Heckwischermotor defekt?!

Audi A6 C6/4F

Hallo Leute,

hatte heute morgen die wiederholte begegnung mit dem Heckwischer.

Letzte Woche hatte ich auch schon einmal folgendes Problem:

Der Heckwischer fängt an zu laufenund (sehr langsam) und bleibt nach einer 1/4 bewegung stehen. Und macht dann nichts mehr.

Wenn ich die Sprühfunktion länger halte und nach hinten springe kann ich den Arm per hand bewegen und der Motor läuft dann auch (nach meinem anschieben) weiter.

Ist der Motor tot?

Problem den zu wechseln?

Danke für eure Antworten

Daniel

Beste Antwort im Thema

Mein lieber Heckwischer war (bis heute ;-)) auch über Jahre defekt. Ich habe damals - den Hinweisen der Community folgend - zur Sicherheit den Stecker vom Wischermotor abgezogen. Vielleicht geht der ja noch - dachte ich. Irgendwann später habe ich dann mit Knoff - Hoff und Trick 17 (aber ohne spezielles Werkzeug) versucht, den Wischerarm von der Welle zu bekommen - keine Chance! Also habe ich es gelassen, bevor noch die Heckscheibe flöten geht und lebte für ein paar Jahre damit. Übrigens hatten meine beiden Passat, die ich vorher fuhr, exakt dasselbe Problem! Ist immer schön zu sehen, wenn ein VW/AUDI/SEAT/SKODA vor einem fährt, bei dem der Heckwischer auf "Halb 9" hängt. > "Da weiß man, was der hat!"

Ich habe mich jetz nochmal bei gemacht, um dem vorhanden Heckwischer eine letzte Chance zu geben. Und siehe da, er läuft wieder!!! Kosten: eine Flasche Rostlöser und eine Flasche Lithium-Sprühfett. Nich lachen oder lächeln, es handelt sich dabei um das günstige Kram der Marke BAUFIX, das ab und an mal im LIDL etc angeboten wird. Folgende Vorgehensweise führte zum Erfolg:

- logischer Weise Heckklappenverkleidung demontieren
- Wischwasserschlauch abziehen
- den metallischen Deckel des Heckwischergetriebes demontieren (ringsum mit kleinen Kreuzschlitzschrauben befestigt)
- sich erstmal über die völlig vergammelten Getriebeteile ärgern - die wegen eines Centartikels (Null-Ring an der wasserführenden Wischerwelle) nicht mehr funktionieren!

Dann geht es an die eigentliche Arbeit: die Getriebeteile satt mit dem "Hochleistungsrostlöser" einsprühen, Kaffee trinken, zwei Kaffee trinken... Dann Zündung ein und den Heckwischer aktivieren - passiert logischer Weise erstmal nichts. Also den Wischerarm etwas anschubsen und - huch! - der Motor lebt! Mit etwas Geduld und viel Unterstützung durch manuelles hin- und herschieben des Wischerarmes löst sich immer mehr Rost vom Getriebe (zum Glück ist dieses nicht sonderlich präzise, so dass der "Rostfraß" der Gängigkeit nicht viel ausmacht). Auch von außen an der Scheibendurchführung habe ich etwas Rostlöser in die Ritzen gesprüht. Oft bis sehr Oft wieder neuen Rostlöser auf die Getriebteile sprühen - vielleicht mit ner alten Zahnbürste etwas nachhelfen, die braune Soße tropft nur so auf das darunter gelegte Küchentuch! Die Metallteile werden immer mehr metallisch blank! Nach einer weiteren Weile den Rostlöser abtupfen und die ganze Schoose mit ordentlich Lithium-Sprühfett einsprühen - wieder soviel, bis es nur so tropft (wieder mit brauner Brühe). Nochmal alles abwischen, um weitere Rostreste heraus zu bekommen und nochmals satt mit dem Sprühfett bearbeiten.

Dann habe ich mir die Wischwasserdurchführung vorgenommen. Das (agressive) Wischwasser hat wohl mit der Zeit den eh sehr qualitätsarmen Nullring zerbröselt, was schließlich zum Wassereintrag in das Getriebe geführt hat. Also habe ich den Bereich der Wischwasserdurchführung (ein Kunststoffteil, dass mit dem Metalldeckel "ver-plaste-nietet" ist) auch mit Lithiumfett eingesprüht und einen neuen Nullring auf die Welle des Wischergetriebes gesteckt. Bei der testweisen Montage und Demontage sah ich, dass dort wo der Nullring auf der Welle sitzt, kein Sprühfett mehr an dem Kunststoffteil war. Also musste der Nullring eigentlich gut abdichten! Aber falls nicht: Sowohl Rostlöser als auch Sprühfett werden als besonders gut wasserverdrängend/-abweisend (sogar bei Wasserdruck) beschrieben. Mal sehen...
Was übrigens ne Frechheit ist: Als ich den Getriebedeckel das erste mal vor ein paar Jahren öffnete, war da ein kleiner Klecks Fett - abseits jeglicher schmierwürdigen Stellen - auf dem großen Kunststoffritzel. Aber da, wo das Fett gebraucht wurde - nämlich an den mechanisch reibenden Stellen des Getriebes - war NULL davon zu sehen!

Zum Problem Wischwasserleitung: Dieser billige Plastikschlauch ist auch gern mal undicht und versaut mit der Zeit die gesamte Heckklappe (braune Rostbrühe, die gern an den Kofferraumleuchten und sonstwo austritt)! Ich habe mir hier an den Verbindungsstellen mit selbstverklebendem Schrumpfschlauch weiter geholfen. Schlauch vom Anschluss am Wischergetriebe abziehen. Das "Textilklebeband", was um den Schlauch gewickelt wurde vorsichtig etwas entfernen und ein passendes Stück von besagtem Schrumpfschlauch mit innenliegender Heißkleberbeschichtung aufstecken dabei prüfen, ob an den gesteckten Übergängen des Schlauches / Schlauchsteckers genug Überlappung besteht. Das Ganze wieder aufstecken. Schrumpfschlauch mittels Hitze aktivieren - es sollte der Kleber beim Schrumpfen auf beiden Seiten des Schlauchs etwas herausquellen - fertig!

Beim ersten Test war alles dicht - mal sehen ob das so bleibt!

Edit: verstopfte Düsen am Heckwischer sind übrigens eine häufige Ursache, dass das Wasser irgendwo anders heraus gedrückt wird. Also ruhig auch mal die Düse reinigen (ist einfach aufgesteckt)

So long..

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Neuer Motor und arm, dann sollte wieder passen.

In dem Getriebegehäuse ist auch Elektronik verbaut. Der Arm soll ja immer in der selben Position stoppen, es sind also zumindest "Endschalter" vorhanden.
Ohne Schaltplan bzw. Kenntnis über die Ansteuerung schwierig zu beantworten.

Zum Wischerarm kann ich nur sagen:
Glücklicherweise hatte ich einen spezial "Wischerarm-Abziehersatz" zur Verfügung. Damit ging der ganz leicht runter.
Ich musste auch nur die gebrochene Spritzdüse (< 10,-€) ersetzen.

Hier mal eine Rückmeldung, nachdem ich am WE den Wischermotor getauscht habe. Es war also wie vorab bereits vermutet wirklich der Wassereintritt, der zu den beschriebenen Ursachen (unkontrolliertes Verhalten) geführt hat. Man sah auch schon Wasserspuren mit Rostanhaftungen.

Da auch mein Heckwischer, wenn überhaupt, nur noch mit „anschubsen“ lief, habe ich heute mal die Antriebseinheit aufgemacht... s. Anhang
Durch die Korrosion im Inneren war klar, dass das so nicht funktionieren kann. Der kraftvolle Motor hat leider das ganze Gehäuse zerborsten. Trotzdem konnte mit viel Geduld und Feinarbeit habe ich den Arm wieder zum laufen bekommen... aber die Wischwasserdurchführung war weiterhin undicht und die Brühe lief wieder aus dem Gehäuse.
Eigentlich hab ich den Wischer eh sogut wie nie in Betrieb, daher werde ich ihn wohl ganz ausbauen, also „cleanen“ ...
Aber was mach ich mit der Wasserleitung?
Hat da jemand eine bewährte Lösung?

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Stöpsel rein und mit Draht oder einer Schelle abbinden. So viel Kraft sollte die Pumpe nicht haben.

Aber warum nicht einfach einen neuen Motor von Valeo verbauen? Meiner kostete glaube ich 60-70,-€.

Ja, mit ca. 70€ kommt man hin... aber der bei mir verbaute Motor war schon ein Nachbau, wurde also vom Vorgänger schon mal getauscht. Wenn ich den ganz rausnehme, hab ich das Problem nie mehr... und benutze ihn eh eigentlich garnicht (dank Rückfahrkamera).

Aber warum gammelt der bei Nichtbenutzung? Dann dürfte das undichte Röhrchen ja nicht zum Tragen kommen. Erstmal sieht es ohne, mit so einer Blindkappe, seltsam aus und wenn man ihn mal verkaufen will, muss man nicht nochmals bei gehen, um einen Verhandlungspunkt aus dem Weg zu räumen.

Keine Ahnung, warum das immer wieder ein Problem wird.
Alternativ kannst du ja einen neuen Motor einsetzten und den Wasserschlauch irgendwo „zu“ machen. Oder als findiger Bastler könntest du an der Pumpe evtl. die hintere Funktion auspinnen.

Moin, kann mir jemand sagen was ich an Werkzeug benötige zum Tausch?
Fahre in den Urlaub und will ihn in der Zeit wechseln. Danke!

Gruß

Zitat:

@GolfIV1J1 schrieb am 23. Juli 2023 um 01:26:07 Uhr:


Moin, kann mir jemand sagen was ich an Werkzeug benötige zum Tausch?
Fahre in den Urlaub und will ihn in der Zeit wechseln. Danke!

Gruß

Ratsche mit 13er Nuss und einen Abzieher für den Wischerarm.

Schraubenzieher um die Heckverkleidung innen zu lösen.

Oder eine Eisensäge wenn kein Abzieher zur Hand. ??

Wenn der alte Motor eh wegkommt dann kannst du ihn auch vom Wischer „trennen“ mit einer Säge, ja. Und später die aufnahme aus dem Wischer herausklopfen. Da kann dir aber natürlich auch der Wischer kaputt gehen.

Mit einem Abzieher wärst du auf der sicheren Seite 🙂

Naja nicht so ganz. Man kann den Ring auch aufsägen ohne die Welle des Motors zu beschädigen. Aber Abzieher ist natürlich immer besser.

Danke für die Info, anziehet habe ich.
Gruß

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