Anfahrprobleme

Mercedes W201 190er

Guten Abend
und Gruß an alle Mitglieder!
Ich bin ein neues Mitglied und war schon über die Fachkennis euerer Beiträge überrascht und angetan.
Wie das nunmal im Leben so ist, kommt man immer erst dann auf diese Seite, wenn es Probleme gibt.
Bevor ich mich angemeldet habe, versuchte ich erst einmal Antworten zu finden, um nicht zum xten-Mal die gleiche Frage zu stellen. Trotzdem habe ich viel über Standgas und "rütteln" des Motors gelesen, aber leider nicht genau das Problem was den Wagen meiner Frau betrifft.
Zur Sache (nehmt es mir bitte nicht übel, sollte ich eine Antwort auf eine ähnliche Frage überlesen haben):
Vorweg, ich bin 59 Jahre und nicht technisch versiert (Beamter halt) und bin etwas hilflos. Der MB ist Bj. 90 und hat eine 2 l Maschine mit 118 PS und ist ein Automatik. Bislang lief er ordentlich und schaltet auch sehr sauber; auch das Standgas machte keine Probleme. Seit gestern hatte meine Frau aber das Problem, das beim Stand im Leerlauf an der Ampel der Wagen sich normal verhielt, aber beim Anfahren kein Gas mehr annahm und man glaubte, er geht jetzt aus. Ich habe es ebenfalls versucht und das gleiche Problem gehabt (also nicht typisch Frau). Ich habe versucht durch pumpen des Gaspedals den Wagen nicht ausgehen zu lassen. Er kroch langsam vorwärts um dann plötzlich kräftig zu beschleunigen. Wenn er fuhr, konnte man nichts bemerken. Allerdings setzte der Kick-Down trotz druchtretens des Pedals leicht zeitverzögert auf. Es wird aber auch sehr selten genutzt. Anschließend bei jedem Stopp das gleiche Spiel. Zündkerzen und Kabel wurden erst vor kurzem gewechselt, wie auch Motor und Getriebeöl. Der nächste Termin bei Bosch wäre erst in einer Woche frei. Meine Frau ist allerdings beruftstätig und benötigt den Wagen täglich. Sie möchte ihn auch gerne behalten, aber mir es nicht klar, was der "Spass" für einen 20jähren Wagen kostet. Wenn man den Fehler ungefähr (Ferndiagnose ist schwer) eingrenzen könnte, wüsste man auch, ob sich eine Instanzsetzung lohnt. Da ich über die hier vorgelegte Fachkompetenz baff erstaunt bin, erhoffe ich mir einen ehrlichen Hinweis, als bei eine verdienstorientierte Werkstatt.
Danke für die aufgebrachte Geduld für den langen Text, aber ich wollte mich auch vorstellen, bevor ich Euch um Rat bitte.
Schöne Grüße aus Bielefeld.

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von waldschrat51


Was nicht geprüft werden konnte ist der Benzindruck. Dafür braucht man spezielles Gerät.

Hm, dieses "Spezialgerät" heisst Manometer. Mein Benz-Schrauber-Türke hat eins. Spricht irgendwie nicht so sehr für die Werkstatt.

Zitat:

Kann möglicherweise ein Steuergerät in Teilbereichen funktionieren und doch in anderen Bereichen einen defekt haben?

Ja klar. Kalte Lötstellen z.B. grenzen an Magie in ihrer Symptomaik

Zitat:

Kann eine Einspritzpumpe (gibt`es die?) erst nach einer Strecke von 5-6 km spinnen?

Eine Einspritzpumpe gibts nicht. "Nur" ne normale Benzinpumpe. Eher unwahrscheinlich.

Zitat:

Meine Werkstatt meint, da das Auto recht alt ist, wüsste vielleicht ein "alter" Kenner
der Modellreihe was es sein könnte. vielleicht hat von Euch einer noch eine Idee, was los sein könnte.

Ist das nicht auch irgendwie ein Eingeständnis der Ahnungslosigkeit der Werkstatt?

Ich denke auch, dass ein Kenner diesen Fehler in einer Stunde einkreisen können müsste..

Vielleicht würden wir das sogar hier im Forum schaffen, aber du müsstest halt unsere Augen, Ohren und Arme sein, und unbedingt mit einem Messgerät die 10 wichtigsten Dinger durchmessen können.

Welche das sind steht in dem großartigen PDF im Anhang.

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Tritt der Fehler bei warmem oder kaltem Motor auf? Immer oder manchmal?

In Frage kämen eventuell der Motortemperaturfühler oder der Drosselklappenschalter.

Zitat:

Original geschrieben von bleeb


Tritt der Fehler bei warmem oder kaltem Motor auf? Immer oder manchmal?

In Frage kämen eventuell der Motortemperaturfühler oder der Drosselklappenschalter.

Hallo und Dank für die schnelle Antwort.

Also, der Fehler tritt tatsächlich nicht sofort auf, sondern bei eine Fahrtzeit

von ca. 10 min. Der Wagen wird aber in dieser Zeit normal bewegt (Stadtverkehr).

Hinzufügen möchte ich noch, vielleicht relevant, beim Leerlauf oder auf Parken, nimmt

der Motor sauber Gas an; ohne zu ruckeln oder ähnlichem. Also bis in den höchsten

Drehzahlen.

Hallo und Dank für die schnelle Antwort.

Also, der Fehler tritt tatsächlich nicht sofort auf, sondern bei eine Fahrtzeit

von ca. 10 min. Der Wagen wird aber in dieser Zeit normal bewegt (Stadtverkehr).

Hinzufügen möchte ich noch, vielleicht relevant, beim Leerlauf oder auf Parken, nimmt

der Motor sauber Gas an; ohne zu ruckeln oder ähnlichem. Also bis in den höchsten

Drehzahlen. Wie bereits geschildert tritt dieser Fehler bei jedem Halt und anfahren auf.

Prüfe mal als erstes den Motortemperaturfühler. Direkt oben auf dem Block, neben Zündverteilerkappe und Luftfilterkasten. Da sind drei Fühler, zwei elektrische und ein pneumatischer, der hinterste, zweipolig vor Mopf, vierpolig nach Mopf, ist der gesuchte. Bei 20° irgendwas um 1kOhm, sinkend mit steigender Temperatur.

Wenn das Ding kaputt ist merkt deine Anlage nicht mehr, wenn der Motor warm wird, und fährt mit Kaltstartanreichung rum ("choke"😉, was den warmen Motor irgendwann absaufen läßt.
(Und weil er so fett fährt hast du das Gefühl er zieht ordentlich.)

Wenn der Fühler OK ist: bei ca 60° setzt die Lambdaregelung ein. Da könnte was defekt sein. Das reicht aber m.W. normalerweise nur zu erhöhtem Verbrauch und nicht zu dollen Störungen.

Zitat:

Original geschrieben von waldschrat51


Guten Abend
und Gruß an alle Mitglieder!
Ich bin ein neues Mitglied und war schon über die Fachkennis euerer Beiträge überrascht und angetan.

Vorweg, ich bin 59 Jahre und nicht technisch versiert (Beamter halt) und bin etwas hilflos. Der MB ist Bj. 90 und hat eine 2 l Maschine mit 118 PS und ist ein Automatik.

Gruß zurück aus dem Rheinland !

Bitte keine Komplexe wegen des Alters (hier sind auch etliche 50+ unterwegs, ich z.B.😉). Und das mit den Beamten wollen wir mal überlesen, das ist z.B. eine Beleidigung für alle Feuerwehrleute 😉!

Wenn Du tasächlich ein Beamter bist, "wie er im Buche steht", dann ist das auch super, die pflegen ihre alten Schätzchen (Wagen, Frauen weiss ich nicht) ganz besonders.

Und was die technischen Kenntnisse angeht, jeder so wie ihn der liebe Gott hingestellt hat. Wenn man denkt, man ist Experte kommt einer, der steckt Dich wieder in die Tasche. Das ist in allen Bereichen des Lebens so.

Zu Deinem technischen Problem:

Beim Mercedes hatte ich das in der Form noch nicht und ich bin mir auch nicht sicher, ob das in irgendeinem Zusammenhang mit der Automatik stehen könnte. Ganz simpel: Was ist mit Verteilerkappe- und Finger ?  Wann zuletzt gewechselt, wie sehen sie aus ? Dazu findest Du in der Suchfunktion einiges. Die Teile gehören zu den Verschleißteilen. Die Symptomatik spricht zwar eher für ein temperaturabhängiges Problem, die Teile sind aber auch immer für eine überraschende Störung gut. Ein Hinweis könnte sein, wenn der Fehler bei Feuchtigkeit auftritt.

Zitat:

Original geschrieben von waldschrat51


Der nächste Termin bei Bosch wäre erst in einer Woche frei. Meine Frau ist allerdings beruftstätig und benötigt den Wagen täglich. Sie möchte ihn auch gerne behalten, aber mir es nicht klar, was der "Spass" für einen 20jähren Wagen kostet. Wenn man den Fehler ungefähr (Ferndiagnose ist schwer) eingrenzen könnte, wüsste man auch, ob sich eine Instanzsetzung lohnt.

Dann nochmal zwei Sachen:

a)  Bist du sicher, daß Du zum Bosch-Dienst möchtest ?  Die haben meiner Erfahring nach mächtig abgebaut, seitdem es sie ja eigentlich nicht mehr gibt und als "1a-Autoservice" zumeist bei irgendwelchen anderen Werkstätten untergekommen sind. Dann schon lieber direkt MB. Oder warst Du da bisher auch ?

b) Ob sich eine Reparatur lohnt ?  Ja, was ist denn die Alternative ?  Wegen unrundem Lauf verschrottet man doch nicht gleich ein Auto !  Das läßt sich eingrenzen und finden. Vielleicht kostet es ein bisschen, aber glaub doch bloß nicht, daß Du mit neueren Wagen aller Art vor solchen Sachen geschützt bist. Und der 190-er kann insgesamt verhältnismäßig leicht repariert werden. Ob nun selber oder in einer Werkstatt.

Hallo an Euch alle
und danke für die Tipps.
Ich hatte gestern im Motorraum "rum gefummelt". Mal da oder hier gedrückt. Eine oxedierte
Sicherung an einem Kabelstrang für den Kaltlaufregler geschliffen und auf die Verteilerstecker
gedrückt. Bei einem meine ich, konnte ich ihn eine Winzigkeit tiefer drücken (hat wahrscheinlich
eh`nicht s gebracht). Den Schalter an der Schaltkonsole von "S" auf "E" gestellt. Das war`s.
Wurde auch schon dunkel.
Mit Bauchschmerzen und einem lauen Gefühl fuhr ich trotzdem zum Dienst, weil er am gestrigen
morgen keine Probleme machte (man glaubt manchmal an den Klapperstorch). Aber siehe da, es gab
überhaupt keine Probleme. Auch die auf der Rückfahrt blieb er ohne Auffälligkeiten. Nun glaube ich
eigentlich nicht an Wunder, die es ja mal immer wieder geben soll; also was war`s oder ist`s?
Die Anregung von "bleeb" hört sich deswegen gut an, weil ich glaube, das er zuviel Druck hat.
Ich möchte das mal näher erläutern (und Euere Zeit stehlen): Die Drehzahl steht so bei 700-800.
Das ist ok. Fahre ich z.B. duch die Stadt, so zwischen 50 und 60 und nehme komplett das Gas weg,
zieht er ohne große Geschwindgkeitsverlust weiter. Auch wenn man den Rückwärtsgang einlegt und
die Bremse löst, zieht er ganz zügig los und man ist darüber eigentlich überrascht. Meine Frau ist da
immer ein wenig ängstlich. Vor längerer Zeit hatte ich den 940er Volvo mit Automatik. Da war das,
speziell beim Rückwärtsfahren anders. Eingestehen muss ich auch, dass ich vor gut zwei Wochen
mal im unteren Bereich des Motors mit einem Hochdruckreiniger das vorbei gegossene Öl mit zwischenzeitlichem Straßendreck beseitigt habe. Nach der Reinigung bin ich sofort (ohne Trocknung)
losgefahren. Aber gemerkt habe ich da nichts. Die Zündkabel sind vor 6 Monaten erneuert und mit einem Marderschutz versehen worden. Deswegen lässt sich leider nichts erkennen.
So, jetzt habe ich meine (vom Auto) ganze Hystorie herunter gebetet und hoffentlich nicht gelangweilt.
Kann man optisch an dem beschriebenen Fühler, so wie "bleeb" beschrieben, erkennen ob er evtl. defekt ist oder sollte man, wenn möglich, austauschen.
An "Manitoba Star"; danke für die Grüße aus dem Rheinland.

Ansehen tut man dem Fühler leider nichts. Durchmessen ist zwar relativ einfach, aber man muss ein Multimeter besitzen und einigermaßen bedienen können.

Wäre dann nach Deiner Meinung das von mir beschriebene Verhalten, das bei Gaswegnahme keine
Verringerung der Geschwindigkeit spürbar ist, diesem defektem Teil nahe? Überprüfen könnte man dies doch dann in einer Fachwerkstatt.
Nach welcher Vorstellung Deinerseits kann es sein, dass das heutige Verhalten des Wagens absolut normal war, vergleichsweise zu gestern. Kann es vielleicht der Schieberegler auf der Schaltkonsole,
also Fahrstufe "S" sein? Mir ist immer noch unerklärlich, warum das Fz. so schlimm bockte und heute
nicht.
Ich werde auf jeden Fall berichten, ob sich bei der Überprüfung diese Bauteils was ergeben hat und schaue mal was er morgen macht. Ich werde dann die Stufe "S" probieren.

Bis dahin Dank!

Was passiert denn, wenn er gerade so irre zieht, wenn du dann auf N schaltest? Dann sollte doch die Drehzahl schnell hoch gehen.
Klingt für mich so, als würde die Drosselklappe nicht immer richtig schließen, bzw. durch den Zusatzluftschieber umgangen.

Danke für den Hinweis.
Kann ich morgen mal ruckzuck testen.
Ergebnis teile ich mit.

Hallo,

wie versprochen eine kurze Mitteilung.
Heute morgen mit Schalter "S" gefahren und als der Motor nach ca. 15 Minuten warm war,
ging das Dilemma wieder los. Beim Abstellen im Parkhaus Schalter wieder auf "E" gestellt. Abends auf der Rückfahrt wieder nichts. Morgen früh kommt er in die Werkstatt -nicht Bosch- und mal schauen was
die finden. Sollte der Fehler gefunden werden, teile dies sofort mit, damit vielleicht andere "Leidensgenossen" auch mal von mir einen Hinweis bekommen können.
Also das das mit dem Schalter "S" oder "E" zu tun haben könnte, kann ich wirklich nicht glauben.

Bis dann!

Mit der Automatik hat dein Problem mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts zu tun...

Hallo,
noch kann ich keinen Vollzug melden.
In der Werkstatt wurde alles durchgescheckt was möglich ist.
Die Schläuche wurden auf Dichtigkeit geprüft und auch die Leerlaufeinstellung ectr.
Nichts gefunden. Bei der Probefahrt schnurrte er wie ein Kätzchen. Der Meister
dachte schon das wärs. Aber bei einer längeren 5-8 minütigen Fahrt fing er wieder
das bocken an. Zündanlage kann sich der Meister nicht vorstellen, eher die Einspritzanlage.
Morgen soll ein alter Hase, im wahrsten Sinne des Wortes, sich das mal anschauen. Er ist
zwar schon einige Zeit in Rente, aber ein Spezi für ältere Mercedesmodelle. Er soll sich
bestens auskennen. Mal schauen, welches Geheimnis er meinem Wagen entlocken kann.
Ich melde mich wieder, mit hoffentlich einer Findung des Problems.
Gruß und
schöne Spiele.

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