Benzinverbrauch, Frage aus Interesse

Bisher ging ich davon aus, dass man auf folgende Weise am sparsamsten fährt:

Möglichst niedertourig fahren, das Pedal dabei möglichst Dreiviertel durchtreten und dann so früh wie möglich schalten. Energiesparendste Fahrweise dabei möglichst gleichmäßig zwischen 90 und 110 Km/h.

Nun habe ich bei einem meiner Winterfahrzeuge, einem Ford Fiesta Bj. 2004, 1,3 l, Duratec (Zetec-Rocam), 60 PS, mal die Probe aufs Exempel gemacht. Normverbrauch soll sein: 5,9 S

Erster Versuch: 300 km auf einer Strecke (150 km hin und 150 km zurück) möglichst gleichmäßig auf der BAB mit einer Geschwindigkeit zwischen 100 und 110 Km/h.
Verbrauch, gemessen an der Zapfsäule: 7,7l.

Zweiter Versuch. Selbe Strecke hin und zurück, diesmal aber Pedal to the metal. Also Vollgas. Verbrauch, gemessen an der Zapfsäule: 7,04 Liter.

Beide Fahrten diesen Monat.

Hat jemand eine Erklärung?

238 Antworten

Auf der Autobahn, bei 100 bis 110km/h mit nem Kleinwagen 7,7L/100km halte ich aber für sehr happig.

Mit meinem Citroen ZX (Bauhjahr 1991; 1,4L; 75PS) lag ich bei um die 110km/h knapp unter 6L/100km. Mit dem Nachfolger Citroen Xsara /Baujahr 2001; 1,4L; 75PS) waren es unter 5,5L/100km.

Über sieben Liter hatte ich mit nem VW Jetta Baujahr 1980 (1.5L; 70PS).

Ach ja:
Mal etwas zur Wind-Diskussion.
Der TE ist ja die Strecke jeweils hin und zurück gefahren. Somit dürften Windstärke und -richtung kaum eine Rolle gespielt haben.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 25. April 2021 um 10:30:14 Uhr:


Auf der Autobahn, bei 100 bis 110km/h mit nem Kleinwagen 7,7L/100km halte ich aber für sehr happig.

Der VW Typ 1 "Käfer" war in Ansätzen bis Mitte der 1950er Jahre ein halbwegs zeitgemäßes Auto. Der Kraftstoffverbrauch war aber schon damals ein Diskussionsthema und erscheint heute in Bezug auf die gebotene Fahrleistung absurd hoch. Einen gewöhnlichen 1200er mit dem am häufigsten gebauten 34PS-Motörchen auf unter 7 Litern zu bekommen, ist wohl nur bei sehr speziellen Bedingungen möglich. Eher wird es deutlich mehr (Tendenz 10 Liter), das ist den schon erwähnten konstruktiven Schwächen des Konzeptes geschuldet: Lange Ansaugwege, niedrige Verdichtung und damit niedriger Wirkungsgrad, aus heutiger Sicht schlechter Luftwiderstand und dergleichen mehr. Noch krasser wurde das bei den später nachgereichten 1302- und 1303-Versionen, die in zeitgenössischen Testberichten gerne mal 13-15 Liter zu sich nahmen.

Bedenke auch: 110 km/h ist beim 1200er Käfer schon fast Höchstgeschwindigkeit, die ist nämlich mit 115 angegeben. 1300er / 40 PS = 120 km/h, 1500er / 44PS = 125 km/h, 1302S und 1303S / 50 PS = 130 km/h. Ja, so lahm waren die Dinger.

Also bitte einen VW Käfer jetzt nicht mit einem Kleinwagen, der anfang der 2000er Jahre auf den Markt kam vergleichen.

Ein Kleinwagen mit 60PS ist bei 110 auf er Autobahn schon noch nen Stückchen weit von seiner max. Perfomanz entfernt. Und mit Einspritztechnik, eventuell auch schon Multipoint, und elektronischer Motorsteuerung, sollte der da niemals auf solch einen hohen Vebrauch kommen, auch nicht bei sehr hügliger Streckenführung. Fast 8l/100km ist ja noch Stand Vergasertechnik.

Der Unterschied bei mir zw. dem ZX und Xsara betrug im Schnitt einen 3/4 Liter/100km.
Den größten Anteil daran hatte sicherlich Zentralrohreinspritzung vs. Multipointeinspritzung.

Du unterschätzt den Wind, der spielt ein viel größere Rolle, als manche das wahr haben wollen.
Denn im Tagesverlauf dreht er sich zu Abend öfters je nach Gegend.

Was viele auch unterschätzen, sind die Felgen. Heute müssen es ja möglichst große Felgen sein. Dabei kann der Spritverbrauch sich locker um 1l/100km erhöhen.

Zitat:

Du unterschätzt den Wind,

Er ist die Strecke hin und gleich wieder zurück gefahren. Beide male.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 25. April 2021 um 15:32:25 Uhr:



Zitat:

Du unterschätzt den Wind,

Er ist die Strecke hin und gleich wieder zurück gefahren. Beide male.

Und 7 bis 8 Liter habe ich mit meinem ZX im Winter auf meiner 16km Pendestrecke verbraucht, wenn ich fast jeden Tag, bei laufenden Motor, die Scheiben frei gemacht habe.

Zitat:

@SpyderRyder schrieb am 25. April 2021 um 13:35:57 Uhr:



Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 25. April 2021 um 10:30:14 Uhr:


Auf der Autobahn, bei 100 bis 110km/h mit nem Kleinwagen 7,7L/100km halte ich aber für sehr happig.

Der VW Typ 1 "Käfer" war in Ansätzen bis Mitte der 1950er Jahre ein halbwegs zeitgemäßes Auto. Der Kraftstoffverbrauch war aber schon damals ein Diskussionsthema und erscheint heute in Bezug auf die gebotene Fahrleistung absurd hoch. Einen gewöhnlichen 1200er mit dem am häufigsten gebauten 34PS-Motörchen auf unter 7 Litern zu bekommen, ist wohl nur bei sehr speziellen Bedingungen möglich. Eher wird es deutlich mehr (Tendenz 10 Liter), das ist den schon erwähnten konstruktiven Schwächen des Konzeptes geschuldet: Lange Ansaugwege, niedrige Verdichtung und damit niedriger Wirkungsgrad, aus heutiger Sicht schlechter Luftwiderstand und dergleichen mehr. Noch krasser wurde das bei den später nachgereichten 1302- und 1303-Versionen, die in zeitgenössischen Testberichten gerne mal 13-15 Liter zu sich nahmen.

Bedenke auch: 110 km/h ist beim 1200er Käfer schon fast Höchstgeschwindigkeit, die ist nämlich mit 115 angegeben. 1300er / 40 PS = 120 km/h, 1500er / 44PS = 125 km/h, 1302S und 1303S / 50 PS = 130 km/h. Ja, so lahm waren die Dinger.

Hatte den 50 PS 1,6 Käfermotor in meinem T2 Bulli. Verbrauch ca 7 - 9 max im Winter 10 ltr. Den 44 PS 1,3 hatte mal Leihweise in einem T2 eines Kumpels passend gemacht. Fuhr mit dem Bulli bis Griechenland, und auch 7 - 8 Ltr auf Strecke, bei "Sparsamer" Fahrweise verbraucht. Da die Getriebe kurz übersetzt waren, ist man so oder so bei 90/100 geblieben.

Zitat:

@tommel1960 schrieb am 26. April 2021 um 18:12:52 Uhr:



Hatte den 50 PS 1,6 Käfermotor in meinem T2 Bulli. Verbrauch ca 7 - 9 max im Winter 10 ltr. Den 44 PS 1,3 hatte mal Leihweise in einem T2 eines Kumpels passend gemacht. Fuhr mit dem Bulli bis Griechenland, und auch 7 - 8 Ltr auf Strecke, bei "Sparsamer" Fahrweise verbraucht. Da die Getriebe kurz übersetzt waren, ist man so oder so bei 90/100 geblieben.

Wenn ich dir alles abnehme, aber das nicht. Wenn man einen T2 mit diesen Motoren 90 bis 100 fährt, ist der nah an der Leistungsgrenze, vor allem mit dem 1300er. Da hast du vermutlich deinen Spritverbrauch falsch ausgerechnet. Oder die Erinnerungen verklären .... ich mein, war bestimmt ne schöne Fahrt und alles. Aber mit 7 Litern bewegt man keinen T2 :-) Vielleicht steht mal ne knappe 8 vor dem Komma, wenn es schnurgeradeaus geht und kein Wind und nicht so beladen und max Tempo 70.

Bergab, Rückenwind, Polizei im Nacken und ganz viel Heimweh vielleicht; ansonsten never ever.

Zitat:

@SpyderRyder schrieb am 26. April 2021 um 19:50:26 Uhr:


Wenn ich dir alles abnehme, aber das nicht. Wenn man einen T2 mit diesen Motoren 90 bis 100 fährt, ist der nah an der Leistungsgrenze, vor allem mit dem 1300er.

Nene, das stimmt schon einigermaßen. Hatte selbst einen T2 Bus aus 1975 mit 50 PS aus 1600 ccm.

Bin damit meist unter 10 l geblieben, auch auf langen Autobahnfahrten mit 105 - 110 km/h (aber eben NICHT Vollgas)

Dann meine 2 Käfer (1200 mit 30 PS und 1300 mit 40 PS): beide mit ausführlichen Urlaubsfahrten im Gebirge, Paßstraßen, in Südtirol usw: immer unter 8 Liter.

Und den 1300 hatte ich auch lange im Außendienst gefahren (ein Spleen von mir damals), da lag ich i.d.R zwischen 7 und 8 Litern (vorwiegend Landstraße)

Den 50PS Käfer .habe ich eher bei 13-15 gehabt, darunter sprang der nicht mal an.
Wenn beim T2 110 nicht Vollgas waren, wie schnell war der dann?
Die Erinnerung schönt einiges, auch wenn man das zuerst nicht glauben will.
Aber man muss auch Mal realistisch bleiben.

Keine Angst, ich war und bin realistisch. Den Verbrauch vom T2 weiß ich deshalb so genau, weil ich Monate lang damit zum Militär gefahren bin, immer sonntags und freitags, und meist zu dritt bis zu fünft. Ich war sozusagen Sammeltaxi....

Daß die Käfer nur sparsam waren bis inkl. 1300 40 PS, ist bekannt. Die 1302 1303 etc haben den Ruf ruiniert

Zitat:

@augenauf schrieb am 25. April 2021 um 14:36:12 Uhr:


Du unterschätzt den Wind, der spielt ein viel größere Rolle, als manche das wahr haben wollen.
Denn im Tagesverlauf dreht er sich zu Abend öfters je nach Gegend.

Was viele auch unterschätzen, sind die Felgen. Heute müssen es ja möglichst große Felgen sein. Dabei kann der Spritverbrauch sich locker um 1l/100km erhöhen.

Ja ja der Böse Wind.

https://kachelmannwetter.com/.../20210426-0000z.html

10 - 20 km/h in Schnitt haben keine Relevanz auf den Verbrauch, zumal der Wind frontal sein müsste. Ist er aber in den seltesten Fällen, meist wird in einem Winkel angeströmt und die resultierende Anströmgeschwindigkeit fällt somit geringer als der Schnitt aus.

Zitat:

@Slash_182 schrieb am 24. April 2021 um 08:59:01 Uhr:



Zitat:

@Diabolomk schrieb am 24. April 2021 um 08:01:30 Uhr:


Das ist eben pauschal. Was will man denn nun, im Verkehrsfluss am sparensten beschleunigen oder unabhängig davon. Und warum im besten Drehmomentband? Davor gibt es auch noch was.


Und was ist wenn Stau ist?
Und was ist wenn ein Ufo landet?
Und was ist wenn man mit seinem Auto aus der Kurve fliegt?
Und was ist...

Es geht ums Grundprinzip, wenn man verstanden hat, wie ein Verbrennungsmotor arbeitet/funktioniert, dann kann man sich aus diesen Zusammenhängen das beste Verhalten bzw. den besten Nutzen ableiten.
Soll man jetzt für jede einzelne Situation eine Maßnahme hinschreiben...

Die Diskussion ist nicht neu und wiederholt sich ständig:

https://www.motor-talk.de/.../...ziert-den-verbrauch-t7005870.html?...

Zitat:

@desinteressierter schrieb am 27. April 2021 um 11:39:02 Uhr:



Zitat:

@Slash_182 schrieb am 24. April 2021 um 08:59:01 Uhr:



Und was ist wenn Stau ist?
Und was ist wenn ein Ufo landet?
Und was ist wenn man mit seinem Auto aus der Kurve fliegt?
Und was ist...

Es geht ums Grundprinzip, wenn man verstanden hat, wie ein Verbrennungsmotor arbeitet/funktioniert, dann kann man sich aus diesen Zusammenhängen das beste Verhalten bzw. den besten Nutzen ableiten.
Soll man jetzt für jede einzelne Situation eine Maßnahme hinschreiben...

Die Diskussion ist nicht neu und wiederholt sich ständig:

https://www.motor-talk.de/.../...ziert-den-verbrauch-t7005870.html?...

Eigentlich sind die Zusammenhänge recht einfach zu verstehen.
Es ist komisch welche Annahmen und Gerüchte sich da immer wieder verbreiten.
Am besten das eigene Diagramm vom Hersteller ausfindig machen und mehr Sparen kann man dann nicht mehr.

Zum Link:
Wobei aber sie dort gezeigten Diagramme nur sie Leistungskurven uns den Zyklus zeigen, nicht die Verbrauchsmuscheln, die relevant wären

Deine Antwort