Autark mit dem Wohnwagen, Sinn oder Unsinn?

Hallo zusammen, weil dieses Thema in dem Thread „Was habt ihr eurem Wohnwagen/ Wohnmobil heute gutes getan?“ etwas ausgeufert ist hier ein eigener Thread.
Was haltet ihr davon?
Wozu nutzt ihr es?
Was habt ihr gemacht um autark zu sein?
Autarkie minimal oder exzessiv?
Etc…

36 Antworten

Soll ja jeder nach seinem Geschmack machen.

Bei Übernachtungen auf Raststätten etc ist ein bisschen Autark schon hilfreich.

Ebenso wenn wir früher an dem Angelteich standen der von unserem Verein gepachtetet war.

Es gibt sicherlich noch viele Situationen wo das hilfreich sein kann.

Aber wenn ich (alter Mann) heute so lese, was viele alles brauchen, dann staune ich nicht nur, sondern frage mich ob das überhaupt sein muß:

Mover, Solarpanele, Wandler, große Akkus und so geht das immer weiter.

Ich gebe hier mal an, was wir früher hatten und das hat völlig gereicht:

Länge Wohnwagen max 4,5m, eher nur 4m- Weil der sich super auf Autobahnen ziehen läßt.

Dafür keinen Mover, weil man den mit 2 Mann bequem schieben kann. Richtige Camper helfen sowieso sofort mit, wenn die sehen, daß man weiter schieben muß.

Innen eine Truma-Heizung mit Gas. Hat auch im Winter immer gereicht.

Eine Truma Gas-Wandleuchte. Die macht bis rund 100W Leuchtkraft.

Es gab auch Gas-Decken-Pendelleuchten. Die fanden wir nicht ungefährlich und haben darauf verzichtet.

Frischwasser hatten wir im Kanister unter der Spüle. 30L haben uns immer gereicht, denn ewig sollte das Wasser ja auch nicht stehen. Abwassertank hatten wir zum unterstellen am Campingplatz.

Heute haben wir ein selbst ausgebautes WoMo. Auch hier haben wir 30L Frischwasser in einem Säulen-Schrank. Dieser steht gleich rechts an der Schiebetür. Den relativ schweren Kanister kann man so von außen einstellen und muß nicht mit ihm erst in das Fahrzeug steigen.

Auf Abwassertank für Fahrpausen haben wir verzichet, Der Wasserhahn arbeitet mit Pumpe und betätigt diese elektrisch. Das Frischwasser fließt dann in eine rausnehmbare Plastik-Spülschüssel und diese wird im nächsten Gulli ausgeleert. Für den Campingplatz haben wir immer noch einen fahrbaren Unterstelltank.

Anstatt Absorber-Kühlschrank mit Gasbetrieb (der ohnehin kaum kühlt) haben wir eine Engel-Kompressor-Kühlbox die elektrisch läuft (12V und 220V) und sehr sparsam im elektrischen Verbrauch ist. Dafür kühlt die dermaßen, daß wir ab Stellung 3 (und größer) oft schon gefrostetes heraus geholt haben. Meist läuft das Teil auf Stellung 1 und nachts wird die Kühlbox meistens ausgeschaltet (außer in sehr heißen Nächten).

Ich denke man sollte sich auf Campig zurück besinnen. Wenn man alles braucht erscheint mir ein Hotel oder ein angemietetes Ferienhaus die bessere Lösung zu sein. Kein Wohnwagenkauf, keine Folgekosten TÜV, Abnahmen, Wartung. Weniger Kraftstoff-Verbrauch bei der Fahrt, Schnellere Fahrgeschwindigkeit möglich und eine viel günstigere Ausrüstung, denn wer so viel braucht zahlt ja auch eine Unsumme dafür. Dafür könnte man ein Boot anhängen und damit ggf den Max raushängen lassen ;-))

Aber wie gesagt, jeder wie er möchte.

L.G: sendet der olle-biker

Zitat:
@Oetteken schrieb am 28. August 2025 um 11:38:08 Uhr:
Ich frage mich nämlich, wo man heutzutage noch außerhalb von Campingplätzen frei stehen kann, damit man autark sein muss, ausgenommen vielleicht Wacken oder Parookeville.

Als Sportler: Die meisten Sportveranstaltungen haben ausgewiesene Plätze wo man um die Veranstaltung stehen kann, das sind aber meist Wiesen, normale Parkplätze etc.. ohne Versorgung wo man als Teilnehmer stehen darf.

So das sportliche Pendant zu den Festivals.

Stimmt, zum Beispiel die Mudmasters in Weeze… Habe ich nur verdrängt, weil ich wegen einer OP dieses Jahr nicht mitmachen kann… 😂

Aber vom Prinzip Hat der @oller-biker recht, das haben wir früher auch alles nicht gehabt. Aber früher hatten wir auch keine Handys, noch früher hatten wir keine Autos und ganz ganz viel früher haben wir in Höhlen gehaust. Mit der Zeit gibt es immer wieder Neuerungen die das Leben mehr oder weniger angenehmer machen, so ist der Lauf der Zeit.

Es st wie schon gesagt, ob und wie weit man autark sein will, muss Jeder individuell für sich entscheiden. Ich persönlich fühle mich wohl mit ein Bisschen Autarkie im Wohnwagen und wenn es halbwegs günstig machbar ist, schadet es nicht.

Doch selbstverständlich geht es auch ohne, ging ja früher auch, auf Gasbetrieb, wollte ich jedoch keinesfalls verzichten unser 1. Wohnwagen hatte sogar noch Gaslampen als Innenbeleuchtung und rein elektrisch autark wird wohl noch lange ein Wunschtraum von Manchen bleiben.

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Zitat:
@Achim221170 schrieb am 28. August 2025 um 18:09:39 Uhr:
Aber vom Prinzip Hat der @oller-biker recht, das haben wir früher auch alles nicht gehabt.

Nicht? Ich schon, viel braucht es dafür doch nicht. Typische Wohnwagenheizungen laufen auf Gas ohne Strom, Kochen und Kühlschrank geht auch auf Gas. Kanister Wasser, mobiler Abwassertank zum drunterstellen unter den Ablauf und eine kleine Bordbatterie für Licht und Wasserpumpe. Viel mehr braucht man für ein paar Tage autark stehen doch nicht.

Ich hab aktuell für unterwegs noch einen Adapter auf USB für meine Werkzeugakkus, das ist unterwegs auch echt praktisch. Handy, Taschenlampe, Tablet etc.. einfach aufladen, die Werkzeugakkus habe ich eh, mit dem kleinen Ladegerät kann man teilweise auch mal eben im Waschhaus einen Akku laden. Da ich mittlerweile nur noch der Camper-Leiher bin auch eine gute fahrzeugunabhängige Lösung. Gab doch auch mal einen -Wohnwagen, glaube Knaus, wo es einen Adapter für Werkzeugakkus gab um eine Nacht damit Wasserpumpe und Licht zu betreiben.

Bisschen erfinderisch und keinen Komfort wie zu Hause erwarten, dann ist eine gewisse Autarkie jetzt auch kein riesen Aufwand.

Ein Camper wo ich nicht zumindest mal 2 Nächte ohne externe Versorgung stehen kann wäre für mich keine Option.

Nun ein bisschen Ironie war da schon drin, wenn du den Beitrag bis zum Ende liest 😉

Ich verstehe auch nicht, was alle gegen kochen, heizen und kühlen mit Gas haben, kein Akku liefert derzeit eine so hohe Energiedichte wie die Gasflasche.

Ein aktueller LiFePo4-Akku liefert ca. 0,15KWh/kg während Propangas ca. 12,80KWh/kg liefert. Habe ich 2 11kg Alu-Gasflaschen komme ich damit im Sommer ewig aus.

Allerdings: Meist muss ich den Strom auf Campingplätzen nicht oder pauschal bezahlen und es spielt für mich keine Rolle, dass ich Strom brauche. Stehe ich autark kommt die Energie aus der Sonne und wird nur im Akku „zwischengelagert“, Gas kostet mich immer Geld. Da aktuell die gesamte Energie im Wohnwagen (eher aus Gewichtsgründen) nicht komplett auf Strom umgestellt werden kann halte ich Gas noch für sehr sinnvoll. Akkus werden jedoch immer leichter und wahrscheinlich habe ich in 10 Jahren eine andere Meinung dazu. Natürlich immer mit dem Hintergrund, dass man keine Steckdose in der Nähe hat.

Und zu guterletzt läuft auch unser Grill auf Gas. Auch wenn sich die Profigriller streiten ob ein Gasgrill überhaupt ein richtiger Grill ist finde ich es rücksichtslos auf einem Campingplatz den Nachbarn mit Kohle einzuräuchern.

Ich bin gerade mit Familie (Frau und 3 Kinder) unterwegs. 4000km, De-lu-be-hol-gb-fr-de. 6 Wochen Sommerferien. Ca. 12 Plätze?. Wir entscheiden spontan wo wir schlafen. Ob Campingplatz, Bauernhof oder Parkplatz. Habe 4x200W PV flexibel, 2x 11 Kg Gas dabei. Aufbau: ecoworth 100 Ah life4Po, Victron (bmv 700, va500, smartsolar 100/50)

Eine Gasflasche ist jetzt leer nach nem Monat. Die andere hat noch 3/4. Plätze bekommt man je nach Land wenn man kein Strom braucht leichter. Batterie ist meist am Morgen bei 60-70%. Bei vollen Sonnenschein bringt die Anlage ca. 300w und dann kann ich sogar den Kühlschrank über solar laufen lassen. Therme für 60grad Wasser zum spülen braucht (300W) 15% Akku.

Heute fahren wir nach Paris keine Ahnung wo wir schlafen, rufe die Campingplätze von unterwegs aus und da wo frei ist schlafen wir. Ansonsten sind wir autark und schlafen mit park4night eben wo anders.

Habe vergessen zu erwähnen, bin mit nem Bürstner Averso 510tk unterwegs. In der Regel sind wir etwa 1-2 Tage autark. Danach braucht man eh einen Campingplatz zwecks Wasser auffüllen (44l Tank), Klamotten waschen, Toiletten entsorgen, Duschen…

Wir haben 45l Wasser, 3 Personen Fendt Diamant 560TK, im Wohnwagen duschen geht leider nicht, keine Duschamatur (könnte man Nachrüsten) und zu kleines Bad (durch das Waschbecken samt Untersschrank). Duschwanne ist vorhanden. Vielleicht montiere ich mal eine Außendusche, bisher haben wir aber immer Duschmöglichkeiten gefunden. Zum Beispiel morgens vor der Abfahrt auf dem Campingplatz, eine Nacht irgendwo (wo erlaubt) und dann am nächsten Tag Abends wieder Campingplatz. So kann man es überbrücken. Natürlich braucht man auch keinen festverbauten Abwassertank aber es ist auch ein Stück näher an den Vorzügen eines Wohnmobils. Man könnte sagen, ich versuche die Vorzüge des Wohnwagens mit denen eines Wohnmobils zu verknüpfen.

@Achim221170

Ich stelle immer wieder fest, dass eigentlich die Meisten die eine Dusche im WoMo, oder Wohnwagen haben diese eher selten, oder nie nutzen.

Warum sollte man sich auch zusätzlich Arbeit machen, z.B. Duschraum reinigen, alles abputzen, usw wenn es doch auf fast jedem Platz Duschen gibt, mit denen man keinerlei Arbeit hat.

Zudem bedeuten Duschen immer, dass man einen relativ großen Wasservorrat mitschleppen muss, sprich enorm viel Gewicht.

Auch wenn man mal 2 oder 3 Tage nicht duschen kann, ist noch Keiner dran gestorben, ein Waschlappen tuts auch mal, ohne dass man gleich die Krätze bekommt.

Viel länger geht wirklich autark sowieso kaum, weil man ja auch das Grauwasser und die Fäkalien mal entsorgen muss + Frischwasser nachfüllen..

Zitat:
@Taxler222 schrieb am 29. August 2025 um 10:53:52 Uhr:
Warum sollte man sich auch zusätzlich Arbeit machen, z.B. Duschraum reinigen, alles abputzen, usw wenn es doch auf fast jedem Platz Duschen gibt, mit denen man keinerlei Arbeit hat

Seit zig Jahren reinige ich die Dusche nur mit der Brause. Ich spüle damit die Wände und die Wanne direkt nach dem Duschen ab. Fertig.

Zitat:
@Taxler222 schrieb am 29. August 2025 um 10:53:52 Uhr:
Viel länger geht wirklich autark sowieso kaum, weil man ja auch das Grauwasser und die Fäkalien mal entsorgen muss + Frischwasser nachfüllen..

2 bis 3 Tage stehen und dann, wie ein Wohnmobil, zu einer Entsorgungsstation fahren. Und wenn es dort kein Frischwasser gibt, findet man genug städtische Brunnen oder ähnliches. Und wieder 2 bis 3 Tage irgendwo stehen. Im Wohnwagen habe ich eine Studenten-Waschmaschine und im Zugfahrzeug einen Studenten-Wäschetrockner. Beide für 230 Volt und für jeweils 2,5 kg Wäsche.

@Taxler222

Klar stirbt keiner daran wenn man mal nicht duscht. Vom Prinzip habe ich auch erklärt, das wir es so ähnlich handhaben.

@Serralist

Kannst dich glücklich schätzen, wenn du eine vernünftige Dusche hast, mittlerweile würde ich es auch bevorzugen, wenn das Bad größer wäre… Im Moment räume ich aber auch noch immer wieder um, hat bei dem vorherigen Wohnwagen auch etwas gedauert bis alles unter Berücksichtigung von Gewicht/Stützlast, pragmatische Bequemlichkeit und Sinnhaftigkeit ausgewogen verstaut ist… Aber wahrscheinlich kommt da wieder der Perfektionismus durch… 😂

Zitat:
@Serralist schrieb am 28. August 2025 um 15:51:18 Uhr:
Nicht wirklich.
Ich habe LiFePo4-Akku mit insgesamt 340 Ah und Solar mit insgesamt 600 Watt.
Das langt gerade mal so zum Kochen und für den Kompressor-Kühlschrank.
Heizen über Nacht kannst du aber vergessen.
Habe deshalb eine Dieselheizung eingebaut.
Mit Funkfernbedienung. So muss ich nachts nicht aufstehen.

Wenn du mal irgendwann langeweile hast, und ein wenig geld für einen anderen Wechselrichter. dann empfehle ich dir, auf 24 oder sogar 48 Volt zu gehen. dann kommst du mit deinen Akkus noch vieel weiter, weil du nicht so eine irrsinns Leistung in der Kabelage etc. verbrätst und auch der Innenwiderstand deiner Zellen, wenngleich sie bei Lithium schon sehr gering sind, als bei Blei, macht das auch noch mal einiges aus, was den unterschied zwischen "leer" und leer betrifft.

@Serralist

Jeder wie er will, mir wäre schon das ständige wegräumen von Utensilien zu viel und die Wischerei, nur nass abspülen erzeugt oft Flecken und Streifen, je nach Wasserhärte.

Auch das mit der Autarkie, länger als 3 Tage fände ich lästig, wenn ich zur Entsorgung des Brauchwassers und der Toilette und zum Nachfüllen des Frischwassers jedesmal irgendwohin fahren müsste, wenn schon dann gleich weiter zur nächsten Etappe.

Jedes Wegfahren bedeutet alles verstauen und verzurren, wenn ich das schon mache, fahre ich gleich weiter, egal ob mit WW oder WoMo.

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