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Die Pure Unvernunft

Aus dem Alltag eines PS-Junkies

16.06.2021 08:29    |    knolfi    |    Kommentare (85)    |   Stichworte: 95B, Macan, Porsche

MäccesMäcces

Liebe Bloggemeinde,

 

Heute am 15.06. wird unser Macan GTS exakt sechs Monate alt...Zeit, um mal ein Zwischenfazit nach einem Fünftel der Nutzungsdauer zu ziehen.

 

Der Macan hat aktuell 4.683 km auf der Uhr und man merkt anhand der km-Leistung schnell, dass er überwiegend im Kurzstreckenverkehr bewegt wird; dort aber mittlerweile täglich und regelmäßig, so das man bei uns schon fast von einem "Hauptfahrzeug" sprechen kann. Der Cayenne wird fast ausschließlich nur noch für Langstrecken herangezogen.

 

Warum fahren wir mehr mit dem Macan als mit dem Cayenne?

 

Zum einen ist es die Praktikabilität des Macan: vier Türen und ein ordentlicher Kofferraum bei rel. kompakten Abmessungen verleiten meine Frau nun mal mehr, den Macan zum Einkaufen oder zum Kinder shuttlen zu nehmen, als den Cayenne. Meist nimmt sie ihn mit ins Büro und da dieses neben meinem liegt, nimmt sie mich eben mit. :D

 

Was sind die Qualitäten des Macan? Eigentlich die kleineren Abmessungen ggü. dem Cayenne. Obwohl der Cayenne sich genau so handlich fährt, wie der Macan, nimmt der aufgrund seiner größeren Abmessungen mehr "Verkehrsraum" in Anspruch. Hinzu kommt, dass der V8 des Cayenne keine Kurzstrecken mag, wo der Motor nicht warm wird. Er quittiert dies dann mit einem erhöhten Ölverbrauch. Diesen konnten wir beim Macan nicht feststellen.

 

Die Verarbeitung im Macan ist nach wie vor solide: nichts knarzt oder klappert. Selbst das früher knarzanfällige Panoramaschiebedach ist völlig ruhig...egal ob draußen -10°C oder 30°C herrschen. Positiv im Vergleich zum Cayenne fällt die Kofferraumabdeckung des Macan auf. Diese ist als feste Hutablage wie bei den Kompaktwagen konzipiert und dadurch auch bei Bodenwellen völlig ruhig. Das Gepäckrollo des Cayenne macht das schon etwas mehr Geräusche und ist auch etwas fummeliger.

 

Im Innenraum gefällt die hochwertige Materialanmutung (die sich Porsche fürstlich bezahlen lässt) und die Übersichtlichkeit. Die Beinfreiheit im Fond ist gegenüber der im Cayenne zwar deutlich geringer, aber immer noch mehr als ausreichend für vier Erwachsene. Für unsere beiden Kinder wäre es sogar für Langstrecken ausreichend.

 

Nach wie vor schlecht und nicht mehr zeitgemäß empfinde ich die Knöpfchenflut und die zersiedelte Bedienfunktion: manche Funktionen sind via Knopf auf der Mittelkonsole zu bedienen (Bsp. Spurhalteassistent), manche Funktionen müssen im PCM bedient werden und wiederum andere Funktionen im Fahrzeugmenü im KI. Dabei fällt auf, dass es Funktionen gibt, die zwar doppelt hinterlegt sind, aber nach dem Master and Slave-Prinzip sich vorrangig nur über ein Bediensystem einstellen lassen.

Bsp.: wenn die Uhr im Fahrzeug sich automatisch von Sommer- auf Winterzeit umstellen soll, so geschieht das trotz aktivierter Einstellung nicht automatisch. Dazu muss man erst im Untermenü des PCM nochmals die automatische Einstellung erst deaktivieren, dann wieder aktvieren. Versucht man dies im KI (wo dies auch gehen sollte), wird die Einstellung der aktuellen Uhrzeit nicht übernommen. Vermutlich hat hier das PCM das Sagen ggü. dem KI. :D Ein Softwarebug, der noch gelöst werden muss.

 

Und so kommen wir doch gleich mal zu den "Macken" oder Schrulligkeiten, wo m. E. die Porsche-Ingenieure manches nicht ganz zu Ende gedacht haben:

 

  • Die Fußmatte im Fahrerfußraum reicht nur bis vor die Pedalerie, nicht bis dahinter. Steigt man nun mit nassen oder dreckigen Schuhen ins Auto, tropft der Dreck beim Fahren auf den Teppich. Gerade im Winter ärgerlich. Wer nun argumentiert, das diene der Sicherheit, damit sich die Fußmatte nicht in der Pedalerie beim Verrutschen verklemmt, den frage ich, warum dann Porsche für die Fußmatten vorne zwei Knöpfe oder Clips vorsieht, mit deren Hilfe die Fußmatte gegen Verrutschen arretiert wird.
  • Im Gegensatz dazu können die Fußmatten im Fond gar nicht gegen Verrutschen arretiert werden. Warum spart man sich da die Knöpfe und die Kids verrammeln immer mal wieder die Matten, die sich dann verbiegen? Im Cayenne geht's doch auch. Sparen am falschen Ende.
  • Die Kofferraumwendematte ist mind. 10 cm in der Tiefe zu kurz. Somit bleibt entweder vorne an der Kofferraumkante ein Spalt oder eben an der Rücksitzlehne. Der darunterliegende Kofferraumboden ist dann ungeschützt und verdreckt.
  • Im PCM kann man die Einstellung vornehmen, dass die Außenspiegel bei Verriegelung des Fahrzeugs angeklappt werden. Dies funktioniert, wenn das Fahrzeug über den Funkschlüssel oder über den Türgriff des Keyless Entry verriegelt wird. Verriegelt man aber das Fahrzeug über den Knopf an der el. Heckklappe, bleiben die Außenspiegel ausgeklappt. Laut Porsche Zentrum ist das so gewollt. Ich jedoch kann das nicht nachvollziehen: eingeklappte ASP zeigen mir immer schon von Weiten an, dass ich das Fahrzeug verriegelt habe. Komischer Weise hat er bisher auch dreimal beim Verriegeln das Kofferraums auch die ASP mit angeklappt...vermutlich hat er noch den Schlüssel in Reichweite einer der Türen erkannt.
  • Es gibt beim Macan keine Maskierungsfunktion für das PDLS. D. h. der Macan hat zwar eine automatische Fernlichtfunktion, kann aber nur stumpf auf- oder abblenden. Entgegenkommende Verkehrsteilnehmer können aber nicht ausgeblendet werden. Das können heute schon Scheinwerfer, die (gegen Aufpreis) in der Kompaktklasse verbaut werden. Ein Armutszeugnis für ein Fahrzeug, dass man auf bis über 120.000€ BLP bringen kann. Hinweis: das PDLS Plus kostet ebenfalls einen Aufpreis von rd. 800€.
  • Sitzt im Fond ein Passagier und schnallt sich dieser ab und steigt aus, ohne das man die Zündung ausmacht oder das Fahrzeug verriegelt (z. B. wenn ich meine Kinder an der Schule rauslasse), dann meldet die Elektronik einen nicht angeschnallten Passagier im Fond mittels Blinken im KI und Warntongebimmel. Das Gebimmel dauert dann ca. eine Minute, ehe es von alleine ausgeht. Steckt man den Gurt wieder ins Gurtschloss, ist Ruhe. Habe dies dem PZ vorgeführt und das PZ konnte gleiches Verhalten bei einem baugleichen Macan ebenfalls nachvollziehen. Abgelegtes Gepäck auf der Rückbank verursacht den Fehler nicht. Ist wohl ein Konstruktionsfehler oder eine merkwürdige Charge von Gurtschlössern.

 

Zum Motor. Der 2,9l-V6 Biturbo ist ja ein alter Bekannter aus dem Audi RS4/5, wo er 450 PS auf die Kurbelwelle stemmt. Im Macan GTS ist er aktuell in seiner schwächsten Leistungsstufe mit 380 PS verbaut; im Macan Turbo leistet er 440 PS.

 

Exkurs: im Herbst kommt ein weiteres Facelift des Macan auf den Markt, bei dem auch die Motorisierungen gründlich überarbeitet werden. Der 3,0l V6 Monoturbo entfällt, dafür wird die 380 PS Variante des aktuellen GTS für den Macan S übernommen. Der GTS erstarkt auf 440 PS und der Turbo wird ersatzlos gestrichen. Beide Versionen werden vom 2,9l-V6-Biturbo befeuert. Zusätzlich bleibt noch der R4 im Programm.

 

Leider ist der Motor im unteren Drehzahlband und im kalten Zustand etwas träge. Es fehlt mir hier die Spritzigkeit des 3,0l-B6-BiTurbo aus dem 991.2. Gerade wenn man bei uns um eine 90° Kurve (abbiegende Vorfahrt) fährt und dann rausbeschleunigen will, passiert erstmal wenig, wenn man das Gas nicht voll durchtritt. Erst ab rd. 2300 U/min setzt dann der Schub ein.

 

Auf der Landstraße oder auch auf der AB ist der Motor sehr angenehm zu fahren. Ist er mal warmgefahren, wird er auch deutlich agiler und die Leistung ist in meinen Augen für ein Fahrzeug, das im Radius von max. 100 km um unseren Wohnort bewegt wird, völlig ausreichend. Die 40 Minder-PS gegenüber dem 3,0l-BiTurbo aus dem 991.2 fallen da nicht ins Gewicht, auch wenn die Fahrleistungen (4,7 sec - 4,2 sec und 260 km/h Vmax vs. 301 km/h Vmax.) ja schlechter sind.

Ebenfalls positiv ist der nicht vorhandene Ölverbrauch.

 

Der Verbrauch liegt aktuell bei 14,2l/100 km, was dem vielen Kurzstreckenverkehr geschuldet ist. Man kann ihn aber auch mit über 18l/100 km bewegen, wenn man ihn auf der AB ständig fordert. :D

 

Gab es bisher technische Defekte? Ja leider!

 

  • Direkt nach der Abholung beim PZ fielen mir die ruppigen Schaltvorgänge auf. Zuerst dachte ich, dass dies an der noch fehlenden Adaption des PDK liegt, jedoch wurden diese Vorgänge nach knapp 1.000 km nur in den oberen Gängen (4-7 Gang) besser. Im unteren Gangbereich (1-3 Gang und Rückwärtsgang) blieben die Schaltvorgänge sehr ruppig. Ich habe dies dann im PZ reklamiert und es wurde das komplette Getriebe getauscht. Dies scheint wohl eine Krankheit der GTS-Modelle zu sein, da man hier im Forum auch immer wieder von solchen Schaltschlägen liest und die meisten betroffenen Getriebe dann nach 5.000 - 20.000 km den Dienst quittieren.
  • Die Motorhaube war bei Auslieferung nicht passgenau auf die Karosserie gesetzt worden, so dass die Haube im Bereich des linken Kotflügel/Fahrertür nicht plan war und hervorstand. Dies wurde im Zuge des Getriebetauschs korrigiert.

 

Mittlerweile ist der Macan unauffällig und verrichtet seinen Dienst anstandslos. Was mir über den Macan hinaus nach wie vor an Porsche gut gefällt, ist die gute Werkstattkompetenz meines PZ. Man gibt sich dort alle Mühe den Fehler zu finden, wobei ich immer darauf achte, möglichst eng mit denen bzgl. der Fehlerdarstellung zu kooperieren, statt den Schlüssel auf den Tresen zu knallen und zu sagen: "Behebt mal, die Karre war teuer, das darf nicht sein!"

 

Mängel oder Fehler werden von mir nach Möglichkeit durch Fotos oder Videos dokumentiert oder es muss auch eben mal das eigene plus das Nachbarkind zur Dokumentation des Fehlers herhalten. :D

 

Letzteres kostet mich meist ein Eis oder ein Besuch im Schnellrestaurant mit den zwei goldenen Bögen. :D

 

Alles in Allem sind wir aber mit dem Macan zufrieden und hoffen, dass er die kommenden zwei Jahre unauffällig bleibt.

 

Bis bald

 

euer knolfi

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