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Micha's Blogs

02.10.2015 06:26    |    eigen2    |    Kommentare (8)

Wir fuhren wie jedes Jahr mit unserem Volvo 850 samt Zeltcaravan in den Urlaub.

 

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Nach einer Woche italienischer Adriaküste (zwischen Venedig und San Marino) wollten wir nach einem zweitägigen Zwischenstopp in Mailand Richtung Heimat fahren -- die Betonung liegt auf "wollten".

 

Bei Parma war der Tank leer (der Bordcomputer zeigte "50km bis null". Eine Tankstelle (Tankautomat) war schnell gefunden. 50€ in den Schlitz gesteckt - oh Schreck - Sprit kam keiner raus und der Fuffi ward nicht mehr gesehen, so ein Mist. Störungsnummer ins Handy getippt und dem Kerl am anderen Ende erklärt, daß wir es eilig hätten. Heute ist Sonntag meinte der Typ, da kommt kein Tankwart, kommen sie morgen ab 7.00 nochmal.

 

 

 

Laut Navi ist der nächste Campingplatz 30 km entfernt, soweit sollte der Sprit reichen.

 

Am nächsten Morgen 8.00 Uhr waren wieder bei der Tanke in Parma und ruckzuck war der Tank wieder voll (zuvor an einer anderen Tankstelle für 10€ Sprit eingefüllt, damit es keine böse Überraschung gab).

 

Zurück zum Campingplatz, auf dem noch unser Zeltcaravan stand - der Platz war übrigens sehr schön, wir blieben einen weiteren Tag dort.

 

Am 18.08. (meinem Geburtstag) nahm das Schicksal seinen Lauf:

 

Nach dem Frühstück gings los Richtung Mailand, dort wollten wir 2 Tage verbringen.

 

Kaum 5 km auf der Autobahn (Tempomat auf 85 Km/h eingstellt) ging ohne Vorankündigung der Zeiger des Drehzahlmessers nach oben und die Tachonadel nach unten -- upps, wassn das. An einer Nothaltebucht angehalten und die einzelnen Fahrstufen der Automatik durchgeschalten -- rienne va plus - nix geht mehr - und das 550 km von zu Hause weg.

 

Egal welche Fahrstufe ich einlegte, es gab keinerlei Vortrieb - Verdacht auf Getriebeschaden :mad:

 

Auf Fahrstufe "D" bewegte sich proportional zur Drehzahl die Tachonadel nach oben und beim einlegen des Rückwärtsgangen erklang ein mahlendes Geräusch.

 

Motorhaube auf, es fehlte Getriebeöl - nicht viel, aber es fehlte -- Frust machte sich breit.

 

"Nächste Werkstatt" ins Navi eingegeben um Öl zu besorgen: 800 m -- okay, ist zu Fuß machbar, auch wenns schwer fällt. Nach ca 1km Fußmarsch (nein, nicht auf der Autobahn) kam mit ein Polizeiauto entgegen, die ich nach einer Werkstatt fragte (deutsch konnten sie zwar nicht aber englisch). Die nächsten 20 km wäre da keine Werkstatt (mehr), also umdrehen und zurück zum Volvo wandern. Etwa 500 bis 600 Meter weiter der Autobahn entlang war eine Notrufsäule. In 20 Minuten ist ein Servicefahrzeug da meinte eine freundlich klingende Stimme in englischer Sprache.

 

Zu Fuß zurück zu unserm Volvo fuhr ein Polizeiauto an. Dummerweise sah er uns als wir auf dem Standstreifen liefen. Das gibt sicher Mecker war mei erster Gedanke -- und auch noch ohne Warnweste an. Kurz erklärt was wir hier treiben, dann waren die Polizisten auch schon wieder weg -- puh. Einige Minuten später hielt ein Lieferwagen des "Autostrade Service" an, sah nach dem Rechten und telefonierte. Uns erklärte er dann, daß in 20 Minuten ein Abschleppwagen kommen würde! Hää, das hab ich dich vor nen Stunde schon mal gehört. Na ja, etwa 1,5 Std nach unserem Notruf kam der ersehnte Abschleppwagen, lud den Volvo auf und hing den Anhänger an. "Wir fahren in eine Werkstatt nach Parma meinte er. Mein spontaner Gedanke:" Nein, nicht schon wieder Parma.

 

In der Autowerkstatt angekommen dauerte es bedingt durch das mediterrane Arbeitstempo über 2 Std bis man sich um uns kümmerte. Ein Mechaniker hat Getriebeöl eingefüllt, was aber keine Besserung brachte -- also Auto samt Anhänger stehen lassen und mit dem Zug nach Hause.

 

Unsere erste Station war Mailand - dort umsteigen - weiter gehts nach Lugano (Schweiz). Am Luganer See ist mein Chef Dauercamper und war diese Zeit auch dort. Kurzer Anruf:"Moin Cheffe, kannste uns in einer Stunde am Bahnhof in Lugano abholen, wir erbitten heute Nacht Asyl in euerem Wohnwagen". "Häääh, äh, klar, ich schick jemanden vorbei". Den restlichen Tag verbrachten wir am bzw im Luganer See.

 

Ende meines Geburtstages.

 

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Am folgenden Tag stellte mein Boss seinen Audi zur Verfügung und wir fuhren die 200 km zurück nach Parma um den Zeltanhänger an den Luganer See zu überführen. Tags darauf fuhr der Boss mit seiner Frau nach Hause -- und wer saß mit im Auto? Richtig, wir zwei (und der Zeltanhänger am Haken).

 

Einige Tage später (es war Samstag) machten wir uns mit einem geliehenen Lieferwagen samt Trailer auf den Weg gen Süden - unser Ziel: Parma. Um 13.00 Uhr kamen wir in der Autowerkstatt an, die Samstags um 12.30 ihre Tore schloß. Cool, da ist noch offen, also rein gefahren. Ein äußerst erregter älterer Herr im grauen Werkstattkittel kam sofort auf uns zu und schreite uns auf italienischer Sprache an. Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber seine Gestik verriet und, daß wir nach Geschäftsschluß kamen und absolut nicht willkommen sind. Wir versuchten ruhig zu bleiben und erklären, daß wir nur die Standgebühr bezahlen und das Auto aufladen wollten - in 10 Minuten sind wir wieder weg. Er tippte immer wieder mit dem Zeigefinger auf seine Armbanduhr und dann zum Ausgangstor. Wir schrien zurück und die Lage eskalierte - es würde immer lauter.

 

Alles vergebens, wir verließen das Gelände - ohne Volvo.

 

Einige Kilometer entfernt fanden wir Ünterschlupf in einem Hotel, in dem wir 3 Tage verblieben.

 

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Montagmorgen ging zurück zur Werkstatt, wo man uns freundlich empfing. Die Standgebühr (150€) bezahlt, das Auto auf den Trailer gezogen und los gings in die 550 km entfernte Heimat.

 

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Von der heimischen Grube aus sah ich, daß sich die linke Antriebswelle aus dem Getriebe gelöst hat. Der Sicherungsring, der die Welle hält war merkwürdigerweise verschwunden :confused:. In meinem Teilelager fand ich noch eine Antriebswelle, der ich den Sicherungsring abzog unm ihn zu verwenden. Pustekuchen - Beim Aufstecken vernudelte sich der Ring (was lernen wir daraus: niemals einen gebrauchten Sicherungsring verwenden).

 

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Tags darauf habe ich Neuteil besorgt und heute die Welle erneut eingebaut. Ein kurzes "klack" und die Welle rastete ein. Traggelenk und Rad waren schnell wieder montiert.

 

Motor gestartet, Fahrstufe eingelegt und --- das Auto bewegt sich wieder

Puh, also doch kein Getriebeschaden -- juhuu :D :D:D:D

 

Diese Woche werde ich Getriebeöl besorgen, danach folgt eine aussgiebige Probefahrt.

 

Mein Dank geht an die 6 MT-User, die mir bei Bedarf je ein Getriebe vermittelt hätten.

 

Gruß Micha

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02.10.2015 07:59    |    Goify

Puh, das hört sich nicht gut an und so ein wenig, als wäre die ADAC Plus Mitgliedschaft in diesem Falle nicht nur billiger, sondern wesentlich stressfreier gewesen.


02.10.2015 11:13    |    Chaos1994

Der ADAC überführt nur Autos bei denen der Schaden geringer als der Restwert ist. Ansonsten wäre der Wagen in Italien zum Verwerter gegangen, da ein Getriebetausch den Restwert übersteigt.


02.10.2015 11:54    |    pico24229

Dein Chef scheint ein korrekter typ zu sein! :D

Hoffe es geht noch glimpfklich aus!


02.10.2015 16:47    |    Trackback

Kommentiert auf: Volvo 850, S70, V70/XC70 I, C70 I:

 

Nur mal so zur Info (offizieller OT-Thread)

 

[...] Bitteschön:

 

http://www.motor-talk.de/.../...scheulichsten-geburtstag-t5453123.html

[...]

 

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02.10.2015 20:17    |    eigen2

Im ADAC bin ich aber eine ADAC Plus Mitgliedschaft habe ich erst seit ich wieder aus Italien zurück bin.

Ich bin seit 1981 im ADAC, wenn ich die Kohle die ich für die ADAC Plus Mitgliedschaft ausgegeben hätte zusammenzähle, dann wäre es um einiges teurer gekommen


02.10.2015 21:26    |    Mike144

Das hört sich ja fast so an wie unser Trip an die Nordsee als mein Elch in Köln stehengeblieben ist... Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.

 

Gruss aus dem Norden in den 25 km entfernten Süden. :-)


02.10.2015 21:29    |    Goify

eigen, nach kurzem Nachrechnen im Kopf muss ich dir zustimmen.


06.10.2015 22:28    |    Zug_Spitzer

Glückwunsch - zum Glück im 'Unglück' !!!


Deine Antwort auf "Italienurlaub 2015 incl meinem mit Abstand abscheulichsten Geburtstag"