Dynamisches Lastmanagement für Tiefgarage

Moin zusammen,

seit mehreren Jahren bereite ich mich vor, unsere Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses mit einer Ladelösung zu versehen. Allerdings gestaltet sich der Markt noch immer recht unübersichtlich. Daher würde ich gerne hören, ob ihr Erfahrungen oder Ideen habt, die ich noch nicht in Betracht gezogen habe.

Hier die Fakten:
13 Wohneinheiten (Eigentumswohnungen) mit je 1 Tiefgaragenstellplatz ( = 13 Tiefgaragenstellplätze)
Hausanschlussleistung 78 kW (125A/Phase), Erhöhung der HA-Leistung wurde vom Netzbetreiber zunächst abgelehnt
Installiert werden sollen zunächst 3-5 Wallboxen für Miteigentümer mit Ladebedarf auf dem jeweils eigenen Stellplatz. Das System soll aber skalierbar/erweiterbar sein auf bis zu 13 Wallboxen, damit auf lange Sicht keiner benachteiligt wird.
Die jeweilige Wallbox soll durch den Lieferanten des jeweiligen Wohnungseigentümers versorgt werden - also Anschluss hinter dem Haushaltszähler. Separat die Energiemengen unter uns aufteilen wollen wir eigentlich nicht.
Um die Hausanschlussleistung bestmöglich auszureizen, benötigen wir also dynamisches Lastmanagement, welches die zur Verfügung stehende Leistung des Hausanschlusses optimal auf die Wallboxen verteilt. Wenn also ein Mitbewohner seine Sauna anschmeißt, dann müssen die Wallboxen entsprechend Ladeleistung reduzieren.
Ich habe eine kleine Skizze im Anhang angefertigt, um das Anschlussvorhaben zu verdeutlichen.

Was ich bisher herausgefunden habe:

Innogy: Kein Angebot für Privatkunden.

BS Energy: Vertrieb von Mennekes-Produkten, derzeit noch keine Lösung im Portolio. Bisher nur statisches Lastmanagement.

Charge.ON: Nur Statisches Lastmanagement.

ChargeIT: Hat u.a. das Dörnberg in Regensburg ausgestattet, Ladelösung für 400+ Stellplätze. Ist tauglich, aber mit Kanonen auf Spatzen und dementsprechend sehr teuer.

The Mobility House: Dynamisches Lastmanagement als Kauflösung ohne Folgekosten, jedoch müssen alle Wallboxen (Alfen Eve Single) über eine separat gemessene Unterverteilung angeschlossen werden. Macht einen Beschluss zu einem gemeinsamen E-Mobility-Energielieferanten sowie eine separate Energiemengenabrechnung erforderlich.

Keba: Kombination aus P30x (Master) und P30c (Slave) beherrscht nur statisches Lastmanagement bzw. dynamisches Lastmanagement der Wallboxen bei statischer Vorgabe der Gesamtladeleistung.

Webasto: Wallbox als Master- und Slave-Kombination ermöglicht genau das, was wir benötigen. Energiebezug über den Haushaltsstromlieferanten, dynamisches Lastmanagement unter Einbeziehung des Gebäudebezugs, dynamische Verteilung der Leistung an die Wallboxen.

Bisher sind also nur Webasto und ChargeIT in der Lage, unseren Bedarf zu bedienen. Dabei ist Webasto deutlich günstiger, da das Lastmanagement offline in der Wallbox stattfindet und nicht wie ChargeIT ein Online-Backend nebst zentraler Infrastruktur erfordert.

Daher würde ich mich freuen, wenn ihr vielleicht weitere Tips oder Erfahrungen habt, die ich im Vorfeld unserer kommenden Eigentümerversammlung im April aufnehmen kann.

Beste Grüße
Martin

Beste Antwort im Thema

Ich danke euch für die kontroverse Diskussion, die mir auch einige Denkansätze bieten. Ich kann nicht auf jedes Argument detailliert eingehen. Aber in Summe:

Wenn nach Holgors Ansatz jeder sein eigenes Ladesüppchen kocht, dann wird die billige 400 EUR-Wallbox gekauft oder ein CEE16-Anschluss gelegt zum Stellplatz. Das machen 4 Leute und dann ist die Anschlussleistung erschöpft. Das ist Wildwuchs pur, das muss vermieden werden.

Die Idee, später ein Lastmanagement zu kaufen, funktioniert nur, wenn die Wallboxen von vornherein kompatibel dazu sind, sonst wird das Lastmanagement zu teuer. Und ja, das Lastmanagement soll auf die mitmachenden Nutzer umgelegt werden, später hinzukommende Miteigentümer können sich dann in die Lösung einkaufen. Daher gefällt mir die Webasto-Lösung so gut, da gibt es keine zentralen Komponenten (von ein bisschen Netzwerktechnik und einem MBUS-Zähler mal abgesehen).

Den Vergleich mit der Küche und dem Küchenbauer verstehe ich nicht. Eine Küche hat recht standardisierte Verbraucher (Ofen, Kochfeld, Mikrowelle) und die Hausanschlussleistung ist von vornherein auf 13 Wohneinheiten MIT Küche konzipiert. Und ein Kochfeld muss auch nicht heruntergeregelt werden, da es in der Regel nicht 3-8 Stunden mit Volllast läuft. Da ist die Wahrscheinlichkeit einer hohen Gleichzeitigkeit sehr gering und statistisch gesehen gibt die Hausanschlussleistung das locker her.

Bei 3-4 unter Volllast ziehenden Autos (11kW) ist jedoch ein großer Block der Hausanschlussleistung dauerhaft blockiert. Das geht nicht. Es darf keiner am Kochen gehindert werden, weil andere ihre Autos laden. So ist zumindest mein Empfinden von Fairness. Daher müssen die Autos bei Engpässen immer zurückstecken.

Gewollt ist, dass jeder seinen Stromlieferanten nutzen kann und keine separate Abrechnung stattfindet. Gewollt ist eine Lastmanagementlösung, die die Wohnungen priorisiert und die restliche Leistung den Autos zur Verfügung stellt, alles andere wird nicht mehrheitsfähig. Und gewollt ist auch, dass die Verdrahtung hinter dem Wohnungszähler stattfindet, ein späterer Stellplatzwechsel ist nahezu absolut ausgeschlossen, da die Stellplätze alle im jeweiligen Eigentum des Wohnungseigentümers sind. Dies ist kaufvertraglich und notariell fixiert, ein späterer Wechsel ist so gut wie ausgeschlossen und wenn dann nur in Absprache einzelner Eigentümer untereinander leihweise möglich. Und selbst wenn jemand tauschen will (Wahrscheinlichkeit nahe 0 %), dann ist das deren Sache das neu zu verdrahten. Sind dann halt ein paar Kabel im Hausanschlussraum.

Was das Template angeht: Wenn ich die Idee richtig verstanden habe, dann mache ich genau das jetzt gerade. Das System wird so konzipiert, dass insgesamt 13 teilnehmen können. Und wenn's zu Anfang nur n=2 sind, dann tragen die alle anfallenden Kosten (zentrale Kosten geteilt durch n, jeder trägt seine eigenen Wallbox-Kosten). Da ist das Lastmanagement zwar etwas unterfordert, aber problemlos skalierbar, wenn's dann mal 4 oder 13 werden. Erneut: Webasto hat kaum zentrale Kosten und ist auf 13 skalierbar.

Wenn die Eigentümergemeinschaft einen Beschluss fasst, dann ist der bindend. Wenn später jemand seine eigene ungeregelte Wallbox an die Wand baut, darf die Eigentümergemeinschaft die Entfernung verlangen. Wenn also jemand eine Wallbox will, dann muss er halt das beschlossene System verwenden und sich an den zentralen Kosten beteiligen. Das ist in meinen Augen Fairness. Niemand wird bevorteilt oder verschafft anderen einen Nachteil. Ebenso ist es in meinen Augen Fairness, dass eine Sauna (die's immer noch nicht gibt bei uns), ein Elektrogrill oder ein Kochfeld technisch bevorzugt wird und den Autos Ladeleistung nimmt, weil die letztgenannten Verbraucher nur kurzzeitig laufen. Sind die wieder aus, bekommt das Auto die Ladeleistung zurück. Das wird immer noch reichen, dass das Auto am nächsten Tag voll sein dürfte.

Oder liege ich mit der Beurteilung völlig falsch?

Der Vorschlag einer GbR ist begründet, wäre im Falle einer PV auf dem Dach ja auch zu überlegen. Aber ich glaube, in unserem Fall ist das nicht unbedingt notwendig, solange das Wallbox-System von jemandem koordiniert wird (und das bin in diesem Fall ich - sollte ich mal ausziehen: nach mir die Sintflut 😁 ).

VG
Martin
PS: Hab's noch nicht geschafft, dem Elli-VW-System hinterherzutelefonieren.
PS2: ups, sorry, sehr langer Beitrag...

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Wie zukunftssicher sind eigentlich solche Installationen? Anfangs (also jetzt) machen meist nur wenige mit, nach und nach werden es erst mehr. Das kann sich aber sicher einige Jahre, vermutlich 20+, ziehen bis da jeder relevante Stellplatz eine Wallbox hat. Die ersten Wallboxen werden alle so lange sicher nicht funktionieren, deshalb wäre doch eine herstellerunabhängige Lösung mit einer gängigen Kommunikationsschnittstelle sicher vorzuziehen, oder? Welche Lösungen sind hier bisher bekannt?

alles was ich zu diesem Thema recherchiert hatte, hat mich nicht überzeugt. Die Elektriker die wir angesprochen haben kennen sich mit derartigen „heterogenen“ Lösungen nicht aus und die Lösungen die ich gefunden haben sind auch nur für bestimmte Wallboxen „freigegeben“. Als weiterer negativer Punkt kam hinzu, dass es mit einer Einmalzahlungen in die Hardware nicht getan ist, sondern das monatliche bzw. jährliche Gebühren fällig werden für das Thema Lastmanagement „heterogener Wallboxen“. Wie gesagt, das sind unsere persönlichen Erfahrungen in der WEG. Daher entscheiden wir uns gerade für eine Lastmanagmentlösung eines Herstellers und führen nun daher Alfen als Wallbox Lösung ein wo dies in der Wallbox integriert ist. Wobei hier jeder Stellplatzbesitzer frei entscheiden darf welches Alfen Modell er sich anschaffen will, da einer z.B. kein fest veranschlagtes Kabel wünscht und ein zweiter ein Display wünscht zum ablesen der Daten für eichkonformes laden seines Firmenwagens, etc. Die Kosten für die zentrale Komponente (weiterer Schrank für Sicherungen, Ethernetswitch, etc. und für den Durchbruch in den Hausanschlussraum (Brandschutzschott öffnen) zahlen wir aus den Rücklagen der WEG. Verkabelung zum Stellplatz und die eigentlich Wallbox zahlt der Stellplatzbesitzer.

Die Wahl hatten wir auch - die Alfen-Familie oder ChargeX. Für uns waren die niedrigeren Investitionskosten für das ChargeX-System ausschlaggebend, auch wenn einige Miteigentümer das Alfen-System präferiert hätten. Nur so konnten wir eine hohe Teilnehmerzahl erreichen. Für keinen Miteigentümer war das ChargeX-System ein NoGo.

Gleichzeitig ist das Investitionsrisiko bei 700 EUR Gesamtkosten pro installierter Wallbox (nach Abzug der Förderung) so gering, dass man bspw. in 10 Jahren problemlos auf ein neues System wechseln könnte, was immer dann angesagt ist.

Dass wir Folgekosten haben, um eine Abrechnung erstellen zu können, ist dabei akzeptabel. Allerdings müssen wir noch ausdiskutieren, wie diese Folgekosten gehandhabt werden für Wallbox-Eigentümer, die noch kein Elektroauto haben und die Wallbox somit nicht nutzen, da deren Verbrauchskosten vorhersehbar Null sind.

Allerdings: Bei Abrechnungskosten von 40 EUR netto pro ChargeX-System beträgt der Anteil pro Miteigentümer 12 EUR brutto pro Jahr. Das sollte für jeden zu stemmen sein und rechtfertigt keine um 1800 EUR teurere Installation pro Wallbox, wie es bei Alfen der Fall gewesen wäre.

bei unserer WEG Entscheidung für Alfen war es wichtig, das es kfw geförderte Alfen Wallboxen gibt für unter € 700,- (niedrigste Anforderung durch den Anwender) bis hin zu Wallboxen bei Alfen die € 1.700,- kosten (mit dem Thema Display und eichrechtskonforme Messung) mit 8 Meter langem Kabel um gleich zwei Stellplätze eines Haushaltes mit der Kabellänge versorgen zu können. Zu den Wallboxpreisen kann man dann noch die € 900,- Förderung abziehen. Jeder Stellplatzbesitzer konnte da seine eigene Entscheidung treffen, ob er nun eine teure oder günstige Wallbox nimmt. Hauptsache aber ein Anbieter damit es mit dem herstellerspezifischen Lastmanagement ohne laufende Jahresgebühr realisierbar ist. Das mit den laufenden Kosten bei einer Load balancing Lösung war ein „no-go“ zumal auch nur 20% der Stellplatzbesitzer jetzt mitmachen werden und es dann immer Aufwände gegeben hätte die Kosten jedes Jahr in der WEG spezifisch umzulegen.

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Zitat:

@halifax schrieb am 9. September 2021 um 08:11:15 Uhr:


Wie zukunftssicher sind eigentlich solche Installationen? Anfangs (also jetzt) machen meist nur wenige mit, nach und nach werden es erst mehr. Das kann sich aber sicher einige Jahre, vermutlich 20+, ziehen bis da jeder relevante Stellplatz eine Wallbox hat. Die ersten Wallboxen werden alle so lange sicher nicht funktionieren, deshalb wäre doch eine herstellerunabhängige Lösung mit einer gängigen Kommunikationsschnittstelle sicher vorzuziehen, oder? Welche Lösungen sind hier bisher bekannt?

Gibt es doch. Das ist OCPP. Sofern man sich eine Wallbox kauft, die man stets auf die neueste OCPP Version updaten kann, sollte man auf der sicheren Seite sein.

Zitat:

Die ersten Wallboxen werden alle so lange sicher nicht funktionieren, deshalb wäre doch eine herstellerunabhängige Lösung mit einer gängigen Kommunikationsschnittstelle sicher vorzuziehen, oder?
Welche Lösungen sind hier bisher bekannt?

Die herstellerunabhängigen Standards für Lastmanagement auf der Ebene der Anwendungsprotokolle sind im wesentlichen:

Im Backbone der Wallboxen:
OCPP ab V1.6 für größere Installationen - https://de.wikipedia.org/wiki/OCPP
EEBus, eher für einzelne Smart Homes - https://de.wikipedia.org/wiki/EEBUS

Zwischen Wallbox und Auto:
IEC 61851-1 - das ist noch die analoge Basiskommunikation zum Auto, aber damit kann man immerhin den Onbord-AC-Lader des Autos drosseln. An sich reicht das für einfaches Lastmanagement ja schon aus, wenn sich die Wallboxen vorher untereinander den Kuchen aufgeteilt haben. Und den Gesamtkuchen (also die Summenleistung für alle) kann man dabei statisch oder dynamisch betrachten lassen. Bissle aufwendig ist dabei, dass am Ende 3 Phasen zu den Wallboxen gehen und eigentlich alle 3 Phasen verwaltet werden wollen, denn in so einer Tiefgarage vermischen sich ja am Ende: 1-Phasen-Lader, 2-Phasen-Lader und 3-Phasen-Lader. IEC 61851-1 kann aber nur die Stromstärke für alle Phasen gleich zum Auto kommunizieren.

ISO 15118 - erweiterte Kommunikation zwischen Wallbox und Fahrzeug, da hängen dann erweiterte Funktionen mit dran: V2G-Laden, netzdienliches Laden, zeitgesteuertes Laden, Kommunikation von Ladetarifen zum Fahrzeug, Authentifizierung und Plug&Charge.

Die Kommunikation an sich (OSI-Layer 1 und 2) kann dann über PLC, Ethernet, WLAN laufen, wahlweise auch KNX, Bluetooth oder was den Leuten noch so einfällt. Das hatten wir hier im Verlauf schon mal. Auf OSI Layer 3 und 4 sind weitgehend IPv4 oder IPv6 und TCP/UDP gesetzt.

Die größten Differenzen gibt es aber in den Implementierungen der ganzen Features und Versionen der Anwendungsprotokolle (siehe oben) und bei dem Implementierungen von ISO 15118.

Wallboxen sind an sich simple Dinger, die auch mal 20 Jahre oder so halten können. Ist ja quasi nur ein Relais und bisschen Logik für die Sicherheit ringsrum, und eine Plastekiste ringsrum. Und Logik ist maßgeblich Software. Die KfW-440-Förderbedingungen verlangen, dass die Firmware prinzipiell updatebar sein soll, prüft es aber nicht.

Wenn einem Basisfunktionen einer Wallbox ausreichen, kann man die locker 20 Jahre betreiben. Wer mehr will mit Pipapo drumrum, der wird schauen müssen, dass sich die Software aktualisieren lässt und dass der Wallbox-Hersteller auch wirklich die Software pflegt. Das kann man leider nicht voraussetzen.

Zitat:

@H-H-B schrieb am 9. September 2021 um 13:38:18 Uhr:


bei unserer WEG Entscheidung für Alfen war es wichtig, das es kfw geförderte Alfen Wallboxen gibt für unter € 700,- (niedrigste Anforderung durch den Anwender) bis hin zu Wallboxen bei Alfen die € 1.700,- kosten ...

Der Kaufpreis der Wallboxen alleine war nicht das Ausschlaggebende, hier tun sich Alfen und ChargeX nicht viel. Die Installationskosten sind bei Alfen ungleich höher, da nicht ein Kabel für bis zu 7 Wallboxen gezogen werden muss, sondern eben bis zu 7 Kabel mit deutlich längerem Kabelweg.

Hinzu kommen diverse Extrakosten bei Alfen für die Freischaltung des Lastmanagements und die Wandlermessung für das dynamische Lastmanagement. Das hat die Gesamtinstallation massiv verteuert.

Wie gesagt, bei 40 EUR pro Jahr pro ChargeX-System komme ich nicht groß ins Zucken und müsste viele Jahre warten, bis sich die Alfen-Mehrkosten amortisiert hätten.

Aber ich will auch eure Entscheidung gar nicht anzweifeln, im Gegenteil, ich finde es super, dass ihr euch vernünftig auf ein vernünftiges System geeinigt habt!

Der Vollständigkeit halber unser Kostenvergleich für 23 Stellplätze und 16 Wallboxen:
Alfen: 28.400 EUR zentrale Kosten (Herrichtung der Unterverteilung, Installation dynamisches Lastmanagement etc.) + 1700 EUR pro Wallbox (Hard-/Software, Installation, Inbetriebnahme)
ChargeX: 5.400 EUR zentrale Kosten + 1300 EUR pro Wallbox

Laufende Kosten haben wir sowieso:
Abrechnung der EMOB-Kosten durch die Hausverwaltung
Grundgebühr für die Energiebelieferung

Daher spielen die Backend-Kosten von ChargeX kaum eine Rolle.

da bei uns die Stellplatzbesitzer diese unterschiedlichen Anforderungen hatten an die Wallbox hatten wir uns bei Alfen mit den verschiedenen Modellen am besten aufgehoben gefühlt (einer wegen seinem Firmenwagen der die Wallbox bezahlt bekommt wenn diese eirechtskonformes ablesen am Display der Wallbox ermöglicht, der andere wollte nur eine einfache Dose an der Wallbox wo er sein Kabel anschließt und der nächste ein festangeschlossenes Wallboxkabel mit außergewöhnlicher 8 Meterlänge. Im Grunde ist doch gut dass es so viele verschiedene Anbieter und Lösungsmöglichkeiten gibt, dann kann jeder das finden was für ihn am besten passt.

Kurzes Update von mir: Unser Netzbetreiber hat endlich der Installation von je zwei ChargeX-Systemen mit je 11 kW an jedem der beiden Hausanschlüsse zugestimmt - damit können die vier ChargeX-Systeme mit insgesamt 16 Ladepunkten nun installiert werden. Und es liegen somit alle Voraussetzungen für eine Montage vor.

Derzeitige Liefertermin der Hardware: Anfang Dezember, somit im Plan. Ich werde berichten 😁

Ich weiß, dass das Tesla nur bedingt tangiert aber du unser Wunschauto ein M3 ist, platziere ich es mal hier.
Wir planen die Anschaffung eines M3, haben aber das Problem, dass wir in der Tiefgarage keinerlei Stromanschluss haben. Also nicht mal ne Schukosteckdose.

Grundsätzlich kann man uns ja eine Wallbox nicht verwehren aber jetzt kommt der Punkt.
Fast jeder möchte ebenfalls eine, größtenteils nur um den Werterhalt der eigenen Wohnung zu sichern, was bedeutet, es muss ein intelligentes Lastmangement her.

Jetzt kommt der Punkt.
Der Hausvewalter sagt zwar, kann ich ihnen nicht verwehren aber er werde sich darum nicht kümmern.
Das sollten die Bauwilligen selber erledigen.
Jetzt gibt es ja nur einen Bauwilligen der auch tatsächlich kurzfristig ein E-Auto fahren will und das wäre ich.
Alle anderen möchten das für die Zukunft oder aber um den Wert der Butze zu steigern.
Deren Engagement ist daher bei null.
Also würde es an mir liegen, da Angebote einzuholen und ich soll ein Konzept vorlegen, mit dem alle zufrieden sind. Die, die sowas nicht wollen, sollen zufrieden sein und die andere Seite auch.
Die Kostendeckung muss geklärt sein. Wie die Kosten zu regeln sind, wie jemand nachträglich eine Wallbox haben möchte. Dazu muss die Gebäudeversicherung neu angefragt und gerecht verteilt werden.

Wenn man dann 2-3 aktive E-Auto-Hasser im Haus hat und außerdem viel Lethargie,
komm ich schon auf die Idee, dass mir das zu viel Stress und Ärger bedeutet.

Wie sind Eure Erfahrung in Mehrfamilienhäuser?
Hat das bei Euch die Hausverwaltung geplant ?
Seht ihr diese bei sowas in der Pflicht ?

[Von Motor-Talk aus dem Thema 'Intelligentes Lastmangegement MFH' überführt.]

Wenn es nur die eine Leitung und einen freien Platz im Sicherungskasten gibt, dann ist es kein Problem, da der Grundversorger vom Elektroinstallateur informiert wird und der Smart Zähler das Lastenmanagement bei nur einem Abnehmer selbst regelt. Im übrigen entspricht die 11 KW Anschlussleitung einem voll eingeschalteten E-Herd.
Zur Meldung an die Gebäudeversicherung ist die Hausverwaltung ohnehin verpflichtet. Fakt ist, Ladestationen führen nicht zu einem besonderen Risiko der Gefahrerhöhung für die Gebäudeversicherung. Damit wird die Wallbox automatisch von der Wohngebäudeversicherung umfasst. Die bereits im Versicherungsvertrag eingeschlossenen Gefahren Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Elementar gelten auch für die Ladestation. Mit einem zusätzlichen Technikschutz zur Gebäudeversicherung werden auch Schäden durch Tierbiss an elektrischen Leitungen und der Ladeanlage sowie Überspannungsschäden infolge Netzwerkschwankungen mitversichert.

[Von Motor-Talk aus dem Thema 'Intelligentes Lastmangegement MFH' überführt.]

Zitat:

@Geissbockandy schrieb am 5. Dezember 2021 um 11:00:27 Uhr:


Ich weiß, dass das Tesla nur bedingt tangiert aber du unser Wunschauto ein M3 ist, platziere ich es mal hier.
Wir planen die Anschaffung eines M3, haben aber das Problem, dass wir in der Tiefgarage keinerlei Stromanschluss haben. Also nicht mal ne Schukosteckdose.

Grundsätzlich kann man uns ja eine Wallbox nicht verwehren aber jetzt kommt der Punkt.
Fast jeder möchte ebenfalls eine, größtenteils nur um den Werterhalt der eigenen Wohnung zu sichern, was bedeutet, es muss ein intelligentes Lastmangement her.

Jetzt kommt der Punkt.
Der Hausvewalter sagt zwar, kann ich ihnen nicht verwehren aber er werde sich darum nicht kümmern.
Das sollten die Bauwilligen selber erledigen.
Jetzt gibt es ja nur einen Bauwilligen der auch tatsächlich kurzfristig ein E-Auto fahren will und das wäre ich.
Alle anderen möchten das für die Zukunft oder aber um den Wert der Butze zu steigern.
Deren Engagement ist daher bei null.
Also würde es an mir liegen, da Angebote einzuholen und ich soll ein Konzept vorlegen, mit dem alle zufrieden sind. Die, die sowas nicht wollen, sollen zufrieden sein und die andere Seite auch.
Die Kostendeckung muss geklärt sein. Wie die Kosten zu regeln sind, wie jemand nachträglich eine Wallbox haben möchte. Dazu muss die Gebäudeversicherung neu angefragt und gerecht verteilt werden.

Wenn man dann 2-3 aktive E-Auto-Hasser im Haus hat und außerdem viel Lethargie,
komm ich schon auf die Idee, dass mir das zu viel Stress und Ärger bedeutet.

Wie sind Eure Erfahrung in Mehrfamilienhäuser?
Hat das bei Euch die Hausverwaltung geplant ?
Seht ihr diese bei sowas in der Pflicht ?

[Von Motor-Talk aus dem Thema 'Intelligentes Lastmangegement MFH' überführt.]

Option 1: Du planst jetzt nur die Leitungen und holst dir eine billige Box. Wenn später zu viele für die Last dazu kommen, muss man sich erneut auf ein Lastmanagement einigen. Dann musst du eventuell die Box tauschen.

Option 2: Du planst jetzt Leitungen und Lastmanagement und ihr legt euch auf ein System fest. Dann sollten sich aber jetzt alle das Lastmanagement teilen, was sicher einige nicht wollen.

Option 3: Du bist egoistisch und planst nur deinen Teil und verlagerst die Diskussion der Gesamtlast auf den nächsten. Und immer so weiter. Bis es irgendwann nicht mehr passt. Aus meiner Sicht die schlechteste Lösung, aber du würdest wohl am schnellsten zu deiner Box kommen.

Zitat:

@Geissbockandy schrieb am 5. Dezember 2021 um 11:00:27 Uhr:


Wie sind Eure Erfahrung in Mehrfamilienhäuser?

Hallo zusammen und @Geissbockandy ,

ein ähnliches Problem habe ich gelöst:

Zitat:

... der gesetzliche Hut ist groß genug, um die Interessen beider Seiten unter den Wohnungseigentümern zu vereinen ...

... Damit wird dein Recht, eine bauliche Veränderung für das Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge zu verlangen begrenzt durch das Recht der übrigen Eigentümer, nicht unbillig benachteiligt zu werden. Das soll heißen, die heutige Ausgestaltung der Einzel-Maßnahme muss so erfolgen, dass es allen anderen Eigentümern entweder zeitgleich oder zeitversetzt möglich sein wird, mittels baulicher Veränderung das Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge zu verlangen.

Konkret solltest du einen Wallbox-Hersteller auswählen, der in seinem Sortiment Lastmanagement-Hardware für 5 bis z. B. 100 Ladepunkte anbietet, die damit nach und nach installiert werden können.

Auf Grund ähnlicher Erfahrungen und Anforderungen im Rahmen ordnungsgemäßer Verwaltung habe ich den Hersteller Schneider electric ausgewählt und einen ersten Ladepunkt installieren lassen. Die mit dem Hausanschlusskasten zur Verfügung stehende Anschlussleistung wird zu jedem späteren Zeitpunkt mittels Erweiterung durch den Einsatz von Lastmanagement-Hardware nicht an ihre Grenzen gebracht

... weiterlesen:

https://www.motor-talk.de/.../...x-in-weg-tiefgarage-t5856471.html?...

Zitat:

8m Zuleitung, Montage und Inbetriebnahme am eigenen Stromzähler netto 350,00 EUR, zzgl. Wallbox Schneider Electric EVlink-Smart G4 22 kW, auf 11 kW gedrosselt (7,4 kW 1ph bis 22 kW 3ph), mit entsprechendem Gerät für Lastmanagement auf 5/15/50 oder 100 Ladepunkte erweiterbar

... weiterlesen:

https://www.motor-talk.de/.../...-ladeinstallationen-t6804989.html?...

Zitat:

Datenblatt

... weiterlesen:

https://www.motor-talk.de/.../...ent-fuer-tiefgarage-t6815759.html?...

LG, Walter

Hallo Walter,
das hört sich gut an!

Wir haben in unserer Tiefgarage mit 75 Stellplätzen zwei Angebote mit Schneider Technik LM u Möglichkeit der Wallbox G4 samt Verkabelung vorliegen. Dabei frage ich mich, ob man es nicht auch so skalierbar machen könnte, wie Du?

Denn die vorhandenen Angebote finden sicherlich keine Mehrheit:

1. Angebot:
Mit 2 Lastmanagements an 2 von sechs Hausanschlüssen (zur TG gehören nämlich 6 Häuser mit 95 Einheiten), ca 240.000 EUR
2. Angebot:
Mit einem Lastmanagement an einem extra zu schaffenden Tiefgaragenanschluss mit 170.000 EUR.

Von 75 wollen grade mal 6 jetzt einen Anschluss, aber selber machen.

Die Verwaltung hat diese 2 Angebote eingeholt, die beschlossen werden sollen, aber kaum mehrheitsfähig sind.

Den Unterlagen habe ich aber entnommen, dass die Schneidertechnik wohl ein nachträgliches erweitern u ein Lastmanagememt zulässt.

Wenn das so simpel wäre, müsste die WEG nur beschließen, ja ihr Sechs Willigen, Ihr könnte eure Anschlüsse, Kabel usw legen, sofern ihr die Schneider Technik verwendet, dh die auf 11kw gedrosselten G4 Wallboxen u das Lastmanagement von Schneider nehmt!

Gibt es dazu schon irgendwelche Erfahrungen?

Und zu den Kosten von ca 2.200-3.200 EUR pro Stellplatz würden noch 2.000 EUR je Wallbox pro Stellplatz kommen.

Zwischen 4.200 und 5.200 EUR je Stellplatz!

Zitat:

@leasing19 schrieb am 8. Dezember 2021 um 20:56:27 Uhr:


[...]
Wenn das so simpel wäre, müsste die WEG nur beschließen, ja ihr Sechs Willigen, Ihr könnte eure Anschlüsse, Kabel usw legen, sofern ihr die Schneider Technik verwendet, dh die auf 11kw gedrosselten G4 Wallboxen u das Lastmanagement von Schneider nehmt!

Hallo zusammen und @leasing19 ,

der Tenor aus dem Urteil des Amtsgerichts München vom 01.09.2021 Aktenzeichen 416 C 6002/21

https://www.justiz.bayern.de/.../41.php

Zitat:

Auszug
Daher ist es mit Blick auf die Interessen der anderen Mietparteien nur gerecht, nunmehr eine für alle Interessierten gleiche Lösung mit der Errichtung durch die Stadtwerke München zu gewähren, welche eine Überlastung des Stromnetzes technisch verhindern können. Es wäre nicht akzeptabel, den Klägern vorliegend eine private Lösung zu erlauben, spätestens aber nach Ausschöpfen der geringen Kapazität weiteren Interessenten die Lösung aufgrund der Stromproblematik zu versagen. (…)

stellt auf Wemog § 20 Bauliche Veränderungen ab:

Zitat:

(2) Jeder Wohnungseigentümer kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die [...] 2. dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge [...] dienen.

(4) Bauliche Veränderungen, die die Wohnanlage grundlegend umgestalten oder einen Wohnungseigentümer ohne sein Einverständnis gegenüber anderen unbillig benachteiligen, dürfen nicht beschlossen und gestattet werden; sie können auch nicht verlangt werden.

Aus diesem Grunde solltest du für die nächste Wohnungseigentümerversammlung einen Antrag stellen, der zum Inhalt folgende Marschrichtung haben könnte:

• Für Ladepunkte Login z. B. für Schneider electric Wallboxen und Lastmanagement
• Wallbox-Beschaffung und -Installation auf Kosten des jeweiligen Wohnungseigentümers zeitgleich oder zeitversetzt nach Bedarf
• Anschluss der Wallbox an den jeweils eigenen Stromzähler
• Beschaffung von Lastmanagement ab und je nach Bedarf auf Kosten der Instandhaltungsrücklage

Auf diesem Wege würde kein Miteigentümer unbillig benachteiligt.

Zitat:

@leasing19 schrieb am 8. Dezember 2021 um 20:56:27 Uhr:


Dabei frage ich mich, ob man es nicht auch so skalierbar machen könnte, wie Du?

Ja - ich bin jedoch kein Elektriker. Für eine solche Skalierung dürfte am Anfang womöglich kein Lastmanagement abhängig von der Hausanschlussleistung notwendig sein, insbesondere, wenn sich die Installation der ersten sechs Ladepunkte an die jeweils eigenen Stromzähler womöglich gleichmäßig auf die vorhandenen Hausanschlusskästen verteilt.

Du solltest vorher unbedingt mit der Fachfirma sprechen, die die Angebote erstellt hat und das Ergebnis der noch schriftlich zu fixierenden Planung für eine konkrete Umsetzung deiner angedachten Vorgehensweise von den ersten 6 Wallboxen bis zum 75. Ladepunkt in einigen Jahren in deinen Antrag für die nächste WEG-Versammlung aufnehmen, denn über die Durchführung und Ausgestaltung der Maßnahme ist im Rahmen ordnungsmäßiger Verwaltung zu beschließen.

Dein Antrag kann nicht abgelehnt werden, wenn durch dein beantragtes Konzept kein Miteigentümer unbillig benachteiligt wird.

Spätestens bei der Installation von Hardware für Lastmanagement wird als weiteres Thema die Stromzählung im ungezählten Bereich bedeutsam. Siehe Anhang.

Zitat:

@leasing19 schrieb am 8. Dezember 2021 um 20:56:27 Uhr:


Von 75 wollen grade mal 6 jetzt einen Anschluss, aber selber machen.

Was ist mit "selber machen" gemeint? Womöglich Kabel verlegen und Löcher bohren.
Anschlüsse elektrischer Anlagen an das Niederspannungsnetz in Eigenleistung sind in NRW (wie auch in Berlin?) nicht erlaubt und können auch nicht per WEG-Beschluss autorisiert werden.

Für Elektroinstallateure in NRW gilt für die Eintragung in das Installateurverzeichnis der jeweiligen Stadtwerke:

• Antrag auf Eintragung in das Elektro-Installateurverzeichnis nach den Grundsätzen für die Zusammenarbeit von Netzbetreibern und dem Elektrotechniker-Handwerk bei Arbeiten an elektrischen Anlagen gemäß Niederspannungsanschlussverordnung (NAV)
• Qualifikationsnachweis der verantwortlichen Elektrofachkraft gemäß der "Verfahrensordnung Sachkundenachweis für den Anschluss elektrischer Anlagen an das Niederspannungsnetz" (Seite 6)
• Nachweis über die Eintragung in die Handwerksrolle der Handwerkskammer (HWK)
• Gewerbeanmeldung und Nachweis einer Werkstatt sowie ausreichendem Werkzeug/-maschinen und Fachliteratur gemäß der Richtlinie und Hinweise für die Werkstattausrüstung von Betrieben des Elektrotechniker-Handwerks vom Landesinstallateurausschuss NRW
• Versicherungspolice (Betriebshaftpflichtversicherung über eine Summe von mind. 1,5 Mio. € pauschal für Personen- und Sachschäden)

LG, Walter

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