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Friedrichs Geschichten

Alles über den W201 und Friedrich - meinen 190er!

07.02.2015 20:31    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (48)

Ja, genau - richtig gelesen!

Der Herr Friedrich, seiner Art ein völlig originaler 190er, nicht ganz 23 Jahre alt und sicher nicht das Fahrzeug, an welches man denkt, wenn man über Rennstrecken und deren Befahren redet, hatte schon mal die legendäre Nürburgring-Nordschleife unter den Rädern. :)

 

Doch wie kam es dazu?

Ich persönlich kam zu der Nordschleife beinahe wie die Jungfrau zum Kinde. Dank unserer U25-Community auf Motor-Talk wurde ich mit diesen fast 21 Kilometern legendären Asphalts im Juni 2014 noch mit der C-Klasse ins kalte Wasser geschubst und bekannt gemacht, indem ich mit dem mordsmäßigen 95-PS-Saugdiesel erstmals drauffuhr und schnell Blut leckte.

 

Und was macht man folglich mit einem Auto, mit welchem man durch dick und dünn gehen will?

Richtig - man fährt wieder auf's U25-Treffen an den Ring und dreht dort seine Runden - in diesem Fall 2 an der Zahl.

 

**Das nächste Ringtreffen der U25 ist übrigens auch schon fest geplant - hier geht's lang!**

 

Zu einem laut Bauchgefühl geeigneten Zeitpunkt verkündete ich also, dass ich jetzt loswürde. Binnen weniger Sekunden war das Auto danach auch voll. Mit flo-95 auf dem Beifahrersitz als Co-Pilot und Prime88 sowie kaktus2014 auf der Rückbank passierten wie also die Schranke - und so wie ich täglich mindestes 2 Mal durch eine Schranke fahre - die Schranke an der Zufahrt zum Ring ist vermutlich auch für die ganz erfahrenen und routinierten Fahrer immer wieder etwas ganz Besonderes.

 

Da ich zuvor keine Warmfahrtour gefahren bin, der Wagen auf dem Parkplatz zuvor etwas (aber zum Glück nicht lange) gestanden hat und ich daher nicht sicher war, dass sämtliche Betriebsflüssigkeiten auf optimaler Temperatur waren, ließ ich es zunächst eher behutsam angehen.

Ab T13 traute ich mich, voll durchzutreten, wobei ich dennoch versuchte, in Kurven halbwegs Benz-würdig, das heißt mit üppigen Reserven zum Grenzbereich zu fahren und eine runde Linie zu finden. Das war allerdings maximal bis zum Flugplatz oder spätestens bis Schwedenkreuz/Aremberg möglich - danach war einfach zu viel Verkehr, weshalb ich fast durchweg rechts gefahren und auch möglichst oft geblinkt habe, um die von hinten anrauschenden Fahrzeuge zu informieren, dass sie gesehen wurden und gefahrlos vorbeidürfen.

 

Insgesamt war die Runde aber recht ereignislos. Irgendwann sah ich dann auch wieder davon ab, den Guten ständig mit Vollgas zu prügeln. Die 4 Leute an Bord sowie eine recht konstante Steigung ab der Einfahrt Breidscheid/Ex-Mühle machten ihm schwer zu schaffen, weshalb ich ihn dann nicht noch mehr quälen wollte, als ich es sowieso schon tat.

Die volle Materialtortur fand dann noch mal im Karussell statt - aber wenn man schon auf die Schleife fährt, sollte man auch versuchen da durch zu fahren, allein der schönen Bilder wegen, die dort die Ringfotografen von einem schießen können, wie man sehen kann. :)

 

01 Caracciola-Karussell01 Caracciola-Karussell02 Hatzenbach02 Hatzenbach03 Pflanzgarten03 Pflanzgarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der zweiten Runde war das Fahrzeug dann nur noch mit 2 Leuten, nämlich nick_rs als Beifahrer und meiner Wenigkeit besetzt.

Und man merkte sofort den Unterschied: Vor allem das Fahrwerk dankte der geringeren Belastung und fühlte sich merklich wohler, was ich an einer neutraleren Straßenlage merkte. Aber auch Motor und Getriebe hatten nicht so viel Mühe. Dazu muss ich sagen, dass ich diesmal bewusst darauf achtete, mein Pulver nicht gleich am Anfang zu verschießen, sondern es am Anfang rund und bewusst angehen, damit Bremsen und Reifen auch für die späteren Passagen nicht schon am Limit arbeiten müssen.

Der Plan ist teilweise aufgegangen - aber man merkte dann doch, dass ein serienmäßiger 190er (mit nigelnagelneuen, aber doch schmalen 185er-Reifen) einfach irgendwann an seine griptechnischen Grenzen kommt, weil die Gummis nunmal nicht für die Belastung gemacht wurden. Die spaßeshalber genommene Zeit war mit einer 12:40 BTG trotzdem gleich mal 40 Sekunden kürzer, als die Zeit in der ersten Runde. :)

 

Was für ein Fazit würde ich nach meinen ersten Anfänger-Erfahrungen ziehen?

 

Zunächst zum Auto:

Es stellt absolut kein Problem dar, mit einem serienmäßigen Auto auf die Nordschleife zu fahren - ganz egal, wie alt es ist, wie viel Leistung es hat und ob es im Ansatz sportlich oder doch komfortabel ausgelegt ist.

Das wichtigste hierbei ist, dass der technische Zustand des Fahrzeugs stimmt. Der Füllstand sämtlicher Betriebsflüssigkeiten sollte korrekt sein, deren letzter Wechsel im Rahmen des vom Hersteller vorgegebenen Intervalls liegen und alles sollte warm sein, wenn man die berühmt berüchtigte Schranke zum Ring passiert (dabei ist zu bedenken, dass Motoröl länger braucht, als das Kühlmittel - das Getriebeöl und Differenzialöl allerdings noch länger brauchen).

Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass sich die Verschleißteile nach Möglichkeit nicht an ihrem Lebensende befinden. Meine erste Runde mit der C-Klasse war da beispielsweise schon eine etwas schaukeligere Angelegenheit. Besonderes Augenmerk liegt hier natürlich auf Bremsen, Reifen und dem Fahrwerk.

 

Dann zum Fahrer:

Ich würde davon abraten, einem Fahrer, der die Strecke überhaupt nicht kennt und "mal eben" drauf fahren will, auf die Nordschleife zu fahren.

Eine Runde kostet im jetzigen Bezahlsystem noch 27€ - das ist nicht wenig Geld für 20 Km und keine Viertelstunde Autofahren. Daher sollte man einerseits zur eigenen Sicherheit sich etwas Streckenkenntnis aneigenen - aber man erlebt auch einfach mehr, wenn man weiß, wo man gerade langfährt, was gleich kommt oder wie die eine oder andere Stelle heißt.

Natürlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und es bedarf auch keiner monatelangen Vorbereitung. Dazu lernt man den Streckenverlauf sowieso am besten, wenn man selbst fährt. Es hilft aber, sich im Vorfeld einige Videos anzuschauen oder die Strecke in Spielen oder Rennsimulatoren abzufahren - so erkennt man bei der Selbstfahrt sicher schon die eine oder andere Stelle wieder.

 

Und zu Kombination Auto-Fahrer:

Ideal ist es natürlich, wenn der Fahrer seinen Wagen kennt und ungefähr weiß, wie sich dieser im Grenzbereich verhält.

Dennoch würde ich dringend davon abraten, sich auf der Nordschleife an den Grenzbereich heranzutasten. So etwas bestraft die Schleife gerne schnell.

Am besten lassen es aber am Anfang sehr gemütlich angehen und genießen die Fahrt. So ist der Lerneffekt auch am größten und man hat am meisten davon. :)

 

So viel zu meinen Erfahrungen - sie sind sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber vielleicht für den einen oder anderen hilfreich. :)

 

Friedrich ist weit davon entfernt, ein ideales Fahrzeug für die Rennstrecke zu sein.

Er ist aber mein treuer Begleiter auf allen Wegen, weshalb er auch sowas mal mitmachen muss. Für seine Voraussetzungen bin ich aber sehr zufrieden damit, wie er sich schlägt. In die Karten spielt ihm natürlich sein geringes Leergewicht von nur ca. 1,2 Tonnen und das im Vergleich zu manch neuem Auto eher "unmittelbare" Fahrgefühl. Es gibt kein helfendes ESP, aber das braucht man in meinen Augen auch nicht, wenn man sein Hirn eingeschaltet hat.

Im Video gibt's dann noch meine erste Runde des Wochenendes beim 3. Ringtreffen.

Co-Pilot ist, wie oben bereits beschrieben, flo-95. Seine Ansagen wirken übervorsichtig, waren aber optimal, um eben gar nicht erst an den Grenzbereich zu kommen und die Nordschleife mit ihren zahlreichen Bodenwellen nicht zu provozieren. ;)

 

 

 

 

Wart ihr schon mal auf der Nordschleife?

Vielleicht gar mit einem Klassiker/Youngtimer?

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08.10.2015 15:48    |    Dynamix

Das schon aber für dir Aerodynamik ist es weniger gut wie man sich denken kann :)


08.10.2015 16:16    |    nick_rs

Skandal, schafft er dann überhaupt die 7min?

Kleiner Scherz, bitte nicht gleich böse werden ;)

Ich denke, für eine reine Spaßfahrt macht der Balken auch nicht wirklich was aus, außer dass die Bilder 1000x cooler werden. Was wurde eig aus euerm CopCar treffen am Ring?


08.10.2015 16:33    |    Dynamix

Ich denke mal das sich das über 100 km/h schon deutlich bemerkbar machen dürfte. Wobei die Suchscheinwerfer auch eher suboptimal sind was das angeht :)


08.10.2015 16:39    |    el lucero orgulloso

Achso, ja gut, was die Aerodynamik angeht...

Dann eben zunächst ein paar Runden ohne und danach mit Balken - der Anblick ist einfach grandios! :)


08.10.2015 16:59    |    Dynamix

Das dürfte schwierig werden weil man den Balken nicht mal eben in 5 Minuten abgebaut hat :D Ansonsten halt mit Balken und dafür eher im Stil von Mario was das Tempo angeht ;)


08.10.2015 17:03    |    el lucero orgulloso

Nee, ich meinte, da dürften ruhig ein paar Wochen/Monate Abstand dazwischen liegen. ;)

Aber nur wegen des Balkens seinen Fahrstil komplett zu verändern ist doch auch unnötig.


08.10.2015 17:27    |    Dynamix

Hmm joa, ne. Schauen wir mal wenns irgendwann mal soweit ist :D


29.10.2015 21:42    |    Spurverbreiterung25821

Finde ich cool, dass du deinen 190er auch auf die Nordschleife ausführst. Das packt auch so ein altes Auto locker und wie man sieht, gar nicht mal so schlecht. Sehr schön, weiter so. :)

 

P.S.: Ich fahre auch 190er 2.0


30.10.2015 15:25    |    Trackback

Kommentiert auf: Friedrichs Geschichten:

 

1 Jahr Friedrich - eine Bilanz

 

[...] erlebt?

Einiges! :)

Gleich wenige Tage nach der Zulassung ging es zum 3. Youngsters @ Green Hell an die Nordschleife - und auf Selbiger habe ich mit Friedrich dann auch zwei Runden gedreht. Wenige Wochen darauf stand dann das Fahrsicherheitstraining [...]

 

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