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02.02.2014 22:06    |    MB Dieselmaster    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: A, Bremen, Bremen Classic Motorshow 2014, KAD, Kapitän, Oldtimer, Opel

Opel Kapitän A -01
Opel Kapitän A -01

Der Kapitän A

 

Eine neue Generation des großen Opel erblickt im Jahr 1963 die Autowelt. Ab Februar 1964 waren sie dann da "die großen Drei" aus Rüsselsheim. Ein Opel in völlig neuer, sehr großer und repräsentativer Karosserie. Dazu gesellte sich im Dezember 1964 noch ein Coupé, als Diplomat V8 Coupé.

Die ersten Modelle die ausgeliefert wurden waren die Kapitäne im Februar 1964, der Admiral folgte im Mai 1964, der Diplomat dann im August 1964 dieser war dann auch gleich als V8 lieferbar. Kapitän und Admiral besaßen zunächst den auf höhere Leistung gebrachten und nun mit Hydrostößeln ausgerüsteten 2,6 Liter-Sechszylindermotor des Kapitän-Vorgänger-Modells. Dieser war auch in dem auf der Bremen Classic gezeigten Modell verbaut. Die Leistung betrug 74 KW / 100 PS damit schwang sich der Wagen in Verbindung mit dem Viergang-Schaltgetriebe, welches am Lenkrad bedient wird, auf 160 km/h Spitze. Die Beschleunigung dauerte 16 s, für den Sprint von o-100 km/h. Der Verbrauch lag bei ca. 13 Litern. Die neue Karosserie erstrecke sich auf knapp 5 Metern, die Breite betrug über 1,90 Meter und damit auf W140 Niveau. Es gab auch schon damals etwas breitere Fahrzeuge.

Auf Wunsch konnte der Opel auch mit einem automatischen Getriebe ausgerüstet werden, dieses Powerglide Getriebe bezog Opel von ihrer Mutter GM. Damit verschlechterten sich die Fahrleistungen deutlich, die Höchstgeschwindigkeit schmolz um 5 km/h und die Beschleunigung dauerte bis 100 km/h 2 s länger, zu dem wurde auch ein Aufpreis von 975,- DM fällig. Gegen 375,- DM konnte der Käufer des Kapitän sich auch eine Servolenkung bestellen.

Als Alternativantrieb gab es den Kapitän A in den Jahren 1964/65 auch mit einen 4,6 Liter V8-Chevrolet Motor, dieser wurde Serienmäßig mit dem Automatikgetriebe aus geliefert, allerdings kamen dann zum Grundpreis von 10.990.- DM, weitere 3.750.- für den starken V8 mit 140 KW / 190 PS und 350 NM Drehmoment machten den Opel 1964 zur schnellsten Limousine der Welt. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei damals unglaublichen 200 km/h und auch die Beschleunigung mit 11 s war gerade zu als Rasant zu bezeichnen.

Im September wurde der betagte 2,6 Liter-6 Zylindermotor durch einen neuen 2,8 Liter Motor abgelöst. Dieser bleibt die Basis bis zum Senator B-Motor. Gleichzeitig entwickelt Opel neue 4-Zylinder Motoren welche im Opel Rekord B-Modell ihre Prämiere feiern.

Mit dem neuen 2,8 Motor steigt die Leistung auf 92 KW / 125 PS, auch das Drehmoment steigt von 185 NM auf nun 210 NM. Die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 170 km/h, auch der Grundpreis wird etwas angehoben und liegt nun bei 11.600.- DM (1966).

1966 verbaut Opel auch für den Export Markt einen 2,5 Liter-6 Zylindermotor, welcher 112 PS leistet, diesen finden wir später in den Commodore-Modellen wieder.

1967 kommt noch ein weiterer Motor hinzu, es handelt sich um den 2,8 Liter, allerdings mit Doppelvergaser. Damit werden dann 103 KW /140 PS produziert und auch das Drehmoment steigt noch einmal sanft 230 NM. Auch die Fahrleistungen steigen leicht an. Nur der Kapitän-Käufer schaut in die Röhre, denn der 140 PS bleibt dem Admiral vorbehalten.

Im Innenraum erkannte man den Kapitän an der durchgehen vorderen Sitzabank. Einzelsitze waren auf Wunsch lieferbar. Eine heizbare Heckscheibe gab es ab September 1967 gegen Aufpreis für Kapitän und Admiral, beim Diplomat war diese dann Serie. Zum anderen bekamen alle Modelle eine ZF-Gemmer-Lenkung mit Sicherheitslenksäule.

 

PRODUKTIONSZAHLEN

 

Kapitän 24.249 Stück

Admiral 55.876 Stück

Diplomat 9.152 Stück

Insgesamt 89.277 Stück

 

TECHNISCHE DATEN

 

Maße 4948 x 1902 x 1445 mm

Radstand 2845 mm

Spur vo/hi 1494/1510 mm

 

Kapitän 2600

6 Zylinder - Reihe - Fallstromvergaser

Hubraum 2586 ccm

Leistung 74 KW / 100 PS bei 4.600 U/min.

Drehmoment 185 NM bei 2.400 U/min

Schalter/Automatik

0-100 km/h 16s/18s

Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h/156 km/h

Verbrauch: 13 l Super / 14 l Super

 

Kapitän 2800 S

6 Zylinder - Reihe - Fallstromvergaser

Hubraum 2784 ccm

Leistung 92 KW / 125 PS bei 4.800 U/min.

Drehmoment 210 NM bei 3.500 U/min

Schalter/Automatik

0-100 km/h 14s/16s

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h/166 km/h

Verbrauch: 15 l Super / 16 l Super

 

Admiral 2800 H

6 Zylinder - Reihe - 2 Fallstromvergaser

Hubraum 2784 ccm

Leistung 103 KW / 140 PS bei 4.900 U/min.

Drehmoment 230 NM bei 3.700 U/min

Schalter/Automatik

0-100 km/h 12s/14s

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h/175 km/h

Verbrauch: 16 l Super / 17 l Super

 

Kapitän V8 (auch Admiral und Diplomat)

8 Zylinder - V-Form - Vierfach-Fallstromvergaser

Hubraum 4638 ccm

Leistung 140 KW / 190 PS bei 4.600 U/min.

Drehmoment 354 NM bei 3.000 U/min

Schalter/Automatik

0-100 km/h --/11s

Höchstgeschwindigkeit: --/200 km/h

Verbrauch: -- / 19 l Super

 

Für den Export

Kapitän 2500 S

6 Zylinder - Reihe - Fallstromvergaser

Hubraum 2490 ccm

Leistung 82 KW / 112 PS bei 4.800 U/min.

Drehmoment 180 NM bei 3.800 U/min

Schalter/Automatik

0-100 km/h 15s/16,5s

Höchstgeschwindigkeit: 166 km/h/160 km/h

Verbrauch: 15 l Super / 16 l Super


02.02.2014 22:28    |    Dortmunder 65

Uiiiiii, Du legst ja ein Tempo hin


02.02.2014 22:29    |    MB Dieselmaster

Hatte ja 2 Tage Zeit und richtig Lust zum Bloggen.:)

02.02.2014 22:36    |    bronx.1965

Jens, einen herzlichen Dank für diesen Artikel über einen meiner Lieblinge.

Das dieser Wagen schon damals in der Breite auf W 140 Niveau lag, wurde mir beim lesen gerade wieder einmal bewusst. Es waren schon sehr schöne, bequeme Wagen für diese Zeit. :)

02.02.2014 22:41    |    MB Dieselmaster

Als ich vor Ort von dem Wagen schwärmte sagte mir mein Sohn der Wagen wäre nichts für ihn, doch viel zu unmodern! :D

 

Ich finde den Wagen einfach nur toll, besonders mit der Sitzbank vorne und Lenkradschaltung. Die Größe kommt gut rüber wenn man davor steht. Ein B-Modell war in allen Maßen etwas kleiner.

02.02.2014 22:43    |    bronx.1965

Allerdings, obwohl der B für mich (gefühlt) größer "rüberkommt". Das ändert sich, wenn man davor steht, da hast Du absolut recht. Sitzbank und LRS sind auch meine Eyecatcher.

 

Edit: Dein Sohn hat ja noch Zeit, Geschmack zu bekommen . . . :D

02.02.2014 22:46    |    MB Dieselmaster

Der Preis war ganz schön abgehoben, fast 22.000.- Euro sind auch für eine Note 2+ Wagen sehr viel Geld. Aber ein haben wollen stellte sich schon ein.

02.02.2014 22:48    |    bronx.1965

Zitat:

fast 22.000.- Euro sind auch für eine Note 2+ Wagen sehr viel Geld

Wohl wahr. Aber zur Zeit gibt es einen Boom, es werden seltsame Preise zum Teil auch bezahlt! :rolleyes:

02.02.2014 22:52    |    mr. mountain

Interessant finde ich, dass der Kontakt über Karl August Almstadt, einer Auto-Bild Führungskraft, läuft.

Ich denke, dass "Karl Auto" eine schöne Sammlung sein Eigen nennt und dieser Opel etwas ganz Besonderes ist. :)

02.02.2014 22:52    |    MB Dieselmaster

Es war eine Messe mit unglaublichen Kursen. Zum Teil echte Mondpreise, ein Kadett B für 12.000.- Euro, da hört der Spaß doch auf. Ich werde mich gleich hinlegen, denn Morgen darf ich wieder ans Werk.

02.02.2014 22:54    |    bronx.1965

Zitat:

Ich werde mich gleich hinlegen, denn Morgen darf ich wieder ans Werk.

Frohes Schaffen. Man liest sich. ;)

02.02.2014 22:58    |    MB Dieselmaster

Jau, bis demnächst.;)

02.02.2014 23:10    |    HeinzHeM

Also nach meinen Unterlagen gab es 1964/65 auch den Admiral mit dem 2.6 Liter Motor. Vom Kapitän wurden 15.030 Stück mit diesem Motor gebaut, vom Admiral hingegen 31.318. Ab September 1965 dann mit dem 2.8 Liter, wobei es wiederum den 2800 S als auch den 2800 H (Einsatz erst ab September 67) sowohl für den Kapitän, als auch den Admiral gab. Die 2.5 Liter Exportversion teilte sich in 203 und 377 Exemplare, wurde aber nur 66/67 gebaut.

 

Was für einen Wagen sich der Kunde für den V8 wünschte machte er offensichtlich: Kapitän V8 = 110 Stück, Admiral V8 = 623 Stück und Diplomat V8 (4.6) = 8.518 Stück. Mit der 5.4 Liter Maschine wurde folgerichtig nur noch der Diplomat bestückt: 330 plus 304 Coupés. Wobei der große V8 ab Dezember 64 zuerst nur in das Coupé eingebaut wurde und erst ab September 66 auch in die Limousine. Das Coupé wurde bereits im April 67 eingestellt. Die Karosserie kam übrigens von Karmann in Rheine. Und hier die Produktionszahlen: 1965 = 238 Stück, 1966 = 50 Stück und 1967 noch einmal 16 Stück. Kann auch am Preis gelegen haben: 1965 = 25.500.- DM und ab 1966 = 26.000.- DM. Wogegen die Diplomat Limousine mit 18.050.- DM für den 4.6 Liter V8 bzw. 20.010.- DM für den 5.4 Liter V8 wesentlich preisgünstiger war.

02.02.2014 23:15    |    HeinzHeM

Zu den aktuellen Oldtimerpreisen: seitdem unlängst bei den RM-Auctions in den USA für einen FMR Tg 500 satte 322.000 USD Erlös erzielt wurden und Kleinschnittger 125, BMW Isetta und Co. ebenfalls Erlöse von weit über 100.000,- USD erzielten, wundert mich eigentlich nur noch wenig :)

02.02.2014 23:25    |    bronx.1965

Heinz: besten Dank für die Ergänzungen, ich denke, Jens wird's freuen. ;)

03.02.2014 09:03    |    MB Dieselmaster

@ Heinz

 

Danke für die einzelnen Zahlen. Ich hatte nur die Produktionszahlen zusammen. Klar gab es den 2,6 und den 2,8 auch als Admiral. Eigentlich sollte es nur der Kapitän A werden, nur kann man diesen nicht ganz von Admiral und Diplomat trennen. Daher auch die Übergriffe in deren Richtung.

 

Ja das Coupé war ein echter Hingucker und zudem sehr Teuer, weshalb die Stückzahlen sehr überschaubar blieben.

 

Insgesamt war der Wagen einen imposante Erscheinung, auch im Vergleich zu den Mercedes W111/112 (Heckflosse).

03.02.2014 12:26    |    Christian8P

Den "A" vergisst man ganz gerne mal. Ich habe auch eine größere Bindung zu KAD-B. Für KAD-A bin ich wohl noch eine Idee zu jung. Irgendwie springt da der Funke nicht so richtig über. Trotzdem sind es Imposante Autos und zeigen schmerzhaft, auf welchem Stand Opel einst war.

03.02.2014 13:05    |    HeinzHeM

@Christian

 

Diesen Stand kann Opel ganz einfach dadurch wieder erreichen indem man die aktuellen US-Modelle für den deutschen Markt anpasst und dann hier anbietet. Ist in meinen Augen aber nicht mehr lohnenswert, weil die deutschen Modelle einfach besser sind.

 

Falls Du nun aber glaubst, dass Opel seinerzeit auf Augenhöhe mit Mercedes-Benz agierte, dem war nicht so. Mercedes-Benz stellte seinerzeit international anerkannte "Klassewagen" her. Da konnte Opel mit seinen adaptierten US-Megasellern (siehe Chevrolet Chevelle Malibu) längst nicht mithalten. Die großen Opel kauften sich vorwiegend Ladenbesitzer und gut verdienende Handwerker. Akademiker, Manager aller Art oder gar renommierte Künstler kauften Mercedes-Benz, allenfalls mal einen Jaguar oder einen italienischen Exoten (Alfa Romeo 2600!). Selbst Rover konnte mit seinem 3 Litre Mk.III brauchbare Stückzahlen absetzen, namentlich in den britisch geprägten westlichen Landesteilen.

 

Auch tat es dem großen Opel Diplomat nicht gut, dass die sehr ähnlichen Buick Skylark, Chevrolet Impala und Oldsmobile Cutlass in Deutschland auf ähnlichem Preisniveau angeboten wurden.

 

Den richtigen Ausprägungsgrad hatte Opel erst mit den KAD B-Modellen erreicht. Bis zu diesem Zeitpunkt aber war die Konkurrenz auch nicht untätig gewesen, und es tummelten sich Ende der sechziger Jahre viel mehr Klassewagen in dem gleichen Marktsegment. Auch BMW war nun wieder voll dabei.

03.02.2014 13:57    |    Tay88

Als Coupe eins der seltensten und wertvollsten Opel Modelle, unter 50.000€ geht da eigentlich nichts. Nach Schätzungen gibt es höchstens noch 40 Stück.

03.02.2014 19:54    |    SCHWARZERKRAUSER

Hallo

Der Wagen war für mich das Highlight auf der Messe.

Am Sonntag als ich da war,war er schon verkauft.

Hatte alles versucht um noch raus zubekommen was er kosten sollte.

Ich hatte mit 25.000 bis 27.000€ gerechnet.

Der Wagen gehört Karl August Almstadt,denn er war damit in Autobild Klassik in der Rubrick,wer fährt was zu sehen.

Wenn er tatsächlich ca 22.000€ gekostet hat,finde ich das okay.

Der Zustand war wirklich gut.

Ich denke mal einer,wenn nicht der beste den man kriegen kann.

Ewig die Pagoden,E Types,911 usw sind doch auf dauer langweilig und im sehr guten Zustand nicht bezahlbar.

Dagegen ist der Opel doch mal ne andere Nummer und bezahlbar.

 

Ich hätte ihn gern gehabt.

 

Den Diplomat Coupe kannte ich von einem Hamburger Autohändler der seine Autos auf den Automarkt an der Feldstrasse verkaufte.

War damals 1980 schon eine Rarität und der einzigste den ich je in freier Wildbahn gesehen hab.

 

Gruss

04.02.2014 14:05    |    MB Dieselmaster

Irgend wie ist so ein Opel Kapitän auch Bodenständig! 911er und Pagoden, waren diesmal wie eine Schwämme! Wo graben alle nur diese Wagen aus?

04.02.2014 16:27    |    Batterietester42483

Hallo MB Dieselmaster,

 

bodenständig trifft den Punkt.

Diese Autos konnten sich damals besser gestellte Familien noch leisten.

Diese Autos sind für mich interessanter als Porsche & Mercedes.

Mit einer kleinen Ausnahme. Mein Vater fuhr einen "Heckflossenmercedes". Was gäbe ich darum dieses Auto heute als Oldie zu besitzen.

 

Sabine

04.02.2014 16:38    |    MB Dieselmaster

Die Heckflosse fuhr mein Vater auch, was war ich stolz als kleiner Bub!

 

KLICK

 

In der Oldie Garage gab es eine für 5.500.- Euro, da gehörte allerdings noch etwas Arbeit rein.

05.02.2014 13:51    |    Batterietester42483

Danke für das Bild.

Das war wirklich ein schönes Auto. Ich durfte als ich ca. 12 war Papas Auto mal auf einem Feldweg fahren. Man war ich da stolz.

Lange, lange her...

 

Sabine

Deine Antwort auf "Bremen Classic Motorshow 2014 - Der Kapitän fährt Opel"