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Die Pure Unvernunft

Aus dem Alltag eines PS-Junkies

04.07.2017 16:44    |    knolfi    |    Kommentare (35)    |   Stichworte: A205 Cabriolet, C-Klasse, Mercedes

Liebe Bloggemeinde,

 

vergangenen Freitag war es endlich soweit und ich konnte unsere "Black Pearl" beim MB-Händler abholen. Eigentlich war ja die Abholung in Sindelfingen geplant, aber der Disponent hat gepennt, und so segelte die Pearl zum Händler anstatt ins Schwabenländle. :D

 

Um 14:00 Uhr holte mich der Verkäufer von zu Hause ab und chauffierte mich zur Niederlassung...mit einem mulmigen Gefühl, wie er mir sagte, denn das Fahrzeug war im Hochsommer mit Winterrädern geliefert worden, statt mit den Sommerrädern. :rolleyes: Was haben die nur für einen phlegmatischen Disponenten? :rolleyes: :D

 

Nun hatte er vorletzten Montag noch eilig die Sommerräder abgerufen und siehe da, diese sind am Freitag um 14:00 Uhr beim Händler eingetroffen. :D Mussten also noch umgesteckt werden.

 

Als wir bei der Niederlassung ankamen, war natürlich noch kein Auto da, also erst mal den Papierkram erledigt. Dann brummelte es und rückwärts fuhr unsere Pearl in den Auslieferungsbereich.

 

Der erste Gedanke, den ich sofort hatte, als ich das Cabrio sah, war "Mann ist der klein!" :D. Dies war wohl der überall vorhandenen schwarzen Farbe (schwarz macht schlank...und klein :D) geschuldet.

 

Nun einmal ums Auto rum und schauen, ob keine Dellen oder Kratzer vorhanden sind. Dies war auf den ersten BLick nicht der Fall....auf den ersten Blick! Aber dazu später mehr.

 

Dann also rein ins Fahrzeug und mir den Wagen ausführlich erklären lassen...ist ja mein erster Mercedes. Der Verkäufer nahm sich eine gute Stunde Zeit, um mir alles genau zu erklären...die Hälfte hatte ich sowieso wieder vergessen. :D

 

Aber das ist eben der große Vorteil der deutschen Hersteller, die machen sich sehr viel Gedanken über die intuitive Bedienung von modernen Fahrzeugen...muss auch sein, bei den ganzen technischen Spielereien. Vieles war schon vom Verkäufer vorkonfektioniert, so dass man nicht mehr alles selbst einstellen muss.

 

Danach gings die 40 km ab nach Hause und Frauchen wurde die Pearl vorgeführt und erklärt...schließlich fährt die Beste aller (den Rest kennt ihr ja. :D) überwiegend unsere Pearl.

 

Nun aber zum ersten Eindruck: optisch wirkt das C-Cabrio im Vergleich zum S5 kleiner, tatsächlich bietet das C-Cabrio aber innen mehr Platz, gerade im Fond. Dort fühlen sich unsere Jungs wohler als im S5, da sie mehr Beinfreiheit genießen (vorallem, wenn ich fahre).

Die Verarbeitung ist sehr gut und hochwertig, wie man es von einem MB erwartet....aber optisch auch nur da, wo man hinschauen kann. Da wo man es (auf den ersten Blick) nicht sieht, wurde knallhart an Material gespart; Beispiel am Kofferraumdeckel: im Griffbereich noch eine Verkleidung, weiter hinten das nackte Blech. Gleiches beim Verdeckdeckel: öffnet der Deckel beim Öffnen oder Schließen des Verdecks, blickt man aufs nackte Blech. Das hatte Audi eleganter gelöst, da die Kinematik anders war und man nie die Unterseite des Verdeckdeckels zu Gesicht bekam.

 

Dafür wirken andere Elemente deutlich hochwertiger als beim Audi. Z. B. die runden Lüftungsdüsen: diese fassen sich wie Metall an (vermutlich ist es aber keines) und klicken in der Mittenstellung auch hochwertig. Und endlich sind die Türspielgel auch oben mit Leder(imitat?) verkleidet sowie auch die Oberseite des Armaturenbretts. Warum man den Handschuhfachdeckel aber aus schnödem Plastik gelassen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Das sündhaft teure Carbon in der Mittelkonsole sieht gut aus und die Schalter im Metalllook und Taster in Klavierlackoptik wirken sehr hochwertig im Vergleich zu den Softlack-Derivaten aus dem S5.

 

Optisch weniger schön bleibt das aufgesetzte Tablet als Monitor für das Infotainment, dafür ist die Bedienung mittels Touchpad und/oder Dreh-Drück-Controllerrad schnell und einfach. Man kommt sehr schnell im Menü zurecht.

 

Etwas unglücklich finde ich die Anordnung für die Tasten der Fahrassistenz (Spurhalte- und Lenkassist, 360°-Kamera und De/Aktivierung des HUD) die stiefmütterlich oberhalb des Lichtschalters verbannt wurden. Wirkt irgendwie auf mich, wie vergessen und schnell nachträglich noch irgendwie integriert, wo noch Platz ist.

 

Toll hingegen ist die konsequent umgesetzte Nutzung des FIS und der Einstellung über das MFL. Hier kann man viel mehr einstellen, als nur die Azeigenvarianten im FIS.

 

Machen wir gleich mal beim MFL weiter: die Tasten sind gut strukturiert angebracht und einfach verständlich, kann man quasi nach kurzer Eingewöhnung blind bedienen und so bleiben die Hände während des Fahrens dort, wo sie hingehören: am Lenkrad. MB setzt eben immer noch in Sachen Sicherheit Maßstäbe. Das AMG-Lenrad ist zwar unten abgeflacht, liegt aber dennoch gut in der Hand und die Alcantara Intarsien sind nicht so flauschig, wie befürchtet, sondern etwas rauher...somit werden sie hoffentlich nich so schnell speckig.

 

Schön ist auch, dass es endlich eine Richtige Memory-Funktion für die Sitze gibt, wo auch beim Fahrersitz sich das (el.verstellbare) Lenkrad der Speicherung anpasst und die Beifahrerseite auch mit einer Memoryfunktion versehen ist.

Ebenfalls sehr angenehm ist, dass man die Sitzauflage el. verlängern kann. Gerade für mich sehr angenehm.

Auch die Bedientasten sind endlich in Sichtweite angebracht (Türtafel) sowie auch die Tasten für Sitzheizung, Kühlung und den dreistufigen Nackfön (Airscarf). Letztere musste man beim Audi immer suchen.

Schön auch, dass man Sitzheizung und -kühlung parallel bedienen kann. Bei paralleler Bedienung wird einem quasi die Wärme in den Allerwertesten geblasen. :D

 

Ablagen sind ebenfalls reichlich vorhanden: eine in der Mittelkonsole (quasi der Ex-Aschenbechereinsatz) mit zwei Becherhaltern und noch einem Fach für Handy, Geldbeutel etc. Das Ganze wird dann mit einer Klappe aus Carbon verschlossen. Eine weitere befindet sich in der Mittelarmlehne vorne, wo sich auch das RSAP-Modul der Komfort-Telefonie und die USB-Anschlüsse für das Media-Interface verbergen. Die Ablagen in den Türtafeln sind zwar nicht so tief wie im Audi, bietet aber dennoch reichlich Platz und zusätzlich gibt es noch eine Netztasche im Beifahrerfußraum.

 

Leider ist das Handschuhfach sehr klein und macht seinem Namen alle Ehre.

 

Wo wir gerade am meckren sind: natürlich gibt es auch Schatten. von der optischen Eleganz eines A5-Cabrios vom Schlage eines B8 ist die C-Klasse leider entfernt. Der ganze Wagen wirkt bei geschlossenen Verdeck rundlich und gerade das Heck finde ist nicht sonderlich gelungen. Irgendwie wirkt der Wagen aus bestimmten Perspektiven immer etwas pummelig. Hinzu kommt, dass er nicht ganz so tief auf der Strasse kauert, wie der S5. Das ist aber auch wieder positiv, da man nicht so schnell aufsetzt.

 

Ebenfalls nicht sehr schön klingt der Dreiliter V6-Biturbo. Fährt man mit geschlossenen Auspuffklappen, klingt er irgendwie wie ein Hirsch, der in eine Weißblechdose röhrt. Bei offenen Klappe ist der Sound toll, aber manchmal ziemlich übertrieben und etwas prollig.

 

Das konnte der S5 besser. Der hatte einen schönen V6-Klang, der allerdings mittels Aktuator teilwewise auf "sportlich" getrimmt wurde. Also synthetisch war. Der V6-Biturbo klingt eben echt.

 

Auch die Verabeitung ist nicht so satt wie bei Audi: auf Klopfsteinplaster verursacht das geschlossene Verdeck im Bereich das Scheibenrahmens Geräusche und die Filtzmatte in der Mittelkonsolenablage ist zu großzügig zugeschnitten worden und wölbt sich daher etwas.

 

Die beiden größten Mankos sind jedoch das fehlende Schloss an der Heckklappe und die zu kleine Öffnung des Kofferraums, der durchaus sehr groß ist und viel schluckt...aber man muss das Gepäck erstmal reinbekommen. Gerade das fehlende Schloss nervt: man braucht entweder den Schlüssel oder muss das Hebelchen in der Türablage ziehen, um an den Kofferraum zu kommen. Da steht eder Einkauf auch schon mal in der Pfütze, weil man erst den Schlüssel aus der Tasche kramen muss.

 

Alles in Allem überwiegen aber die positiven Dinge: das C-Cabrio ist technisch moderner und mit den aktuellen Features ausgestattet, die es beim B8 nicht gab: HUD, Voll-LED mit intelligenten Fernlicht, ein modernes Infotainment-System mit umfangreicher Remote-Funktion für das Smartphone sowie moderene Assistenten wie z. B. der Lenkwinkel-Assistent.

 

Ich denke, wir werden unsere Bleak Peral auch lieben.

 

Und nun zur Delle: der C43 ging gleich am Samstag zum Lackveredler, wo der eine Keramik-Lackversiegelung bekam. Da sich der Fachmann cm² für cm² vorarbeiten muss, fand er doch tatsächlich ein ganz leichte, kaum sichtbare ca. 1cm breite Delle im linken hinteren Kotflügel in der Verlängerung der Rückleuchte, die ab Werk vorhanden war. Der Lack ist dort völlig in Orndung. Da hat wohl die Abnahme im Werk Bremen geschlafen (wo zu viel Holsten gesoffen. :D :D).

 

Ich lass die Delle so wie sie ist, denn ein Beulendoktor würde wohl mehr kaputt machen, habe sie aber dokumentieren lassen, damit diese mir nicht bei Leasingende zur Last gelegt wird.

 

Nun heißt es, den C43 einzufahren (hat gerade mal zarte 65 km auf der Uhr) und dann darf die Pearl die nächsten 3 Jahre mit uns segeln.

 

Bis bald

 

euer knolfi

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