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Interessantes zu Fahrzeugen und mehr

In meinem Blog werde ich Verschiedenes ansprechen. Technik, Fahreindrücke, Erlebnisse etc.

17.10.2014 00:17    |    Nozilla    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: 7 (AU), Assistenzsysteme, Fahrassistenzsysteme, Front Assist; Radar, Notbremsassistent, VW Golf VII

Notbremsassistent sinnvoll?

135 (95,7 %) Ja
6 (4,3 %) Nein

Der VW Golf VII bietet unzählige Fahrerassistenzsysteme, welche nicht nur der Sicherheit sondern auch dem Komfort dienen. In diesem Artikel werde ich einige davon vorstellen.

 

Wissenswertes über Auffahrunfälle

AuffahrunfallAuffahrunfall

 

2013 gab es in Deutschland laut statistischem Bundesamt über 45'000 Kollisionen durch zu wenig Abstand. Nach ADAC Unfallforschung sind Auffahrunfälle bei PKW direkt hinter Unfälle durch Vorfahrtsmissachtung. Bei den LKW nehmen sie sogar den Spitzenplatz ein. Die Kosten betragen fast 600 Mio. Euro jährlich für diese Art von Unfall.

Der typische Auffahrer ist männlich, im mittleren Alter und relativ erfahren.

Gründe für diese Unfälle können sein:

  • zu wenig Abstand
  • falsches Abschätzen der Geschwindigkeit des vorderen Fahrzeuges
  • schlechte Wetterbedingungen
  • Müdigkeit, Alkohol etc.

 

Verletzungen, die bei dem getroffenen Fahrzeug auftreten können unter anderem Brust-, Kopf- oder Wirbelsäulenverletzungen sein. Hier ist die Überdehnung der Halswirbelsäule (Whiplash) zu nennen. Es kann dann zu Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit etc. kommen.

Der Körper wird durch den Aufprall beschleunigt. Die Wirbelsäule wird dadurch gedehnt. Da der Kopf aber träge ist, drückt dieser dagegen. Es kommt zur Überdehnung.

Moderne Kopfstützen können dem zwar entgegen Wirken, aber nicht vollständig.

 

Unfälle mit Todesopfern passieren häufig auf der Autobahn und der Landstrasse und wenn LKWs beteiligt sind. Doch die meisten Auffahrunfälle passieren in der Stadt mit eher niedrigen Geschwindigkeiten.

 

Der Notbremsassistent wirkt alleine durch seine Warnung. Denn die meisten Fahrer können noch die Bremse betätigen. Doch sie bremsen entweder zu schwach oder zu spät.

Zudem ist diese Art Unfall sehr einfach technisch zu lösen, da die Sensorik nur wenig Daten wie den Abstand, die relative Geschwindigkeit berechnen muss. Ganz anders sieht es mit Vorfahrtsunfällen aus. Hier braucht es wesentlich komplexere Systeme, welche mehrere Richtungen überwachen müssen.

Unfälle wie dieser: klick müssen in Zukunft also nicht mehr passieren.

 

VW Front Assist und City Emergency Bremse

RadarsensorRadarsensor

 

City Emergency Bremse:

 

Einer der wichtigsten Systeme im VW Golf ist der Front Assist mit der City Emergency Bremse. Das sind zwei Funktionen, welche jeweils in einem anderen Geschwindigkeitsspektrum aktiv sind.

 

Die City Emergency Bremse lässt sich gut mit der Funktion im VW UP oder dem City Safety von Volvo vergleichen. Es geht um die Kollisionsvermeidung in der Stadt. Dabei gilt es vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten und eher kurzen Distanzen Unfälle zu vermeiden. Daher braucht es einen sehr starken und kurzfristigen Bremseingriff.

Grafik 1 Quelle: VolkswagenGrafik 1 Quelle: Volkswagen

Das Fahrzeug arbeitet bis zu einer Geschwindigkeit von 30 Km/h. Es kann vollständig Kollisionen verhindern und sogar stehende Fahrzeuge erkennen.

Der Ablauf ist im in der Grafik 1 ersichtlich. Der Bremsvorgang gliedert sich in Stufen:

 

  1. Die Bremse wird vorbereitet, um möglichst schnell volle Bremskraft zu entfalten. Der Bremsassistent wird vorbereitet auf eine Notbremsung.
  2. Bei Geschwindigkeiten unter 30 Km/h wird das Fahrzeug mit 10 m/s2 verzögert. Im besten Fall kann eine Kollision gänzlich verhindert werden.
  3. Bei Geschwindigkeiten über 30 Km/h kann die autonome Bremsung das Auto nicht mehr zum Stillstand bringen. Doch wird der Fahrer soweit unterstützt, dass er mit Bremsen den Unfall noch verhindern kann.

 

Übrigens besteht häufig das Vorurteil, dass eine Kollision mit 30 Km/h doch nicht wirklich schlimm ist. Doch bedenkt man, dass mit Reaktionsweg und Bremsweg fast 20 Meter vergehen, um zum Stillstand kommen, verdeutlicht den Nutzen eines solchen Systems.

 

Front Assist:

 

Der Front Assist ist für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt. Vornehmlich auf der Autobahn oder auf der Landstrasse. Stehende Hindernisse werden bis max. 40 Km/h erkannt. Sonst funktioniert das System bis 210 Km/h.

Hier erfolgt immer eine Vorwarnung in Form eines Warntons und einem Warnsignal im Multifunktionsdisplay. Auch in Verbindung mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelung funktioniert dieses System. Wenn das vordere Fahrzeug stark bremst und die ACC Bremsleistung überschreitet, dann wird die Warnung eingeblendet: "Bremse treten". Der Front Assist besteht auch wieder aus verschiedenen Stufen:

Grafik 2 Quelle: VolkswagenGrafik 2 Quelle: Volkswagen

 

  1. Die Bremse wird vorbereitet, um möglichst schnell volle Bremskraft zu entfalten. Der Bremsassistent wird vorbereitet auf eine Notbremsung. Es erfolgt zudem im Multifunktionsdisplay eine Warnmeldung und es ertönt auch ein WarntonFront AssistFront Assist
  2. In der zweiten Stufe erfolgt ein kurzer Bremseingriff, um unaufmerksame Fahrer aufzuwecken.
  3. Danach leitet das System eine Bremsung von bis zu 6 m/s2 ein.
  4. Schlussendlich erhöht das System noch die Bremsleistung. Im besten Fall kann das System ein Unfall verhindern. Jederzeit unterstützt das System den Fahrer aber auch bei seiner Bremsung. Dazu muss er das Bremspedal drücken. Wenn er dies zu schwach drückt, dann erhöht das System automatisch die Bremsleistung, sodass auch noch eine Kollision verhindert werden kann.

 

Euro NCAP Leistung:

 

Im Euro NCAP wurde das System im Golf getestet: PDF

Leider wurde hier nicht die City Notbremsfunktion geprüft. Aber in den höheren Geschwindigkeiten hat das System mit 2.2 Punkten von 3 Punkten doch eine ordentliche Leistung abgelegt.

 

Entwicklung VW Front Assist:

 

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17.10.2014 08:09    |    Golf Cl

Ich hatte das Vergnügen über eine Aktion von MOTOR-TALK und VW den E-Golf im Berliner Stadtverkehr zu bewegen. Mich hat eben auch dieser ominöse Not-Stop-Assistent interessiert.

Also bin ich an einer Ampel auf ein schon stehendes Auto ungebremst mit ca. 30-40 Km/H zu gefahren. Ich ließ mich dabei Rollen und hatte meinen Fuß über der Bremse. Exakt als ich Bremsen wollte weil ich dachte "jetzt wirds" aber knapp, griff das System und brachte den Golf zum stehen.

Deutlich heftiger als in meinen Augen nötig, aber das ist ja egal, er hat super funktioniert.

 

Aber ob er wirklich dabei hilft das der Fahrer ein Hindernis umfahren/ausweichen kann wage ich zu bezweifeln. Ich glaube er Schreck über diese heftige Bremsung überfordert erst einmal viele Fahrer, wenn dann noch eine Notsituation hinzukommt die erkannt wird, dauert es zu lange bis man auch noch darauf reagiert. Aber das ist halt nur meine Meinung und kein objektiver Test. Fazit ist dennoch, er funktioniert gut :)


17.10.2014 09:43    |    Sachte

Dann hast du aber Glück gehabt, daß dir der Hintermann nicht draufgefahren ist...

 

Das sollten erstmal alle Sattelschlepper haben. Danach kann man sich mit den PKWs beschäftigen.


17.10.2014 11:07    |    C 37 RS

@ Golf Cl,

hat das System nun alleine bis zum Stillstand gebremst? Oder hast du trotzdem die Bremse noch getreten?

 

Beim meinem Golf hat sich das System bisher nur oberhalb von 30 km/h bemerkbar gemacht. Unterhalb von 30 km/h habe ich noch gar keine Funktion feststellen können.


17.10.2014 14:13    |    Golf Cl

Hinter mir war keiner, sonst hätte ich das auch nicht gemacht ;)

Die Situation war in keiner Form gefährlich!

 

Ob er alleine bis zum Stillstand gebremst hat, weiß ich nicht genau.

In dem Moment als ich mir dachte "jetzt musst du aber Bremsen" tat ich dies auch, wunderte mich nur über die heftige Reaktion der Bremse, da ich nicht voll rein getreten bin.

Erst dann (also nach der Situation) wurde mir bewusst das quasi Zeitgleich der Assistent mit eingegriffen haben muss.

Da ich die Bremse jedoch nicht gelöst habe dabei, kann ich es einfach nicht genau sagen.


17.10.2014 22:56    |    7406

Naja, der Notbremsassistent kann ja nur den Reaktionsweg verkürzen, nicht aber den Bremsweg. Den gibt die Physik der Bremsanlage und der Reifen vor. In 100% aller Auffahrunfälle, die ich so als Außenstehender miterlebt habe, ist irgend ein Schleicher ( i.d.R. weiblich, alle Altersstufen, wenig Fahrkönnen, unabhängig von der Fahrerfahrung) ohne Vorwarnung mit mindestens 30km/h Geschwindigkeitsdifferenz auf die linke Spur gegrätscht. Da helfen keine Assistenzsysteme. Genau diese Mehrheit der Auffahrunfälle wird es auf Deutschen Autobahnen so lange geben, so lange solche Geschwindigkeitsdifferenzen zulässig sind.


18.10.2014 11:33    |    John-Mac-Dee

LKW sollten diese Systeme alle verpflichtend verbaut haben, für PKW ist es spielerei. Da hilft eine Regelmäßige Tauglichkeitsprüfung ab 50 deutlich mehr.


18.10.2014 14:41    |    Nozilla

Ich denke, dass dieses System auch in jeden PKW gehört. Jeder Fahrer war schon mal abgelenkt oder müde. Genau in diesen Fällen hilft das System.

In Verbindung mit dem Abstandsregeltempomat ist es auch ein ernormer Komfort, da man nicht btemsen und beschleunigen muss.


18.10.2014 16:42    |    derschwere

wofür lernt man noch autofahren? das das auto dann alles selbst macht?


20.10.2014 03:07    |    Nozilla

Monotone Aufgaben kann der Mensch halt nicht die ganze Zeit mit der gleichen Aufmerksamkeit erledigen. Daher macht es hier Sinn gewisse Aufgaben zu automatisieren.


25.10.2014 22:48    |    Golden Void

Ich finde den Notbremsassistent in seiner derzeitigen Form nur bedingt sinnvoll. Ich fahre das Auto jetzt seit 1J und er hat sich mindestens ein dutzend Mal durch Pfeifen bemerkbar gemacht. Alles "Fehlalarme". Es handelte sich meistens um die Situation daß ein vorausfahrendes Auto am Abbiegen war. Bis ich zu der Stelle gekommen wäre wäre längst freie Bahn gewesen. Hätte der Abbieger unerwartet auf der Stelle gebremst war jederzeit Raum zum Ausweichen nach rechts oder links - kein Grund also um panikartig in die Eisen zu steigen. Aber so weit so gut. Bis hierhin hat's ja auch nichts verschlimmert.

 

In einer Situation aber mußte ich tatsächlich bremsen, das Auto hat - dank Notbremsassistent - mit nur leichter Pedalbetätigung unerwartet eine Vollbremsung hingelegt und das fand ich dann nicht mehr so lustig. Wäre einer hintendran gewesen wäre er mir rein gefahren. Und Auffahrunfälle schätze ich garnicht, egal ob ich dabei rein rechtlich Schuld habe oder nicht.

 

Aktiviert lasse ich ihn dennoch - es könnte ja auch mal sein daß ich als Fahrer unaufmerksam bin. Aber ich finde man sollte es bei der Pfeifwarnung belassen, das genügt um den Fahrer im Zweifelsfall aufzuwecken, und sich die Manipulation der Bremskraft sparen. Erst recht die automatische Bremsung. So etwas sollte man erst einbauen wenn das System zu 99,9% fehlerfrei arbeitet und das tut es bislang bei weitem nicht...


02.11.2014 05:45    |    schaefersklaus

Beim ersten auslösen habe ich nicht etwas erschreckt. Lautes piepen und das Piktogramm.

 

Und die Situation - Kann mich Golden Void anschließen. Ein, in Abstand fahrendes, Auto wollte links abbiegen. Rechts war genügend Platz, sodass ich Rollen lies. Das System sah das anders. Das piepen ging mit einer so starken bremsung einher, dass ich mich erschrak. Gut, wenn der Wagen die Fahrbahn blockiert hätte, wäre es knapp gewesen. Von daher war der Zeitpunkt der bremsung schon in Ordnung.

 

Ich denke es ist wie mit ABS. Wer das erste Mal die Vibration im Pedal verspürte, hat sich doch auch etwas erschrocken oder zumindest gewundert. Beim zweiten mal kennt man es und uns darauf vorbeireitet.

 

Ich finde es gut und es kann helfen.


10.11.2014 23:21    |    Trackback

Kommentiert auf: VW Golf 7 & Golf Sportsvan:

 

Front Assist, City Notbremsfunktion: Schon mal in Aktion erlebt?

 

[...] piepsen?

Hängt es davon ab wie schnell ich auf ein Auto zufahre?

Was passiert im Stop-and-Go?

Ich empfehle dir mal meinen Blog zu lesen:

 

http://www.motor-talk.de/.../...ssistent-funktionsaufbau-t5040440.html

 

[...]

 

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06.01.2015 20:13    |    Trackback

Kommentiert auf: VW Passat B8:

 

Frage zu Assistenzsystem "Front Assist"- Fußgängererknnung

 

[...] Eben alles, was eine Radarsignatur bzw. metallisch ist.

Ich habe in meinem Blog gut die Funktion des Front Assists beschrieben:

 

http://www.motor-talk.de/.../...ssistent-funktionsaufbau-t5040440.html

 

[...]

 

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07.12.2016 08:50    |    Trackback

Kommentiert auf: VW Passat B8:

 

Schwerer Unfall durch selbsttäige unerwartete Vollbremsung

 

[...] Daher:

http://www.motor-talk.de/.../...ssistent-funktionsaufbau-t5040440.html

Es sind zwei unterschiedliche Systeme verbaut mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen.

Das steht [...]

 

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13.09.2017 13:16    |    Trackback

Kommentiert auf: VW Passat B7 & CC :

 

Aufforderung zum Bremse betätigen bei aktiviertem ACC

 

[...] Aus einer Beschreibung des FA: "Wenn das vordere Fahrzeug stark bremst und die ACC Bremsleistung überschreitet, dann wird die Warnung [...]

 

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11.02.2019 14:19    |    Trackback

Kommentiert auf: VW Caddy:

 

ACC bzw. Front Assist

 

[...] da

 

 

da

[...]

 

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