• Online: 2.023

Test: Skoda Yeti 1.2 TSI DSG Elegance - Yeti, Dich finden sogar Rocker gut

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Der Yeti ist Skodas ulkigstes Modell. Eigentlich nichts für MT-Redakteur und Rockerkarrenfahrer Philipp Monse. Trotzdem funkt es auf der Fahrt zum Festival.

Er hat schon eine knuffige Front Er hat schon eine knuffige Front

Berlin - Persönlich weiß ich mit Karosserieformen wie der des Yeti nur wenig anzufangen. Kompakt-SUV nennt sich so etwas und sieht bei Skoda aus wie ein Hochdachkombi auf Stelzen. Was sich seltsam anhört, sieht live einfach lustig aus. Ich schließe den Racker schnell ins Herz. Zur coolen Karre reicht es nicht, aber seine Front ist doch wirklich – Achtung – „knuffig“.

Wenig überraschend also, dass sich dieses Jahr auf dem Metal-Festival niemand nach meinem Auto umdreht. Dafür sehe ich bestens raus. Die Übersicht ist dank der erhöhten Sitzposition und dem quaderförmigen Heckaufbau vorbildlich. Damit kann jeder einparken – auch ohne elektronische Helfer.

Ein wenig seltsam sieht er schon aus Ein wenig seltsam sieht er schon aus In der Elegance-Ausstattung wirkt der Innenraum einwandfrei, aber nicht ansprechend. Die beige Lederausstattung Lynx kann das ändern – für 1.720 Euro. Solide VW-Technik und jede Menge Platz für die Fondpassagiere lassen wenige Wünsche offen. Einzig der Kofferraum könnte größer sein. Bei bis zu 510 Litern Volumen (abhängig von der Position der hinteren Sitze; minimal 405 Liter) passt trotzdem das Festival-Gepäck von drei Leuten rein. In den vielen kleinen Staufächern und dem doppelten Boden im Kofferraum finden Kleinteile Unterschlupf.

Mit den einzeln umklappbaren Rücksitzen (Varioflex-System aus dem Roomster) wächst das Kofferraumvolumen auf 1.580 Liter (mit ausgebauten Sitzen bis zu 1.760 Liter). Dann kann man im Yeti sogar zu zweit übernachten, nachdem das Sommergewitter das Zelt weggefegt hat. Etwas kuschelig wird es dabei schon.

Motor & Verbrauch

Das wird ein günstiges Festival, denke ich mir. Der 1,2-Liter-Vierzylinder mit 105 PS soll schön sparsam sein. Dann teilen wir die lächerlichen Spritkosten durch drei. Doch der Motor macht uns einen Strich durch die Rechnung.

6,6 Liter sollen es laut Skoda im kombinierten Verbrauch sein. Ich fahre im Stadtverkehr aus Berlin, dann etwas Autobahn (nicht mehr als Richtgeschwindigkeit 130 km/h) und ein Stück Landstraße. Aber hoppla, im Display stehen 12,2 statt 6,6 Liter. Und das bei einem Vorwärtsdrang, den man nur als kriechend beschreiben kann. Laut Skoda beschleunigt der Yeti in 12 Sekunden von Null auf 100 km/h. Das klappt nur, wenn man das 7-Gang-DSG manuell zu dieser Fahrleistung peitscht. Ich erspare dem Yeti und mir diesen Stress, er schluckt schließlich schon genug.

Ausstattung & Preis

Von außen sieht er ja schon lustig aus, aber innen gibt mir der Yeti den Rest. Den Sitz schön hoch, das Lenkrad in eine Position à la Lkw und schon steuert man einen ulkigen, kleinen Lastesel. Ich verspüre Fahrspaß, der nicht von Geschwindigkeit, straffem Handling und PS abhängt. Der Yeti macht Spaß im eigentlichen Sinne und nicht durch harte Adrenalinkicks.

Hinten raus sieht man gut Hinten raus sieht man gut Das riesige elektrische Panoramaschiebedach (1.095 Euro) steigert den Fun-Faktor noch. Der Preis scheint happig, bleibt aber im Vergleich ein gutes Angebot (VW Tiguan: 1.175,00 Euro). Die Investition lohnt sich jedenfalls. Gut bezahlt werden will auch das Radio- und Navigationssystem Columbus mit Touchscreen für 1.880 Euro. Viel geboten bekommt man dafür nicht, aber der Touchscreen gefällt der Freundin.

Wie das Äußere, bleibt das Fahrwerk unauffällig, nur die Hinterachse holpert, wenn der Yeti unbeladen bleibt. Für Ausflüge ins seichte Gelände eignet er sich bestens: Während andere bei der Abreise vom Festival mit dem Schlamm kämpfen, brausen wir mitten durch.

Meine Freunde werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich bleibe dabei: Ich mag den Yeti. Leider ist der Skoda-SUV kein Schnäppchen. Unser Testwagen kostet 30.125 Euro.

Avatar von granada2.6
Mercedes
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