Bin keine Strömungsexpertin (größerer Motor aber kleinere HD?)

Hallo Zweirad-Freundinnen und -freunde,

die letzten Nachmittage habe ich damit zugebracht, einen 200er LEADER-Block aus einer Unfall-Vespa in die angejahrte Familien-GT-125 zu verbauen.
Natürlich wird der Umbau entsprechend eingetragen... (is klar...😉)
Beide Motoren sind mit dem gleichen 30er Keihin-Gaser bestückt. Da ich den Vergaser vom 125er schon schön gesäubert hatte, ging gestern die erste Ausfahrt mit diesem Vergaser vonstatten. Leerlauf war viel zu hoch und die Gasannahme beim schnellen Gasgeben nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte...
Hab heute mal den Vergaser vom 200er Block geputzt und eingebaut. Läuft optimal.
Was mich wundert:
Leerlaufdüse ist kleiner in der 200er Version (eine 35er statt einer 38er beim 125er)
Hauptdüse ist auch kleiner (statt einer 105er beim 125er ist es beim 200er nur eine 92er).

Ich hab aus der "wilden Fuffie-Zeit" im Kopf - größerer Motor braucht auch größere Düsen. Das stimmt hier aber wohl nicht...
Wieso braucht der größere Motor kleinere Düsen?

Gruß und Dank
Tina

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von kleiner_boeser_Wolf



Wir reden hier über Saugrohrvergaser und nicht über Strahltriebwerke !!

Ich hau mich weg, der Einstein unter den Vergaserkennern spricht........ 😁

GreetS Rob

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Zitat:

Original geschrieben von Multitina



größerer Motor braucht auch größere Düsen. Das stimmt hier aber wohl nicht...
Wieso braucht der größere Motor kleinere Düsen?

Prinzipiell stimmt das auch schon.

Denn mehr Hubraum braucht nun mal mehr Sprit-Volumen und Luft-Volumen zur Verbrennung.

Das hat dann zwar nicht unbedingt mit mehr Verbrauch zu tuen, weil kleinere Hubräume öfters gefüllt werden (wegen der Drehzahl) oder der ständig offenen Drosselklappe (öfterer Vollgasbetrieb).

Ich kann mir das nur so erklären das in einem von beiden nicht der originale Vergaser bzw. Düsenbestückung draufsitzt.

Viele Grüße

Zitat:

Original geschrieben von Multitina


Ich hab aus der "wilden Fuffie-Zeit" im Kopf - größerer Motor braucht auch größere Düsen. Das stimmt hier aber wohl nicht...
Wieso braucht der größere Motor kleinere Düsen?

In der "wilden Fuffie-Zeit" haben wir uns im Zweitakttuning versucht.

Hier haben wir es aber mit einem recht modernen Viertakter zu tun - da gelten andere Regeln.

Man muss nämlich grundsätzlich von folgendem Umstand ausgehen: Die Vergaserbedüsung ab Werk ist in aller Regel nicht auf optimale Leistung ausgelegt, sondern auf möglichst geringe Schadstoffwerte und natürlich geringen Verbrauch.

Daher ist der Grundgedanke falsch, "Serienbedüsung = optimale Leistung".

Wenn man nun die Bedüsung ändern will, ist es gar nicht so einfach eine optimale Vergaserbedüsung zu finden. Eine perfekte Bedüsung gibt es nicht!
Dafür spielen zu viele Parameter, auf die man keinen Einfluss hat, eine Rolle.

Nehmen wir zum Beispiel mal die Jahreszeiten.

Im Winter, wenn es kalt ist, dann ist eine etwas größere Düse von Vorteil, da kalte Luft eine höhere Dichte hat als warme Luft .
Soll heissen, sie kann mehr Benzin aufnehmen.

In den Sommermonaten hingegen würde der Motor mit einer reinen Winterbedüsung viel zu viel Benzin bekommen und hoffnungslos überfetten.

Theoretisch sollte man sich eine Winter und eine Sommerbedüsung anschaffen.

Von daher kann man also nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass der Vergaser "optimal" bedüst ist und auch nicht (siehe oben), dass die Regel "Mehr Hubraum = grössere Düse(n)" immer Gültigkeit haben muss.

Zitat:

Original geschrieben von Multitina


Hallo Zweirad-Freundinnen und -freunde,

die letzten Nachmittage habe ich damit zugebracht, einen 200er LEADER-Block aus einer Unfall-Vespa in die angejahrte Familien-GT-125 zu verbauen.
Natürlich wird der Umbau entsprechend eingetragen... (is klar...😉)
Beide Motoren sind mit dem gleichen 30er Keihin-Gaser bestückt. Da ich den Vergaser vom 125er schon schön gesäubert hatte, ging gestern die erste Ausfahrt mit diesem Vergaser vonstatten. Leerlauf war viel zu hoch und die Gasannahme beim schnellen Gasgeben nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte...
Hab heute mal den Vergaser vom 200er Block geputzt und eingebaut. Läuft optimal.
Was mich wundert:
Leerlaufdüse ist kleiner in der 200er Version (eine 35er statt einer 38er beim 125er)
Hauptdüse ist auch kleiner (statt einer 105er beim 125er ist es beim 200er nur eine 92er).

Ich hab aus der "wilden Fuffie-Zeit" im Kopf - größerer Motor braucht auch größere Düsen. Das stimmt hier aber wohl nicht...
Wieso braucht der größere Motor kleinere Düsen?

Gruß und Dank
Tina

Ich denke mir, weil ein grösserer Motor/Hubraum mehr saugt, kann er auch durch eine kleinere Düse genauso viel, oder gar noch mehr Benzin pro Hub ansaugen !!! 🙄

wölfle 🙄

Nix für ungut, bin aber gerade lachend vom Stuhl gefallen, als ich mir vorstellte das eine Tausendkubik kräftiger am Strohhalm sein Gemisch annuckelt. Kleiner Spaß. 😉😉

Auch die Hersteller bauen nicht irgendwelche Toleranzen aus Spaß ein.

Es gilt das Verbrennungsluftverhältnis. Immer!

Man nennt es auch Lambda.
Und ich bin nicht dafür verantwortlich (Ist ja wohl klar😁), denn das ist einfach ein physikalisches Gesetz.

Google z.B. Verbrennungsluftverhältnis bzw Lambda 1,05

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Zitat:

Original geschrieben von Robotic


Nix für ungut, bin aber gerade lachend vom Stuhl gefallen, als ich mir vorstellte das eine Tausendkubik kräftiger am Strohhalm sein Gemisch annuckelt. Kleiner Spaß. 😉😉

Auch die Hersteller bauen nicht irgendwelche Toleranzen aus Spaß ein.

Es gilt das Verbrennungsluftverhältnis. Immer!

Man nennt es auch Lambda.
Und ich bin nicht dafür verantwortlich (Ist ja wohl klar😁), denn das ist einfach ein physikalisches Gesetz.

Google z.B. Verbrennungsluftverhältnis bzw Lambda 1,05

.

Ach du Schlaule, haste mal was von Lambda gehört, aber nichts kapiert und erklären kannste es schon gar nicht ??? !!

Ich erklär dir nochmal meine Darstellung: (so wie ich’s meinem 4jährigen Enkel erklären würde)

Ein 200ccm Motor saugt in der gleichen Zeit, also mit einem Hub, ca 1,62 mal so viel Luft durch den gleichen Vergaser wie ein 125 ccm Motor . Deshalb entsteht im Vergaser ein wesentlich höherer und schnellerer Luftdurchfluss, dadurch entsteht auch ein wesentlich höherer Unterdruck, was wiederum wesentlich mehr Benzin aus der Schwimmerkammer ansaugt als ein 125 ccm Motor !!

Da der 125 ccm Motor erheblich weniger und langsameren Luftdurchfluss hat, deshalb auch weniger Saugkraft, braucht er eine größere Hauptdüse, um das zur optimalen Verbrennung benötigte Luft/Benzingemisch exakt aufbereiten zu können !!

Da der 200 ccm Motor den höheren und schnelleren Luftdurchsatz hat, muss man die Hauptdüse kleiner dimensionieren um das optimale Verbrennungsgemisch von ca 14,8/1 zu erhalten !
Man könnte die “großen Düsen” vom 125er beibehalten, wenn man den Luftdurchlass-Querschnitt am Vergaser entsprechend vergrößert, damit der Luftdurchlass im Verhältnis zum 200er etwa die gleiche Geschwindigkeit hat wie der 125 ccm Motor !

Kann natürlich auch sein dass jemand am 125er Vergaser "getunt" hat !! 🙄

So, nun kannste wieder lachen, pass aber auf dass du nicht wieder auf den Kopf fällst, wenn du vom Stuhl kippst ! 😁

Tina, findest du meine Erklärung logisch, oder hat dir seine “Lambda-Bemerkung” mehr geholfen ???

wölfle 😉

Ohje ohje.
Und Strahltriebwerke sind ja noch viel größer und kräftiger und bekommen ihre bis zu 10 Liter Sprit pro Sekunde durch einen mikroskopisch feinen Kanal!? Aber waum ist dann ihr Lufteinlaß offensichtlich viel größer!?
Es gibt auch noch einen Strömungswiderstand...

Zitat:

Original geschrieben von tomS


Ohje ohje.
Und Strahltriebwerke sind ja noch viel größer und kräftiger und bekommen ihre bis zu 10 Liter Sprit pro Sekunde durch einen mikroskopisch feinen Kanal!? Aber waum ist dann ihr Lufteinlaß offensichtlich viel größer!?
Es gibt auch noch einen Strömungswiderstand...

Lenk nicht ab !! Wir reden hier über Saugrohrvergaser und nicht über Strahltriebwerke !!

Willst du in Abrede stellen, dass der Massestrom der Ansaugluft, die Geschwindigkeit der das Venturiorohr des Vergasers durchströmenden Luft, entscheidend dafür ist wieviel Benzin angesaugt wird und mit der durchströmenden Luft vermischt wird ?
Willst du in Abrede stellen, dass, wenn alles fein aufeinander abgestimmt ist, der Motor weitgehend optimales Benzin/Luftgemisch zur sauberen Verbrennung bekommt ?
Willst du in Abrede stellen, dass, wenn so einfach die durchströmende Luftmasse verändert wird, sei es durch verschmutzten oder entfernten Luftfilter oder Nebenluft durch z.B. undichten Ansaugkrümmer, dies immense Störungen in der Verbrennung hervorruft ??
Genauso wenn einfach die Vergaser-Düsen verändert werden ohne die Luftmasse anzupassen ???
Oder...
oder....
oder.....

So ein Verbrennungsmotor ist eine sehr empfindliche Konstruktion!
Und es gibt tatsächlich nur eine ideale Konstellation, die weitgehend optimale Funktion garantiert und jede Veränderung an irgendeiner Komponente verlangt Angleichung aller anderen Komponenten !!!

Die meisten "Entdrosseler" denken sich das alles viel zu einfach !! 🙄

wölfle 😉

Zitat:

Original geschrieben von kleiner_boeser_Wolf



Wir reden hier über Saugrohrvergaser und nicht über Strahltriebwerke !!

Ich hau mich weg, der Einstein unter den Vergaserkennern spricht........ 😁

GreetS Rob

Zitat:

Original geschrieben von Multitina


...
Hab heute mal den Vergaser vom 200er Block geputzt und eingebaut. Läuft optimal.
Was mich wundert:
Leerlaufdüse ist kleiner in der 200er Version (eine 35er statt einer 38er beim 125er)
Hauptdüse ist auch kleiner (statt einer 105er beim 125er ist es beim 200er nur eine 92er).
...

Gruß und Dank
Tina

Hallo Tina,

so ein Vergaser besteht nicht "nur" aus der Leerlauf- und Hauptdüse. Bist Du absolut sicher, das die beiden Vergaser identisch sind. Oftmals werden auch unterschiedliche Nadeldüsen mit ihren Luftkorrekturbohrungen eingebaut und auch die konische Düsennadel gibt's in etlichen Ausführungen.

Und selbst die Düsenbezeichnung, die normalerweise die Durchflußmenge in einer bestimmten Zeiteinheit angibt, stellt bei verschiedenen Düsenherstellern kein hundertprozentiges Maß dar. Da hilft halt nur der Fahrversuch, um eine bestmögliche Abstimmung hinzubekommen.

Viel Spaß mit der erstarkten Vespe!

Danke euch. Halbwegs verstehe ich das Ganze inzwischen.
Beide Vergaser haben tatsächlich die gleiche Bezeichnung: Keihin CVEK30.

Genervte Vespa-Treiber habn häufig die in den ersten Jahren in GTs verbauten Walbro-Vergaser rausgeworfen und gegen den später serienmäßign erwähnten 30er Keihin ersetzt
Die Leader-Baureihe hatte dann in diesm Vergaser je nach Schadstoffnorm 92er bis 108er HDs mit den verschiedensten Nadeltypen
105er HDs gabs zb in 125er Beverlys/X8/X9 - möglich- dass der Vergaser von so nem Scoot stammt
Also da is alls ok und im Lot

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