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Mercedes C-Klasse C204 Coupé 180 Test

03.08.2017 00:40    |   Bericht erstellt von andy-ibo

Testfahrzeug Mercedes C-Klasse C204 Coupé 180
Leistung 156 PS / 115 Kw
Hubraum 1796
HSN 1313
TSN BTW
Aufbauart Sportwagen/Coupe
Kilometerstand 57000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 7/2011
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von andy-ibo 4.0 von 5
weitere Tests zu Mercedes C-Klasse C204 Coupé anzeigen Gesamtwertung Mercedes C-Klasse C204 Coupé (2011 - 2015) 4.5 von 5
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Einleitung

Hallo, nach 5 Wochen mit meinem neuen Wagen ein kleiner erster Eindruck. Das Ganze ist natürlich immer subjektiv, daher ein zwei Infos zu mir.

Ich hatte die letzten 10 Jahre einen CLK200 VorMopf mit 136 PS und Automatikgetriebe. Der Wagen fuhr in dieser Zeit problemlose 90000km. Meine Frau hat einen VW Polo von 2011 mit irgendwas um die 60 PS und 5 Türen. Beide Fahrzeuge sind/waren im Serienzustand.

Galerie

Karosserie

3.5 von 5

Die Karosserieform war der Hauptgrund, warum es kein gleich altes E-Klasse Coupe geworden ist. Er wirkt einfach einen Hauch moderner in der Linienführung und ist im Ganzen etwas gefälliger. Schon mit 17" wirkt er optisch ordentlich bereift.

Mein Tip wäre allerdings ein dunkler Lack, weil da die Coupelinie noch schöner zur Geltung kommt.

Die äußeren Dimensionen sind zum 208 quasi identisch. Ich hatte gleich bei der ersten Fahrt ein gutes Gefühl in Bezug auf die Außenmaße. Kein Umgewöhnen, kein mulmiges Gefühl beim Parken. Der Wagen war gleich "meins".

Der Ausblick nach hinten ist mickrig. Beim Geradeausfahren geht es noch gut. Aber beim Einparken kann man sich den Schulterblick echt schenken. Da schaut man lieber in die Spiegel, ähnlich wie bei einem Kastenwagen. Die Rückfahrkamera ist da eine lohnenswerte Option, auch als Nachrüstung. Eine kleine Schramme, die man damit verhindert hat, holt die Kosten dafür locker wieder rein.

NACHTRAG: ich habe die Rückfahrkamera jetzt nachgerüstet. Das Rückwärts einparken bekommt dadurch eine ganz neue Qualität. Daher konnte ich die Übersichtlichkeit locker upgraden.

Platzangebot hinten ist OK, wenn die Kinder noch nicht zu groß und die Fahrten nicht zu lang sind. Ich würde sagen, 160cm Körpergröße und Fahrten bis 4 Stunden mit 2 Pausen sollte man nicht unbedingt überschreiten. Auch weil der Fußraum im Fond beim Coupe nicht all zu riesig ist. Den Beifahrersitz kann man noch nach vorne setzen, aber als Fahrer will man gerade auf langen Touren nicht eine neue Sitzposition einführen. Das Einsteigen hinten hat eh was von Ausnahmezustand. Für mich, 178cm, hat es hinten schon zu wenig Kopffreiheit.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • - Nach hinten sehr unübersichtlich

Antrieb

4.5 von 5

Was soll man sagen. Nach 10 Jahren 136PS Saugmotor habe ich klar gegen das 11. Gebot verstoßen : Du sollst nicht probefahren !!!

Während ich beim Suchen im Netz und der ersten Besichtigung noch überlegt habe, ob ich nicht doch noch mit meinem CLK trotz defekter Klimaanlage ein weiteres Jahr klar käme, war es nach der Probefahrt vorbei.

Die Motoren klingen Heute etwas anders, das weiß ich schon von dem Polo meiner Frau. Aber sonst ? Der Motor ist quirrlig und direkt bei der Sache. Auch das 7G+ Getriebe wirkt hellwach und immer schaltwillig, sogar im E-Modus. Und die sehr genaue Verbrauchsanzeige pendelt um die 8 Liter, sogar bei wenig langen Strecken im Mischbetrieb. Die neue Motorengeneration hat mich voll überzeugt. Auf der Urlaubsfahrt, 360 km mit Tempomat 115, kaum Stau, zeigte die Verbrauchsanzeige unglaubliche 6,1 L/100km, mit 98km/h Durchschnitt. Der CLK hätte das mit um die 7,5-8 Litern gemacht.

Früher musste ich alle 3 Wochen tanken. Jetzt komme ich auf etwa ein mal tanken pro Monat. Das Ganze bei (fast) gleichem Tankinhalt. Das macht ein verdammt gutes Bauchgefühl.

Die Start/Stop Automatik ist in manchen Situationen nervig. Diese kommen aber zu sporadisch, als das man vorher noch dran denkt, die Funktion zu deaktivieren. Schöner wäre eine dauerhafte Umprogrammiermöglichkeit, z.B. In Verbindung mit der HOLD-Funktion.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Die neue Motorengeneration war echt ein Quantensprung
  • - Die Start/Stop-Funktion etwas hibbelig.

Fahrdynamik

4.0 von 5

Typisch Heckantrieb, ist der Wendekreis sehr klein. Auch ansonsten gibt es nicht viel zu schreiben. Der Wagen macht alles, was er soll, sehr gut. Wie gesagt, schreibe ich hier über den kleinsten Motor mit 1,8 Liter Hubraum und Turbolader. Sein Auftreten entspricht aber, subjektiv, etwa dem alten 200 Kompressor.

Dazu kommen die Sitze, die einen schon sportlich dynamisch in Empfang nehmen.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Kleiner spritziger Motor.

Komfort

4.0 von 5

Wie gesagt, Coupe !

Komfort, ja das kann er wirklich. Natürlich im Rahmen seiner räumlichen Möglichkeiten. Aber sonst ? Er ist modern und umfassend ausgestattet.

Mit 17" Bereifung ist er immer noch komfortabel genug für den Alltag.

Dabei sei angemerkt, ich habe mich auch für das T-Modell interessiert - bis ich die Coupesitze gesehen habe. An denen kann ich mich gar nicht sattsehen. Leider gibt es null Gurtführung, und das bei den großen Türen. Während ältere Modelle noch den Einstiegshebel für hinten als Gurtauflage ausgeformt hatten, ist dies hier ganz flach gefallen. Scheinbar hat die E-Klasse, von der die Sitze kommen, einen Gurtanreicher ?

 

Beim Wechsel weg vom 208er kam auch der 209er in Frage. Endlich ohne B-Säule war eigentlich das Ziel. Daher auch das Interesse am E-Coupe. Aber ein Blick in den Innenraum und das Thema war durch. Das Design des 209 war nach dem Probesitzen im 204 nicht mehr akzeptabel. Ist er von aussen immer noch gut, so wirkt er innen doch schon sehr altbacken mit seinen runden knöpfen und stämmigen Vordersesseln.

Und die Ausstattung tat sein Übriges. ILS mit Kurvenlicht, Lämpchen überall innen wie aussen, ein Riesen Radio mit Allem, was man sonst nie brauchte. DVD-Wechsler. DVD!!!. Jetzt muß die Frau alleine in den Supermarkt. Ich schaue so lange Star Wars. Kleines Bild, aber super Sound. Den Drehregler auf der Mittelkonsole hat man auch direkt ins Herz geschlossen.

 

Der Kofferraum hat etwa die gleiche Fläche wie beim 208, ist aber nicht ganz so hoch. Somit passten auf der Urlaubsfahrt die Koffer nur noch flach rein. Also was tun ? Meine Frau nahm 2 kleine Koffer, ich nahm einen schmaleren Koffer, nur der Koffer meiner Tochter blieb gleich. Dafür passten in die leere Reserveradmulde ein Koffer meiner Frau und etliche Schuhe :-). Am Ende passte somit fast genau so viel rein wie in den Kofferraum des 208ers. Vergleichen kann man den Kofferraum des 204 schon mit dem eines VW Golf.

Die Durchlademöglichkeit ist da, ich nutze sie aber im Urlaub nie. Zum einen wird der Wagen lauter, weil der Kofferraum nicht so gut gedämmt ist. Zum Anderen habe ich immer das Gefühl, auf den einen freien Sitzplatz passt so mehr an Gepäck.

 

Ach ja, bevor ich es vergesse, die Sitze, super. Was hierbei aber negativ auffällt, dies sind die ersten MB Sitze, bei denen man am Längsverstellhebel keine Getränkeflasche abstellen kann. Gerade diesen Flaschenhalter habe ich immer und gerne genutzt.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Wohlfühlen leicht gemacht - wenn man vorne sitzt.
  • + Die Coupesitze sind der Hammer
  • - Klimatic ohne Restwärmetaste.
  • - Einstieg hinten
  • - Gurte vorne schwer zugänglich, wenn man sitzt.
  • - Die Sitzlängsverstellung taugt nicht mehr als Flaschenhalter

Emotion

4.5 von 5

Der Wagen hat mich bauch- und kopfmäßig überzeugt. Während die E-Klasse Coupes erst mal gut aussehen, wirken sie aus dem einen oder anderen Winkel auf den zweiten Blick doch etwas altbacken, vor Allem um die hinteren Radläufe herum. Zudem bekommt man im direkten Vergleich beim 204er ein Auto ein Jahr jünger, 10000km weniger und für 4000,- Eus weniger. Da hat der Kopf einfach gestreikt.

Auch hier noch mal die Empfehlung, ein dunkler Lack bringt die Coupeform einfach etwas besser zur Geltung.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Einfach gefällig
  • + Habe ich schon die Sitze erwähnt ?
  • - Kein 205er ;-)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Eigentlich Schade , daß das System hier 4 Sterne errechnet. Er hätte auch alle 5 verdient. Wer ein Coupe kauft, der weiß, worauf er sich einlässt. Meine Bewertungen wie z.B. Platzangebot zielten eher auf den direkten Vergleich zu anderen Fahrzeugen am Markt.

 

Das 204er Coupe empfinde ich perfekt, wenn man meist zu zweit oder alleine fährt und trotzdem mit einem Zweisitzer nichts anfangen kann. Er macht alles, was er können soll, sehr gut. Vom Image her ist er auch noch sehr positiv unauffällig. Hier bekommt man ein wertiges Auto in alltagstauglicher Größe.

Und DIE SITZE. ICH KANN ES NICHT OFT GENUG SCHREIBEN, DIE SITZE.

Und der 205er braucht eh noch ein Facelift. Mindestens am Radiodisplay.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Da gibt es nicht viele Gründe. Doch einen gibt es : man hat schon das Geld für den 205 zusammen und kommt mit dem Display in der Mitte klar. Die Karrosserieform des 205er Coupes ist einfach bösartig.

Oder man braucht einen Kombi - gut. Dazu einen Tip, ich habe die Coupesitze schon bei Ebay gesehen ;-) .

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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