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Anfänger und das Thema Katalysator

Themenstarteram 30. Oktober 2015 um 12:56

Guten Tag,

aufgrund einer anstehenden Anmeldung bei einer Fahrschule und dem zwischenzeitlichen oder darauffolgenden Kauf eines Personenkraftwagens informiere ich mich seit ein paar Tagen über jegliche Themen bezüglich eines Autos, die mir zwischen die Finger kommen. Außerdem selektiere ich schon die Eigenschaften und Fähigkeiten, die das zukünftige Gefährt auf jeden Fall haben muss oder in die Kategorie "nice-to-have" gehören.

Bisher bin ich relativ gut alleine zurecht gekommen aber beim Thema Katalysator bräuchte ich Hilfe anderer Zeitgenossen.

Den Aufbau und die Funktionsweise habe ich soweit gut verstanden, jedoch kann ich mir selbst nicht klar beantworten, ob ein Katalysator für mich Pflicht ist oder nicht. Den Sinn eines Katalysators erschließt sich mir aber warum gibt es relativ wenige Fahrzeuge mit Katalysator im Verhältnis zu der Gesamtzahl aller Fahrzeuge?

Kreuze ich "Katalysator" als Voraussetzung auf einer bekannten Fahrzeugseite für gebrauchte Autos an, sinkt die Zahl der Treffer von circa 710.000 auf 72.000. Warum?

In dem Glossar der Webseite steht unter Katalysator unter anderem: "Prinzipiell gibt es mehrere Katalysatorvarianten, welche sich aber teilweise noch in der Erprobung befinden, so dass der geregelte 3-Wege-Katalysator für Ottomotoren und der Oxydations-Katalysator für den Dieselmotor derzeit die am häufigsten eingesetzten Typen sind."

Ist das ein Grund? Sind Katalysatoren noch nicht komplett ausgereift und inwieweit sind Katalysatoren Standard bzw. serienmäßig?

Und bezüglich meiner Interessen: sollten Katalysatoren Pflicht beim Autokauf sein?

Vielleicht könnt Ihr mir etwas Licht im Dunkeln bringen. Vielleicht bin ich als totaler Anfänger auch auf dem Holzweg.

Beste Antwort im Thema

Fakt ist aber in der Tat, dass die Katalysatoren mehr oder weniger Pflicht wurden, um die sich ab 1984 zunehmend verschärfenden Abgasvorschriften zu erfüllen. Die Einführung erfolgte damals noch nach nationalen Regelungen. In Deutschland wurden (Benzin-)PKW in drei Hubraumklassen eingeteilt: bis unter 1400 cm³, 1400 bis unter 2000cm³ und ab 2000cm³. Zuerst mussten die großen über 2000 cm³ einen Kat bekommen und am Schluss dann (ab 1992/1993) auch die Kleinwagen mit weniger als 1400 Kubik.

Heißt: zwischen 1984 und 1992 wurde ein zunehmender Anteil der Neufahrzeuge mit Kat zugelassen, ab 1992 dann alle. Und erst ab dann, meine ich mich zu erinnern, wurden die Schadstoffklassen endlich EG/EU-weit harmonisiert.

Ja, es gab bei einigen Herstellern auch mehr oder weniger kurzlebige Zwischenlösungen: Magermix (Toyota), U-Kat (viele Kleinwagen), Abgasrückführung und elektronisch geregelte Vergaser. Damit konnte dann je nach Zulassungsjahr eine unterschiedlich lange Befreiung von der Kfz.-Steuer erlangt werden. Es waren aber, wie gesagt, Zwischenlösungen.

Zeitgleich wurden dann auch elektronische Einspritzanlagen eingeführt. Anfangs teilweise noch als Mono-Point mit nur einer zentralen Einspritzdüse (Mini ab ca. 1992, Twingo 1993-1996), später dann als Multi-Point, wie es sie heute noch gibt.

Anfang der 1990er Jahre machte parallel dazu ein gewisser Paul Wurm aus Stuttgart von sich reden, dem es Zug um Zug gelang, einen elektronisch geregelten Kat, der bis zu Euro 2 leistete, auch in Oldtimern mit Vergasermotoren zu realisieren. Das Ganze wurde dann auch nach viel Behörden-Hickhack sogar steuerlich anerkannt. Poluäre Beispiele waren Renault 4, Citroen 2CV und Traction Avant, Renault 16, VW Käfer und viele mehr.

Nur mal so zur Unterhaltung ;-)

Grüße

SpyderRyder

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23 Antworten
am 30. Oktober 2015 um 13:23

Nimm einfach son Auto -ohne PKW, ich habe auch keinen und brauch auch

keinen Kat..

-fahre als Anfaenger Kleinlastwagen :-)

Die wenigsten Verkäufer füllen derlei Filter korrekt aus.

Wenn Du einen Benziner kaufst, kannst Du i.A. davon ausgehen, dass sie alle einen Kat haben.

Wichtiger wäre auf die Schadstoffklasse E4 zu achten, wegen evtl. Umweltzonen.

Die haben die Benziner aber i.A. auch, bei Diesel ist das aber ein wichtiges Kriterium.

Hi,

also entweder bist du ein Troll oder jemand der es sehr genau nimmt ;)

Es gibt jede Menge Autofahrer,wenn nicht sogar die meisten die von der Technik keine Ahnung haben und trotzdem seit Jahrzehnten Auto fahren. Es ist aber durchaus lobenswert wenn du wenigstens die Grundlegen verstehen willst.

Ob ein Auto einen Kat hat (haben seit den 90er Jahren alle) spielt für dich erst mal keine Rolle. Interessant für Autokäufer ist die Abgasnorm weil sie die höhe der KFZ Steuer bestimmt und welche Plakette das Fahrzeug bekommt.

Mit dem Thema Plakette musst du dich aber auch nur auseinandersetzen wenn du einen Diesel kaufen willst. Benziner der letzten 20 Jahre bekommen immer die grüne Plakette ;)

Und auch bei der Steuer gilt für Fahrzeuge die mindestens die Euro 2 Norm erfüllen (so ca. ab bj. 1995) ist das Kostentechnisch kein Faktor der einen großen Einfluß hat.

 

Einen gebrauchten Benziner so ab Bj. 2000 kaufen möchtest hat der 100% einen kat.

Gruß Tobias

Alles ab Euro-1 hat sehr sicher einen Kat. Für falsche oder unvollständige Angaben der VERKÄUFER kann die Plattform nichts. Nimm ein Fahrzeug ab Euro-4 (Benziner ca ab 2001), die haben eine OBD2 Schnittstelle. Macht die Diagnose im Fehlerfall sehr leicht und zudem ist die Gemischbildung und Lambda-Messtechnik im Gegensatz zu Euro-3 bereits deutlich verbessert.

Zitat:

@senna089 schrieb am 30. Oktober 2015 um 12:56:13 Uhr:

Vielleicht könnt Ihr mir etwas Licht im Dunkeln bringen. Vielleicht bin ich als totaler Anfänger auch auf dem Holzweg.

Ich schwanke ehrlich gesagt auch ein wenig, ob du das ernst meinst oder einfach ein Troll bist. Das meine ich jetzt nichtmal böse oder so, die Frage ist einfach ... abwegig.

Hier gibts Lesestoff, falls die Frage ernst gemeint ist: Wiki

Zitat:

Den Sinn eines Katalysators erschließt sich mir aber warum gibt es relativ wenige Fahrzeuge mit Katalysator im Verhältnis zu der Gesamtzahl aller Fahrzeuge?

Seit der Einführung der Euro 1 - Abgasnorm (ab 1993) ist ein Katalysator für Fahrzeuge mit Ottomotor absolut unerlässlich, die meisten Hersteller haben viele ihrer Modelle aber schon in den späten 80er Jahren damit ausgerüstet, Opel z.B. seit 1987. In USA gibt es Katalysatoren seit den 70er Jahren - damals zwar ungeregelt, aber auch die sorgen für eine gehörige Reduktion der Schadstoffe, wenn die Gemischaufbereitung gut abgestimmt wurde. Ein Katalysator verringert beim Ottomotor, wenn auch eine Sauerstoffsonde verbaut ist ("G-Kat"), die Schadstoffemissionen im Abgas lastabhängig bis zu 99 %.

Es gibt aber noch weitere Arten an Abgasreinigern, zum Beispiel Speicherkatalysatoren (werden selten bei Benzinern zusätzlich verbaut, beim Diesel seit der Abgasnorm Euro 6, davor gelegentlich gegen Aufpreis), dann Rußfilter (aktuell ausschließlich Dieselmotor, zukünftig auch Benziner) und SCR - Kats (manche Dieselmotoren ab Euro 6). Desweiteren haben Dieselmotoren ab der Abgasnorm Euro 2 üblicherweise Oxidationskatalysatoren verbaut.

Der Kat ist seit 20 Jahren Pflicht. Für welche alte Gurke interessierst Du Dich denn auf mobile.de? Daß der Kat so selbstverständlich ist, ist auch der Grund, weshalb ihn niemand mehr ankreuzt, wenn er sein Auto zum Verkauf anbietet. Sprich, auch die Angebote, die keinen Kat in der Ausstattungsliste aufgeführt haben, haben einen Kat. Nahezu alle.

Pflicht ist er nicht, nur erreichte kein Hersteller selbst die lasche Euro 1 beim Benziner ohne G-Kat, die Dieselmodelle haben diese Norm hingegen sogar völlig ohne Abgasreinigung erreicht.

Weil die Norm nicht für beide Brennstoffe die gleichen strengen Regeln vorsah, um die LKWs und Transporter nicht so scharf zu bewerten.

Lkw´s und Transporter hatten und haben immer noch völlig eigene Grenzwerte. Es ist vielmehr so, dass der Dieselmotor ohne Abgasreinigung niedrigere CO und HC - Emissionen als der Benzinmotor hat, deswegen braucht er für Euro 1 keine Abgasreinigung. Für die Stickoxide gab es für den Dieselmotor bis zur Abgasnorm Euro 6 deutliche Vergünstigungen.

Themenstarteram 31. Oktober 2015 um 19:04

Ich wusste, dass ich wahrscheinlich komisch herüberkommen werde. Zumindest bin ich definitiv kein Troll, sondern jemand, der sich mit einem Auto wirklich noch nie beschäftigt hat und sich einen Überblick über alle relevanten Themen verschaffen möchte.

Simplerweise liegt die Lösung meiner Problemstellung tatsächlich darin, dass Katalysatoren seit Jahrzehnten so selbstverständlich sind, dass man so etwas bei einem Autoverkauf selten bzw. gar nicht mehr angibt.

Gelernt: auf die Schadstoffklasse (anscheinend mindestens EURO 4) und die Umweltplakette achten

Das mit der OBDII-Schnitstelle liest sich interessant, darüber werde ich mich einmal informieren. Ab EURO 4 hat ein Fahrzeug eine solche Schnittstelle?

Euro-4 gleich OBD2. Macht ggf. Fehleranalyse einfacher, zudem verfügen die Otto-Fahrzeuge über ZWEI Lambdasonden. Eine (meist Vorkat) regelt das Gemisch, die zweite (Nachkat) überwacht die Katfunktion.

Ab Euro 3 gibt es OBD.

Zitat:

@senna089 schrieb am 30. Oktober 2015 um 12:56:13 Uhr:

....

Kreuze ich "Katalysator" als Voraussetzung auf einer bekannten Fahrzeugseite für gebrauchte Autos an, sinkt die Zahl der Treffer von circa 710.000 auf 72.000. Warum?...

Weil die Leute, die die Autos da reinstellen selber keine Ahnung haben.

Die Katalysatorpflicht für Neufahrzeuge wurde in Deutschland 1984 beschlossen.

Wenn das Auto deiner Wahl einen Benzinmotor hat und nach 1984 erstmalig zugelassen wurde, dann hat es mit Sicherheit einen Kat.

DoMi

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