Bremsweg nach Fahrbahnbeschaffenheit

Mein Arbeitgeber führt immer wieder Sicherheitsunterweisungen durch. So auch zum sicheren Fahren im Winter.

Die Berechnungsformel für den Bremsweg in Abhängigkeit der Beschaffenheit der Fahrbahn hat mir sehr gefallen, weil man ein Gefühl für die Anhaltewege bekommt:

Bremsweg in Metern = Geschwindigkeit [km/h] * Geschwindigkeit [km/h] / 26 [km/h^2/meter] / X

X ist der Reibungsbeiwert in normierter Form:

trockene Fahrbahn: 7
nasse Fahrbahn: 5,5
Eis und Schnee: 1

___________________

Beispiele:

km/h / dry / wet / ice
30 / 5 / 6 / 35
50 / 14 / 17 / 96
130 / 93 / 118 / 650
200 / 220 / 280 / 1538

Auf Eis und Schnee rodelt man soweit, daß NIEMAND in der Lage ist, bei nicht angepaßter Geschwindigkeit einen Unfall zu verhindern.

Und es genügt nicht, nur ein paar km/h langsamer zu fahren: man muß bei gleichem zur Verfügung stehendem Anhalteweg die Geschwindigkeit beispielsweise von 130 auf 50 km/h reduzieren !

Sichere Grüße

SRAM

Beste Antwort im Thema

Mein Arbeitgeber führt immer wieder Sicherheitsunterweisungen durch. So auch zum sicheren Fahren im Winter.

Die Berechnungsformel für den Bremsweg in Abhängigkeit der Beschaffenheit der Fahrbahn hat mir sehr gefallen, weil man ein Gefühl für die Anhaltewege bekommt:

Bremsweg in Metern = Geschwindigkeit [km/h] * Geschwindigkeit [km/h] / 26 [km/h^2/meter] / X

X ist der Reibungsbeiwert in normierter Form:

trockene Fahrbahn: 7
nasse Fahrbahn: 5,5
Eis und Schnee: 1

___________________

Beispiele:

km/h / dry / wet / ice
30 / 5 / 6 / 35
50 / 14 / 17 / 96
130 / 93 / 118 / 650
200 / 220 / 280 / 1538

Auf Eis und Schnee rodelt man soweit, daß NIEMAND in der Lage ist, bei nicht angepaßter Geschwindigkeit einen Unfall zu verhindern.

Und es genügt nicht, nur ein paar km/h langsamer zu fahren: man muß bei gleichem zur Verfügung stehendem Anhalteweg die Geschwindigkeit beispielsweise von 130 auf 50 km/h reduzieren !

Sichere Grüße

SRAM

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Ich halte von solchen Formeln gar nichts.

Die einzige Formel die ich mir merke ist: s=1/2at^2

Wobei die Fahrbahnbeschaffenheit im a schon vorhanden ist.

Finds auch total sinnlos im Fahrschulunterricht neue pseudowissenschaftliche Formeln mit Nicht-SI-Einheiten einzuführen die sich kein Mensch merkt, anstatt einfach Erfahrungswerte für die Beschleunigung bzw. maximale Haftreibungskraft zu vermitteln.

Im übrigen ist es wesentlich wichtiger die Abstände zu vergrößern, und nicht nur die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Bei Schnee und Eis fahren übrigens viel mehr Leute aggressiv, das ist idR das viel höhere Risiko!

a) sind alles SI Einheiten (nur Grundeinheiten sowie Vielfache bzw. Teile mit vereinbarten Zahlworten wie z.B. Kilo)

b) Ist die Gebrauchsformel exakt. Man muß nicht C^2 hinschreiben, wenn jemand der nur die Grundrechenarten beherrscht diese auch anwenden soll. Schreib ich halt Geschwindigkeit * Geschwindigkeit, wo soll da das Problem sein ?

c) Ist die Normierung auf Eis/Schnee = 1 gewollt: so kann man sich sehr einfach merken --> Naß = 5,5 mal griffiger wie Eis/Schnee und Asphalt trocken = 7 mal griffiger wie Eis/Schnee.

d) In der Praxis ist die Reduzierung der Geschwindigkeit die einzige Wahl, die ich unbeschränkt habe. Bei den Abständen, die bei Eis in der Stadt oder Nässe auf der Autobahn notwendig wären, findet sich IMMER ein Idiot, der genau in meine Abstandslücke reinfährt und damit jede Prävention unmöglich macht.

Das Letzte Verhalten kann ich leider jeden Morgen aufs Neue bewundern, einschließlich dem Typ, der möglichst dicht vor einem einschehrt und dann aber pronto erwartet, daß man Sicherheitsabstand hält ....

Gruß SRAM

Es wäre aber auch kein Fehler den Jungdynamikern schon in der Fahrschule vorzurechnen um wieviel sich der Bremsweg bei unterschiedlichen Reibwerten ändert. Die immer noch verwendete Formel ist dermassen veraltet das sie eh keiner ernst nimmt.
Sicher wäre es noch besser den Fahrschülern das Live im Auto demonstrieren zu können aber dazu gibts zu wenig Verkehrsübungsplätze und der öffentliche Strassenverkehr ist dazu kaum geeignet.

Bei uns in A ist schon sei einigen Jahren für Fahranfänger ein Fahrsicherheitstraining verpflichtend vorgeschrieben.
Hab aus eigenem Antrieb schon mehere solche Trainings mitgemacht.

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Ich zitiere mich aus einem anderen Thread:

Zu eurer Diskussion nasse und trockende Fahrbahn...

guckt euch mal die Bremsverzögerungswerte an:

trockene Schwarzdecke bis zu 8 m/s²
nasse Schwarzdecke 6m/s², bei Beton sogar nur 5 m/s²

Bei gefahrenen 50km/h braucht man auf trockener Fahrbahn: 12,1m
bei nasser Fahrbahn: 16,1m

Bei 70km/h: 19,3m und 31,5m

Dies sind die Bremswege.

V = (Wurzel aus 2 * a * s) * 3,6
Geschwindigkeit = (Wurzel aus 2 * Bremsverzögerung * Bremsweg) * 3,6


Wenn man jetzt die Vorbremszeit dazu nimmt, sind das 0,8s + 0,2s = 1s (Bremsansprech und Schwellzeit)
Bei 50km/h: 13,9m
Bei 70km/h: 19,4m

Auf nasser Fahrbahn brauch man also um eine Gefahrensituation zu erkennen, zu reagieren und zum Stillstand zu kommen: 50,9m (bei 70km/h)

Auf trockener Fahrbahn: 33,2m (bei 70km/h)


Das ist eine Differenz von knapp 20m.
Und da will mir jemand sagen, dass man seine Geschwindigkeit nicht den Wetterverhältnissen anpassen soll??

(Rechnungen werden von Gutachtern und Sachverständigen noch genauer ausgerechnet, sind grobe Formel der Unfallrekonstruktion)

Um einen korrekt Abstand einzuhalten, braucht man keine Formeln, sondern Erfahrung.

Natürlich, aber es ist auch wichtig das Fahrverhalten des Autos zu kennen bei unterschiedlicher Fahrbahnbeschaffenheit. Nicht umsonst wird das bei Fahrsicherheitstrainings immer gemacht...
Und zudem sind so Formeln auch wichtig, wenn man in Bereichen arbeitet wo Unfälle rekonstruiert werden und man anhand einer Brems-/Blockierspur die gefahrene Geschwindigkeit errechnen kann..man also einem Sachverständigen zuarbeiten kann.

Eine Bitumendecke mit wenig Splitanteil, kann einen Reibwert von 0,3µ unterschreiten und einer Piste aus feuchtem Holz gleichkommen.

Klar ist Erfahrung das Beste, was man haben kann.

Und am besten sammelt man sie bei einem Sicherheitstraining wie ich es (ebenfalls vom Arbeitgeber gesponsert) in der letzten Woche absolviert habe. Ideale Bedingungen: Matsch und Schnee in Hockenheim 😁

Dennoch sollte man manche Erkenntnis nicht "erfahren": z.B. die, wie lange der Bremsweg bei Tempo 130 bei Matsch und Schnee wird.

Es könnte sonst leicht passieren, daß es die letzte Erfahrung ist, die man macht 😉.

Um zu sehen, daß es mit der Erfahrung nicht sehr weit her sein kann, muß man sich nur ansehen, in welchem Abstand manche Zeitgenossen bei schlechten Wetterbedingungen zum Vordermann fahren: haarsträubend !

Da sind Faustformeln nicht schlecht.

Zum Beispiel auf der Autobahn bei Richtgeschwindigkeit einfach mal kontrollieren, ob man zwei, besser drei Leitpfostenabstände Abstand hält.

Manchmal frage ich mich in dem Zusammenhang, welche Erbsengröße wohl das Gehirn des gerade Auffahrenden hat, dessen Scheinwerfer nicht mehr im Rückspiegel zu sehen sind. (Auch eine Faustregel: bei den üblichen Winkelverhältnissen entspricht dies etwa zwei bis drei Wagenlängen Abstand ..... also VIEL ZUWENIG).

Gruß SRAM

Zumal es zum Thema Abstand zu sagen gibt, dass es einen Gefährdungsabstand gibt bei einer nicht vorübergehenden Abstandsunterschreitung von 0,8s (sprich bei 100km/h weniger als 22,22m). Dann ist die Gefährdung des §1(2) StVO erfüllt.
Darüber hinaus kann es zu einem Fahrverbot kommen, wenn der Abstand weniger als 2/10 des halben Tachowertes ist oder bei 100km/h weniger als 10m 😉

Dem trockenen Bitumen ist nicht anzusehen, ob beim Guss geschlampt wurde oder nicht, wenn man es ohne Vorwarnung rauschen hört, ist die Haftung bereits verloren gegangen. Auf Schnee und Laub rechnet man immer damit, das es rutschig ist, auf trockener Strasse nicht.
Der Pfusch am Bau hat schon für reichlich Tote gesorgt, nicht nur in den letzten Sommern im Sauerland.
Bei manchem Strassenbelag, kann man rechnen wie man will, man braucht nicht mal zu bremsen, um von der Strasse zu rutschen.

Zitat:

Original geschrieben von hardcoreaudi


Natürlich, aber es ist auch wichtig das Fahrverhalten des Autos zu kennen bei unterschiedlicher Fahrbahnbeschaffenheit.

Da gibt es doch Popometer, normalerweise sind die doch serienmäßig verbaut. Man muss sie nur nutzen.

Der Popometer kann nur registrieren.

Zum registrieren bedarf es eines Signales.

Das gibt es aber nur, wenn das Fahrzeug schon instabil wird.

Und dann ist es in der Mehrzahl der Fälle zu spät und nur noch Schadensminimierung möglich.

_______________

Deshalb :

Vor dem Popometer das Denkometer benutzen !

..... ist weniger aufwendig und erspart im Zweifelsfall den Rettungskräften die Entfernung der dunkelroten Soße von der Fahrbahn.

Gruß SRAM

Zitat:

Original geschrieben von SRAM


Der Popometer kann nur registrieren.

Zum registrieren bedarf es eines Signales.

Das gibt es aber nur, wenn das Fahrzeug schon instabil wird.

Und dann ist es in der Mehrzahl der Fälle zu spät und nur noch Schadensminimierung möglich.

_______________

Deshalb :

Vor dem Popometer das Denkometer benutzen !

..... ist weniger aufwendig und erspart im Zweifelsfall den Rettungskräften die Entfernung der dunkelroten Soße von der Fahrbahn.

Gruß SRAM

OK, da gebe ich Dir Recht, das Denkometer sollte dem Popometer vorgeschaltet sein. Sorry das habe ich als selbstverständliche Voraussetzung gesehen.

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