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Gany22

Auto hier, Auto da, Auto tritratrallalla....

06.09.2014 14:51    |    Gany22    |    Kommentare (165)    |   Stichworte: 3er, BMW, E46

autogas-sparenautogas-sparen

Autogas - Fluch oder Segen - Sparen oder Ärger?

 

Einleitung/Vorgeschichte:

Als aller Erstes: JA, ich würde es empfehlen!

Aber: Lest lieber erst einmal selbst und macht euch Gedanken ob sich ein Diesel vielleicht nicht eher lohnt!

Für die Lesefauleren, ab Rechnung/Ersparnisse kommt wohl der Interessantere Teil ohne Details meiner Probleme!

 

Meine Einstellung bezüglich Autogas war von Anfang an positiv, ich begrüße Ideen die mir und der Umwelt gut tun und sehe es auch nicht als exotisches und finanzielles Wundermittel. Exotisch fand ich es schon davor nicht, finanziell ist es leider eher eine Enttäuschung gewesen. Nein, es ist nicht schlecht, nur den Milchmädchenrechnungen von Herrn Brem oder anderen Gasumrüstern sollte man nicht glauben, Herrn Brem welchen ich als Umbauer mit einer Note 2- empfehle, will ich nicht schlecht reden, nur gibt es eben zwei Seiten einer Medaille.

 

Als Erstes einmal meine Geschichte, ich fahre wie ihr wissen dürft einen BMW E46 FL 325i als Limousine und bin diesen etwa 3000km nur auf Benzin gefahren, wie er ab Werk eben kommt. Dann folgte die Umrüstung im September 2013, einige Monate nach erhalt des Wagens, finanziell sollte er sparsamer werden, als Student und als Langstreckenwagen sah ich wenig Probleme und dank gutem Umrüster welcher einen guten Eindruck machte nahm ich an es wäre eine problemlose Sache. Die Umrüstung kostete mich exakt 2500€, was als angemessener Preis bekannt ist, auch wenn es, wenn man sich mit der Materie auskennt und jemanden in Polen findet der es gut machen kann, wohl total überteuert ist. Insgesamt ist es leider nicht bei den 2500€ geblieben, auch wenn ich wohl noch nicht an den 3000€ kratze. Dies wäre nur halb so schlimm, wenn es wirklich nur bei 50% des Preises läge, was aber leider einfach nicht der Fall ist.

 

Nun einmal eine kleine Auflistung der Kosten bzgl. Gas:

  1. Umrüstung - 2500€
  2. Zusätzliche Adapter - 70€
  3. Probleme mit dem Steuergerät - 280€ (vielleicht etwa 200€ Rückerstattung in der Zukunft)
  4. Reguläre Kontrolle und Wechsel des Filters - 50€
  5. Umwege und Ärger - Nichts gewaltiges, aber durchaus nervig

 

Probleme/Historie:

Es fängt recht gut an im September, mit dem Gas läuft es erst einmal Prima, gefühlt geht er einen Hauch schlechter, messbar würde ich wohl auf Niveau eines 323i oder 320i tippen, bin aber beide nicht gefahren. Ein 328i fühlt sich spürbar schneller an, aber auch das ist mehr messbar und gefühlt nur ein guter Hauch.

 

Um Weihnachten sind dann mal die Zündkerzen drann, allerdings hatte das wohl nichts mit dem Gas zu tun. Nerviger waren die ständigen angezeigten Motorfehler vom Bordcomputer, so ein bisschen unwohl fühlt man sich da als Autoliebhaber schon, auch wenn der Motor immer astrein lief und es wohl deswegen einfach am geänderten Kraftstoff lag, welcher die Sensoren manchmal etwas verwirrt. Die Abstimmung war auch eher einen Tick zu mager, soweit ich es beurteilen kann, denn nach dem erhöhen des Gemisches, etwas fettere Einstellungen läuft er nun astrein ohne Fehler.

 

Im Januar erwischt es mich dafür richtig übel, zuerst habe ich einen totalen Platten, dank einer auf der Straße liegenden elektronischen Zigarette. Nur um kurz darauf mit der Gasanlage mächtig Probleme zu bekommen. Zylinder 5 läuft nicht auf Benzin, jetzt wird sich jeder denken, wie, was du fährst doch mit Gas, dass hat doch nichts mit der Anlage zu tun?, doch leider schon. Die Elektronik des Prins Steuergerätes ist zwischen geschaltet zwischen das normale Steuergerät und dem Motor und da dort irgendjemand mal gepfuscht hat und das Ding brachial in den Sockel gehämmert hat, waren einige PINs verbogen und das Gerät im Endeffekt im Arsch. Nachdem der Motor warm gelaufen war, Problem weg, aber bis dahin lief er unter Benzin auf 5 Zylindern. Bei Volvo oder Audi sind 5 Zylinder sehr schön, aber in einem R6 von BMW macht es keinen Spaß, wenn er unrund auf nur 5 Zylindern herumruckelt. Nachdem mir die BMW-Werkstatt in der Gegend nicht helfen konnte war das Fehler mit dem örtlichen Gas Meister in England schnell gelöst und nachdem ich etwa 280€ (230 Pfund) ärmer war, war ich dennoch glücklich, dass es nichts ernsteres war. Das Ganze kostete mich viel Zeit und Nerven, und war vom finanziellen Aspekt her eher ein Zuckerschlecken, ich hatte nämlich schon schlimmeres befürchtet.

Wer die Schuld trägt ist hier nicht fest zu legen, leider tippe ich aber auf eine Unachtsamkeit von Herrn Brem, da sonst eigentlich niemand die Gasanlage angefasst haben sollte, beweisen kann ich es aber nicht ob mal jemand da reingeschaut und rumgepfuscht hat in einer anderen Werkstatt bei irgendwelchen Checks oder der Gleichen.

 

Die nächsten 8 Monate verlaufen Problemfrei, bis darauf, dass ich einmal einen Adapter abbreche, weil ich ausversehen auf den Tankschlauch trete, das Ding hatte eine komische Schlaufe gemacht in die ich blöder weise auch reintreten musste. Dumm gelaufen, neuer Adapter - 25€, ärgerlich, aber wirklich banal. Dazu kommt noch die Kontrolle des Filters, welche auch ein wenig kostet, aber zum Glück nur gutes zeigt, dazu das ändern der Einträge im Steuergerät und schwupps läuft der BMW gefühlt etwas runder und die Fehlermeldungen kommen auch seid diesem Sommer nicht mehr. Diese verschwanden interessanter Weise aber schon früher etwa im Juni.

 

Rechnung/Ersparnisse:

Deutlich interessanter dürften allerdings noch die Ersparnisse sein, denn hier liege ich wie schon geschrieben weit weg von den besagten 50%, oder vielleicht 40% und es liegt nich daran, dass ich mit Gas so viel mehr Gas gebe ;)

 

Die Rechnung geht recht einfach, die ersten 3000km auf Benzin sind dokumentiert auf Spritmonitor und der ergebene Verbrauch lag bei 9,62 Litern, für einen 325i mit Stadt, Land und AB Nutzung voll im Durchschnitt. Mit Gas lag der Verbrauch über 18.000km auf 11,60 Litern, dass entspricht nicht versprochenen 10% mehr Verbrauch sondern eben 20%, hier erzählen Gas-Umbauer wie Herr Brem: "Nein es sind definitiv etwa 10%." Selbst wenn meine Hinweise auf Recherchen eher Richtung 20% zeigen. Vorrausgesetzt man fährt viel auf Gas und nicht ständig auch auf Benzin, denn das braucht man auch noch ein wenig, mit etwa 0,68Litern auf 100km kostet das nämlich auch noch fast einen Euro auf 100km, und ist ja auch ein Teil der laufenden Kosten, selbst wenn man mit Gas fährt. Am Ende habe ich davor 15,41€ auf 100km gezahlt, nun aber 9,67€ für Gas und immernoch 1,24€ für Benzin, macht 10,91€, Ersparnis - 4,50€auf 100km.

 

Nimmt man diesen Wert und beachtet, dass das getankte Gas und Benzin in UK meist teuerer war wie in DE, und die Benzin-Vergleichskosten in DE noch gefahren wurden, so kann man es gerne auf 5-6€ aufrunden. In meinem Kopf gibt es aber noch die kleineren Umwege zu Gastankstellen und die dadurch und durch die Probleme entstandenen zusätzlichen Kosten, sowie den Fakt, dass ich zu Beginn des Fahrzeugbesitzes auf Benzin auch oft noch mehr geheizt habe und mit Gas oft sparsamer und auch wegen dem Tempolimit in UK eher langsamer gefahren bin. Im Endeffekt denke ich das 5€ Ersparniss wohl realistisch sind, ich rechne aber lieber mit 4,50€, weil ich das dokumentiert habe und einfach lieber kritisch sehen will, ob und wann ich wirklich was damit gespart habe. Schön reden gibt es bei mir nicht!

 

So, der Wagen hat nun über 100.000km auf dem Tacho, 32.000 davon etwa auf Gas, bei 4,50€ pro 100km macht das eine Ersparnis von 320*4,50€ also 1440€, wenn ich die Ausgaben und Probleme von etwa 2900€ nehme muss ich also etwa 65.000 km fahren bevor ich die Kosten der Anlage nur reingefahren habe. Etwa 85.000km bevor ich wirklich von einer signifikanten Ersparniss reden kann, denn den Ärger den ich mit der Anlage hatte, ist auch nicht Ganz zu vernachlässigen.

 

Die Milchmädchenrechnung/Was man angeblich sparen soll:

Rechne ich mit 50€ Ersparnis und damit 15,41€ / 2 = 7,705€ auf 100km an Einsparungen rentiert sich der Einbau schon deutlich nach etwa 50.000 km, ich bin aber in Realität erst bei 65.000km bei dem Nullpunkt wo es sich anfängt zu rechnen. Hier sieht man schnell wie leicht man die Illusion bekommen könnte, man hätte gespart, wenn man in Realität noch im Minus ist, Probleme und Umwege bezahlt der Umrüster nicht, geringe Mengen Benzin die man zum Warmfahren stehts benötigt berechnet der Umrüster auch nicht. Zusätzliche Kosten für Adapter oder Filterwechsel sind nicht hoch, werden aber auch gerne vernachlässigt, schwupps, die Milchmädchenrechnung ist aufgestellt...

 

 

Gas ist sparsam, aber liegt definitiv nicht bei 50% Einsparungen, rein Rechnerisch liege ich bei 34%, deutlich unter den versprochenen 50%, oder vielleicht mal als absoluten Grenzwert genannten 40%. Je nachdem wie man rechnet kann man hier unterschiedliche Prozente bekommen, sollte jemand hier Kritik haben, erkläre ich gerne meine Angehensweise, jeder der sich gut mit Mathe auskennt dürfte mir aber folgen können.

 

Bis es sich rentiert vergeht viel Zeit und nicht immer fährt man nur auf Gas, vor allem im Urlaub kann man gerne mal keine Tankstelle finden und so schaut es gleich wieder schlechter aus für die Einsparungen. Die Reserveradmulde die man nicht mehr hat ist kein Beinbruch, aber kann durchaus nervig sein und wenn es Ganz schlecht läuft, steht man in der Pampa erst mal ein paar Stunden bevor man irgendwo hin kommt, denn man wollte ja mit Gas sparen und im Kofferraum kein Reserverad liegen haben...

 

Fazit/Empfehlung:

Wer viel fährt, aber keinen Diesel will, darf sich Gas ansehen, es ist kein exotisches Mittelchen mehr, nur für Leute die Spaß an Neuem/Experimentieren haben, darf aber auch nicht als einmal eingebaut und sofort Problemfrei gesehen werden. Nicht umsonst gibt es wenig Gas-Autos ab Werk und die Unterschiede bezüglich einem Diesel sind bei sehr hohen Laufleistung im Jahr wohl kaum exsistent. Wer allerdings wie ich keinen Diesel wollte, bzw. denkt es lohnt sich vielleicht nicht für mich und das Auto dennoch min. für 100.000km behalten und fahren will und für wen sich ein Diesel bei der jährlichen Fahrleistung vielleicht gerade noch nicht lohnt. Bei wem das Auto die nächsten 100.000km wohl auch noch schaffen wird und es Gasfest ist, der kann wie ich mit Gas wirklich Geld sparen, fährt in Steuer sogar noch günstiger wie ein Benziner und ist wohl Kostentechnisch auf oder unter dem Level eines Diesels.

 

 

 

Viele Grüße und ich hoffe ich konnte vielleicht einigen Helfen was ihre Ansicht bzgl. Gas angeht!

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08.09.2014 15:15    |    Gany22

Natürlich ist es nie ganz realistisch, hatte ich ja auch geschrieben, alleine weil ich in UK teuerer Gas tanken musste, es war ein von mir aufgestellter Vergleich und nur eines von tausenden Beispielen für den Gasbetrieb.

 

Insgesamt sehe ich es dennoch als gutes Beispiel, was deutlich realistischer dokumentiert wurde wie von manchem, der Benzin oder Extrakosten die noch im Gasbetrieb anfallen, bei einer Verdampfer-Anlage, gut mit einbezieht. Des weiteren habe ich nicht frei Schnauze die Preise verglichen sondern den Durchschnitt meiner Ergebnisse der Vergangenheit genommen. Wer auf Spritmonitor nach 325i Modellen sucht wird meinen dazwischen finden können. ;)


08.09.2014 16:00    |    remarque4711

Ich habe für meinen Umbau im Oktober 2005 2523 € inkl. Eintragung gezahlt (KM-Stand 52k KM), ein Kollege von 1 Woche vorher einen 6-Zylinder für 3300 € inkl. Eintragung. Beide beim selben Umrüster. Gas kostete damals 0,46 €, Benzin 1,47 € :D. Seitdem über 275k KM mit der Gasanlage - davon schätze ich mal ca. 8k KM mit Benzin (Startbenzin und Defekte) - abgespult.

 

Mehrverbrauch ca. 20%, Benzin wird seitdem fast nur in der Schweiz getankt, leider treibt der Wechselkurs seit ca. 2 Jahren den Preis.

 

Dekekte an der Gasanlage seither: 1x Kabelbaum 530 € (aber nur, weil der Umrüster 3 Tage den Fehler gesucht hat), 1x Verdampfer 600 € und 1x Injektoren reinigen und einen Injektor wechseln 490 €. Die sonstigen Kosten wie GAP und Filterwechsel sind vernachlässigbar.

 

Da brauche ich nicht Mathe studiert zu haben, um zu wissen, dass sich ein Gasumbau lohnt. Zu meiner nächsten Gasanlage muss ich dann nur noch das passende Auto finden :confused:. Aber vorher müssen noch die 400k KM geknackt werden.

 

Diesel ist für mich keine Alternative, wenn ich hier lese welche Probleme viele User haben - übrigens auch Kollegen von mir (Injektoren, DPF, Turbo...). Abgesehen davon die höhere Steuer und Versicherung - was aber in den Gesamtkostenbetrachtung sicherlich zu vernachlässigen ist.

 

Wieso zahle ich trotz LPG eigendlich nicht weniger Steuern als manch andere in diesem Blog? Habe ich was verpasst?


08.09.2014 16:02    |    Gany22

Du musst den Fahrzeugbrief abändern lassen, eine Kleinigkeit, aber davor hast du keine niedrigeren Kosten in Steuer.

 

Das es sich auf Langzeit lohnt steht außer Frage, wenn nicht endlos gepfuscht wurde und selbst dann lässt es sich im Endeffekt wenn das Auto lange fährt wieder in den lohnenswerten Bereich bringen.


08.09.2014 16:19    |    vonderAlb

Man muß aber auf fairerweise erwähnen das sich eine Gasumrüstung nicht in jedem Falle lohnt.

 

Wenn schon die Basis sehr Benzinsparend ist, dann noch ausschließlich Kurzstrecke gefahren wird und/oder die jährliche Kilometerleistung zu niedrig ist, dann lohnt sich keine Gasumrüstung und sogar nicht mal ein Diesel. Da ist Benzin verfahren manchmal günstiger.

 

Und wenn jemand Pech hatte, das falsche Auto/Gasanlage/Umrüster wählte und hohe Reparaturkosten tragen musste, für den kann die Rechnung leider auch nicht immer positiv ausfallen. Aber das weiß man immer erst im nachhinein. Das kann dir aber auch mit einem stinknormalen Benziner oder Diesel genau so passieren (wenn er aus der Garantiezeit raus ist).


08.09.2014 16:22    |    meehster

Ich glaub das mit ändern lassen geht nur bei monovalenten Gasern. Ich habe z.B. noch meinen vollständigen Benzintank und zahle meine 135 € Steuern für meinen Volvo.

Oder ist da etwas an mir vorbeigelaufen?


08.09.2014 16:26    |    Gany22

Es ist tatsächlich so, dass selbst mit normalem, vollen Gastankt, ich etwa 20€ weniger im Jahr zahle, klar, nicht wirklich bemerkbar, aber ich wollte es erwähnt lassen. Für 20€ vielen mir nämlich schon ein paar Kleinigkeiten ein, die ich gerne mache.

 

Natürlich gibt es immer Fälle, wo es für den Hintern ist, wobei mit einer Anlage auch Kurzstrecke sich lohnen kann, man muss einfach die Ganze Sache über viele Jahre sehen, und es gibt auch Vedampferanlagen die schon nach Sekunden, oder fast direkt umschalten. Der 520i E39 des Umrüsters läuft so schon seid Ewigkeiten gut, und den E32 den er aus Erstbesitz mit über 300.000 km auf der Uhr hat, der nur Langstrecke gesehen hat, würde wohl auch auf Gas noch exzellent die Selbe Laufleistung auf Langstrecke aushalten. Ein klein wenig Glück eingeschlossen.


08.09.2014 16:32    |    remarque4711

So, ich war jetzt mal hier zu Besuch. Da kann man ja alle möglichen Schadstoffvarianten durchspielen - es ändert sich nichts. Bei Fahrzeugen nach Erstzulassung 2009 mag es sein, dass sich die Steuer wegen dem CO2-Ausstoß ändert aber nicht bei alten Karren (hab ich aber nicht durchgespielt).

 

Bei 121 € jährlicher Steuer ist aber eine Änderung des Fahrzeugbriefs auch zweit- bis drittrangig.

 

Es ist so, dass die Steuer sich nicht verändert, weil die Basis Benzin ist und weiter im Fahrzeug verbleibt.


08.09.2014 16:41    |    Gany22

Komisch, bei mir hat es sich geändert und ich zahle jetzt 20€ weniger :p


08.09.2014 17:10    |    Mr.Blade

Dein gesamter Bericht ist meines Erachtens vielmehr auf eine mangelhafte Umrüstung zurückzuführen, das ist für dich natürlich ärgerlich und wird dir, verständlicherweise, die Grundeinstellung zur Thematik vermiest haben.

 

Naja, eine Gasanlage für ca. 3.000 € würde ich persönlich in der Regel auch nicht nachrüsten, man sollte schon mit realistischen Werten eine Amortisationsrechnung durchführen, um zu entscheiden, ob und wann die Investition tatsächlich rentabel ist. Es gibt natürlich Fahrzeuge und Fahrprofile, bei denen dies der Fall ist. Allerdings würde ich immer ein umgerüstetes Fahrzeug auf dem Gebrauchtmarkt in Betracht ziehen und bevorzugen, sofern Historie und Preis stimmen.

 

Gruß


08.09.2014 17:13    |    100avantquattro

Ich hoffe nur, daß sich jetzt niemand nur wegen dieses Erlebnisberichtes von einer Umrüstung abhalten läßt.

Alles schon blöd gelaufen. Passiert aber nunmal. Dafür gibt's Zigtausende zufriedene Gasfahrer.

Jeder muß selber wissen, ob, wo oder für wieviel Geld er umrüsten läßt.

Mein Umbau vor über 150.000 km kam im Jahr 2008 auf 1350,- € incl. aller Unterlagen.

Aufgrund des relativ hohen Benzinverbrauchs und mind. 2000 km im Monat hatte ich die Anlage nach ca. 10 Monaten wieder drin. Probleme gab's immer wieder mal. Mal lagen sie am relativ alten Wagen, mal am suboptimalen Einbau. War aber alles lösbar.

Es muß jeder einfach überlegen, was er will oder nicht will, in welcher Konstellation sich Gas und in welcher Diesel oder Benzin rechnet. Wäre vielleicht mal eine Aufgabe, so eine interaktive Online-Entscheidungshilfe zu programmieren, in der mehr Fakten als nur Einbaukosten, gefahrene Kilometer und Treibstoffpreise in die Rechnung einfließen. Die Dauer des geplanten Besitzes, Wert und Wahrscheinlichkeit des Bestehens der nächsten HU des Wagens und, und und.

Gas ist nicht immer gut, Benzin nicht immer schlecht und Diesel nicht immer die bequeme Alternative.

Dennoch ein guter Erlebnisbericht. Danke.


08.09.2014 17:20    |    Taxidiesel

LPG ist einfach nicht für jeden was. Es ist ein bisschen wie mit Ryanair, man muss sich schon etwas informieren/interessieren, sonst spart man kein Geld und der Komfort leidet. Und ebenso wie bei Ryanair rechnen es sich viele Menschen schlecht, um weiterhin mit ruhigem Gewissen wie gewohnt Verfahren zu können. Dass sich der tatsächliche Mehraufwand in engen Grenzen hält, wird dabei von vielen Menschen falsch eingeschätzt.

 

Aber: Natürlich ist Lpg kein Allheilmittel. Aber einfach super für Leute die ein zuverlässiges Auto haben, das nicht finanziert/geleast ist und noch lange gefahren werden soll.


08.09.2014 17:36    |    djcatshow

Hi,

 

Da eine LPG Umruestung in UK ca. die Haelfte kostet von einer gleichwertigen in DE bin ich froh diese Milchmaedchenrechnungen nicht unbedingt beachten zu muessen :)

 

Oder noch besser, man kauft sich gleich einen gebrauchten mit funktionierender Gasanlage, kostet auch nicht mehr als ein Benziner vor allem auf der Insel....meiner hat sogar zehn Riesen weniger gekostet als ein gleichwertiger Wagen in der Heimat.

 

Gruss aus Berkshire!


08.09.2014 17:37    |    Gany22

Ja, ich bin eigentlich recht positiv überzeugt :)

Auch wenn es nicht immer so klingt in diesem Bericht. Ich will mich bedanken, bei denen, den der Bericht gefallen hat und auch bei denen, die Kritik auf gutem Niveau gegeben haben. Das hier hat sich zu einer guten Diskussion entwickelt.

 

Mangelhaft wäre der falsche Begriff, perfekt oder besonders gut aber auch. Es gab wie bei einem Neuwagen eben ein paar anfängliche Probleme, inzwischen denke ich läuft es einwandfrei.


08.09.2014 18:02    |    meehster

Du bist nach anfänglichen Problemen also jetzt zufrieden. Das ist doch dann genau das, worauf Du hingearbeitet hast.

 

Ich habe auch beschlossen: Mein nächstes Alltagsauto wird wieder ein Gaser.

Aber wenn geht dann kein Vierzylinder mehr, sondern gern mehr.

Und definitiv kein Turbo. Nicht daß ich mit dem Turbo irgendwelche besonderen Defekte hatte. Nein, mich stören das verzögerte Ansprechverhalten und der unharmonische Drehmomentverlauf doch mehr als ich seinerzeit geahnt hatte. Besonders seit ich nicht mehr die sehr langen Strecken auf der Autobahn habe.


08.09.2014 18:06    |    Mr.Blade

Meinst du mit verzögertem Ansprechverhalten den "Turboschub", der etwas verzögert eintritt?


08.09.2014 18:12    |    Gany22

Ich denke er meint das Turboloch, bei Softturbos ist das allerdings kein Problem mehr.

 

Ich war von Anfang an ein Befürworter von Gas und bin es noch, auch wenn ich zwischenzeitlich am Zweifeln war. Ich würde gerne einen größeren R6 auf Gas fahren, nur gibt es da nicht soo viel. Ein schöner V8 wäre aber auch was... In einigen Jahren dann mal.

 

Beim nächsten Umrüsten, denke ich werde ich meinen englischen Gastechniker besuchen, dieser hat sich als deutlich ehrlicher und zuverlässiger sowie sympatischer erwiesen. Auch seine Preise scheinen deutlich niedriger zu sein.


08.09.2014 18:19    |    remarque4711

Deiner wird im Forum auch immer wieder empfohlen wenn es um Umrüster in Südbayern geht, so schlecht kann er also nicht sein.

 

Was für eine Anlage hast Du eigendlich verbaut - oder habe ich was übersehen?


08.09.2014 18:40    |    Bleede

Gas hatte ich unlängst als ich meinen Fuhrpark erneuerte auch auf dem Schirm. Objekt der Begierde war dann ein 5er mit Headup, Leder, Automatik, Panorama usw. Budget lag bei max. 30000 €. In dieser Kategorie nen Benziner? Keine Chance. Anschaffung deutlich höher als ein Diesel plus die Gasanlage plus mögliche Defekte seitens Mangelhafter Umbauer plus die hoch komplexen Motoren die jegliche Garantie oder Kulanz bei Umrüstungen dahinfliegen lassen würde....nahm ich den 20d und fertig.

Wer also damit Leben kann ne alte Schüssel zu fahren und lieber ewig drehende Sauger bevorzugt wird bei Gas eher fündig als so einer wie der so Neumodisches Gelumpe fährt mit Email vorlesen, Bluetooth Audio streaming....oder gar Motoren die schon unterhalb von 4000 Umdrehungen Kraft an den Antriebsstrang liefert. :)


08.09.2014 19:02    |    Bayernlover

Oh Gott, bitte nicht die Diskussion hier. Einer mag Diesel, der andere hochdrehende R6. Letztere ziehen sich naturgemäß den einen oder anderen Liter mehr durch. Das kann man durch eine gute Gasanlage kompensieren. Nichts anderes sagt der Artikel, und er zeigt auch Probleme auf.

 

Bitte bitte bitte jetzt keine Drehmoment- oder Ausstattungsdiskussion. Jeder soll mit seinem Fahrzeug glücklich werden.


08.09.2014 19:36    |    Gany22

Es ist eine Prins VSI 2

Eigentlich was recht gutes und solides, auch wenn mir im Nachhinein erklärt wurde eine VSI 1 hätte es wohl genauso gut getan und das Problem mit dem Steuergerät wäre mir wahrscheinlich auch erspart geblieben, auch wenn das eher auf Kasten einer Person, als auf Technik zurückzuführen war. Dachte auch es irgendwo mal geschrieben zu haben, kann ich aber tatsächlich sogar vergessen haben...

 

@Bleede:

 

Glückwunsch zum 520d, ein Allerweltsfünfer, aber eben nicht umsonst so beliebt ;)


08.09.2014 20:54    |    croc

Lasst Euch nicht kirre machen!!!

 

Man liest in den Foren meist nur die Problemfälle. So auch in diesem Beitrag...

 

Habe selbst seit Jahren 2 BMW Gasautos e46 und e39 mit BRC-Anlagen. Der e39 hat seit der Umrüstung mehr als 300.000Gas-km hinter sich OHNE irgendwelche Probleme!

 

Die einzige Wartung besteht in einem jährlichen Gasfilterwechsel für ca. 10 Euro.

 

Ein erfahrener Umrüster ist das wichtigste und nach erfolgter Umrüstung heisst es sparen und Entlastung durch weniger Stickoxide für die Umwelt!

 

Aktuell tanke ich zu 67Cent je Liter Gas, bei 20% Mehrverbrauch zu 1,51€ E10 kann man sich die Ersparnis bei einer jährlichen Fahrleistung von 40.000km gut errechnen ;-)

 

Ich hoffe dass auch die neuen BMW-Motoren irgendwann zu 100% mit LPG betrieben werden können, solange fahre ich meine betagten aber absolut zuverlässigen M54-Motoren.


08.09.2014 21:48    |    meehster

Zitat:

Original geschreibt von Mr.Blade

Meinst du mit verzögertem Ansprechverhalten den "Turboschub", der etwas verzögert eintritt?

Zum Einen das und zum Anderen das Drehzahlabhängige.

Turbos brauchen etwas, bis sie in Wallung kommen und dazu hat ein Turbolader nur einen bestimmten Arbeitsbereich. Darüber oder darunter oder beides kommt eben nur wenig.

Und ja, mein Turbo ist auch kein Softturbo, immerhin quetscht der Zweiliter offiziell schon 300 Nm auf die Kurbelwelle, die durch das Getriebe schlimmstenfalls zu über 4000 Nm an der Achse werden - aber erst wenn sich der Motor in den Arbeitsbereich des Laders gekämpft hat.

 

Wie gesagt: Ich hätte damals, als ich mich für den T4 entschied nicht gedacht, daß es mich so stören würde. Ich hatte auch nicht gedacht, daß ich jede Woche ca. 200 km Landstraße mit einigen Abbiegemanövern unter die Räder nehmen muß. Nun ja, der T4 ist für die nächsten fünf Jahre als Alltagsfahrzeug eingeplant und das ziehe ich auch durch. Muß ich solange eben meinen Youngtimer nehmen, wenn ich schaltfaule Fahrweise praktizieren will. Der kann bei 15% der Nenndrehzahl schon richtig zupacken. und ein 1,9-Liter-Sauger in nicht einmal 1100 kg Auto kommt schon gut. Der Mazda ist übrigens auch gasfest.

Als nächstes kommt auf jeden Fall kein Turbo mehr. Entweder ein großvolumiger Sauger, der überall Kraft aus dem Ärmel schüttelt oder gleich etwas, womit ich elektrisch (an)fahren kann.

 

Eine Alternative wäre auch, den Mazda als Urlaubsfahrzeug für den Wohnwagen zu nehmen (der darf sogar mehr ziehen :D) und wenn der Volvo in Rente geht ein Prius für den Alltag. Und den dann auch mit Gas.


09.09.2014 10:32    |    Mr.Blade

Vielleicht wäre auch'n Hybrid mit LPG eine Alternative. Da gibt's ja bei Lexus den schönen 3.5 V6 mit Elektroschub, der soll wohl ganz nett reinbuttern, bin sowas aber noch nie gefahren. Ansonsten halt Biturbo oder V8. :D Toyota Prisu mit LPG ist da vergleichsweise schon sehr anständig, kann man überhaupt günstiger fahren?


09.09.2014 10:40    |    Droll84

das selten ein Gasfan über die Freude am sparen schreibt und das alles wunderbar läuft ist ja auch klar.

SO SOLLS JA AUCH SEIN.

 

Im Internet bzw. hier im Forum muss / wird hauptsächlich über Probleme gesprochen deshalb lassen sich gas "interessierte" gerne abschrecken. Die vielen Leute die nichts zu meckern haben an Ihrer Anlage werden nicht beachtet.

 

ich fahre privat über 50tkm und wenn ich einen DIESEL mit 5Litern Verbrauch meiner Gaskutsche zum Vergleich hinstelle spare ich ggü. dem Dieselfahrzeug 960€ im Jahr. Steuern / Versicherung auße vor

 

Nebenkosten der Gasanlage sollten sich bei gut verbauter Anlage in Grenzen halten.

Alle 15tkm neue Kerzen (so halte ich es jedenfalls) und alle 75 - 100tkm Inspektion für ca. 100€


09.09.2014 13:31    |    Bleede

Du wechselst 3 mal im Jahr die Kerzen und sparst immer noch 1000 € rund? Wie geht das? Baumarktkerzen in Selbstarbeit?


09.09.2014 13:58    |    schipplock

ich hatte mal meinen ex-Audi 80 Typ89 mit KE-Jetronic (III) und 90PS auf LPG umruesten lassen. Gesamtkosten waren 1500 eur mit polnischer KME-Verdampfer-Anlage. Nach der Umruestung musste sie 1x neu eingestellt werden, was aber kostenlos vom Umruester gemacht wurde.

 

Gemacht habe ich das, weil ich einen neuen Job hatte, der weiter weg war. Ich verbrauchte immer um die 11L LPG. Der Liter kostete damals wie heute um die 65 - 70 cent.

 

Ich bin damit ca. 30.000 km gefahren und habe Gaskosten in Hoehe von ca. 2145 EUR gehabt. Mit Benzin waeren es ca. 4185 EUR gewesen. Danach war mir die Karre allgemein zu bloed und ich verkaufte sie. Bis dahin hatte ich jedoch keine Probleme. Kerzen hatte ich nach der Umruestung noch die alten von vorher...die waren schon 40tkm alt und sahen aus wie neu. Der lief damit perfekt. Ich hatte sogar den Eindruck, dass er in den unteren Drehzahl etwas mehr Kraft im LPG-Betrieb hatte. Ich hatte die Software der Anlage auch anders eingestellt als der Umruester, damit sie unabhaengig von Parametern nur ab einer bestimmten Drehzahl aktiviert wird. Somit konnte ich auch im Winter wenige Meter nach meiner Haustuer "umschalten", in dem ich kurz die Drehzahl erhoeht habe :P. Klappte nicht immer, aber meistens :P.

 

Rentiert hat sich das fuer mich kein Stueck. Ich wuerde es aus heutiger Sicht auch nicht mehr machen, da es einfach zu viele Benziner gibt, die heute viel effizienter arbeiten als noch vor 20 Jahren. Heute kann man Benziner mit 6L bewegen. Da stellt sich bei mir die Frage nach LPG schon gar nicht mehr.

 

Meinen aktuellen Diesel bewege ich mit 5.8L, ohne auf den Verbrauch zu achten. Das ist zwar immer noch minimal teurer als mit meinem Audi 80 auf LPG, aber dafuer habe ich etwas Komfort gewonnen. LPG musste ich auf Grund des kleinen Tank haeufig tanken und das Tanken selbst dauert auch etwas laenger.

 

Interessant wäre noch eine LPG-Umruestung eines Hybrid-Autos. Das wäre dann Supersparen :P.


09.09.2014 14:30    |    cl250 s

Hm, bei meinem Gaser, ein Hyundai Trajet, sind nun 100.000 problemlose KM auf LPG rum. Es gab mit der Gasanlage seit Einbau 2010 exakt Null Probleme. Rd. 12 l LPG für rd. 65 Ct. = 7,80 € / 100 KM. OK, Startbenzin muss man ehrlicherweise addieren, sind rd. 150 € im Jahr.


09.09.2014 14:40    |    meehster

@ Mr.Blade: In den meisten Fällen ist die Anschaffung der größte Kostentreiber. Erst wenn man das Auto verhältnismäßig günstig bekommt und/oder es sehr lange fährt, wird Sprit irgendwann der größte Kostenpunkt.

 

Mein Volvo darf da gern als Beispiel herhalten.

Insgesamt habe ich bis heute für den Volvo inklusive Allem knapp 33 k€ ausgegeben, runde 31 cent pro km.

Ich glaube, die 3 oder 4 k€, die ich (umrüstungskostenbereinigt) dadurch eingespart habe, daß ich mit LPG fahre, fallen da nicht weiter ins Gewicht. Klar: Die Gasanlage ist schon lange amortisiert, ich spare jede Woche weitere ca. 50 € durch das Gasfahren.

 

Und da der Kauf und das Tuning (Gasanlage, Farbe, HiFi, Innenausstattung, kleinere Felgen für Sommerräder) zusammen immer noch mehr als die Hälfte von allem ausmachen und auch nicht erneut anfallen werden, werden auch die Kosten pro km zunehmend geringer.


09.09.2014 14:59    |    GaryK

Hm, ich seh LPG etwas positiver, ein kleines Fazit meines letzten Wagens (Vcetra B auf LPG) hab ich unter http://www.motor-talk.de/.../...tenrechnung-vectra-b-lpg-t2457995.html abgelegt. Kauf, verkauf, Einbau ... alles dabei - die Zahlen liegen natürlich erst am Ende eines Autolebens vor.

 

Der aktuelle A4 wurde bei 82.000 km gekauft und steht nun bei 197.000 km, nahezu alle auf LPG. Der recht genau eingestellte BC sagt was von 10.7l Durchschnittsverbrauch bei Superbenzin, der Spritmonitor (alle Tankungen eingetragen) 12.85l LPG zzgl 0.56l Start- und Reservebenzin. Sind 9.33€ LPG gemittelt plus 0.82€ für Benzin. Gemittelter Benzinpreis wäre 1.45€/l, also Ersparnis von 5,30€/100km. Was bei 110.000 km auf LPG 5800€ sind.

 

2600€ Umbaukosten bei einem V6 waren also gut angelegt, denn bisher hat die Anlage ganze 200€ für zwei Nachkontrollen nebst Filterwechsel gebraucht - die Adaptionswerte sind wie am ersten Tag.

 

Wesentlich teurer waren bisher die Verschleißreparaturen am A4. 1200€ Zahnriemen, 2 x 700€ Bremsanlage, 2500€ Fahrwerksteile für neue Dämpfer/Federn und Teile der Achsaufhängung... Es kommt noch etwa 500€ für ein defektes Schaltsaugrohr hinzu und nun zwei neue Radlager.

 

LPG macht das teure Auto nicht billig. Aber es hält die Spritkosten etwas im Rahmen, an den Instandhaltungskosten kann auch ein guter Umbau nichts ändern. Ein schlechter jedoch einiges hinzuaddieren - wer billig kauft, der zahlt den Kram am Ende doppelt.

 

Mein persönliches Fazit: 1/3 der Vollkosten geht in die Anschaffung/Abschreibung, 1/3 in den laufenden Unterhalt für versicherung/Steuer/Reparaturen und das letzte Drittel erst ist der Sprit. Diesen Posten kann man mit LPG etwa um 40% senken. Was sich jedoch unterm Strich deutlich bemerkbar macht.

 

Der letzte war ein Gaser, dieser ist ein Gaser und der nächste wird wieder mit Gas betrieben sein. Alleine weil ich die dieseltypischen Stickoxidemissionen niemandem zumuten will. Wer so richtig "kotzen" mag: https://www.tno.nl/.../...ctors_euro_6_ld_vehicles_tno_2013_r11891.pdf

 

Egal ob Euro-1 oder Euro-5, bei den Dieseln kommen im Schnitt fast 1000 mg NOx / km raus, bei Ottomotoren sind es deutlich unter 100. Faktor 10 bei der Sommersmogursache Nummer eins, die ganzen Abgasnormen sind beim Diesel gerade für die Tonne. Durch die homogene Gemischbildung haben Gasfahrzeuge übrigens weder ein Thema mit Feinstaubpartikeln (auch nicht als Direkteinspritzer) noch mit NOx, denn ein Teil der Stickoxide kommt aus inhomogener Gemischbildung weil sich das Benzin bei hohen Drehzahlen nicht mehr schnell genug verdampfen lässt um sauber mit der Luft gemischt zu werden.


09.09.2014 15:22    |    Droll84

@bleed

 

nee sind spezielle LPG Kerzen. 4stck. kosten 48 €.


09.09.2014 16:31    |    3L-auto-ja

Bei aller freude beim steuersparen, die wartungs und reparaturkosten kann man nicht ganz wegdruecken beim preisvergleich. Grade bei alten fahrzeugen ist immer wieder mal was, gasfahrzeuge sind oft alt, neue scheint man garnicht(selten) nehmen zu koennen. Durch den invest muss man nicht nur die gasanlage in schuss halten, sondern man kann das auto einfach schwerer aufgeben, schliesslich steckt viel geld im verdampfer. :D

 

Worste case waere der totalschaden, da fehlen einem die dreitausend fuer die gasanlage doch direkt bei der anzahlung fuer den neuen. :)

 

Spass beiseite, aber solche risiken gehoeren dazu.

Loeblich ist das alte "dauerlaeufer" mit gas umweltfreundlicher sind als alte diesel. Immerhin....


09.09.2014 17:26    |    GaryK

@Bleede: Der Report ist auf Englisch. Nicht alles was aus Holland kommt ist nur zum Rauchen geeignet.

 

Und die meisten Leute brauchen keine LPG Kerzen. Diese sind nur sinnvoll, wenn ein Zündkerzenwechsel durch z.B. verbaute Zugänge sehr aufwändig ist, C320 von Daimler zum Beispiel. Wenn man leicht rankommt - Serienkerzen und gut ist. Alternativ einpolige Pt/Ir, die halten etwas länger.

 

Hintergrund: LPG hat mehr Oktan. Die Oktanzahl ist ein Maß der ZündUNwilligkeit. Daher braucht dieses Gemisch eine etwas höhere Durchschlagspannung und diese lässt die Kerzenkontakte schneller verschleißen. Bei extrem resistenten Legierungen wie Pt/Ir dauert das halt länger, zudem wird der Kontaktabstand verringert - gleiche die gleiche Feldstärke wird bei weniger Spitzenspannung erreicht.

 

Thema Wertverlust: Mein Audi hatte 2002 einen Listenpreis von 39.000€. Der ist 2006 für 18.900€ an den Vorbesitzer verkauft worden (rechnung liegt mir in den Unterlagen vor) und ich habe diesen Ende 2009 für 10.000€ gekauft. Da ist vollkommen egal ob was am Wagen war, der hat in den ersten 4 Jahren 5000€ im Jahr vernichtet. Danach nur noch 3000€, also etwa ein kapitaler Motorschaden bei nem Altfahrzeug so vom Wert her betrachtet.


09.09.2014 17:34    |    Bleede

Ich bin aber Deutscher...und wenn dann ist er in Niederländisch und Englisch.


09.09.2014 17:57    |    meehster

@ 3L-auto-ja: Die Wartungs- und Reparaturkosten sind beim Gaser idR nicht viel höher. Etwas ja, aber nicht viel.

Und daß bei alten Fahrzeugen immer mal wieder was ist - das nennt man Verschleiß. Den haben Neuwagen auch. OK, da sind die Verschleißteile neu, aber auch die Bremsen oder Reifen von neuen Autos nutzen sich ab und auch neue Autos müssen irgendwann zur Inspektion.

Anfälliger sind ältere Autos nicht unbedingt. Seit den 80ern sind die Autos eigentlich bei korrekter Wartung meist recht unanfällig. Vergaser waren meist durch Einspritzungen ersetzt, Zündkontakte durch Hallgeber und es gibt noch viel mehr Beispiele. Seit den 80ern gibt es da eigentlich keine nennenswerten Fortschritte mehr.

 

Und daß es sich oft sehr wohl noch lohnt, ein Auto zu reparieren auch wenn die meisten es wegen "lohnt sich nicht" weggeben, ist auch bei Nichtgasern so. So wird das Auto (Benziner), das ich vor über 3 Jahren und über 60.000 km für 500 € gekauft habe auch noch durch die HU gebracht, auch wenn dafür eine Reparatur nötig sein sollte, die doppelt so teurer wie die Anschaffung ist - einfach weil es nochmals teurer wäre, ein funktionstüchiges und für den Zweck passendes Auto zu besorgen und dessen Wartungs- und Reparaturstau aufzulösen.

 

Ansonsten gibt es durchaus noch einige umrüstbare Neuwagen. Nur weil einige Hersteller heute nicht mehr so hochwertige Bauteile verwenden wie noch vor wenigen Jahren, gilt das noch lange nicht für alle. Außerdem kann man da mittels Additiven auch noch einiges machen. Eigentlich ist fast jeder saugrohreinspritzende Otto umrüstbar.

 

Beim Totalschaden bekommt man im Haftpflichtfall sowieso und im Volkaskofall so man denn versichert ist schon etwa so viel, wie es kostet, ein vergleichbares Auto wiederzubeschaffen. Das bedeutet wenn eine Gasanlage drin ist auch eines mit einer solchen Gasanlage.

Mein Gaser hat z.B. auch eine Vollkasko. Die Mehrkosten sind mit etwas SFR sehr überschaubar :)


09.09.2014 21:22    |    schipplock

Zitat:

Ich bin aber Deutscher...und wenn dann ist er in Niederländisch und Englisch.

mmh? Das Dokument ist in englischer Sprache verfasst. Ich habe es zwar nicht durchgelesen, aber es ist eindeutig englisch.

 

Zitat:

Eigentlich ist fast jeder saugrohreinspritzende Otto umrüstbar.

ja, aber das impliziert nicht, dass die Ventilsitze die notwendige Härte besitzen. Wenn man alle x tkm den Zylinderkopf neu machen muss, dann ist die Umruestung zwar technisch moeglich, aber technisch absoluter Unsinn.

 

Zitat:

Anfälliger sind ältere Autos nicht unbedingt. Seit den 80ern sind die Autos eigentlich bei korrekter Wartung meist recht unanfällig.

was bedeutet denn Wartung in Bezug zum Motor? Ölwechsel inkl. Filter, Tausch von Kühlwasser, Zündkerzen, Zündkabel, Luftfilter und Ventilspiel einstellen. Der mechanische Verschleiß wird dadurch doch keineswegs gestoppt. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit eines Defekts auf Grund von mechanischem Verschleiß bei einem Motor aus den 80ern um ein Vielfaches wahrscheinlicher als bei einem neueren Motor, der einem geringerem Verschleiß unterlag.

 

Immer wieder spannend, dass Motoren alleine durch Wartung ewig halten sollen. Die Type, die hinterm Lenkrad sitzt, ist viel entscheidender. Ich bin e.g. jemand, der einem Motor viel abverlangt, viel Drehzahl usw...da kann ich noch so oft das Oel wechseln...der Motor wird nach 200tkm - 300tkm mechanisch hinueber sein.

 

Oder mein E21...der hat nur 4 Gaenge...wenn ich damit taeglich Autobahn fahren wuerde, waere er vermutlich schon vor 200tkm schrott. Auch hier ist egal, wie oft ich das Oel tausche. Es mindert den Verschleiß...garantiert, aber verhindern? nein :). Dass der Motor meines E21 noch top fit ist, liegt daran, dass der Vorbesitzer damit nur 112tkm gefahren ist.

 

Der Fiesta von Ken Block haelt 10 Betriebsstunden; danach ist der Motor hin. Rate mal, wieso? Weil er den in den 10 Stunden dauerhaft pruegelt.

 

Dem Rest deines Textes stimme ich aber zu.


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