt aussehen lassen, der muß mit 800 und mehr PS aufwarten, nur dann sind die reichen daran interessiert und zahlen die teure Forschung, erst dann kann er billiger werden.

Leider halt sehr entgegen dem eigentlichen Nutzungsfeld.

Darum, brauchbare E-Fahrzeuge gibt es noch keine 10 Jahre, so lange und länger dauerte es auch bis oben benannte Gimmicks in Kleinwagen Einzug erhielten, also gebt der Entwicklung Zeit, die günstgigen Modelle kommen von ganz alleine.

Moin
Björn

Zitat:

Darum, brauchbare E-Fahrzeuge gibt es noch keine 10 Jahre, so lange und länger dauerte es auch bis oben benannte Gimmicks in Kleinwagen Einzug erhielten, also gebt der Entwicklung Zeit, die günstgigen Modelle kommen von ganz alleine.

z.B. der Renaulte K-ZE, wenn man mit der Höchstgeschwindigkeit + Beschleunigung klar kommt...
Wobei ich mir auch vorstellen könnt, das sie 2 Leistungsstufen in verschiedenen Reichweiten, also mehr Leistung + mehr Reichweite anbieten werden...

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