Brief an die Politik wegen Diesel-Fahrverboten in Frankfurt am Main und vsl weiteren Orten
Ich poste mal einen exemplarischen Brief an unsere Kanzlerin.
Wer mag, adressiert das entsprechedn auch an Verkehrs-, Justiz-, Wirtschafts- und Umweltministerium und die jeweiligen Landesregenten und deren Minister. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar, meine Briefe sind allerdings schon versandt.
Zitat:
Fahrverbot für Euro 4 und Euro 5 Diesel in Frankfurt am Main
Sehr geehrte Frau Merkel,
ich schreibe Sie an, weil ich im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben einen Euro x Diesel gekauft
habe. Nun stellt sich heraus, dass ich das Fahrzeug in Kürze / in einem Jahr nicht mehr in Frankfurt am
Main benutzen kann – sehr wahrscheinlich sogar in der gesamten Umweltzone dieser Stadt. Weitere
derartige Urteile für andere Städte werden folgen.Dummerweise pendle ich täglich in diese Stadt und habe vor 10 Jahren schon einmal ein Fahrzeug
wegen der Umweltzone erneuern müssen, das technisch noch jahrelange und weitere hunderttausende Kilometer gelaufen wäre. Das hat mich damals bereits eine fünfstellige Summe gekostet.Ich bin sicher, dass Sie wissen, dass man Gesundheit und Geld nicht im Überfluss aus der Tasche
ziehen kann.Es ist also Zeit zu verstehen, dass die Softwarenachrüstung außer Beschwichtigung nichts gebracht
hat, sie bewirkt im Vergleich zu Hardwarenachrüstung deutlich zu wenig.Egal ob dieses Urteil nun angefochten wird, die Messwerte in Frankfurt am Main und andernorts sind schlecht.
Gleichzeitig sind die Ergebnisse aus einem Test mit Hardwarenachrüstung hervorragend und durchaus
bezahlbar.Ich erwarte von Ihnen persönlich und von Ihrer Regierung eine Lösung die es mir ermöglicht, dieses Fahrzeug noch eine Weile zu nutzen. Immerhin habe nicht ich, sondern der Fahrzeughersteller
hier falsche Angaben gemacht, die zu diesem Fahrverbot geführt haben.Daher fordere ich Sie auf, gemeinsam mit Ihrem Kabinett, insbesondere den Ministerien für Justiz,
Wirtschaft und Umwelt1. Die Zulassung von Hardwarenachrüstung bis spätestens 1.1.2019 zu ermöglichen.
2. Die Autoindustrie zu verpflichten, die Hardwarenachrüstung mit zur Zulassung zu bringen
und je nach Alter und Laufleistung einen maßgeblichen Anteil daran zu bezahlen. Alle Fahrzeuge mit Euro 5 und alle Fahrzeuge mit Euro 4 ab Baujahren 2006 müssen umgerüstet werden,
wenn Stichtag 05. September 2018
- noch mehr als 1000 Fahrzeuge dieses Typs aller Baujahre bis 2008 zugelassen sind
- noch mehr als 1500 Fahrzeuge dieses Typs ab Baujahr 2008 zugelassen sind3. Unverzüglich die weiteren Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die dafür
erforderlich sind.4. Den Anteil der Verbraucher an der Hardwarenachrüstung steuerlich zu 100% absetzbar zu
machen.Diese Forderung ist mehrfach begründbar.
a) Wenn man alle Fahrer und Halter der Fahrzeuge mit Euro 4 und Euro 5 Dieselfahrzeugen
mit einem Fahrverbot in bestimmten Zonen belegen kann, dann kann auch die Autoindustrie
kollektiv dafür haften, die Hardware nachzurüsten.b) Wenn man Altersvorsorge rückwirkend anders besteuern und krankenversicherungspflichtig
machen kann, kann man auch für andere Bereiche rückwirkend Gesetze ändern, wenn es erforderlich
sein sollte (was ich zwar für falsch halte, aber man kann nicht mal so und mal anders
handeln).Es ist absehbar, dass ein Fahrverbot für hunderttausende bis Millionen auch politische Bedeutung erlangen wird. Es spielt dabei keine Rolle, ob man das dann wahrhaben will oder nicht.
Weil Gesundheit und Leben der Menschen Vorrang haben müssen vor wirtschaftlichen Interessen.
Weil ein kollektiv begangener Fehler nicht von den Opfern ausgebadet werden darf.
Weil Täter für ihre Taten haften müssen, auch wenn individuell keine Schuld im juristischen Sinn nachweisbar wäre. Allein die Fakten des pauschalen Fahrverbotes sprechen Bände.Ich bin sehr an Ihrer Sicht und noch mehr an der Erfüllung meiner Erwartung interessiert und darf
erwähnen, dass ... auch irgendwann wieder Wahlen sind. Zudem werde ich Ihre Antwort in Gänze oder in Teilen auch Dritten zugänglich machen.
Beste Antwort im Thema
Ich hab der vor Jahren mal geschrieben das sie zurueck treten soll. Hat sie auch nicht gemacht 😉
35 Antworten
Ist der Brief echt ernst gemeint? Muss ja schon fast schmunzeln über die Forderungen.
Da hat jemand unser Rechtssystem nicht ganz kapiert. Was soll denn Merkel machen?
Abgesehen davon dass sie sowas nicht juckt.
Auch hat dich niemand gezwungen immer wieder ein neues kfz zu kaufen und geld auszugeben.
Verwundere mich eh über das Thema immer wieder. Es ist seit Jahren bekannt - dass die Umweltzonen und Regelungen immer strenger werden - aber auf Diesel weiter setzen...
Sehr schöner Brief.
Bis auf den letzten Absatz.
Der TE wollte sicher lediglich, das fortgeschrittene Alter und die zunehmende Zerstreutheit der Kanzlerin berücksichtigend, einen kleinen nett gemeinten Hinweis geben, oder...
Ich befürchte aber, dass das missverstanden wird und man sich nicht von erpresserischen Drohkulissen beeindrucken lassen will.
Zitat:
@einsdreivier schrieb am 11. September 2018 um 19:37:51 Uhr:
Und mehr als 10.000 € Verlust gemacht wegen der Umweltzone? Wie das denn?
Vor zehn Jahren meinen damals erst zwanzig Jahre alten W124er Benz verkauft und seitdem drei neuere Diesel gehabt, wo der W124 sich gerade mal warmgelaufen hatte. Der W124 wäre heute noch bei mir. Nicht mit so viel Komfort aber zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk.
Zitat:
@Didi95 schrieb am 12. September 2018 um 06:02:12 Uhr:
Ist der Brief echt ernst gemeint? Muss ja schon fast schmunzeln über die Forderungen.Da hat jemand unser Rechtssystem nicht ganz kapiert. Was soll denn Merkel machen?
Zusammen mit ihrem Kabinett für die entsprechenden Gesetze sorgen, wo noch nicht vorhanden.
Das Verkehrsministerium mal anweisen, den Blödsinn mit Software zu unterlassen, weil es zu wenig bringt, wenn überhaupt.
usw.
Zitat:
Auch hat dich niemand gezwungen immer wieder ein neues kfz zu kaufen und geld auszugeben.
Nein, ich muss halt nur auf die Arbeit und es gibt nicht in jedem Ballungsraum den traumhaften Zustand mit breiten Fahrradschnellwegen und einem ÖPNV, der mal mindestens einen zwanzig Minuten Takt fährt. Wenn ich jetzt zu weit von meinem Arbeitsplatz weg wohne - näher dran kann ich nicht bezahlen.
Also ganz so selbst ausgesucht ist es nicht.
Zitat:
Verwundere mich eh über das Thema immer wieder. Es ist seit Jahren bekannt - dass die Umweltzonen und Regelungen immer strenger werden - aber auf Diesel weiter setzen...
Fossile Energie ist sicher veraltet, aber was kommen wird, kann heute keiner wirklich sagen. Sieht man sich alte Pressemeldungen oder TV-Beiträge an, dann hätten wir seit mehr als zehn Jahren Wasserstoff- Elektro- wasweissichalles-Autos.
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Zitat:
@reox schrieb am 12. September 2018 um 06:31:43 Uhr:
Sehr schöner Brief.Bis auf den letzten Absatz.
Der TE wollte sicher lediglich, das fortgeschrittene Alter und die zunehmende Zerstreutheit der Kanzlerin berücksichtigend, einen kleinen nett gemeinten Hinweis geben, oder...
Ich befürchte aber, dass das missverstanden wird und man sich nicht von erpresserischen Drohkulissen beeindrucken lassen will.
Das hat nix mit Alter oder Erpressung zu tun, nur mit meinen demokratischen Grundrechten, zu wählen, wer mir geeignet erscheint, die Zukunft zu gestalten. Dazu gehört auch ein etwas kreativerer Umgang mit dem Scherbenhaufen, der hier vor uns liegt.
Zitat:
@peikifex schrieb am 12. September 2018 um 07:20:28 Uhr:
Zitat:
@reox schrieb am 12. September 2018 um 06:31:43 Uhr:
Sehr schöner Brief.Bis auf den letzten Absatz.
Der TE wollte sicher lediglich, das fortgeschrittene Alter und die zunehmende Zerstreutheit der Kanzlerin berücksichtigend, einen kleinen nett gemeinten Hinweis geben, oder...
Ich befürchte aber, dass das missverstanden wird und man sich nicht von erpresserischen Drohkulissen beeindrucken lassen will.
Das hat nix mit Alter oder Erpressung zu tun, nur mit meinen demokratischen Grundrechten, zu wählen, wer mir geeignet erscheint, die Zukunft zu gestalten. Dazu gehört auch ein etwas kreativerer Umgang mit dem Scherbenhaufen, der hier vor uns liegt.
Du hast sicherlich vor der Einführung der Umweltzonen einen ähnlichen Brief geschrieben, ich vermute viele andere damals sicher auch, und nach der Einführung der Umweltzonen umgehend dein Wahlverhalten geändert um ähnliche Maßnahmen in der Zukunft, die dem Gesundheitsschutz der Stadtbewohner dienen, zu unterbinden.
Ich vermute, die einzige Maßnahme, die damals im Kanzleramt erfolgt ist, war die Anschaffung einer größeren blauen Papier-Tonne.
Zitat:
@peikifex schrieb am 12. September 2018 um 07:11:28 Uhr:
Zitat:
@einsdreivier schrieb am 11. September 2018 um 19:37:51 Uhr:
Und mehr als 10.000 € Verlust gemacht wegen der Umweltzone? Wie das denn?Vor zehn Jahren meinen damals erst zwanzig Jahre alten W124er Benz verkauft und seitdem drei neuere Diesel gehabt, wo der W124 sich gerade mal warmgelaufen hatte. Der W124 wäre heute noch bei mir. Nicht mit so viel Komfort aber zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk.
Und täglich grüßt das Murmeltier 😁 .... Aber nur mit dem schweißgerät und ein Topf Hammerit in der garage😁😁
Man könnte ja der Politik anbieten, dass im Falle eines allgemeinen Speedlimits auf Autobahnen und Bundes- und Landstraßen dieser Irrsinn in den Städten gestoppt werden könnte. Da würde ein vielfaches an Emissionen wegfallen.
Zitat:
@trouble01 schrieb am 12. September 2018 um 14:10:24 Uhr:
Man könnte ja der Politik anbieten, dass im Falle eines allgemeinen Speedlimits auf Autobahnen und Bundes- und Landstraßen dieser Irrsinn in den Städten gestoppt werden könnte. Da würde ein vielfaches an Emissionen wegfallen.
Mein Vorschlag: 250 sind genug! 😁
Wenn ich unbedingt in die Frankfurter "Umweltzone" müsste, würde ich mir halt ein Auto kaufen, mit dem ich das darf. 😉
Zitat:
@f355 schrieb am 12. September 2018 um 14:24:44 Uhr:
Wenn ich unbedingt in die Frankfurter "Umweltzone" müsste, würde ich mir halt ein Auto kaufen, mit dem ich das darf. 😉
Das ist zu einfach...
Das kann nicht funktionieren...
😉
Der Brief und das Ansinnen sind ganz nett.
Nett ist die kleine Schwester von schei.... 😁
Im Ernst - Frau Merkel kann und wird da gar nichts machen. Die Überschreitung der Grenzwerte sind ein Problem, dass die betreffenden Bürger selbst verursachen.
WER hat den Diesel gekauft und damals so wie jetzt die Steuervorteile dankbar mitgenommen?
WER fährt mit den PKW in die Städte ein und verursacht die Abgase?
Die Grenzwerte wurden nicht von der Kanzlerin, sondern von der EU festgelegt, da hatte Mutti garnix zu melden.
Die Automobilindustrie soll Hardware nachrüsten? Warum? Das geht den Herstellern berechtigt am A... vorbei. Solange sie nicht getrickst haben, um ihre Emissionen zu schaffen, kann man denen garnix.
Ihr wollt saubere Luft in den Städten? Dann fahrt Bus/Bahn/Rad. Die Stadtväter sollten vernünftige Verkehrskonzepte entwickeln, den Durchgangsverkehr flüssig durchzuleiten, den Fernverkehr an der Stadt vorbeizuleiten. Das sind eindeutige lokale Probleme, die der mündige Bürger doch bitte selbst verursacht und bitte auch selbst lösen muss. Stellt den PKW ab, macht park & ride. Macht Fahrgemeinschaften. Mal selber den A....llerwertesten bewegen, statt nach Mutti zu rufen.
Wenn ich nach München muss, stelle ich die Karre am Stadtrand ab und fahre Öffis - das geht fast schneller und kostet weniger.
Wo Vater Staat behilflich sein sollte, das ist eine gesetzliche Auflage an die Schummelhersteller, die Hardwarenachrüstung in die Hersteller-BE der Kfz auf eigene Kosten übernehmen zu müssen, wenn nur so die Abgasnormwerte erreicht werden. Das erspart den betroffenen Kfz-Eignern und Nachrüstanbietern einen Teil der Kosten und drückt sie dort rein, wo eine technologische Verursachung und Verbrauchertäuschung stattfand. Die 1 - 2 t€ sonstiger Nachrüstkosten hätten sich bei einer Erstausrüstung weitgehend auch im Kaufpreis wiedergefunden. Dort ist eine staatliche Unterstützung nicht angezeigt, eher eine nur anteilige Belastung der Hersteller.
So jedenfalls meine Sicht der Dinge.
Zitat:
@peikifex schrieb am 12. September 2018 um 07:17:22 Uhr:
Nein, ich muss halt nur auf die Arbeit und es gibt nicht in jedem Ballungsraum den traumhaften Zustand mit breiten Fahrradschnellwegen und einem ÖPNV, der mal mindestens einen zwanzig Minuten Takt fährt. Wenn ich jetzt zu weit von meinem Arbeitsplatz weg wohne - näher dran kann ich nicht bezahlen.
Wenn du in der Folge dann darauf angewiesen bist mit dem Stinkediesel dahin zu fahren hast du den falschen Job am falschen Platz.
Klingt doof ist aber tatsächlich so einfach.
Es gibt kein Grundrecht darauf mit seiner Karre überall hinfahren zu können und es gibt kein Grundrecht auf Wohnen inmitten der Metropolen.
Der Jammerbrief an Mutti Merkel ändert daran nix.
Vielleicht sollte man auch mal über sinnvolle Grenzwerte reden. Solange an Arbeitsplätzen die erlaubten Grenzwerte um ein vielfaches höher sind, als die Messwerte neben einer Hauptverkehrsstraße, läuft eher da was falsch.
Aber mir ist es egal. Wenn ich das nächste mal in die Stadt fahre, bleibt der sparsame Diesel in der Garage und der 8,3l V10 darf etwas Stadtluft atmen.