• Online: 5.125

wollvo22

Belangloses von mir und meinem perlblauen Babybenz.

22.08.2019 19:43    |    wollvo22    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 190E, 190er, Mercedes, Perlblau, W201

Seitdem ich den Perlblauen habe, bin ich im Sommer regelmäßig auf großer Tour mit ihm. Erst Polen, dann zweimal Österreich und in diesem Jahr ging es noch weiter über die Alpen gen Süden - Kroatien hatten wir uns für den Sommerurlaub 2019 auserkoren. In Kamanje gleich hinter der Grenze zu Slowenien am Grenzfluss Kupa hatten wir ein nettes Holzhaus mit einem großen Pool und einem Garten voller Gemüse gebucht.

 

15 Stunden auf dem Bock

 

Los ging es um halb drei nachts in Weimar. Kalt duschen, Gepäck ins Auto laden und den USB-Stick mit Musik ins Radio gesteckt. Mit meinem Bruder hatten wir eine Raststätte hinter München als Treffpunkt ausgewählt. Insgesamt sollten es an diesem Tag knapp 1.000 km Strecke werden.

 

Auf der freien Autobahn kamen wir schnell bis nach München, umfuhren einen Stau und waren um kurz nach sieben am Treffpunkt. Ab dann wurde es wärmer und staulastiger. Etwas unglücklich hatten wir den Samstag als Reisetag ausgewählt - Ende Juli in der Hochzeit der Ferien. Dementsprechend staute es sich auf dem Weg gen Süden.

Zur Entspannung trug dann jedoch wie auch schon die beiden Jahre zuvor die österreichische Autobahn bei. Mit Tempo 130 und bei strahlendem Sonnenschein genossen wir das Alpenpanorama und brachten uns in Urlaubsstimmung. Wohlfühlstimmung auch für den Perlblauen, der sich an diesem wie auch dem Tag der Rückreise mit 6,4 l/100km zufrieden gab.

 

Unangenehm waren an diesem Tag jedoch zwei Tatsachen. Zum einen war es die heißeste Woche des Jahres (und wir kamen mit 34°C noch glimpflich davon). Mangels fehlender Klimaanlage war es also gut warm in Benz, was meiner Freundin trotz ihrer Herkunft vom indischen Subkontinent zu schaffen machte - "Nächstes Jahr mit Klimaanlage!". (Fußnote: Heißt ein zweites Auto, aber dazu in einem der nächsten Beiträge mehr ;) ).

Auf der anderen Seite staute es sich kilometerlang vor den Mautstationen für die Transitstrecken durch die Alpenrepublik. Durch den Karawankentunnel an der slowenischen Grenze ging es in diesen Tagen sogar nur einspurig durch eine Röhre. Entsprechend lang war der Stau vor dem Tunneleingang.

 

Ins Slowenien selbst war es nach wie vor heiß ,doch die Autobahn war (stau-)frei. Die Fernstraßen sind dort ebenfalls mautpflichtig. Allerdings ist die Vignette in Österreich 10 Tage gültig, in Slowenien nur 7, was zu Folge hat, dass man sich für einen 7-tätigen Urlaub zwei Vignetten kaufen muss.

 

Als Schmackl gab es gewissermaßen als Ausgleich vor der kroatischen Grenze zwischen dieser und Novo mesto eine sehr kurvig und schön durch Hügel und Dörfer verlaufende Strecke. Auch die nahm der Benz bis auf ein bisl Geruch von den Bremsscheiben am Ende ohne Murren.

Nach einer Passkontrolle an der Grenze (ja Koratien gehört zur EU, wendet Schengen aber nicht voll an), einen Stempel in den Reisepass meiner Freundin und einer kleinen Odysse bei der Suche nach dem Feriendominzil, erreichten wir nach gut 15 Stunden Unterwegssein unser Ziel.

 

Die Woche in Kroatien stand der Benz dann bis auf den letzten Tag. Der Sharan meines Bruders hat sieben Sitze und Klimaanlage - was für sechs Personen mehr als ausreichend und zudem sehr kühl ist. Während unserer Touren in der Woche, bei denen eine uns nach Zargreb (sehr, sehr zu empfehlen!) führte, konnte ich dann gegenüber des Museum Of Broken Relationships (ebenfalls sehr zu empfehlen) noch ein Schnappschuss einen Ponton ergattern.

 

A Stop in München

 

Der Rückweg bestand dann in zwei Etappen. Auch wieder an einem Samstag, dafür mit weniger Stau, erträglicheren Temperaturen dank Wolkendecke über den Alpen und als Ziel München. Dort haben wir Freunde von uns besucht und konnten standesgemäß in der Tiefgarage neben einem R109 SL und einem 911 G-Modell parken. Wir waren uns schnell einig, dass diese Kombination unserer Traumgarage sehr nahe kommt.

 

Einen Abstecher ins BMW Museum gab es auch noch. Es ist nicht ganz so opulent wie das Mercedes-Pendant, aber einen Besuch in jeden Fall. Es gibt dort zahlreiche tolle Exemplare der Bayern zu sehen. Mir hat insbesondere natürlich alles mit Baujahr vor 1990 gefallen. Vor allem die die Farbenpalette der 70er lange vor der grau-schwarzen Leasingzeit ist grandios. Da ist der Abteilungsleiter dann einfach mal im orangen oder giftgrünen 3er zur Arbeit gefahren. :D

 

Zurück ging es am Montag unter grauer Wolkendecke, Regen und Berufsverkehr zurück. Nicht spannend aber zügig. Wieder daheim stand nun eine größere geplante Reparatur an.

 

Auf der Suche nach der perfekten Welle

 

Vor etwas weniger als einem Jahr hat der Perlblaue angefangen, beim Schalten bei niedrigen Geschwindigkeiten und Drehzahlen ab und an vom Mitteltunnel her zu schnarzen. Außerdem gab es ein schepperndes Geräusch, wenn ich über unebenen Grund fuhr. Fahrtechnisch hatte all das keine Auswirkungen - es klang nur nicht nett. Nachdem das Schnarzen dann auch Lastwechseln ab und an zu hören war, bin ich zu meiner Werkstatt in der Nachbarschaft gefahren, die sich seit Anfang des Jahres liebevoll und preislich fair um den Benz kümmert.

Nach einigen Mutmaßungen (Hardyscheiben, Getriebe,...) nahm sich der Meister etwas Zeit und kam zu dem Ergebnis, dass der vordere Teil der Kardanwelle die Ursache sei. Er meinte, ich solle mir keine Sorgen machen, in den Urlaub fahren und mich dann um Ersatz bemühen.

 

Nachdem der Urlaub ohne Probleme verlief, begann die Suche nach einer geeigneten Kardanwelle für den Perlblauen: 5-Gang, M102, Bj 1992. Dank Hilfe vom vdh ging ich mit der Teilenummer auf die Suche und wurde bei Oliver Stork in Rödermark fündig.

Bestellt, geliefert und am Dienstag zur Werkstatt gebracht. Teil sollte passen. Heute habe ich den Benz abgeholt und er läuft 1A. Trotzdem hat die Welle dem Meister einige Kopfschmerzen bereitet: Der hintere Teil der Welle passte nicht in das Diff, der Lochkreis war ein anderer. Also hat er die Welle wieder ausgebaut und kurzerhand aus zwei Wellen eine gemacht und nur den vorderen Teil - der auch der Grund des Übels war - ersetzt.

 

 

Demnächst müsste der Perlblaue mal zum Lackierer, eine Roststelle an der C-Säule behandeln. Und Mike Sanders soll eigentlich auch noch in die Hohlräume...es gibt immer was zu tun! :D

Hat Dir der Artikel gefallen?