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Aufladung vs Nocke

Themenstarteram 20. August 2011 um 10:52

Ich habe da mal 2 Verständnisfragen:

1. Wenn der Brennraum durch Turbo/Kompressor durch Überdruck mit Luft gefüllt wird, bringt dann das Ändern der Ventile (scharfe Nocke/Hochhubkipphebel) eigentlich noch eine nennenswerte Verbesserung?

Viel mehr Luft kommt doch (Frage) dann wohl nicht mehr rein. will sagen: Überdruck "überholt" Saugverbesserung?? Ja/Nein/ Wieso?

2. Im Vergaser wird das Benzin durch den Unterdruck durch Anströhmung in den Luftstrom gesaugt. Wie ist das nun mit Überdruck durch Aufladung? Brauchts da nen anderen (Turbo)vergaser? Oder wie geht das dann?

Gehen wir hier von einem klassischen Vergasermotor aus.

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10 Antworten

Moin Moin!

Zu 1: Eine Verbesserung wird sich einstellen, allerdings wird diese nicht so groß sein wie beim Sauger. Aber die Luftwiderstände sind geringer und dadurch wird das "Atmen" Des Motors noch zusätzlich erleichtert. Und: Auch auf der Auslaßseite brint es seine Vorteile.

Zu 2: Die an der Vergaserdüse vorbeiströmende Luft reißt Benzintropfen quasi mit und allein dadurch entsteht der Unterdruck schon. Zudem bestehen im Ansaugtrakt (heißt auch bei Turbos so) generell unterschiedlicher Druck, weil vom Motor in seinen Ansaugtakten immer etwas Luft herausgenommen wird. Mit "Unterdruck" ist auch jeweils das Verhältnis zwischen den Drücken gemeint. Wenn Du z.B. an einer Stelle 3 bar hast und an der anderen "nur" 2, dann hast Du an der zweiteren Stelle einen Unterdruck, auch wenn dieser im Verhältnis zu der Luft in der Athmosphäre immer noch einen genausodeutlichen Überdruck darstellt.

Allerdings wirst Du schon einen anderen Vergaser oder zumindest eine andere Bedüsung brauchen, weil die durch den Vergaser fließende Menge - sowohl Luft als auch Benzin - deutlich höher sein wird als beim entsprechenden Sauger.

Zitat:

Original geschrieben von meehster

Moin Moin!

Zu 1: Eine Verbesserung wird sich einstellen, allerdings wird diese nicht so groß sein wie beim Sauger. Aber die Luftwiderstände sind geringer und dadurch wird das "Atmen" Des Motors noch zusätzlich erleichtert. Und: Auch auf der Auslaßseite brint es seine Vorteile.

Mit der Aussage wäre ich vorsichtig. Wenn die Überschneidungszeiten im OT zu groß sind, wird dir das Frischgas über die Auslassventile eher gleich in den Auspuff geblasen als das es irgendwas nützt. Bei Turbos findet man deshalb meist 'zahmere' Steuerzeiten als bei Saugern gleicher Baureihe.

Und wenn der Auslass zu lange offen ist, bekommt man durch den Rückstau am Turbo wieder zuviel Altgas in den Zylinder zurückgespült. Noch schlimmer

Zitat:

Original geschrieben von meehster

Moin Moin!

......

Zu 2: Die an der Vergaserdüse vorbeiströmende Luft reißt Benzintropfen quasi mit und allein dadurch entsteht der Unterdruck schon. Zudem bestehen im Ansaugtrakt (heißt auch bei Turbos so) generell unterschiedlicher Druck, weil vom Motor in seinen Ansaugtakten immer etwas Luft herausgenommen wird. Mit "Unterdruck" ist auch jeweils das Verhältnis zwischen den Drücken gemeint. Wenn Du z.B. an einer Stelle 3 bar hast und an der anderen "nur" 2, dann hast Du an der zweiteren Stelle einen Unterdruck, auch wenn dieser im Verhältnis zu der Luft in der Athmosphäre immer noch einen genausodeutlichen Überdruck darstellt.

Allerdings wirst Du schon einen anderen Vergaser oder zumindest eine andere Bedüsung brauchen, weil die durch den Vergaser fließende Menge - sowohl Luft als auch Benzin - deutlich höher sein wird als beim entsprechenden Sauger.

Der Vergaser muß entweder in einem druckdichten Gehäuse sitzen oder die Schwimmerkammer muß an die Druckseite angeschlossen sein, denn der Überdruck durch den Turbo ist in dem Fall der neue 'Umgebungsdruck'

Eine andere Möglichkeit wäre, den Vergaser VOR dem Turbo einzubauen. Was aber etliche andere Probleme (was passiert bei Teillast?) mit sich bringt.

Zu guter letzt- so eine Konstruktion wird kaum TÜV bekommen.

LG Anja

Bei direkteinspritzer macht man das mit Absicht, des nennt man Frischgas spülen. Dadurch kann mehr Restgas entfernt werden. Nur bei einem Vergasermotor ist sowas nicht möglich, weil dann die HC Werte so stark ansteign das keine AU mehr bekommst.

Moin,

Ich versteh hier nur Bahnhof. Turbolader mit Vergaser? Wie soll das denn

funktionieren? Mir persönlich ist kein einziger Turbo mit Vergaser bekannt.

Der erste Turbo auf dem Markt war der 2002 tii, und auch der hatte schon

eine Einspritzanlage.

Technisch ist imho die Kombination Turbo mit Vergaser nicht machbar.

Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Gruß Frank

Zitat:

Original geschrieben von Provaider

Bei direkteinspritzer macht man das mit Absicht, des nennt man Frischgas spülen. Dadurch kann mehr Restgas entfernt werden. Nur bei einem Vergasermotor ist sowas nicht möglich, weil dann die HC Werte so stark ansteign das keine AU mehr bekommst.

Der Grund ist ein ganz anderer ;)

Bei warmem Motor (und besonders KAT) wird bei modernenen Turbo Motoren gespült um das ansprechen zu verbessern.

Dabei wird durch die Ventilsteuerung gezielt eine Ventilüberschneidung herbeigeführt um Frischgas in den Abgastrakt zu bekommen.

Gleichzeitig wird der Motor angefettet um mit jedem Ausstoß HC und CO in den Abgastrakt zu bekommen.

Das verbrennt dann zusammen mit dem Frischgas im Krümmer und erhöht den Abgasdruck um den Turbo zu beschleunigen.

Eine Veränderung der Nockenwellen macht auch beim Turbo durchaus sinn.

Nicht umsonst sind viele Turbo Motoren auch Mehrventiler.

Bei hohen Drehzahlen und bei hoher Last bringt ein möglichst geringer Strömungswiderstand eine bessere Füllung.

Man darf nicht denken dass nur weil wir jetzt einen höheren Druck im Saugrohr haben jetzt keine Verluste mehr am Einlass enstehen.

Im Zylinder kommt nie der volle Ladedruck an, es geht immer was verloren.

Über andere Nockenwellen kann man da nachhelfen.

Ventilüberschneidung sollte man aber vergessen, das kann man nur mit einer guten Ventilsteuerung beim Turbo nutzen.

Ein stärkerer Ventilhub führt immer zwangsläufig zu schlechterem Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen und schlechterem Wirkungsgrad im Teillast. Bringt dafür in hohen Drehzahlen mehr Drehmoment durch bessere Füllung.

Zum Vergaser:

Mir fällt zwar spontan wirklich kein Vergaser Motor mit Aufladung ein, sollte aber durchaus möglich sein.

Der entscheidende Punkt dabei ist dann jedoch das der Ladedruck auch auf die Schwimmerkammer wirkt.

Der Oldsmobile Turbo Jetfire von 1962 hat einen Vergaser - ebenso, wie die Chevrolet Corvair Turbo Spyder.

Bei beiden sitzt der Vergaser vor dem Turbo:

http://en.wikipedia.org/wiki/File:Corvair_turbo_engine.jpg

Naja, der TE sprach von

Zitat:

scharfe Nocke

,

und damit ist im allgemeinen Sprachgebrauch eine Nocke mit grossem Öffnungswinkel und Überschneidungszeiten gemeint.

Für den Turbo wenig sinnvoll.

Ferner gehe ich davon aus, dass er an einem Vergaserwagen mit Kipphebeln nicht unbedingt was 'VANOS'-ähnliches eingebaut hat.:D

Auch wird dieses Konstruct nicht unbedingt ideal für höhere Drehzahlen sein.

Von daher macht eine

Zitat:

scharfe Nocke

m.M. nach wenig Sinn.

LG Anja

Man kann ja die Steuerzeiten etwas beeinflussen, solange keine Überschneidung stattfindet ist eine scharfe Nocke durchaus sinnvoll ;)

Zitat:

Original geschrieben von Marsupilami72

Der Oldsmobile Turbo Jetfire von 1962 hat einen Vergaser - ebenso, wie die Chevrolet Corvair Turbo Spyder.

Bei beiden sitzt der Vergaser vor dem Turbo:

http://en.wikipedia.org/wiki/File:Corvair_turbo_engine.jpg

Vergaser vor dem Turbo kann eigentlich nicht sein.

Selbst bei einem Saugmotor mit nur einem Vergaser gibt es bereits das Problem dass z.B. beim Beschleunigen (Drosselklappe wird geöffnet) das Gemisch stark angefettet werden muss um dem Kraftstoffniederschlag an den Ansaugwänden entgegen zu wirken.

Beim Turbo wäre ja der Weg vom Vergaser bis zum Motor viel zu lang (Vergaser - Turbo - Ladeluftkühler - meterlange Luftschläuche). Bei einem Kaltstart im Winter könnte man da gar nicht soviel Benzin einspritzen wie sich an den eiskalten Bauteilen niederschlägt, vom Ansprechverhalten gar nicht zu reden.

P.S. OK, den Ladeluftkühler hat man sich bei dem abgebildeten Motor schon mal gespart. Irre Konstruktion, an den Winterbetrieb hat man da wahrscheinlich gar nicht gedacht.:mad:

Zitat:

Technisch ist imho die Kombination Turbo mit Vergaser nicht machbar.

Vor dem Turbo allemal: weil die Luft bei der Verdichtung im Turbo heiß wird, wird das Benzin sogar sehr gut verdampft und durch die turbulente Strömung im Turbo selber ist das Gemisch auch sehr homogen. Beim Kaltstart braucht es halt ein paar Motorumdrehungen mehr ....thats all.

Zwischen Turbo und Ansaugtrakt: mit einem SU Vergaser kein Problem, andere Typen müssen abgedichtet werden. Allerdings wird der Vergaser durch die heiße komprimierte Luft erwärmt, bei sehr hohen Verdichtungsverhältnissen geht das also nur mit Ladeluftkühler oder bei Hochlast, weil sich dann der Vergaser durch die Verdampfungswärme des Benzins selber kühlt (Rennmotoren).

Allerdings: vergiß das Abgasgutachten, Umbauten wie dieser führen bei einem deutschen TÜV-Prüfer zum Herzinfarkt :D

Gruß SRAM

 

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