Campingurlaub für Anfänger
Guten Abend,
meine Partnerin und ich möchte gerne im Sommer für 12-14 Tage nach Skandinavien. Um flexibel und unabhängig zu sein, dachten wir an einen Leihcamper. Über einen Arbeitskollegen habe ich einen kompetenten Vermieter (Händler der auch ein paar Fahrzeuge vermietet) ausfindig machen können, der uns einen PT 590 FB für 12 Tage inkl. 350km/Tag und einmaliger Servicepauschale (Toilettenchemie, Gasfüllung, Außenreinigung bei Rückgabe, Einweisung, ...) für 1.200€ anbieten kann.
Abgesehen vom Preis, den ich persönlich fair finde, sind bei uns noch ein paar Fragen offen: Wir sind Anfänger, und haben, abgesehen vom Zelten, keinerlei Erfahrung mit Campern bzw. Campingurlaub.
- Können wir das Fahrzeug ohne größere Probleme fahren? Ich bin schon mehrere hundert KM einen großen Sprinter gefahren, aber einen Camper hatte ich noch nie
- Wir haben beide Klasse B (bis 3,5t) und sind >30 Jahre alt (beide >10 Jahre Fahrpraxis mit Autos)
- Leergewicht (bzw. Masse in fahrbereitem Zustand) laut Hersteller ~2,7t - reicht das mit allen Zuladungen und unseren max. 3,5t?
- Was gibt es speziell in Dänemark, Schweden oder Norwegen zu beachten?
Bin für alle Tipps und Hinweise dankbar, auch gerne Erfahrungsberichten von "Anfängern"... 🙂
Danke
22 Antworten
Ob du mit dem Fahrzeug zurecht kommst, können wir nicht einmal erahnen. Ob ihr mit den inkl.-KM hinkommt, könnt ihr nur allein ausrechnen. Schaut euch die Kasko-Versicherungsbedingungen ganz genau an, damit es kein böses Erwachen gibt.
In Skandinavien werden, anders als bei uns, Verstöße gegen die Verkehrsregeln sehr teuer geahndet.
800 kg Zuladung werdet ihr wohl kaum ausnutzen können (wenn die angegebene Leermasse stimmt).
In Skandinavien gibt es mehr zu beachten, als man hier auflisten kann. Gaaaanz heißer Tipp: Legt etwa noch verfügbares Erspartes in einen oder auch zwei Reiseführern an (können auch gebraucht sein) und lest die Länderinfos der Campingführer und Automobilklubs (z. B. Mautregeln in Norwegen, Preise dort, Höchstgeschwindigkeiten, CKE-Kartenpflicht für ca. 50% der Campingplätze in S, Camping-Carnet-Pflicht meiste Campingplätze DK. Klima, Jedermannsrecht und dessen Missbrauch, Kriminalität Südschweden, Mückenproblem etc. usw.) Verbreiteter Irrglaube, man wäre in Skandinavien im Sommer unter sich. Auch dort herrscht in der Hauptsaison der allgegenwärtige Massentourismus (wir werden dieses Jahr auch wieder dazu beitragen; aber nicht im Sommer).
Vorsicht! Das eingetragene Leergewicht muß bei WoMos und Wohnwägen nicht zwingend mit dem tatsächlichen Leergewicht übereinstimmen. Häufig kommt hier herstellerseitig verbaute Sonderausstattung hinzu, so dass die verfügbare Nutzlast oft erheblich niedriger ist, als in den Papieren angegeben.
Gruß
NoGolf
Zitat:
@Nogolf schrieb am 8. Februar 2017 um 19:37:04 Uhr:
Vorsicht! Das eingetragene Leergewicht muß bei WoMos und Wohnwägen nicht zwingend mit dem tatsächlichen Leergewicht übereinstimmen. Häufig kommt hier herstellerseitig verbaute Sonderausstattung hinzu, so dass die verfügbare Nutzlast oft erheblich niedriger ist, als in den Papieren angegeben.Gruß
NoGolf
Hallo, nächste Raiffeisenwaage anfahren, Gewicht messen, dann erst laden.
Gruß Leiter 29
Hallo - es muss selbstredend keinesfalls eine Raiffeisenwaage sein. Jede andere tut es auch (gängig: Müllannahmestellen).
Einfacher (statt teuer bezahlte Mietzeit dafür zu vergeuden - käme ich nie drauf): Angabe nicht aus dem Prospekt, sondern tatsächliche Leermassenangabe vom Vermieter holen. Er sollte wissen, welche Extras das Fahrzeug hat.
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Dänemark immer ne Parkuhr nutzen!!! Oft steht Hinweis dazu versteckt auf kleinen schildern in dänisch und Missachtung kostet schnell mal 100€ +
Ab 14 Tagen Mietdauer ist die KM-Anzahl bei den meisten Vermietern unbegrenzt.
In 2015 habe ich schon bei einem Südtirol-Trip in 10 Tagen über 3000km abgerissen, und ich kenne keinen Skandinavien Urlauber der weniger als 4000km gefahren ist. Ein guter Freund hat bei seiner Nordkap-Tour 6000km auf der Uhr gehabt.
Ihr könntet sicherheitshalber nachfragen wieviel unbegrenzte Kilometer zusätzlich kosten würden. Dann habt ihr hinterher auch keinen Stress bei der Übergabe, wenn da meinetwegen 500km mehr auf dem Zähler stehen.
Extra-Km sind erfahrungsgemäß immer teuer.
Kein vernünftiger Tourer wird bei einem Ersturlaub mit Wohnmobil über max. 14 Tage, welcher DK, S und N einschließen soll, das langweilige Nordkap mit einplanen.
Es könnte auch einen unbedeutenden Unterschied von nur ca. 2.000 km ausmachen, ob die Tour in Flensburg oder Passau startet.
In den meisten Verträgen steht geschrieben, was die Mehr-Km kosten. Ich unterstelle auch mal, dass der TE in der Lage ist, selbst zu überschlagen, wie viele km er abspulen möchte
Ich habe auch schon ohne Vorerfahrungen einen Camper gefahren. Den Umstieg habe ich als relativ einfach empfunden. Schwierig waren anfangs nur die Spurwechsel auf stark befahrenen Strassen wegen der grösseren Länge.
Es lohnt sich am Anfang breite, problemlose Strassen zu benutzen.
Um ein Gefühl für die Dimensionen des Fahrzeuges zu erhalten, hilft es, auf einer schlechten unbefahrenen Strasse mit den Reifen gezielt einzelne Löcher anzufahren. Die Erschütterung zeigt jeweils an, ob man getroffen hat.
Beim Rückwärtsfahren würde ich immer eine Person seitlich nach hinten stellen, die beim Manövrieren hilft.
Fahren sollte kein Problem sein solange man sich traut.
Euch sollte halt immer klar sein:
->das ist kein PKW sondern ein Nutzfahrzeug
->das ist kein leeres Nutzfahrzeug sondern ein recht beladenes
Sprich
->der bremsweg ist mitunter länger
->bei nässe kann der schnell mal über die vorderräder schieben
->elchtest, ausweichmannöver usw da verhält sich die kiste viel kriticher als eben ein pkw. hat mit dem gewicht und auch dem schwerpunkt zu tun
->windempfindlickeit ist auch ne andere. egal ob beim lkw überholen oder eben auch brücken, feldern etc pp. und gerade da im norden windet es manchmal ganz schön
->die breite ist auch nicht zu unterschätzen
Als tips daher:
- geht es auf der Autobahn ruhig an. LKW Tempo und evtl ab und an mal einen überholen und eben NICHT 120, 130 mit dem verkehr mitschwimmen (das wirkt meist ziemlich lebensmüde, je dichter der verkehr. sind in der regel auch mietmobile die man so sieht oder halt von schwiegereltern etc pp. der womo eigner fährt meist gesittet)
- auf der landstraße reicht es auch mit 60-80 unterwegs zu sein. und eben nicht dort wo es geht 100
- bei wind und nässe tempo runter
- so sachen wie lkw auf der landstraße überholen läßt man besser (nicht dass du doch mal einen radfahrer oder was übersiehst dann ist da nämlich kein platz mehr für 3)
- sicherheitsabstand ruhig das doppelte von dem was man mit dem pkw macht (das gibt auch anderen die möglichkeit gefahrenfreier zu überholen)
- wenns mal etwas enger ist eben notfalls anhalten. der größere gewinnt sollte man hier nicht unbedingt durchziehen (und so ein schaden in der seitenwand eines womos ist in der regel erheblich teurer als beim pkw...
- beim Parken, Rückwärtsfahren etc PP generell einweisen lassen. (keine ahnung ob fahrschulen einweiserkurse geben? evtl mal nachfragen. sollten dann beide teilnehmen also fahrer und beifahrer denn nur so klapp das zusammenspiel). (und auch wenn das ding ne rückfahrkamera hat ist es besser nen einweiser einzuteilen)
und wie schon gesagt wurde, ruhig erstmal drauf einfahren. sprich traut sich wer nicht sofort ist 'ne breite autobahn mit start vom parkplatz sicherlich einfacher zu fahren als eben ne kurvige, bergige landstraße oder auch dichter stadtverkehr mit spurwechseln.
es gibt auch fahrer die orientieren sich fälschlicherweise am rechten fahrbahnrand und nicht am mittelstreifen. sollte das bei einem von euch beidem der fall sein dann muss das möglichst raus (ggf bewußt drauf achten. notfalls nochmal 2 fahrstunden etc. pp). es wird sich an der mittellinie orientiert (dann stimmt das rechts von ganz alleine bzw wenn die straße zu schmal ist muß man die linie halt hier und da mal überfahren). aber die rechtsorientierung die sich mancher fälschischerweise in seinem pkw angewöhnt funktioniert bei einer völlig anderen sitzposition und fahrzeugbreite dann meist überhaupt nicht mehr (das sind dann die mobile die ab und an mal mit den rädern auf dem seitenstreifen fahren, beim abbiegen regelmäßig den boardstein mitnehmen...der größere radstand addiert sich ja hier noch)
Man sollte also nicht nur den Mut haben das Ding zu steuern sondern das eben verantwortungsvoll tun.
Im Fahrzeug etwas Ordnung halten. Man hat oft ziemlich viele Flugobjekte in so einem Womo wenns mal kracht und auch bei Vollbremsung etc pp ist's nicht schön, wenn sich hinten irgendwas zerlegt.
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Wieviel Kilometer ihr braucht eben vernünftig durchrechnen.
Fragt was zusatzkilometer kosten.
Wist ihr von vorn herein dass die vereinbarten nicht reichen dann evtl von vorn herein auch mehr vereinbaren.
Gewicht seh ich kein Problem. Das Modell ist ja offenbar für 2 Personen gedacht da wird es auch einiges an Zuladung haben. (anders sieht das bei mobilen die 4-6 personen schlafplätze bieten das ist in der 3.5t klasse oft sehr sehr grenzwertig).
Eigentlich sollte der vermiete auch das tatsächliche Gewicht (also nicht nur das eingetragene leergewicht) seiner mobile kennen.
Gerne gibt es extra gebühren für tisch, stühle, fahrradträger. fragt da vorher nach. tisch stühle kann man sicherlich auch die eigenen nehmen. radträger geht eher nicht (wenn der fest am auto ist dann dürft ihr ihn halt nutzen oder nicht).
Vollkasko:
die gilt in der Regel pro Fall. also bitte nicht rangehen "für 1000€" dürften wie die karre zerrocken. Sondern wenn du vorne nen parkschaden machst und vielleicht noch versehntlich den Herd drinnen anläßt und dabei evtl möbel ansenkst dann sind das zwei verschiedene Schäden für die auch zweimal die Selbstbeteiligung fällig wird.
Bei der Übnahme vorhandene Schäden vernünftig dokumentieren und gegenzeichnen lassen!
Bei der Abgabe das gleiche - Kaution wieder rausrücken lassen (also nicht das auto per schlüsseleinwurf am sonntag hinstellen und sich am montag anhören müssen dass die kaution aufgrund schäden behalten wird)
Camping:
viele Plätzen brauchen wirklich Campingcards. will man sich mit den anträgen nicht im urlaub rumplagen macht man das vorher.
Kreditkarten:
lest euch mal die genauen bedingungen eurer kredigkarten durch. mitunter gibt es bei bezahlen mit diesen karten irgendwelche zusatzversicherungen, leistungen. die können euch ggf helfen wenn was schiefgeht (einbruch, haftpflichschäden auf dem platz etc pp)
Zitat:
@newt3 schrieb am 12. Februar 2017 um 12:07:02 Uhr:
Camping:
viele Plätzen brauchen wirklich Campingcards. will man sich mit den anträgen nicht im urlaub rumplagen macht man das vorher.Kreditkarten:
lest euch mal die genauen bedingungen eurer kredigkarten durch. mitunter gibt es bei bezahlen mit diesen karten irgendwelche zusatzversicherungen, leistungen. die können euch ggf helfen wenn was schiefgeht (einbruch, haftpflichschäden auf dem platz etc pp)
Camping: Sehr viele Plätze verlangen eine CampingCard. In DK und N kann es jede der gängigen sein. In S auf allen dem schwedischen Campinverband angeschlossenen Plätzen ausschließlich CKE (früher Scandinavia Card, CCI genügt nicht). Privat-Haftpflichtschäden (nicht Kfz-) auf dem Platz decken die CampingCards.
Kreditkarten: Auch Kleinsbeträge werden mit Kreditkarte bezahlt (mitPIN!!!). Meist geht es auch umständlich anders. Tanken ohne Kreditkarte und PIN kann ein Problem werden.
Steht aber alles in den Reiseführern, ohne die sich kein halbwegs vernünftiger Camper auf so eine Tour begeben wird.
Zitat:
@morf schrieb am 8. Februar 2017 um 18:39:36 Uhr:
PT 590 FB für 12 Tage inkl. 350km/Tag und einmaliger Servicepauschale (Toilettenchemie, Gasfüllung, Außenreinigung bei Rückgabe, Einweisung, ...) für 1.200€ anbieten kann.
Das Auto ist gerade so unter 6m lang. Wenn ihr viele Fähren benutzt, wird es billiger wenn man unter diesen 6m bleibt. Das heißt dann allerdings ohne Fahrradträger am Heck. Ich hatte den damals abgemacht um die tatsächliche Länge nicht zu überschreiten. Bei unserem Aufenthalt wurde ich 2x gefragt, ob das Auto unter 6m lang ist. Gemessen wurde meines Wissens nie.
Die Ersparnis gegenüber einen Auto über 6m liegt bei den Fähren irgendwo zwischen 20% und 50%. Für die Öresundbrücke bspw waren das bei uns 50 anstatt 100 Euro.
Für Norwegen sollte man sich vorher Online für die Maut registrieren (siehe http://www.autopass.no/de/zahlung-fur-besucher). Die gefahrenen Strecken (in Norwegen sind das teilweise Autobahnen und Landstraßen - man wird vermutlich nicht ohne Maut zuzahlen auskommen) werden je nach Benutzung abgerechnet. Über das Onlinekonto bei Autopass wird dann die Kreditkarte belastet.
In Norwegen solltest Du auch mit einer wesentlich niedrigeren Durchschnittsgeschwindigkeit als in den anderen Ländern rechnen. Die Straßen sind auf Grund der Topologie schmaler und kurviger. Das ist wie wenn man in den Alpen unterwegs ist und nicht in der niedersächsischen Tiefebene, wo es nur geradeaus geht. Mehrspurige Autobahnen dagegen fahren sich wie woanders auch.
Grüße, fortwienix
Maut Norwegen: Im Netz finden sich dazu viele nicht mehr zutreffende Informationen; u. a. zur automatischen Abbuchung Kreditkarte (wie "prepaid", das Verfahren gibt es aber nicht mehr). Also genau informieren (bei Kreditkartenbezahlung der Rechnung nur 3D-Verfahren; hat und kennt ja nicht jeder). Automobilklubs geben aktuelle Auskünfte (aber immer über die offizielle Webseite und nicht über Suchmaschinen; auch renommierte Automobilklubs lassen überholte Seiten jahrelang im Netz stehen, wo sie die Suchmaschinen finden).
Der Chip ist für eine Kurzreise ein Overkill.
Im Norden Norwegens sind inzwischen sehr viele Straßen modern ausgebaut - aber da kommt der TE mit seinem KM-Limit eh nicht hin.
Also mal grundsätzlich, als reines Greenhorn würde ich zuerst mal einen Kurzurlaub mit einem sowohl Wohnwagen, als auch Wohnmobil machen.
Das muss nicht weit weg sein, einfach nur um ein Gefühl für das Fahrzeug, als auch Campen an sich zu bekommen. Graue Theorie bleibt graue Theorie, nur wenn man selbst mal real unterwegs ist kann man feststellen ob man überhaupt dafür geeignet ist und welche Dinge man braucht, oder nicht braucht.
Für das Fahrzeugfeeling würde ich mir für`s Erste einen CP im Umkreis von vielleicht 2 - 300 km suchen und BAB, Landstrassen und Stadtdurchfahrten wählen.
Auch die Praxis auf dem Platz ist wichtig, hier merkt man ganz schnell was evtl fehlt und was man eigentlich nie braucht und ja nicht nur Schönwetter, auch schlechtes Wetter sollte man sich durchaus antun, da merkt man am besten was evtl fehlt. ;-)