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dritter körper- gar nicht so uninteressant

Themenstarteram 15. September 2015 um 20:23

ich weiß nicht warum das thema geschlossen wurde?

wir hatten mal im bioethanolforum darüber eine hitzige, aber wissenschaftlich (naja, einigermassen:D) geführte diskussion.

obwohl ich anfangs sehr skeptisch war,

 

diese argumentation

hat mich zu nachforschungen angeregt; man findet dazu doktorarbeiten.

ein danach eingefahrener motor erwies sich als sehr brauchbar.

 

auszug aus dem alten thread:

Zitat:

@turbochris22397 schrieb am 29. Dezember 2011 um 01:22:19 Uhr:

....[]

So, nun zu "Richtig".

Wenn man, mit zunächst niedrigen Drehzahlen, aber Vollgas fährt, passiert folgendes: Der Unterdruck im Brennraum ist minimal und der mittlere Druck hoch. Dadurch hat der Kolbenring immer maximalen Kontakt mit der noch rauen Laufbahn, bleibt ständig heiß, entfernt hochstehendes Material und baut es teilweise in die tribologische Schicht ein. Der Rest wird, bei dem Dir sicher brutal erscheinenden, kurzen Schiebebetriebsphasen (voll vom Gas gehen, mit eingelegtem Gang), von dem dann extrem starken Unterdruck, zwischen Kolben und Laufbuchse mit dem Öl in den Brennraum abgesaugt und mit dem Abgas entsorgt. Der Kolbenring hat dabei praktisch keinen Kontakt mehr, weshalb Öl und Abrieb darunter durchrutschen. Weshalb bei diesem Einfahrvorgang auch immer eine ganze Menge Öl verbraucht wird. Ölfahnen durch Motorbremsen kennt man ja hinreichend, auch wenn es oft die Schaftdichtungen sind.

Durch dieses kontrollierte Einfahren wird die Oberfläche der Laufbahn zügig geglättet, aber ohne das die Vertiefungen, die lebenswichtige Schmieröltaschen bilden, zugeschmiert werden. Das bedeutet später für den Kolbenring eine maximale Ölreserve, die vom Ölabstreifer immer wieder aufgefüllt wird. Die Kolbenringe haben deutlich mehr, flachere Erhebungen unter sich, was die Flächenpressung verringert, Reibung reduziert und bei Vollast die Mikroverschweißungen verhindert, die sonst zum kapitalen Motorschaden führen können. Weniger Reibung bedeutet aber auch weniger Leistungsverlust durch Erhitzung. Der Ölverbrauch ist dann natürlich geringer, auch wird die weniger raue, flachere Schicht besser gekühlt. Mikroverschweißungen kommen natürlich auch kaum vor, sofern immer Öl und Wasser präsent sind.

Die triebologische Schicht erreicht durch den hohen Energieeintrag eine maximale Tiefe und Belastbarkeit.

Natürlich wird die Drehzahl langsam gesteigert, über die ersten 10, 20 Minuten, nicht sofort "Volle Kanne gedreht". Vollgas bedeutet offene Drosselklappe, nicht hohe Drehzahl. Wer vorsätzlich missversteht, was ich schreibe, de möge doch einfach nicht lesen.

Dummerweise hat man nur eine Chance diesen Einfahrprozess optimal zu gestallten, das ist bei einem brandneuen Motor. Ist er erst 50km sanft gefahren worden, ist bereits eine stabile, aber leider minderwertige Schicht erzeugt worden, die, auch begünstigt durch zu gutes Öl, sich nicht wieder im positiven Sinne verändern läßt. ....[]


wäre schön, wenn das sachlich weitergeführt würde und nicht gleich gesperrt
:rolleyes:

 

Beste Antwort im Thema

Nun... Ist das denn wirklich so interessant? Die, die einen Gebrauchten kaufen, sind damit auf jeden Fall zu spät dran (?).

Die, die einen Fabrikneuen holen, sind damit in einer starken Unterzahl. Davon wiederum zieht man alle ab die wenige Jahre leasen oder halt alle 3 Jahre einen Neuwagen holen. Oder, einen Neuwagen halt >60Tkm behalten. Denen allen ist das nämlich, traurigerweise, egal. Den ggbf. Ärger hat der Zweit- oder Drittbesitzer.

Interessant also nur für die, die sich einen Neuwagen holen und es, sag ich mal, >80Tkm fahren möchten. Imho eine verschwindend geringe Anzahl.

Das zur Realität. Was die technische Seite des Thema angeht ist es sehr wohl interessant und an sich allen außer den Trüben eher bekannt, daß man einen Neuwagen nicht quälen, ABER auch nicht das ganze erste Jahr um die Ecken tragen sollte.

Die Techniker meinen trotzdem, daß man den ersten 1Tkm eher so fahren sollte als wenn der Wagen immer kalt wäre. Nicht nur wegen dem Motor (diffs., Lager usw.) und einfach hineinhorchen sollte. Damit etwaige Unstimmigkeiten die "am Band" passierten und ggbf. auffallen, sofort dem Autohaus gemeldet werden könnten.

 

Im Motorstg. gibts nicht selten auch Km-Sperren, wo ein "Einfahrkennfeld" die ersten >=1Tkm bis 2Tkm die Leistung feststellbar drosselt (meist Drehmomentverläufe) oder sich wenigstens Husarenritte während dieser Zeit merkt und das in an sich Garantiefällen am Antrieb(sstrang) dem Kunden Probleme bereiten kann ;)

Man sollte also schon darüber nachdenken was man da alles diesbezüglich vorhat :)

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Nun... Ist das denn wirklich so interessant? Die, die einen Gebrauchten kaufen, sind damit auf jeden Fall zu spät dran (?).

Die, die einen Fabrikneuen holen, sind damit in einer starken Unterzahl. Davon wiederum zieht man alle ab die wenige Jahre leasen oder halt alle 3 Jahre einen Neuwagen holen. Oder, einen Neuwagen halt >60Tkm behalten. Denen allen ist das nämlich, traurigerweise, egal. Den ggbf. Ärger hat der Zweit- oder Drittbesitzer.

Interessant also nur für die, die sich einen Neuwagen holen und es, sag ich mal, >80Tkm fahren möchten. Imho eine verschwindend geringe Anzahl.

Das zur Realität. Was die technische Seite des Thema angeht ist es sehr wohl interessant und an sich allen außer den Trüben eher bekannt, daß man einen Neuwagen nicht quälen, ABER auch nicht das ganze erste Jahr um die Ecken tragen sollte.

Die Techniker meinen trotzdem, daß man den ersten 1Tkm eher so fahren sollte als wenn der Wagen immer kalt wäre. Nicht nur wegen dem Motor (diffs., Lager usw.) und einfach hineinhorchen sollte. Damit etwaige Unstimmigkeiten die "am Band" passierten und ggbf. auffallen, sofort dem Autohaus gemeldet werden könnten.

 

Im Motorstg. gibts nicht selten auch Km-Sperren, wo ein "Einfahrkennfeld" die ersten >=1Tkm bis 2Tkm die Leistung feststellbar drosselt (meist Drehmomentverläufe) oder sich wenigstens Husarenritte während dieser Zeit merkt und das in an sich Garantiefällen am Antrieb(sstrang) dem Kunden Probleme bereiten kann ;)

Man sollte also schon darüber nachdenken was man da alles diesbezüglich vorhat :)

Themenstarteram 16. September 2015 um 0:50

interessant aber für alle bastler und young/oldtimerliebhaber. die hast du vergessen.

4-zyl. block bohren und hohnen ~200€

satz kolben je nach anspruch zw. 200-600€

lager, dichtungen usw. großzügig 500€

damit hat der interessierte heimwerker mit viel eigenleistung für ab 1000€ einen quasi 'neuen' motor.

und diese finden sich bei mt wohl mehr als im koch und strick-forum.

für diese ist das thema optimales einfahren wohl wichtig.

oder hattest du noch nie einen schraubenschlüssel in der hand?

Täglich, aber die nutzen sich auf eine Art ab, da ist es leider egal wie ich damit in der ersten Woche schraube.

Ja unter dem Aspekt macht es Sinn. Hätte ruhig mit im Text stehen können ;)

Na dann viel Spaß euch :)

edit:

Wobei ich schon mal überlegt habe, hat das vielleicht über die Bande auch etwas damit zu tun, daß (grob pauschal, aber real), Motoren die mit 35Tkm ein Tuningkennfeld bekommen, mit 160Tkm weniger Stress machen als die gleichen Motoren die mit 110Tkm das gleiche Kennfeld bekommen?

Unterster Stammtisch sagt dazu: "Das Tuning kann sich bei frischeren Maschine in das Material besser einarbeiten." :D bin noch nicht draufgekommen was damit gemeint sein könnte :)

Falls aber jemand weiß, daß dies eine wirklich komplett andere Baustelle ist, dann hab ich nichts gesagt :)

auszug aus dem alten thread:

Zitat:

Durch dieses kontrollierte Einfahren wird die Oberfläche der Laufbahn zügig geglättet, aber ohne das die Vertiefungen, die lebenswichtige Schmieröltaschen bilden, zugeschmiert werden. Das bedeutet später für den Kolbenring eine maximale Ölreserve, die vom Ölabstreifer immer wieder aufgefüllt wird.

Ich glaube gelesen zu haben, daß heutzutage die Zylinderhonung mit Laser erfolgen kann, wodurch genau diese Microvertiefungen in den Oberflächen schon im Produktionsprozeß erzeugt werden, die die kritischen Oberflächen auf Dauer mit solchen "lebenswichtigen Schmieröltaschen" versehen.

@MENA-C

Hä? Um Verbesserungen oder Veränderungen der Honung, in der Einfahrphase, geht es hier eher nicht.

Dein Zitat besagt einfach nur, daß es dann schneller bzw. besser glatter wird, ohne daß die Honung leidet. Womit die Honung gemacht wird ist eher ein Nebenthema (?)

Was Sukkubus beschreibt ist eigentlich aktueller Wissensstand - > machen also :) Wer dagegen ist hat das einfach nur noch nicht geschnallt. Imho ist es daher das "wie" (idealerweise) viel interessanter als das hier angepeilte "ob".

Zitat:

@Sachte schrieb am 16. September 2015 um 11:27:07 Uhr:

@MENA-C

Hä? Um Verbesserungen oder Veränderungen der Honung, in der Einfahrphase, geht es hier eher nicht.

Dein Zitat besagt einfach nur . . .

Das Zitat kam von Sukkubus und betrifft den Kern, um den es (ihm) geht.

Zitat:

@turbochris22397 schrieb am 29. Dezember 2011 um 01:22:19 Uhr:

....[]

So, nun zu "Richtig".

Wenn man, mit zunächst niedrigen Drehzahlen, aber Vollgas fährt, passiert folgendes: Der Unterdruck im Brennraum ist minimal und der mittlere Druck hoch. Dadurch hat der Kolbenring immer maximalen Kontakt mit der noch rauen Laufbahn, bleibt ständig heiß, entfernt hochstehendes Material und baut es teilweise in die tribologische Schicht ein. Der Rest wird, bei dem Dir sicher brutal erscheinenden, kurzen Schiebebetriebsphasen (voll vom Gas gehen, mit eingelegtem Gang), von dem dann extrem starken Unterdruck, zwischen Kolben und Laufbuchse mit dem Öl in den Brennraum abgesaugt und mit dem Abgas entsorgt.

Natürlich fährt man so ein, wie denn sonst? So hab ich auch jedes Auto bislang immer warmgefahren. Und es ist noch dazu eine effiziente Spritsparmethode, weil man nicht so lange in verbrauchsintensiven Gängen rumgurkt. Und genauso mit der Motorbremse, da wird vom Gas gegangen und fertig (vielleicht nicht grad so abrupt, dass das Auto von der Straße hüpft). Man sollte das Auto natürlich nicht auf Teufel komm raus im höchstmöglichen Gang aus dem Drehzahlkeller orgeln, das ist dann wiederum aufgrund der starken Virbationen schlecht.

Also ich brauch dafür keine wissenschaftlichen Abhandlungen um das so zu machen.

Was ich bei diesem Artikel über den "Dritten Körper" so abstrus fand, war die Aussage, mit einem nagelneuen Auto sofort Vollgas auf die Autobahn zu gehen. Das ist definitiv nicht förderlich (auch bei einem älteren Auto nicht).

Ich denke aber da wird schon "wenn das Öl warm wurde" mit gemeint, und nicht vom Werk/Autohaus das archkalte Auto nach 2min. hinterm Tor auf die Bahn und Vollgas...

Zitat:

@Sachte schrieb am 16. September 2015 um 16:37:21 Uhr:

Ich denke aber da wird schon "wenn das Öl warm wurde" mit gemeint, und nicht vom Werk/Autohaus das archkalte Auto nach 2min. hinterm Tor auf die Bahn und Vollgas...

Auch das ist nicht sonderlich gut. Bei hohen Drehzahlen und hohen Geschwindigkeiten ist der Verschleiß im Vergleich zu normaler Fahrweise immer deutlich erhöht. V.a. nicht nur der Motorverschleiß, sondern auch Reifen, Bremsen, Fahrwerk, Getriebe und Lack (Steinschläge).

Und auch im Motor kann ich mir kaum vorstellen, dass der theoretische Effekt irgendwelcher mikroskopischer Oberflächenveränderungen den grundsätzlichen Mehrverschleiß bei schnellen Autobahnetappen aufwiegt.

Es geht weiterhin um die Einfahrphase nach dem ersten 1Tkm. Nicht darum, ob das mehr aufs Material geht, wenn man beim z.B. Benziner ein Autoloben lang meist mit >4000umins unterwegs ist.

Man sollte also schon beim Thema bleiben und nicht den eigenen Standpunkt mit pauschalen Binsenweisheiten verteidigen.

Im Motoröl-Thread hat jemand vor Monaten (?) eine originale VAG-Studie gepostet wo grob gesehen genau das stand. Und das war schon die 2te Wiederholung, meine ich. Wenn man sich für das Thema Schmierung und Verschleiß also interessiert, kriegt man sowas mit.

Wenn man das nicht tut, sind die dann gewöhnlichen "ich glaube nicht" oder "kann mir kaum vorstellen" keine sinnvolle Grundlage für eine Diskussion.

Zitat:

@Sachte schrieb am 16. September 2015 um 18:18:27 Uhr:

Im Motoröl-Thread hat jemand vor Monaten (?) ein originale VAG-Studie gepostet wo grob gesehen genau das stand.

Es geht weiterhin um die Einfahrphase nach dem ersten 1Tkm. Nicht darum, ob das mehr aufs Material geht, wenn man beim z.B. Benziner ein Autoloben lang meist mit >4000umins unterwegs ist.

Man sollte also schon beim Thema bleiben und nicht den eigenen Standpunkt mit pauschalen Binsenweisheiten verteidigen.

Also von was reden wir denn jetzt? Im Anfangspost steht:

Zitat:

Wenn man, mit zunächst niedrigen Drehzahlen, aber Vollgas fährt,...

Das kann ich nämlich nur befürworten, so fahr ich grundsätzlich immer. Schnell und relativ früh schalten, dann das Gaspedal zügig fast ganz durch drücken, loslassen, schalten usw. Das ist die optimale Fahrweise, egal ob man einfährt, warmfährt oder einfach nur fährt ;)

Genau das sollte man den Leuten aber dann auch vermitteln und nicht irgendwelche Sprüche von wegen man könnte ein neues Auto von Anfang an richtig rannehmen.

Falsch ist das, was viele unter Schonen verstehen, nämlich wenig und langsam Gas geben. Aber dass hohe Drehzahlen förderlich sind, halte ich für ein Gerücht. Optimal wäre wohl Einfahren an einem leichten Hang mit mäßiger Geschwindigkeit, niedriger Drehzahl aber relativ hoher Motorlast.

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