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Citroën: Marken-Ausblick - Picasso und C4 weg, stattdessen neue SUVs

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Drei Volumenmarken betreibt der PSA-Konzern seit der Opel-Übernahme. Citroën soll die unkonventionellste sein. Und konzentriert sich dennoch stark auf neue SUV.

Beim C4 Cactus entschied sich Citroën für eine umfassende Überarbeitung. Das Modell soll auch den kompakten C4 bis auf Weiteres ersetzen Beim C4 Cactus entschied sich Citroën für eine umfassende Überarbeitung. Das Modell soll auch den kompakten C4 bis auf Weiteres ersetzen Quelle: Wolfgang Groeger-Meier/Citroen

Paris – Seit dem ersten August 2017 betreibt der PSA-Konzern drei Volumenmarken. In Europa ist Opel davon in punkto Absatz die größte, Citroën die kleinste. Der Marken-Claim: „Be different, feel good“. Das zielt vor allem auf Komfort, womit nicht allein die Federung gemeint ist: „Zum Komfort zählen für uns auch gemütliche Sitze, angenehme Materialien, ein gutes Raumgefühl, viele Ablagen, eine pfiffige Variabilität, geringes Geräuschniveau und eine einfache Handhabung“, sagt die Markenchefin Linda Jackson.

Stellvertretend für diese Philosophie fährt der C4 Cactus, ein Crossover der Kompaktklasse, der besonders durch seine dicken seitlichen Schutzleisten (Airbumps) auffällt. Auch der C3 weicht mit seinem Zweifarben-Design (60 Prozent der Käufer entscheiden sich dafür) und seinem Wohnzimmer-Look im Innenraum vom Mainstream ab.

Diesen Stil wird die Marke fortführen. Der C3 Aircross, ein City-SUV, hat soeben den eingestellten Minivan C3 Picasso beerbt. Ende 2018 folgt der C5 Aircross. Er wurde bereits im April in Shanghai vorgestellt und geht zuerst in China in den Verkauf. Der C5 Aircross gilt als das erste selbst konstruierte SUV von Citroën. Der bisherige C4 Aircross basierte auf dem ASX von Mitsubishi.

Neuer Siebensitzer, aber kein neuer C4 Picasso

Im chinesischen C5 Aircross debütiert Citroëns neue Komfort-Federung „Air Cushion“. In Europa wird diese Technik zuerst im soeben umfangreich gelifteten C4 Cactus sitzen, der im kommenden Frühjahr auf den Markt kommt und sowohl den direkten Vorgänger als auch den kompakten C4 ablöst.

In Summe, so hofft Citroën, lassen sich so deutlich mehr Kunden erreichen. Eingestellt wird zudem der C4 Picasso, ein Nachfolger ist lediglich für den siebensitzigen C4 Grand Picasso vorgesehen. Debüt: 2019. Die Tendenz ist also klar: Neue SUV kommen ins Programm, ein Van und eine kompakte Limousine verschwinden. Die Mittelklasselimousine C5 ist schon weg.

Laut Linda Jackson strebt Citroën für 2020 ein Absatzziel von 1,6 Millionen Fahrzeugen an. 2016 waren es 1,41 Millionen Einheiten, wovon auf Europa etwas mehr als die Hälfte entfiel. Bestseller-Markt ist zwar noch Frankreich (257.000) – hier ist Citroën die Nummer drei –, doch dürfte China in diesem Jahr vorbeiziehen. Jeder fünfte Citroën geht mittlerweile nach China. Dort stehen die Modelle C Elysee, C4 Sedan, C4 L, C5, C6 und seit kurzem der C5 Aircross im Sortiment.

SUV mit viel Potenzial

Die globale Ausrichtung ist bei Citroën Kernstrategie. Außerhalb Europas will man innerhalb der nächsten vier Jahre 45 Prozent aller produzierten Fahrzeuge verkaufen. Der Fokus liegt auf den SUVs, in denen Produktmanager Xavier Peugeot „noch viel Potenzial“ sieht. Allein in Lateinamerika soll die Nachfrage bis 2020 um 35 Prozent steigen.

Für den Mittleren Osten und Afrika verkündet Citroën Wachstumsprognosen von elf, für Europa von 29, für Eurasien von 100, für Indien und den Pazifikraum von 45 Prozent. In China werden jährlich unglaubliche 8,3 Millionen SUV neu zugelassen, 45 Prozent des Gesamtmarktes. Xavier Peugeot erwartet für Citroën dort eine Steigerung von 30 Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre.

Neuer Berlingo 2018

In der PSA-Strategie festgeschrieben ist: jedes Jahr soll mindestens ein neues Kernmodell in jeder wichtigen Region vorgestellt werden. Insgesamt wird es acht dieser sogenannten „core models“ geben, wobei der C1, der in Kooperation mit Toyota entsteht, genauso ausgeklammert wird wie der Berlingo.

Der wird bereits 2018 in neuer Generation zum Händler rollen – gemeinsam entwickelt mit dem Nachfolger des Opel Combo. Anzunehmen, dass Citroën ihn zügig in einer elektrischen Variante bringen wird. Für Gewerbe, Handwerk und Lieferdienste im innerstädtischen Bereich werden diese Fahrzeuge zunehmend wichtiger, gerade im Hinblick auf für Verbrennungsmotoren gesperrte Umweltzonen.

Mit Spannung erwartet wird bei Citroën ein neues Flaggschiff. Dazu fühlt sich die französische Traditionsmarke allein der Historie wegen verpflichtet. Traction Avant, DS, CX, XM oder C6 schrieben stolze Kapitel der französischen Automobilgeschichte. Die künftige große Limousine der Marke soll ein typischer Citroën werden, unkonventionell im Design, neuartig im Innenraum, mit besonderen Materialien. Erwartet wird sie nicht vor 2020.

„Wir beschreiten nicht den traditionellen Weg“, verspricht Linda Jackson. Deutliche Hinweise auf die Zukunft gab 2016 die Studie „CXperience“. Ob diese Modellbezeichnung am Ende eine Chance hat? Das neue Modell könnte das Kürzel C5 weiterführen, denn man sieht sich eher im Segment von Passat, Talisman oder Insignia und nicht bei Audi A6 und Fünfer-BMW. Ob Citroën seinem Topmodell einen Kombi (Break) zur Seite stellt ist offen. Vermutlich nein, auch wenn dies, historisch betrachtet, ein wichtiges Thema war.

Neuer Diesel in der Entwicklung

Was die Antriebe angeht, mausert sich der kleine 1,2-Liter-Dreizylinder zum wichtigsten Volumenmotor der Marke. In der Entwicklung befindet sich ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel. Gut möglich, dass der neue Hightech-Selbstzünder zum Marktstart des neuen C4 Cactus fertig ist.

Das erste Modell, das mit Plug-in-Hybrid (PHEV) fährt, wird der C5 Aircross. Das SUV basiert auf der Plattform EMP2. CMP heißt die Architektur, die für die rein elektrischen Fahrzeuge vorgesehen ist. 2020 will Citroën hier sein erstes BEV der neuen Generation vorstellen. 2023 sollen 80 Prozent aller Modelle elektrifiziert sein.

 

 

Quelle: SP-X (Michael Specht)

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