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Arbeitszeit Familienmitglied

Themenstarteram 26. Dezember 2018 um 18:33

Ich habe ein neues Familienmitglied dem ich etwas skeptisch gegenüber stehe.

Besonders kritisch sehe ich seine Arbeitszeit. Er verlässt das Haus um ca. 06:00 Uhr und fährt dann 30 Minuten zur Spedition. 

Abends kommt er meist 19:00 Uhr nach Hause. Manchmal auch schon um 17:00 Uhr. Begründung für die großen Zeitunterschiede ist das er seine Touren immer erst in der Früh genannt bekommt und er dann nicht weiß wie lange er unterwegs ist. 

Ich kann mir das irgendwie nicht so richtig vorstellen. Wenn am Tag die 9 Stunden Arbeits/Fahrzeit voll sind war es das doch. Natürlich kann auch mal überzogen werden aber nicht ständig.

 

Also sagen wir mal er beginnt um 06:30 Uhr mit der Arbeit. Dann fährt er insgesamt 9 Stunden plus eine Stunde Pause. Also rein rechnerisch ist dann um 16:30 Uhr Feierabend auf dem Hof der Spedition. 

 

Wie seht ihr das? Wird mir hier etwas vorgemacht? 

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18 Antworten

...schon einmal nach Lenk- und Ruhezeit Verordnung gesucht?

Neben den 9 Stunden Lenkzeit bzw. 2x die Woche können auch 10 Stunden gefahren werden. Außerdem gibts da noch spätestens immer nach 4,5 Stunden Lenkzeit 45 Minuten vorgeschriebene Pausen.

z.B. ... 4,5 Stunden / 45 Minuten Pause / 4,5 Stunden / 45 Minuten Pause / 1 Stunde

Außerdem ist da der LKW weder getankt, noch geladen, noch wurde eine Abfahrtskontrolle gemacht oder noch sonst irgendetwas... also gibts da noch Arbeitszeiten und auch noch Bereitschaftszeiten, falls es mal irgendwo zu Wartezeiten kommt.

Insgesamt ist eine tägliche reguläre Tagesruhepause von 11 Stunden vorgeschrieben... 3x die Woche kann die tägliche Ruhepause auf 9 Stunden verkürzt werden.

Ergo hast Du mögliche "Arbeitszeiten", wie man sie aus anderen Branchen kennt bzw. was man in anderen Berufen alles so zur Arbeitszeit zählt von 24 Stunden minus 11 Stunden = 13 Stunden am Tag bzw. bei Verkürzung von 24 Stunden minus 9 Stunden = 15 Stunden.

Hier mal eine Zusammenstellung: https://...ihk-schleswig-holstein.de/.../1355012

Der Beruf des Kraftfahrers ist absolut nicht an irgendwelche festen Arbeitszeiten gebunden, wie man das aus anderen Berufen kennt... eigentlich ist das ein täglicher Kampf den Tag irgendwie zu überstehen, dass du überhaupt nach Hause kommst.

Im Fernverkehr die Fahrer kämpfen bereits beim Losfahren am Sonntag Abend ab 22:00 Uhr um ihr nächstes Wochenende zu Hause bei der Familie... geht da während der Woche auch nur ne Kleinigkeit schief, dann kann das bedeuten, dass man das nächste Wochenende eben nicht zu Hause verbringt.

Jetzt mal noch das Arbeitzeitgesetz in den Raum werfen und die versteht gar nichts mehr.

...als LKW-Fahrer wirste nun mal von allen für den Deppen vom Dienst gehalten & auch meist so behandelt, aber dass du allein schon dafür um die gesetzlichen Regelungen um deine Arbeitszeit zu verstehen ein Studium bräuchtest, das wissen die wenigsten.

Daher finde ich es gut, wenn sich das mal ein normaler Mensch mit einem anderen Beruf / Job dafür interessiert und zu Gemüte führt... und sich vielleicht auch mal rumspricht, was in der Branche so abgeht.

PS: ...dabei hab ich oben schon versucht so viel wie möglich zu vereinfachen und wegzulassen z.B. die 90 Stunden der Doppelwoche oder die 45 Stunden Wochenendruhezeit :(

Themenstarteram 26. Dezember 2018 um 19:39

Vielen Dank für die Erklärung. Finde ich sehr interessant und erklärt einige Dinge.

Habe zwar selbst den CE aber natürlich keine Erfahrung vom Trucker Leben. Aber höchsten Respekt vor den Jungs.

Kurzes Beispiel von mir:

Fahre um 5 Uhr am Firmensitz los, um in Rastatt zu laden. Von dort nach Frankfurt zum Abladen. Ankunft in Frankfurt um 10Uhr. Lenkzeit 3Std 30Min bis dahin. Dann Warte/Pause/Bereitschaftszeit bis 16.30 Uhr, Abladen und zurück zur Firma.

Ankunft 19.45Uhr .Gesamtanwesenheitszeit am Arbeitsplatz 14,75 Std, Gesamtlenkzeit ca 6Std. Alles im grünen Bereich,

und ich war wesentlich länger weg, wie dein neues Familienmitglied.

...na da schmeiß ich doch einfach mal meine üblichen Werksverkehrstouren mit rein, die ich vor Jahren mal ne Zeit lang gefahren hab.

Abfahrt vom Speditionshof Montag Abend ca. 21°° Uhr, Leergut Entladen & Laden in Regensburg bei BMW - Termin 22³° Uhr, Entladen in Leipzig bei BMW und Leergut Laden ab 5°° Uhr, anschließend nach Hause und Tagesruhezeit bis es ca. 21°°Uhr wieder auf zur nächsten Runde ging... das Ganze 5x die Woche, ins Wochenende gings immer Samstag gegen Mittag.

PS: ...angehängter Auszug aus dem Logbuch, linke Seite zusätzlich noch ne Vorladetour mit dem LKW von nem Kollegen nach Dingolfing am Montag Morgen ab 2°° Uhr, anschließend / Abend die übliche Runde und rechte Seite eine übliche Runde... scheinbar die letzte einer Woche, wie man an der "Lenkzeit der Doppelwoche" erkennen kann.

Reiserechner einer Tagetour
Logbuch
Themenstarteram 26. Dezember 2018 um 20:35

Danke! Schon der Hammer was man da für 3000-4000€ brutto im Monat für Stunden abreißt. Runterrechnen auf die Stunde darf man das wirklich nicht.

@Renegade1000 , warum fragst Du Das nicht Dein angebliches

Familienmitglied? Akzeptiert ist Er ja wohl,wenigstens von Dir nicht.

Der arme Kerl arbeitet in der stressigsten Branche überhaupt.

Von allen seiten mißtrauig beäugt (auch von Dir). Der sitzt mit einem

Bein im Gefängnis und mit dem Anderen im Krankenhaus oder Grab.

Das beschreibt in etwa diese Arbeitsplätze. Seine Arbeitszeiten weiß

Er am Morgen noch nicht. Die merkt Er dann tagsüber.

Habe Ähnliches über 10 Jahre im internationalen Fernverkehr gemacht.

Gekostet hat es mich einen Mittelklasse DB und einen abgerissenen

rechten Fuß, an dem ich heute noch Spass habe. Der Unfall war ein

"unabwendbares Ereignis" für mich kannste nachlesen.

Nur weil der arme Kerl unsichere Arbeitszeiten hat, muß Er noch lange

nicht schlecht sein. Lerne Ihn erst mal richtig kennen. Das wäre doch das

Wenigste, was Du Ihm schuldig wärst...........

Zitat:

@Renegade1000 schrieb am 26. Dezember 2018 um 20:35:58 Uhr:

...3000-4000€ brutto im Monat...

...woher hast Du denn die Zahlen... wenn das wirklich stimmt, dann hat Dein neues Familienmitglied entweder das große Los gezogen, ist ein Großmaul oder die Gehaltsnachweise / Lohnabrechnungen sind frisiert.

Also zumindest meine Stunden laufen im Stundenlohn, 16,35 in der Stunde. Ab der 46ten Stunde in der Woche mit 25% Zuschlag. Möcht mich nicht beklagen.

Allerdings werden die neuen Fahrer nach individuellem Verhandlungsgeschick eingestellt, allerdings keiner mehr mit dem Lohn von uns "Altgedienten.

Kommt auf die regionale Arbeitslosenstatistik an. In einer Region mit 2% Arbeitslosen wird man ein Problem damit bekommen wenn man Fahrer mit 1500€ Brutto abspeisen will, hat man 12% Arbeitslose geht das schon eher.

Dazu kommt noch das es immer noch Unternehmen und Kunden gibt die Wert auf gute Fahrer legen weil Sie wollen das ihre Waren Pünktlich und Unbeschädigt abkommen, erhöht natürlich den Lohn des Fahrers wenn er was kann.

@ Renegade.

Also die betitelung " Familienmitglied" finde ich schon etwas befremdlich. Aber wird in diesem Fall wohl leider zutreffen.

Aber hätte ein Gespräch mit eben besagten " Familienmitglied" nicht mehr Erfolg hinsichtlich der Informationen zu seinem Job gebracht, als hier verallgemeinernt nachzufragen??

Wenn ich das " Familienmitglied" wäre und würde die Aktion von dir hier mit bekommen, ich wäre echt stinkig auf dich!!

Vielleicht wäre die Bezeichnung "misstrauisch beäugter Schwiegersohn (in spe)" hier passender ...

Auch ich war mit der Wahl der Freunde / Partner meiner Töchter nicht immer so ganz einverstanden. Aber vielleicht hilft diesbezüglich ein Umdenken in Richtung "sie wird hoffentlich wissen, was sie tut und mit wem sie zusammen sein will".

Zitat:

@hon-da15 schrieb am 27. Dezember 2018 um 04:21:59 Uhr:

@ Renegade.

Also die betitelung " Familienmitglied" finde ich schon etwas befremdlich. Aber wird in diesem Fall wohl leider zutreffen.

Aber hätte ein Gespräch mit eben besagten " Familienmitglied" nicht mehr Erfolg hinsichtlich der Informationen zu seinem Job gebracht, als hier verallgemeinernt nachzufragen??

Wenn ich das " Familienmitglied" wäre und würde die Aktion von dir hier mit bekommen, ich wäre echt stinkig auf dich!!

Das Klima scheint ohnehin etwas angespannt zu sein. Ansonsten stimme ich Dir absolut zu.

Die nächste Stufe wäre dann, einen Detektiv auf "das Familienmitglied" (siehe dazu meinen ersten Absatz) anzusetzen.

Zitat:

@scaniafan66 schrieb am 26. Dezember 2018 um 20:49:57 Uhr:

Also zumindest meine Stunden laufen im Stundenlohn, 16,35 in der Stunde. Ab der 46ten Stunde in der Woche mit 25% Zuschlag. Möcht mich nicht beklagen.

Allerdings werden die neuen Fahrer nach individuellem Verhandlungsgeschick eingestellt, allerdings keiner mehr mit dem Lohn von uns "Altgedienten.

Zitat:

@Sir Donald schrieb am 26. Dezember 2018 um 21:27:56 Uhr:

Kommt auf die regionale Arbeitslosenstatistik an. In einer Region mit 2% Arbeitslosen wird man ein Problem damit bekommen wenn man Fahrer mit 1500€ Brutto abspeisen will, hat man 12% Arbeitslose geht das schon eher.

...

...je nachdem was da wie gefahren wird denke ich liegt man heutzutage irgendwo dazwischen. Mit den 16,35€, also zwischen 2.800,- und gut 3 das ist in der Richtung wie unsere Fahrer mit einem Tarifvertrag im Bauhauptgewerbe und Werksverkehr.

Mit 1.500,- wird man heute bis auf Ausnahmen, wie erwähnt tatsächlich Probleme haben Fahrer zu finden... bei einer etwas größeren Spedition hier in der Gegend hieß es vor ein paar Jahren mal 2.000,- brutto im nationalen deutschlandweiten Fernverkehr und 2.500,- brutto im internationalen Fernverkehr -die fahren viel (Silo, Schubboden, Kipper und Innenlader) für einen örtlich ansäßigen Flachglashersteller, der auch Werke in England hat - viel Spaß mitm Sattel im Linksverkehr.

Von einer anderen Spedition weiß ich 2.300,- brutto + Weihnachtsgeld, 25 Tage Urlaub und wochentlicher Heimkehr Freitag Nachmittag unterwegs ist man mitm Planenzug im deutschlandweiten Fernverkehr.

Da das "Familienmitglied" hier scheinbar eine tägliche Heimkehr hat glaube ich im Regelfall eher nicht an viel über 2.000,- brutto... da müssten schon viele (negative) Einflußfaktoren (z.B. ADR, Müllabfuhr, Tierkörperbeseitigung, etc.) da sein um den Lohn derart nach oben zu reißen.

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