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Autos zu hart gefedert!?

Themenstarteram 17. Febuar 2004 um 8:20

Ich zitiere hier einmal einen Artikel der Zeitschrift AMS, dem ich vollinhaltlich recht gebe:

Hart, aber ungerecht

Bei Alltagsautos verheißt der allgemeine Trend zur Sportlichkeit nichts Gutes — je sportlicher, desto unkomfortabler, findet Wolfgang König .

Nicht immer nur meckern, bitte. Natürlich meinen es die Autobauer gut mit uns. Erst versuchen sie mit detaillierten Markt-Untersuchungen unsere geheimsten Wünsche herauszufinden. Dann verziehen sie sich in ihre Entwicklungslabors und brauen die schmackhaftesten und zugleich bekömmlichsten Cocktails zusammen, die wir uns überhaupt nur wünschen können.

Noch nie waren Autos so vielfältig, so sicher, so stark, so gnadenlos perfekt wie heute. Gleichwohl: Nicht alles ist Fortschritt, was glänzt, und ein Hang zu Übertreibungen lässt sich nicht leugnen.

Taucht zum Beispiel das Attribut sportlich auf, zumal in Verbindung mit dem Begriff Fahrspaß und dem notorischen Zusatz pur, ist oft Skepsis geboten: Sport ist das Zauberwort in der Welt der Reklame. Kaum ein Allerweltsauto, dem heute in der Werbung nicht sportliche Gene nachgesagt würden. Mit willkommenem Fortschritt hat das nur sehr selten zu tun.

Harmlose Limousinen jagen über Bergstraßen oder Rennpisten, bescheidene Kompaktwagen beglücken durch „feuriges Temperament“ (Mazda 3-Werbung) — schön und gut für jene unter uns, die weit draußen auf dem Land wohnen, sich auf leeren Straßen am sportlichen Gefühl kurzer Federwege und straffer Dämpfer ergötzen können und dem Ideal frönen, auf möglichst unbequeme Art möglichst schnell zu sein.

Wenig erfreulich aber für die 98 Prozent der Autobesitzer, die mit ihrem Gefährt zur Arbeit fahren, nach Hause wollen, bisweilen den Supermarkt ansteuern und gelegentlich einen Abstecher auf die Autobahn machen. Wieviele Schlaglöcher und Bodenwellen kommen auf jede sportlich genommene Kurve? 500 oder 1000?

Was wir im Auto brauchen, ist Komfort. Wer von München nach Stuttgart muss — es ist spät und der Verkehr die Hölle —‚ möchte nicht durchgerüttelt werden, als säße er in einer schlecht ausgewuchteten Wäscheschleuder. Man beendet seinen Arbeitstag ungern damit, dass man sich auf einem Küchenstuhl vor den Fernseher setzt.

Warum also mutet uns BMW einen Dreier zu, dessen Federungskomfort (ab 320 d aufwärts) an einen Porsche mit Sportpaket erinnert? Ein kürzlich gefahrener 320 Cd war so hart, dass man Mühe hatte, den gewünschten Radiosender einzustellen — ausgerechnet BMW, einst führend in der Kunst, agiles Handling mit Komfort zu vereinen.

Zugegeben, dem Erfolg steht der Hang zur Härte nicht im Weg, der Dreier-BMW verkauft sich wie geschnitten Brot. Aber das kann keine Rechtfertigung sein: Bekanntlich liegt es in der menschlichen Natur, vernünftig zu denken und unlogisch zu handeln.

Darauf verlässt sich neben anderen auch Audi: Beim neuen A3 werden dem Kunden die viel zitierten sportlichen Gefühle versprochen, sobald er mit Elan die Richtung wechselt. Im Normalbetrieb dominieren freilich die weniger willkommenen Empfindungen: Die Konturen der Fahrbahn kopiert der ansonsten brave Kompaktwagen so naturecht auf den verlängerten Rücken, als hätte man es sich bei der Abstimmung zum Ziel gemacht, die Insassen möglichst nachhaltig über Unvollkommenheiten im Straßenbau zu informieren.

Dass es auch komfortabler geht, zeigt der auf der gleichen Basis rollende Golf. Überhaupt bieten die am Computer konstruierten, bis in alle Details optimierten Fahrwerke heutiger Autos die besten Voraussetzungen für gutes Schluckvermögen, vorausgesetzt, man knausert nicht mit Federweg.

Aber meist liegt schon da der Hase im Pfeffer: Tiefer plus härter gleich sportlicher heißt die Gleichung, die nach Auffassung der Marketing-Experten das allseits begehrte jugendliche Image verspricht. Mag den Kunden draußen im wirklichen Leben auch schon mal das Gebiss aus dem Gesicht fallen.

 

IMHO ist es ja schwachsinn, in einer Zeit, wo alle durch zunehmenden Verkehr und Staus immer langsamer fahren, die Autos auf Rennwagen-Federung umzurüsten. - Was sagt ihr dazu?

lg

Dimple, gemütlicher Automatik-Cruiser

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14 Antworten

Nun gut, in meinem Falle ist es eine Sache der Gewöhnung. An mein Schlaglochsuchgerät habe ich mich gewöhnt, daher kommt mir auch ein sportlich-hart gefedertes Fahrzeug wahrscheinlich komfortabel vor.

Allgemein betrachtet hatte diese ganze Fahrwerk-Wettrüsterei ganz genau einen Auslöser: Den Umfaller der A-Klasse. Auf einmal wurde der Elchtest populär, also das absolut wirklichkeitsferne Reißen am Lenkrad bei hohen Geschwindigkeiten, ohne die Bremse anzutippen. Natürlich kommen bei diesem Test alle Fahrzeuge mit komfortabel ausgelegtem Fahrwerk ins Torkeln und schaukeln sich schlimmstenfalls durch das mehrmalige Reißen am Lenkrad auf. Ein Tester schrieb damals: "Wenn's sein muß, lege ich Euch auch einen Porsche auf's Dach." Recht hatte er. Aber da des Deutschen Denken auf Sicherheit getrimmt ist, mußten fortan alle PKW geradezu am Boden kleben, Fahrzeuge, deren Hersteller nach wie vor auf Komfort setzten, wurden eben auf die Seite geschmissen.

Gipfel dieser unsinnigen Kampagne, aus meiner Sicht: Der neue Jeep Cherokee. Als Geländewagen mit hohem Schwerpunkt und weichem Fahrwerk konstruiert, hob er beim Elchtest zwei Räder. Das Resultat: Die europäische Version ist 2,5 Zentimeter tiefergelegt und mit einem strafferem Fahrwerk versehen, die Geländetauglichkeit stark einschränkt. Vielleicht hätten die Herren Tester mal einen Blick in die Betriebsanleitung werfen sollen, wo klar zu lesen ist, daß solche Spielereien mit einem derartigem Fahrzeug eben nicht drin sind...

Tja, die vermeintliche Sicherheits-Lobby hat vorerst gesiegt, das Steißbein muß es ausbaden. Vielleicht ändert sich das ja auch mal wieder...

Gruß

Derk

Ich denke auch, dass man Alltagswagen möglichst komfortabel abstimmen sollte. Das heisst ja nicht, dass die Kiste schaukeln soll wie ein alter Ami, aber eine komfortable Abstimmung ist schon angenehm auf langen Strecken. Vielleicht würde eine solche Fahrwerkspolitik auch etwas mehr Gelassenheit auf deutschen Strassen einkehren lassen, wenn nicht mehr jeder Kleinwagenfahrer meint er müsse Schumi-mäßig herumheizen, weil er ja ein auch so kurvengieriges Fahrwerk hat...

Die paar Leute, die tatsächlich immer durchgeschüttelt werden wollen, können ja gern noch ein Sportfahrwerk nachrüsten. Besser als wenn man für vernünftigen Fahrkomfort ein normales Serienauto mit "Komfortfahrwerk" nachträglich höherlegen muss..

Meine Alltagsgondel soll auch schön bequem sein. Wenn mich die Hummel im Hintern juckt, dann schnapp ich mir halt meinen A112 Abarth und such mir ne kurvige Landstrasse..

Hallo.

Ich denke, solange es Spezis gibt, die ihre Autos noch härter und noch tiefer legen als sie schon ab Werk sind, braucht man sich über fehlenden Komfort (noch) keine Gedanken zu machen.

Schlimm wird es aber, wenn sich diese dann durch Slalomfahren fortbewegen, weil sie den Schlaglöchern ausweichen müssen. :mad:

Aber ich denke auch (oder trotzdem?!), da unsere Straßen immer schlechter werden, müssen die Autos heutzutage nicht unbedingt am realitätsfremden PC auf ~98% Rennwagen getrimmt werden. Hier bin ich auch der Meinung, das weniger manchmal mehr wäre.

Gruß,

Mario

Noch was, wo ich jetzt mal drauf geachtet habe: Komfortables Fahren ist einfach nicht populär. Schaut Euch die diversen Fernsehsendungen zum Thema Auto an: Egal um welches Fahrzeug es geht, es wird nicht eine Kurve genommen ohne dabei Gummi zu lassen. Also wird doch suggeriert, daß man die Kiste genau so fahren muß, um damit Spaß zu haben (bzw. um die Berwertung des Testers nachvollziehen zu können).

Ich habe auch noch in keinem Fahrzeugtest in der Rubrik Pro/Contra den Posten "sportlich straffes Fahrwerk" auf der negativen Seite gesehen. Solange es dem Tester hilft, zielgenauer die Pylonen zu umrunden, ist es toll.

Was lernen wir also daraus? Laßt uns nicht mehr zur Arbeit, Schule oder Uni FAHREN, sondern DRIFTEN!

Und beim Fahrwerk hört es ja noch nicht auf. In einem Passat TDI brauche ich keinen Drehzahlmesser, weil mich die brettharte Sitzfläche bestens über die momentane Motorsituation informiert. Dennoch gelten diese Sitze als "langstreckentauglich" und "angenehm straff". Ich persönlich würde die Wohnzimmersessel eines Lancia Kappa vorziehen...

^^ Das ist wohl war.

Als ich neulich mal in einem Passat-Taxi fuhr (mit 8500km noch neu), vibrierte quasi der ganze Wagen im Leerlauf. Während der Fahrt war es dann die Polterachse die negativ auffiel und von den schlechten Sitzen ablenkte :D.

War bis jetzt noch nach keiner Fahrt in einem VW begeistert (ältere wie neue Modelle).

Themenstarteram 19. Febuar 2004 um 15:20

Volkswagen

 

Also mit meinem Golf IV war ich, sowohl mit dem Federungskomfort als auch mit den Sitzen, durchaus zufrieden - ich mag ja auch harte Matratzen. Wieviel bequemer es gehen kann, habe ich erst beim Erwerb des Volvos gesehen (und wieviel härter ein Fahrwerk sein kann, habe ich bei der Probefahrt mit einem 3er Touring gesehen).

Aber insgesamt glaube ich, daß ein Zusammenspiel von Werbung, Tests und falscher Einstellung zum Autofahren (sportlich Fahren über alles) hier zusammenspielen und (IMHO fälschlicherweise) das Komfort-Denken überholen.

lg

Dimple, bequem beim Autofahren

Ich kann diesen Trend auch bei meinen Fahrzeugen nachvollziehen, so ist z.B. der W211 (aktuelle E-Klasse) ein ganzes Stück straffer abgestimmt als der 124er (E-Klasse 84-95). Hier wird der Wagen aber durch das allgemein besser konstruierte Fahrwerk (Vierlenkervorderachse, geringere ungefederte Massen) und das höhere Gewicht des Fahrzeugs nicht unkomfortabler - solange man sich keine 245er-Reifen montieren lässt. Zweifellos wäre der Komfort aber bei einer weicheren Abstimmung besser, die Agilität und die passive Sicherheit würde dagegen leiden. Man darf nicht die gestiegene Leistung unser Autos vergessen, schon für gehobene Mittelkasselimos sind Tempo 200 kein Problem mehr und dieses Tempo lässt sich auch heute noch auf der AB realisieren.

"...Zentimeter tiefergelegt und mit einem strafferem Fahrwerk versehen, die Geländetauglichkeit stark einschränkt. Vielleicht hätten die Herren Tester mal einen Blick in die Betriebsanleitung werfen sollen, wo klar zu lesen ist, daß solche Spielereien mit einem derartigem Fahrzeug eben nicht drin sind..."

Sicherlich ist der Elchtest in der Praxis ein Extremfall, aber keineswegs unrealistisch (man würde evtl. bremsen, hat aber auf der AB häufig wesentlich höhere Geschwindigkeiten), Jeep und A-Klasse sind durch ihren hohen Schwerpunkt von vornerein benachteiligt, die Mängel in der passiven Sicherheit treten aber viel mehr durch primitve Fahrwerke zu Tage! Sicherheit geht nun mal vor! Wenn die Fahrwerke zur Erfüllung dieser Kriterien durch ihre primitive Konstruktion unangemessen hart abgestimmt werden müssen, sollten die Leute ihr Kaufverhalten überprüfen, aufhören sich Autos nach Design, Image, zweifelhaften Tests oder Studien zu wählen und so die Hersteller weg von Gimmicks hin zu kompromissloser Technik zu bewegen. So ist z.B. der Golf V (und seine Plattform-Brüder) das praktisch einzige Auto in der Kompaktklasse, welches mit einer hochwertigen Hinterachskonstruktion ausgestattet ist. Dieses wesentliche Qualitätsmerkmal wird dagegen völlig unterschlagen und am konserativem Design und Preis rumgemäkelt, während andere Hersteller alle möglichen Gimmicks in ihre Fahrzeuge quetschen (aktive Dämpfung, DVD-Navis, Rückfahrkameras...) und dabei ihre veraltete Torsionsachse im Hochglanzprospekt verschweigen.

Thema: Hinterachskonstruktion

Man muß aber klar sagen, daß viele Dinge die uns VW/Audi als "innovativ" oder besonders "hochwertig" verkaufen will, bei anderen Herstellern teilweise schon seit Jahren ein alter Hut ist.

VW hat mit dem Golf V bzw. neuen Audi A3 lediglich mit der Konkurrenz gleichgezogen.

Die fast identische Hinterachskonstruktion (Einzelrad- Multilenker) gibt es im Mazda 3... und im Ford Focus schon seit 6 Jahren!

Die "billigen" Hinterachsen (lediglich Verbundlenker) fanden sich vor kurzem noch in jedem VW/Audi-Konzernprodukt, bis hinauf zum A6 (Ausnahme: Allradantrieb). Erst der neue A6, sowie der aktuelle A4 besitzen zeitgemäße Hinterachsen.

(Selbst der Mazda 323 von 1985 hatte bereits Einzelradaufhängung hinten...)

Zitat:

Original geschrieben von George

.. So ist z.B. der Golf V (und seine Plattform-Brüder) das praktisch einzige Auto in der Kompaktklasse, welches mit einer hochwertigen Hinterachskonstruktion ausgestattet ist. Dieses wesentliche Qualitätsmerkmal wird dagegen völlig unterschlagen und am konserativem Design und Preis rumgemäkelt, ..

Na, wieder einer der Werbung von VW aufgesessen ??

Auch in Alfas gibts diese Hinterachskonstruktion schon seit Jahren..

Nix mit einzigartig oder innovativ. VW hat, wie immer, wieder mal nur nachgemacht..

Zitat:

Sicherlich ist der Elchtest in der Praxis ein Extremfall, aber keineswegs unrealistisch (man würde evtl. bremsen, hat aber auf der AB häufig wesentlich höhere Geschwindigkeiten), Jeep und A-Klasse sind durch ihren hohen Schwerpunkt von vornerein benachteiligt, die Mängel in der passiven Sicherheit treten aber viel mehr durch primitve Fahrwerke zu Tage! Sicherheit geht nun mal vor!

Stimmt, Sicherheit geht vor. Eben aus diesem Grunde sollte man sich bei seinem Fahrzeug darüber im Klaren sein, wo die Grenzen liegen. Ein Jeep oder auch die A-Klasse sind nicht deshalb unsicher, weil sie bei hohen Geschwindigkeiten schlechter auf der Straße liegt als ein normaler PKW. Sie werden es höchstens dann, wenn ein Dau aum Steuer sitzt, der sich den Eigenheiten seines fahrbaren Untersatzes nicht bewußt ist. Dann kann auch die beste Fahrwerkskonstruktion nichts mehr retten...

Abgesehen davon: Natürlich ist das Fahrwerk nicht bei jedem Auto perfekt konstruiert, alleine schon aus Gründen der Fertigungskosten. Oder würde jemand 20000 Euro für einen Daihatsu Cuore ausgeben, dessen einziger Vorteil gegenüber dem Standard-Modell eine Super-Straßenlage bei Tempo 150 ist? Schon gut, da findet sich bestimmt wer. Aber eben nicht der Großteil der Käufer, der ist mit einem relativ schlichten Fahrwerk zufrieden. Außerdem können auch simple, wenig aufwendige Konstruktionen durchaus gute Resultate bringen. Nicht alles, was neu ist, muß gleichzeitig auch besser sein...

Hat der alte A6 (als der ab '97) nicht eine Vierlenkerkonstruktion? Das aber schon der alte Mazda 323 (der neue ist ja im Prinzip ein Ford) eine richtige Einzelradaufhängung hatte verdient Lob, obwohl ich bei einer kurzen Fahrt vor einigen Wochen davon nichts gemerkt habe !?

Sicherlich ist der Golf V nicht das einzige Fahrzeug seiner Klasse mit einer anständigen Hinterachse, hier war ich mit "praktisch einzig" wohl etwas zu forsch. Ein Großteil der Konkurrenz ist jedoch nicht damit ausgerüstet, sondern prahlen mit Oberklasse-Komfort-Features, die sicherlich ihre Berechtigung haben, allerdings nur wenn auch eine solide Basis erfüllt ist!

@der_Derk

Auch ein Jeep wird auf der Autobahn mit über 100km/h gefahren und wenn ein plötzliches Ausweichmanöver notwendig wird (kann auch bei umsichtigstem Fahren und Einhalten größter Sicherheitsabstände passieren), so hilft einem das Wissen um das schlechte Fahrwerk gar nichts mehr!

Selbstverständlich soll eine Kleinwagen nicht 20.000Euro kosten, allerdings wird das Geld bei anderen Dingen (wie z.B. einer serienmäßigen Klima) auch bei billigsten Autos ausgegeben, anstatt es in eine solide Mechanik zu investieren. Ob jemand sich bei zwei äußerlich/preislich identischen Kleinwagen (einer mit Klima, der andere mit richtigem Fahrwerk) für das bessere Fahrwerk entscheiden würde, steht leider auf einem ganz anderem Blatt...

Moment, bevor wir uns mißverstehen: Ich habe nicht behauptet, daß mit einem Geländewagen das Ausweichen bei höheren Geschwindigkeiten konstruktionsbedingt unmöglich ist. Die von Dir beschriebene Situation auf der Autobahn sollte selbstverständlich auch von einem Fahrzeug mit hohem Schwerpunkt bewältigt werden, und prinzipiell schaffen sie das auch (angeblich sind selbst Sprinter dazu in der Lage ... :) ). Allerdings stellt das Ausweichen mit einem Defender (als Beispiel) bei Tempo 120 schon ähnliche Anforderungen an den Fahrer wie bei einem 911er bei Tempo 180. Deshalb kann man dem Defender aber noch keine schlechte Fahrwerkskonstruktion unterstellen.

Meine Kritik bezog sich auf die Versuchsanordnung des VDA-Ausweichtests, kurz Elchtest. Das Auto fährt mit konstanter Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern und wechselt dann ruckartig die Spur, weil ein Elch auf die Fahrbahn getreten ist. Genauer gesagt fünf Elche, mit einem Abstand von exakt 2,75 Metern. Nach dem erfolgreichen Umrunden dieser Kompanie wird dann das Fahrzeug ebenso ruckartig wieder in die Ausgangsspur zurückgezogen, und natürlich wurde während des gesamten Manövers nicht einmal gebremst.

Das erste Ausweichen stellt keine auf dem Markt vetretene PKW-Konstruktion vor Probleme (nicht mal meine Kiste), der Knackpunkt ist der zweite Lenkeingriff. Je nach Fahrwerksgeometrie und Radstand kann diese Lenkbewegung genau in dem Moment erfolgen, wenn sich die Karosserie zurückneigt, das Fahrwerk schaukelt sich auf und die Fahrt auf zwei Rädern beginnt. Wohlgemerkt kann dieser Zustand bei jedem Fahrzeug auftreten, man muß nur den zweiten Lenkeingriff im richtigen Moment platzieren.

In der Praxis ist gerade dieses abrupte Zurücklenken meistens entweder garnicht erforderlich, oder man hat instinktiv die Bremse betätigt, und der im Elchtest erreichte Zustand trifft nicht ein.

Um es kurz zu machen: Die Beurteilung einer Fahrwerkskonstruktion anhand dieses Tests ist in meinen Augen wenig aussagekräftig. Je nach Testanordnung, Reifendruck, -Marke, Seitenwind etc. kann man jedes Fahrzeug aus der Spur bringen.

Aber wir schweifen ein wenig ab... ;)

Gibt es denn bei den PKW's überhaupt noch Fahrzeuge, denen man keine "solide Basis" zusprechen kann? So schlimm finde ich die auf dem Markt befindlichen Fahrwerke in puncto Sicherheit eigentlich nicht. Im Gegenteil, wir hatten ja schon festgestellt, daß eben dieser Hintergedanke der Auslöser für die übertrieben harten Fahrwerksabstimmungen ist...

Ich bin echt froh, daß es in diesem Forum Gleichgesinnte gibt. Denn ich ärgere mich täglich über TV-Auto-Sendungen, in denen uns die tolle neue Autowelt vorgestellt wird, in der wir uns alle "sportlich" und "mit Freude am Fahren" bewegen (müssen). Denn ich, obwohl erst 26, war noch nie ein Fan sportlicher Autos. Und kann es einfach nicht nachvollziehen, was daran so toll sein kann, ein Auto permanent am Limit zu bewegen. Denn ich bin Vielfahrer und möchte von A nach B kommen und dann noch Kraft haben zu arbeiten und dann am Abend entspannt nach Hause zu kommen. Für mich wäre viel wichtiger, wenn mehr Autos mit Automatik und Tempomat ausgestattet wären, als mit Sportfahrwerk, härteren Sitzen, Spoiler oder sonstigen unnötigen Dingen.

Ich bin echt froh, daß dieses Thema angesprochen wurde und nicht nur der Thread-Eröffner, sondern auch weitere Personen der gleichen Meinung sind. Also bin ich und einpaar meiner Freunde nicht alleine auf dieser Welt, die enspanntes Fahren einer regelrechten Raserei vorziehen.

Noch zum gesagten: Ich bin zwar noch keinen W211-er gefahren, dafür aber einige andere, so z.B. W124 und den Nachfolger W210. Ich war etwas enttäuscht, denn so komfortabel, wie die alte E-Klasse (W124) ist momentan kein anderer Mercedes. Und das vermisse ich.

VW ist jetzt einfach unverschämt geworden. Ich fand zwar VW noch nie attraktiv und wollte mir auch noch nie einen kaufen. Aber was jetzt der neue Golf kosten soll - also bitte, da kauf ich mir für die 30k Euro lieber einen gerämigen und nicht weniger sparsamen Van, als einen Kleinwagen (ja, ja, ist ein Kompaktwagen, aber ist trotzdem klein).

So vermisse ich immer mehr und mehr meinen alten Ford Scorpio - eine billige und superbequeme Reiselimousine, die auch sehr zuverlässig war. Diese einfache und komfortable Technik gibt es heutzutage nicht mehr und wird es wahrscheinlich nicht mehr geben.

Das klingt jetzt, als wäre ich ein alter Opa. Ich bin aber mit der heutigen Entwicklung auf dem Automobilen Markt einfach nicht zufrieden.

Schon mein 94-er Audi 80 war mir mit dem Serienfahrwerk etwas zu hart gefedert. Aber spätestens nach dem ich mir die Präsentation vom neuen A6 angesehen habe, wurde mir klar: für mich wird Audi wahrscheinlich kein passendes Auto mehr bauen. Denn die Frequenz, mit der der Audi-Mensch das Wort "sportlich" in seiner Rede wiederholte, war mir zuviel.

Ach, ich könnte noch stundenlang schreiben. Denn es ist mir echt ein Anliegen, was dieses Thema betrifft. Klar sind die Meinungen und Geschmäcker verschieden und es gibt viele, die mich auch nicht verstehen werden. Aber zum Glück gibt es noch welche, die sich für dieses Thema auch interessieren.

 

In diesem Sinne verbleibe ich,

Euer Automatik:)

Federung Dämpfung

 

Bin mit dem geschriebenen vollumfänglich einverstanden. Heute muss jedes Fahrwerk dem Fahrer erlauben mit möglichst hoher Geschwindigkeit jede Kurve zu umrunden. Derweil weiss mittlerweile jeder wies heute auf dem Strassen aussieht - alles verstopft - Beläge immer schlechter auch der Radar lässt grüssen. Es ist mir in der Tat umverständlich warum es die Hersteller immer weniger fertig bringen ein Fahrwerk zu konstruieren was genügung Fahrsicherheit bei angemessenem Fahrkomfort vereint. Früher war das noch eher die Regel. Fahre einen Alfa 156 GTA ein wirklich fantastisches Auto wenn nur der nicht existente Federungskomfort nicht wäre. Dass der Wagen straff abgestimmt ist war von Anfang an klar, aber dies ist allzuviel des Guten was hier dem Fahrer zugemutet wird. Wir befinden uns nicht täglich auf einer Rennstrecke und möchten etwas Spass am Auto bei akzeptablem Fahrkomfort vereint wissen. Der Wagen gehört ja auch nicht zu den billigsten.

Da ich den Wagen nicht abgeben möchste trage ich mich mit dem Gedanken ein Original Alfa 156 er Fahrwerk einzubauen. Die Bandscheiben sind dankbar dafür. Im weiteren lassen unsere Strassen ein Ausloten der Fahrwerksmöglichkeiten gar nicht mehr zu - Verkehrsdichte - Radar etc.

Alfetta

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