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Ford Tourneo FAC Custom 2.2 TDCi Test

09.08.2016 07:22    |   Bericht erstellt von lothisch

Testfahrzeug Ford Transit Custom FAC/FAD
Leistung 155 PS / 114 Kw
Aufbauart Kleinbus
Kilometerstand 78000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 9/2013
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von lothisch 3.5 von 5
weitere Tests zu Ford Transit Custom FAC/FAD anzeigen Gesamtwertung Ford Transit Custom FAC/FAD (seit 2012) 4.0 von 5
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Einleitung

Das Fahrzeug wird ausschließlich privat im Stadt- (40%), AB-(40%) und Landstraßenverkehr (20%) genutzt. Verbrauch 8,2ltr (lückenlose Statistik). Bisher bis auf zwei Rückrufe & ein defektes Motorhaubenschloß keine außerplanmäßigen Werkstattaufenthalte.

 

Meine beiden Hauptargumente für den Custom waren und sind Aussehen (ok, das ist Geschmackssache) & die unglaubliche Flexibilität des gegenüber z.B. T5 deutlich größeren Fahrgast-/Laderaums.

Das Preisargument zieht nur im Zusammenhang mit den bisher üppig gewährten Rabatten. 47500 Listenpreis hätte ich seinerzeit nicht bezahlt.

Nebenargumente:

Innengeräusch!, Diebstahlwahrscheinlichkeit (klopfklopf), Verbreitung ("alle fahrn T5" ok, ist Esoterik :))

Karosserie

4.0 von 5

Vorn ist die Karre naturgemäß sehr geräumig, wobei sehr große Leute vermutlich über mangelnde Beinfreiheit klagen werden. Für mich (1,80m) ist es perfekt. Die Ellenbogenfreiheit ist natürlich irre.

Hinten ist er für einen normal langen Kleinbus ohne Hochdach trotz der Innenverkleidungen sehr geräumig & m.E. hinsichtlich Flexibilität z.Z. nicht zu toppen.

Einfach zwei Fahrräder quer reingestellt, gegen den aufgewickelten 2er der zweiten Reihe gelehnt und an diesem festgezurrt ( der 1er ist meist draußen und die dritte Reihe immer drin) - fertig. Und hinten können noch drei Leute sitzen. Ohne die zweite Reihe geht das auch mit 4 (keine Kinderräder!) Rädern.

Man hat in 5min alle Sitze raus. Dit jing mit der Multivanbank des T4 nur inner halben Stunde und mit zwee Mann.

Apropos Multivan: die fehlende Schlafmöglichkeit war im Vorfeld das wichtigste Gegenargument. Die Lösung, die ich mittlerweile realisiert habe (siehe Zubehör- und Kofferraumausbauten-Thread), gefällt mir - trotz einiger Unzulänglichkeiten - sogar deutlich besser. Eben weil ich sie bei Bedarf einbaue oder mitnehme und mir so die deutlich öfter benötigte Ladefähigkeit erhalte.

Im übrigen kann man auch einfach 'ne Isomatte quer reinlegen. Für eine Nacht vollkommen ausreichend. Zwischen den (2!) Schiebetüren sind ca. 175 cm Platz.

 

Der Kofferraum ist zwar riesig aber ohne Eigeninitiative wie bei allen (?) Kleinbuss-Fabrikaten nicht wirklich gut nutzbar. Es fehlt eine Kofferraumabdeckung und, wenn man die volle Höhe bepackt, ist es schon blöd, an irgendwas ranzukommen. Oder es fällt einem beim Öffnen der Kofferklappe entgegen. Das habe ich mit dem Einbau des Heckregals (siehe Zubehör- und Kofferraumausbauten-Thread) abgestellt. Es wäre viel einfacher, wenn die Hersteller an sowas denken und z.B. Nuten für Regalböden in die Kofferraumseitenverkleidungen einprägen würden.

 

In diesem Zusammenhang muß ich noch die genialen klappbaren Dachgepäckträger erwähnen. Schade nur, daß Ford dafür kein Zubehör anbietet. Und ich weiß gar nicht, ob es die überhaupt noch gibt.

 

Die Übersichtlichkeit ist durch die Rückfahrkamera nach hinten super. Vorn sowieso. Die B-Säulen sind allerdings für einen guten seitlichen Ausblick etwas zu breit geraten.

 

Unterbodenschutz ist heutzutage anscheinend Privatsache. Damit steht Ford aber wohl nicht allein. Wie sie 12 Jahre Garantie auf Durchrostung geben können, ohne den zerklüfteten Unterboden entsprechend zu schützen.....

Habe ich selbst mit fachkundiger Hilfe "nachgerüstet".

Hohlraumversiegelung ist aber ok - sagte jedenfalls der hilfreiche Fachmann.

Der Fahrzeugboden im Fahrgastraum ist stellenweise instabil. Biegt sich durch, wenn man drauftritt, hält aber. Ich habe ihn als Klapperquelle im Verdacht.

Klappern ist generell ein Thema. Die Sitze sind prinzipbedingt auch eine Quelle: Der Preis der flexiblen Sitzausstattung - so hat jedes Ding seinen Haken :). Aber letztlich klappern diverse, in so einem Bus ständig mitgeführte Dinge sowieso.

Die Innenverkleidungen sind aus Kunststoff mit weicher Oberfläche. Ist jetzt nicht das Adlon, aber durchaus ansprechend und zweckmäßig. Daß es "billig" wirkt, wie im ADAC-Test behauptet, kann ich nicht nachvollziehen.

Tür-Ablagen, Getränkehalter und insbesondere das Fach über dem Tacho sind auch ein Pluspunkt.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Innenraumgröße & flexible Bestuhlung
  • + 2 Schiebetüren
  • + ebener Laderaum durch außenliegende Trittstufen
  • + klappbare Dachgepäckträger - in 20s verfügbar stören sie eingeklappt nicht
  • - fehlender Unterbodenschutz
  • - stellenweise instabiler Fußboden
  • - serienmäßig keine Kofferraumabdeckung/-Strukturierung

Antrieb

3.5 von 5

Die Angaben immer unter dem Gesichtspunkt "Transporter" relativieren!

 

Motor und Getriebe sind ok. Im Vergleich zum 100PS T4-Vorgänger ist das 155PS-Teil schon eine andere Nummer.

Aber die Getriebeabstimmung in den unteren Gängen ist gewöhnungsbedürftig, weil der Spaggat zwischen möglichst niedertouriger, spritsparender Fahrweise mit entsprechender Getriebeabstimmung gerade im 2ten und 3ten zu Kompromissen zwingt (übrigens bei vielen modernen Dieseln - z.B. VW, die 110kW-Modelle, bin ich mehrfach über längere Strecken gefahren).

Nee - aber kurz überm Stand im 2ten, da muß man aufpassen, möglichst nur vorsichtig einkuppeln und das Auto selbst Gas geben lassen. Alarmstart ist da nicht. Obwohl man beim Anfahren ohne Gas zu geben vorsichtig bis in den 4ten schalten kann: wenn man in solchen Situationen selbst Gas gibt, würgt man ihn ab. Für einige hier im Forum ein wesentlicher Kritikpunkt. Ford hat da wohl 2014 oder 15 nochmal die Achs-Übersetzung verändert.

Die Schaltempfehlung im BC gilt nur für ebene Strecke - bei 50km/h und 1200 Touren kann man zwar mit dem leeren Auto dahinrollen aber mit Beladung oder gar am Berg oder beschleunigen.... - wenn man Power braucht, sind >1500 Touren Pflicht. Dann kommt man aber ohne schalten zu müssen (fast) jeden Berg hoch.

Schaltung geht auch nach 77000km immernoch butterweich. So soll es sein.

Der Verbrauch ist mit 8,2l auf 100km im erwarteten Bereich. Ich versuche mich einer sparsamen Fahrweise zu befleißigen. Allerdings sind die 6,6ltr der Herstellerangabe der übliche Fake.

In der Stadt (Berlin) liege ich meistens zw. 7...8l (rollen lassen, viel Motorbremse und auch kurze Strecken mit Tempomat). Auf der Autobahn (meist 135/Tempomat) hat man bei 4qm-Querschnittsfläche keine Chance: 9...10l. Reichweite ist mit um 1000km sehr gut.

Die Tempobeschränkung auf 157 ist ulkig und Gegenstand z.T. beißender Kritik, stört mich persönlich aber nicht wirklich und ist mittlerweile abgeschafft (bzw. deutlich heraufgesetzt?).

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Motor & Drehmoment
  • - gewöhnungsbedürftiges Verhalten im 2ten bei niedrigen Drehzahlen

Fahrdynamik

4.0 von 5

Wie gesagt, es ist ein (aufgehübschter :)) Transporter.

Das Fahrwerk mit starrer Hinterachse und Blattfedern wurde ja schon desöfteren (ADAC: "rumpelt hinterher") thematisiert. Ich für mein Teil suche den angeblich so weltbewegenden Unterschied (vorher 23Jahre T3/T4) immernoch. Bin aber kein Experte.

Ich finde, er fährt sich sehr suverain. Durch das (im Vergleich mit der von mir damals selbst- oder probegefahrenen älteren Konkurrenz) geringe Innengeräusch "cruist" man eher.

 

Beschleunigung ist sehr gut, wenn man ihn im 4ten beim Auffahren auf die Autobahn bis 130 hochzieht oder bei 135 im 6ten nochmal beschleunigt, um aus einem Pulk rauszukommen oder in der Überhohlspur mitzuschwimmen. Muß man aber nicht, man kann auch bei 80 in den 6ten schalten und dann langsam hochbeschleunigen. Aber wie bereits oben bemerkt, wenn man Power braucht >1500 Touren. Er verhält sich exakt, wie es die Drehmomentenkurve erwarten läßt.

Lenkung geht präzise und der Wendekreis ist mit den 15"-Standard-Rädern für einen Transporter beispielhaft. Zusammen mit der Rückfahrkamera komme ich in Parklücken und wende an Stellen, da staunen regelmäßig die Mitfahrer. Das ist aber mit den größeren Rädern deutlich schlechter.

 

Die Bremsen sind ein gesondertes Thema. Die sind schon ok. Ich hatte schon ein paar Vollbremsungen und es wurde bisher nie knapp. Trotzdem ist der Bremsweg beim ADAC-Test über dem (Transporter-) Durchschnitt, was m.E. eher an den Reifen als an den Bremsen liegt. Weil die jederzeit in der Lage sind, die Räder zu blockieren (ABS!) sind sie grundsätzlich stark genug. Die Lebensdauer ist eine andere Frage. Einige im Forum haben schon nach 60...70000km neue Beläge gebraucht. Mir hat die Werkstatt bei einem Urlaubscheck im Juni gesagt: "Machen wir bei der zweiten Durchsicht" also > 90000. Ich geh' allerdings auf der AB schon 1km vor der Ausfahrt vom Gas...

 

Der Berganfahrassistent ist ein klarer Pluspunkt. 10% Steigung - einfach einkuppeln und das Auto selber Gas geben lassen - macht er nämlich ;) - und wenn er rollt, selber Gas geben - geil - Ist aber vermutlich nix Ford-Exklusives.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Wendekreis/Wendigkeit
  • + Fahrgefühl
  • + Berganfahrassistent
  • - Bremsweg über dem Durchschnitt
  • - bei heftigen Lenkbewegungen und hohem Tempo wackelts

Komfort

3.5 von 5

Die Federung kann ich ehrlich gesagt nicht wirklich beurteilen. Als ich den T4 noch hatte und den Custom Probe gefahren bin, hab ich keinen Unterschied gemerkt. Natürlich liegt er hinten erst komfortabel, wenn man etwas Ladung drin hat. Verstellbarkeit wäre da sicher besser, aber sei's drum - ist halt kein Merzedes nicht und wer einen Transporter kauft, weiß das.

Sitze vorn (ohne Elektromotorik) mit Armlehne innen für mich (1,80m) sehr bequem. Fahre ohne Probleme den ganzen Tag (natürlich mit den üblich Pausen ;)). Allerdings haben größere Leute "wegen der kurzen Sitzfläche" schon geschimpft.

Die Sitze hinten sind wirklich super. Die Lehnen sind verstellbar und die Außensitze haben (außen) eine Armlehne (klappbar/2te; in der Verkleidung/3te). Insbesondere wenn man schonmal zu dritt mit 'ner T5-Caravelle hinten mitgefahren ist (oder mit 'nem Sharan - Graus) wird man die Ellenbogen- & Beinfreiheit zu schätzen wissen. Allerdings ist der Zustieg zur dritten bei eingebauter 2ter nich so toll, weil man die 2te aufwickeln muß, um durchzukommen. Beifahrerseite ist das noch rel. komfortabel (Hebel); Fahrerseite sehr umständlich. Insofern hätte die 2te ruhig 5cm weiter vorn stehen können... Anyway, ich hab die 2te eh' meist nicht drin und bei gelegentlichen Personentransporten...

Was ich wiederum sehr sinnvoll finde, sind die außenliegenden Trittstufen. Sie halbieren die Einstiegshöhe und man hat innen einen ebenen Boden. (Innenliegende Stufen: nur 10cm reduzierte Einstiegshöhe und dauernd fällt was rein.) Dafür sind sie rel. schmal und die Passagiere treten beim Aussteigen gern mal auf die Türdichtung - man muß immer darauf hinweisen.

 

Innengeräusch hatte ich schon. Vom Motor her sehr leise. Auf Kopfsteinpflaster klappert halt immer irgendwas (im Zweifel mein Werkzeugkasten :))

 

Die gut funktionierenden kleinen Helferlein wie Berganfahr-, Spurhalte-, Fernlicht- (mit Abstrichen) usw. -Assistent möchte ich nicht mehr missen, gibt es aber vermutlich so oder ähnlich oder besser bei allen Fabrikaten. Auch sowas wie Sprachsteuerung/Blauzahn (Mein Auto ist seitdem 'ne Telefonzelle :)), Kurvenlicht (sehr gut, weil zusätzlich mit eigener Lampe) und - natürlich - der unverzichtbare Tempomat (da fände ich es allerdings auch besser, wenn er nicht nach jedem Start erst wieder eingeschaltet werden müßte).

Lenkrad- und Radiobedienung sind m.E. vorbildlich (sofern man einen Touch nicht berücksichtigt). Da kann ich den abfälligen Kommentar im ADAC-Test überhaupt nicht nachvollziehen. 100% intuitiv - jeht mir zuhause mit die janzen Joysticks und Drehknöppskes! Und ich hatte schon fast alle Hersteller als Mietwagen.

Radiodisplay ist etwas altbacken.

Allerdings ist das Auswählen und Abspielen von Musik vom Stick eine Katastrophe. Wenn man nur Inselmusik drauf hat, kann man "Alles abspielen" oder "Zufallswiedergabe" wählen und gut. Viele Verzeichnisse und verschiedene Musikstile sind blöd. Einen bestimmten Titel rauszusuchen, ist insbesondere deshalb blöd, weil er nicht im Verzeichnis bleibt und man sich immer erst wieder durch die Verzeichnisse tippen muß. Naja ich häng meist zusätzlich das Wischfon an den AUX-Eingang. Vielleicht hat ja das neue Modell einen Touch....

Das Radio ist soweit ok (DAB!). Gehobenen Musikgenuß jibtet aber nur mit nachträglichem Upgrade (mindestens Subwoofer). Insbesondere die Türlautsprecher sind bei höherer Lautstärke in den Bässen schnell überfordert.

Die Dachantenne ist nicht brauchbar, wenn man öfter ins Parkhaus fährt oder ein Carport hat. Der kurze alternative ATU-Schlabberstummel ist in Ballungsgebieten ok aber ein Kompromiß.

 

Navi habe ich auch nicht von Ford. Kaufe ich grundsätzlich zum-an-die Scheibe-saugen. Deutlich preiswerter, immer aktuell, man kann sich eins aussuchen, dessen Bedienung einem gefällt und es ist zur Not einfach in die Hand und auch mitzunehmen.

Außerdem: Neulich hatte ich in einem Miet-Mondeo (Klasseauto - aber zu klein :)) so'n Mittelkonsolenteil. Man (zumindest ich) guckt deutlich länger drauf, um es zu erfassen, als bei einem Scheibengerät.

Das trifft übrigens auch für das Bild der Rückfahrkammera zu, das für mich im Rückspiegel hervorragend platziert ist - da wo man hinschaut, wenn man rückwärts fährt. Dafür ist es dann halt nicht so groß.

 

Wirklich unzureichend ist die Heizung. Das liegt an dem fehlenden echten (Diesel-) Zuheizer. Im Winter bei deutlich unter 0 in der Stadt ist bibbern angesagt. Habe deshalb eine Standheizung nachgerüstet, deren Bedienkonzept (i.w. Ein-/Ausschalter:)) sogar ich verstehe. Jetzt bin ich auch in diesem Punkt sehr zufrieden. Bevor jemand das Fordteil ordert: lest die diversen Threads zu diesem Thema hier im Forum. Anscheinend ist die Bedienung eine Katastrophe.

Klimaanlage (bis 2014 oder 15 noch manuell) ist soweit ok, wenn man das hintere Aggregat drin hat. Neuerdings gibt es ja auch eine Automatik.

Die Bewertung unten betrifft den Zustand ohne Standheizung.

 

Was ich sonst auszusetzen habe:

 

Das Gehupe bei Abschließversuchen & offener Tür hatte ich ja schon desöfteren bemängelt. Muß ich ihm noch abgewöhnen.

Die (Nicht-)Entwässerung der Frontscheibe teilweise durch den Motorraum ist auch ein Thema, das mich stört, aber bisher folgenlos ist. (1 oder 2x trat nach sehr langem heftigen Regen beim Start ein Klappern durch nassen Keilriemen auf - sie habens im Rahmen einer Ford-Aktion durch Kleben zusätzlicher Moosgummistreifen nachgebessert.)

Fensterheber geht mir auch auf die Ketten, weil er ohne Zündung nicht funktioniert, nicht mal mehr zugeht. Vergeß ich dauernd :(

Radio geht aus, wenn man 'ne Tür aufmacht. Man hört gerade seine Lieblingsmusik und bums ist sie aus. Als ob die Umgebungsbeschallung bei offener Tür lauter wär als bei geschlossener - bei einer Schallisolation aus 0,5mm Blech :D

Und man kann es vermutlich nicht mal ändern, weil das bestimmt über CAN gesteuert wird.....

Ach, diese Gängelei. Und alles nur, weil es in usa 'ne Schadensersatzklage wegen leerer Batterie geben könnte - dabei hat man zwei.

Vielleicht wähl ich doch mal blaugelb - nee, war 'n Scherz ;)

Die Knöpskes für die Sitzheizung sind ungünstig platziert. Wenn man wie ich öfter über die Beifahrertür aussteigt, kommt man dauernd dran und hat dann auch im Sommer einen warmen Hintern - ein zweifelhaftes Vergnügen.

 

So, was habe ich vergessen?

Im Zusammenhang mit dem Unterbodenschutz habe ich den echten Scherenwagenheber zu schätzen gelernt. Mit einem Tropfen Öl auf der Spindel wirklich vorbildlich.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Hintere Sitze Ellenbogen- und Beinfreiheit
  • + Sprachsteuerung/Blurtooth/Sync
  • + Innengeräusch
  • + zwei Batterien
  • - Heizung im Stadtverkehr mangelhaft -> Standheizung ist Muß

Emotion

3.5 von 5

Sofern der Begriff "Emotion" bei einem Kleinbus anwendbar ist:

Das Auto sieht insbesondere schräg von vorn betrachtet echt gut aus. Die Heckansicht hält da naturgemäß nicht mit. Deshalb nicht die höchste Designwertung von mir.

Komfortabel heißt in diesem Fall, daß alle Nutzungsarten bequem und kurzfristig möglich sind. Weil die Schlafmöglichkeit in Eigeninitiative nachgerüstet werden muß, die Abstriche. Der Kompromiss zw. Reiselimousine, Personen- und Lasten-Transport ist fast ideal gelungen. Vorn sollte man für Letzteres die Zurrösen an den B-Säulen unten nachrüsten.

Das "Image" würde ich eher neutral sehen. Negativ ist es aber sicher nicht.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + schickes Mobil

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 300-400 Euro
Verbrauch auf 100 km 8,0-8,5 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Werkstattkosten pro Jahr 200-500 Euro
Haftpflicht 500-600 Euro (30%)
Teilkasko 400-500 Euro
Außerplanmäßige Reparaturkosten Sonstiges - Motorhaubenschloß (100 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Langzeit-Erfahrungen gibt es ja noch nicht aber nach meinen bisherigen Eindrücken würde ich das Auto dem Branchenprimus immernoch vorziehen und jederzeit wieder kaufen. Geile Karre - aber nur mit Standheizung :)

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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