Welches Motoröl?
Hallo,
würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?
Gruß Gorge
Beste Antwort im Thema
Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.
Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.
Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!
Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.
Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.
Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(
Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.
Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.
Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.
Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.
Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:
"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:
http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf
Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:
"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:
http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html
Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)
Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.
Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.
Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.
Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!
Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.
Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.
Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!
Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.
Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.
Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)
Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)
Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)
107321 Antworten
Hallo Sergio,
die Viskosität sagt nichts über die Qualität aus - auch nicht das Grundöl. Der einzig verlässliche Indiktor ist eine Freigabe oder genannter Standart eines Herstellers. Deinem Motor wäre sogar das High Star sehr bekömmlich. Aber ich denke, das Shell-Öl wird dem in nichts nachstehen... 😉
Wie gesagt, die erste Frage sollte bei einem Öl nicht in der Viskosität liegen, sondern in seinen Freigaben bzw. den Anforderungen des Motorenherstellers an das Öl.
Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Hallo Sergio,
die Viskosität sagt nichts über die Qualität aus - auch nicht das Grundöl. ...
Daß das Grundöl nichts über die Qualität der gesamten Formulierung (Grundöl + Additivpaket = Motoröl) aussagt, stimmt doch gar nicht. Warum behauptest Du so etwas?
Ein Spitzen-Mineralöl als Grundöl z. B. ist einem Spitzen-Vollsynthetiköl als Grundöl doch sehr deutlich unterlegen. Und zwar u. a. bei den sehr wichtigen Hochtemperatureigenschaften.
@ Sergio
Laß Dich nicht verwirren oder in die Irre führen. Lese hier aufmerksam, am besten den ganzen Thread. Dann kannst Du das ganze Thema für Dich filtern und beurteilen.
Unter den Beiträgen von Jan0815 findest Du auch eine Zusammenfassung des Wichtigsten.
Bezüglich Deines Shell 0W-40 sehe ich es so wie Weizenkeim. Da es für Dich kostenlos zu beziehen ist und Du es auch noch sehr früh wechselst, ist Dein Motor damit gut bedient.
Entgegen der Aussage von Imclehmann ist das vollsynthetische Grundöl des Shell 0W-40 dem von ihm genannten High Star (von Praktiker), welches ein HC-Grundöl hat (etwas verbessertes Mineralöl), deutlich überlegen.
Gruß.
Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Hallo Sergio,
die Viskosität sagt nichts über die Qualität aus - auch nicht das Grundöl. Der einzig verlässliche Indiktor ist eine Freigabe oder genannter Standart eines Herstellers. Deinem Motor wäre sogar das High Star sehr bekömmlich. Aber ich denke, das Shell-Öl wird dem in nichts nachstehen... 😉
Wie gesagt, die erste Frage sollte bei einem Öl nicht in der Viskosität liegen, sondern in seinen Freigaben bzw. den Anforderungen des Motorenherstellers an das Öl.
Stimmt schon grundsächlich so mit der Viskosität und den Freigaben. Nur kenne ich kein einziges Mineral- oder HC-Öl, das die Viskositätsspanne 0W-40 abdecken könnte, daher mein Rückschluß auf Vollsynthetik.
Ich lasse mich aber gern durch Fakten eines Besseren belehren.
Und ich glaube kaum, dass das Shell-Öl nicht locker die 502.00 übererfüllt.
(Unter uns: Standard bitte mit "d" am Ende.)🙂
Gruß
Frank
Zitat:
Original geschrieben von etku
Kennt jemand diese "JB GERMAN OIL"-Öle...? Nein, ich möchte von denen keine Produkte verwenden... interessiert mich nur rein interesshalber... 😉
Gruß
etku
jb-germanoil hat durchaus brauchbare Öle im Angebot, denke auch jb-germanoil dürfte sich von der Artikelbeschreibung distanzieren ... sie stammt sicher nicht aus deren Feder.
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Zitat:
Original geschrieben von wvn
jb-germanoil hat durchaus brauchbare Öle im Angebot, denke auch jb-germanoil dürfte sich von der Artikelbeschreibung distanzieren ... sie stammt sicher nicht aus deren Feder.
Ich schließe mich dieser Auffassung an, ein seröser Anbieter wirbt nicht mit solchen Methoden.
Die Brühe ist übrigens für 19,50 + Versand über den Tresen gegangen. Zeigt, was gutes Marketing in Verbindung mit ahnungslosen Kunden bewirken kann. Was für eine Gewinnspanne?
Gruß
Frank
Zitat:
Original geschrieben von Weizenkeim
Stimmt schon grundsächlich so mit der Viskosität und den Freigaben. Nur kenne ich kein einziges Mineral- oder HC-Öl, das die Viskositätsspanne 0W-40 abdecken könnte, daher mein Rückschluß auf Vollsynthetik.
Ich lasse mich aber gern durch Fakten eines Besseren belehren.Und ich glaube kaum, dass das Shell-Öl nicht locker die 502.00 übererfüllt.
(Unter uns: Standard bitte mit "d" am Ende.)🙂
Gruß
Frank
Standard...okay...
Die Frage ist doch aber, brauchen wir ein 0W-40 Öl? Die Reise der Herstellerfreigaben geht nämlich von DC, über Porsche nach VW (selbst Ford und PSA fangen damit an) hin zur SAE 5W-30/40. So geht das schon einige Zeit und wird künftig noch stärker in den Vordergrund treten. Die Bestätigung liefern die OEMs ebenso wie zum Beispiel eine Firma Lubrizol, der weltweiten Nummer 1 auf dem Additivsektor.
Die Gründe sind ebenso einfach wie einleuchtend: PAOs kosten einen Haufen Geld und liefern letztendlich "nur" die Grundzutat, also die Milch zum Kuchen. Eier, Zucker, Mehl liefern letztlich die Raffinese - also die Additive im Öl. Man kann eine relativ hohe Grundperformance mit einem PAO einstellen, aber die Additive entwickeln sich ständig weiter und so gibt es heute keine aktuellen Freigaben (z.B. VW 50400/50700) auf Gruppe III-Basis, die einer PAO-Formulierung nachstehen. Die "schnellere Durchölung" spielt im Labor eine Rolle, nicht auf der Straße.
Die PAOs werden nicht aus dem Markt verschwinden, aber deren Spezialitäten werden einfach keine allzugroße Rolle mehr spielen, außer natürlich im extremen Einsatz. Ansätze zur Entwicklung neuer Motorenöle kommen aus zwei Richtungen: zum einen aus der Reihe der OEMs, die diese oder jene Eigenschaft (Verschleißschutz, Eindickung, Dispergiervermögen,...) fordern und im Rahmen der ACEA vertreten (die API spielt in Europa im Moment noch keine große Rolle, das wird sich aber ändern). Die andere Richtung neuer Impulse kommt vom Gesetzgeber im Rahmen der Abgasnormen; jeder neuen Abgasnorm ist eine Generation an Motorenöl zuzuordnen. Am deutlichsten tritt dies bisher bei LKW-Ölen zu Tage.
Der Erfolg der PAOs und das ganze Theater um voll-, teil, blabla-synthetisch kamen erst durch Exxon-Mobil. Die haben schon immer ihre PAOs selber hergestellt und konnten es überhaupt nicht ab, das in den 90ern Gruppe III-Öle auftauchten, die entsprechend formuliert eine ebensogute Performance liefern konnten, wie der Topseller M1. Hier geht es um schlichte Masse - typisch amerikanisch eben; schlicht und groß. Da wurden Gelder ins Marketing investiert - da ist eine Fuchs froh, wenn das als Jahresergebnis kommt. Letztendlich macht der Schmierstoffmarkt bei Exxon-Mobil roundabout 2% des Gesamtergebnisses aus - incl. aller Industrieschmierstoffe (Hydrauliköle, Fette, Getriebeöle,...) - vor diesem Hintergrund sollte die Frage erlaubt sein, welche Leistung eigentlich hinter M1 steckt. Letztendlich ist dieses Öl nicht das beste der Welt und kostet bei den Amis im WalMart 3$ je Liter - und da stehen die Dosen ganz unten im Regal. Hier macht es das Marketing und die Masse (die haben in Housten Blendinganlagen, da kann man ein Einfamilienhaus verschwinden lassen). Letztendlich ist aus dem Hype um M1 ein Hype um 0W-XX Öle enbrannt.
Ich sage nicht, das sie schlecht sind (wie gesagt: die Freigabe liefert die Qualität), aber die Reise nimmt einen Weg, der noch für Überraschungen sorgen dürfte.
Warum der Trend zu 5W30?Ganz einfach Geiz und Kundenverarsche.
Geiz weil man das 5W30 billig aus HC-Ölen ohne besonders hochwertige Additive herstellen kann.
Kundenverarsche weil ein xW30 nur auf den Prüfständen einen Verbrauchsvorteil bietet der im realen Strassenverkehr nicht erzielbar ist.Bestes beispiel die neuen Motoren von BMW.Da wird alles so hingebogen das der Normverbrauch extrem niedrig ist.Im realen Strassenverkehr dürfte dabei kaum was zu spüren sein,vermutlich ist die elektrische Wasserpumpe die einzige Komponente die real spart.
Ergebnis,der Hersteller kann mit niedrigen Normverbräuchen glänzen,der Gesetzgeber freut sich über niedrige CO2-Werte und der Kunde kommt sich verarscht vor weil seine 200PS Kiste nicht die 7,5L Normverbrauch packt sondern wie seit langen eher 10-12L schluckt.
Die Zeit die Öl zum durchölen eines Motors braucht ist auch im realen Verkehr wichtig,wobei es sicher nicht viel ausmacht ob man ein 0 oder 5W nimmt.Kritischer ist aber der Trend zum W30.Das Öl ist eben im heissen Zustand dünner als ein xW40 und um die selbe Stabilität zu erreichen muß wieder mehr Aufwand betrieben werden der wiederum kostet und deswegen fragwürdig ist.Gerade der Trend zu kleinen Hubräumen in Verbindung mit Aufladung erfordert eigentlich das Gegenteil der heutigen Entwicklung.
Zitat:
vor diesem Hintergrund sollte die Frage erlaubt sein, welche Leistung eigentlich hinter M1 steckt. Letztendlich ist dieses Öl nicht das beste der Welt
Welche sind besser?
Bitte nicht am Preis in den USA festmachen.Auch in D gibts Öle die schlechter als das M1 sind aber deutlich teurer.Der Ami-Markt ist noch mehr von Geiz ist Geil geprägt als unserer.Zusätzlich stellt sich die Frage ob das M1 in den USA das selbe ist wie hier.
Wir haben in der Industrie ein sehr großes Problem.Fachverstand ist nicht mehr gefragt.Es regieren die Kaufleute die eher im Interesse der Aktionäre handeln als im Interesse des Kunden.Die Rendite ist wichtiger als ein gutes Produkt.Die Probleme des sparens kommen ja in der Regel erst Jahre später zum Vorschein.Der Lopezeffekt dürfte ja jedem bekannt sein,nur haben unsere "Spitzenmanager" daraus nichts gelernt.
Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Die Gründe sind ebenso einfach wie einleuchtend: PAOs kosten einen Haufen Geld und liefern letztendlich "nur" die Grundzutat, also die Milch zum Kuchen.
Wenn die neuen HC-Öl-Generationen wirklich günstiger herzustellen sind, warum sind sie dann so teuer? Gewinnmaximierung der Ölhersteller? Oder sind sie vielleicht doch nicht ganz so günstig in den Gesamtproduktionskosten?
Das teuerste Öl, was ich kenne, ist das Mobil 1 ESP Formula. Dafür zahlt man im Laden wesentlich mehr, als für das 0W-40. Die Preise für dieses Öl sind dermaßen astronomisch, dass ich letztens dachte, es sei ein scherz. Auch die 504 00/507 00-Öle anderer Hersteller sind nicht günstiger, als das originale Mobil1.
Wo ist da der Fortschritt für den Kunden?
Die Preise des M1 sind keine marktüblichen PAO-Preise. Hier verdient Mobil nicht am Preis, sondern an der Masse. Außerdem, und auch das habe ich schon geschrieben, stellen die ihr PAO selber her. Für 99% der anderen hier bekannten Ölhersteller sind Gruppe IV-Öle Zukaufprodukte. In der Herstellung sind Gruppe IV-Öle wesentlich aufwendiger und teurer als Gruppe III-Öle.
Ladenpreise sind Marktpreise und haben nur bedingt was mit den herstellungskosten zu tun.
Öle die für spezielle Herstellerfreigaben abgefüllt werden suggerieren ja das sie besonders geeignet sind und ein Öl da sspeziell für einen Hersteller entwickelt wurde(guter Witz) müssen ja besser als Universalöle sein und damit kann man dann Kasse machen.
Bestes beispiel,die A1/B1 Öle für Ford.Unterste Qualitätsstufe möglich aber durch die spezielle Herstellerfreigabe teuer wie ein Vollsyntetik der höchsten Qualitätsstufe.Dürfte eine gute Gewinnspanne haben.
Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
... stellen die ihr PAO selber her. ...
Genau, und weil sie dabei auch schon 35 Jahre Know How haben, ist deren vollsynthetisches Grundöl auch so gut.
Und sie stellen sogar ihr Additiv-Paket selber her. Da haben sie das gleiche Know How (hier u. a. die patentierten synthetischen SuperSyn Verschleißschutzadditive).
Und da noch kein anderer Hersteller/Abfüller o. a. etwas vergleichbares hat, sind die vollsynthetischen Mobil 1-Öle (M1 0W-40, 5W-50 und 5W-40 für den europäischen Markt; was an vollsynthetischen M1 in anderen Erdteilen angeboten wird, war hier noch nie Kern der Diskussion um M1-Öle) ja auch die besten der Welt für prinzipiell alle Pkw-Motoren, auch wenn Du das permanent in Frage stellst bzw. dem widersprichst.
Gruß.
Zitat:
Original geschrieben von Sir Donald
Ladenpreise sind Marktpreise und haben nur bedingt was mit den herstellungskosten zu tun.
Echt? Die Rohstoffpreise spielen natürlich auch eine Rolle...
Zitat:
Öle die für spezielle Herstellerfreigaben abgefüllt werden suggerieren ja das sie besonders geeignet sind und ein Öl da sspeziell für einen Hersteller entwickelt wurde(guter Witz) müssen ja besser als Universalöle sein und damit kann man dann Kasse machen.
Bestes beispiel,die A1/B1 Öle für Ford.Unterste Qualitätsstufe möglich aber durch die spezielle Herstellerfreigabe teuer wie ein Vollsyntetik der höchsten Qualitätsstufe.Dürfte eine gute Gewinnspanne haben.
Es fordert kein anderer Hersteller die ACEA A1/B1 als Ford. Demzufolge sind diese Öle wohl auch "Spezialprodukte" und entsprechend teurer, da hier entsprechend geringere Absatzmengen dahinter stehen.
Zitat:
Original geschrieben von ChromeVanadiumM
... sind die vollsynthetischen Mobil 1-Öle (M1 0W-40, 5W-50 und 5W-40 für den europäischen Markt; was an vollsynthetischen M1 in anderen Erdteilen angeboten wird, war hier noch nie Kern der Diskussion um M1-Öle) ja auch die besten der Welt für prinzipiell alle Pkw-Motoren, auch wenn Du das permanent in Frage stellst bzw. dem widersprichst.
Gruß.
Fein, die Werbung hat gewirkt. Das M1 fällt spätestens als Euro5-Öl ins hintertreffen. Hast du (oder jemand anderer) dir schonmal die Mühe gemacht herauszufinden, welche Anforderungen alleine an einer ACEA-Zertifizierung hängen? Jedes Öl, welches die Freigaben des M1 hat, sind diesem ebenbürdig. Es ist kein schlechtes Öl, das nicht, aber das beste eben auch nicht...
Hallo Imclehmann,
Du vergleichst hier nicht objektiv, im Gegenteil, Du versuchst noch zu verschleiern.
Die drei genannten M1 für den europäischen Markt übertreffen doch die wichtige ACEA A3/B3/B4 (hier kein abgesenkter HTHS und höchste Performance) hoch.
Also sind die M1 nicht wie von Dir geschrieben genau so gut oder schlecht wie Öle, die die Anforderungen nach ACEA A3/B3/B4 gerade so schaffen. Das Praktiker High Star erfült doch auch ACEA A3/B3/B4, wenn ich nicht irre. Und Du behauptest, es sei den M1 'ebenbürtig'.
Und bezüglich der Euro 5 warten wir doch erst einmal ab.
Gruß.
Zitat:
Original geschrieben von lmclehmann
Fein, die Werbung hat gewirkt.
...
Jedes Öl, welches die Freigaben des M1 hat, sind diesem ebenbürdig.
Als ob Du das beurteilen könntest...
Deiner Logik folgend wären alles Öle mit einer Freigabe xy gleichwertig, und es gäbe kein Öl, welches diese Freigabe gerade mal so schafft, und keines, welche sie deutlich übertrifft.
Damit wäre Motoröl wohl das einzige Produkt auf dem Weltmarkt, bei dem es (auch innerhalb einer Leistungsklasse) keine Qualitätsunterschiede gibt.
Übrigens: Deine Addinol-Werbung wirkt nur bedingt.