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Citroën Cxperience Concept: Studie für Paris - In diesem Plug-in-CX steckt mehr Serie, als man denkt

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Ganz schön retro: Diese Studie trägt "CX" im Namen, hat ein Einspeichenlenkrad und eine konkave Heckscheibe. Und sie zeigt, wie sich Citroën einen echten C6-Nachfolger vorstellt.

Citroën zeigt auf dem Pariser Auto-Salon Ende September 2016 die Studie "Cxperience Concept". Sie wirkt futuristisch - aber damit passt sie perfekt in die Ahnenreihe großer Citroën Citroën zeigt auf dem Pariser Auto-Salon Ende September 2016 die Studie "Cxperience Concept". Sie wirkt futuristisch - aber damit passt sie perfekt in die Ahnenreihe großer Citroën Quelle: Citroen

Paris - Vorwärts in die Vergangenheit? Cxperience Concept nennt Citroën diese 4,85 Meter lange Studie für den Pariser Automobilsalon im September. Beim Kürzel CX werden Citroën-Fans natürlich sofort hellhörig. Denn so hieß ein ab 1974 gebautes Oberklasse-Modell der Marke.

Mit der neuen Studie will der PSA-Konzern zeigen, wie heutzutage ein Citroën der gehobenen Klasse aussehen könnte. Denn nach dem Ende des C6 im Jahr 2012 trat die Marke in dem Segment nicht mehr an, in dem sie einst mit DS, CX und XM für Aufsehen sorgte.

Wer nun denkt: „Jaja, spannende Studien kann Citroën, aber wann bauen sie so etwas mal?“, der sollte sich erinnern: Den Cactus hat Citroën gebaut. Diesmal verspricht der Hersteller, die Schrägheck-Limousine markiere „eine neue Etappe in der Strategie der Marke“ und „verkörpere die neue Produktoffensive“.

Viel Retro, aber keine Hydropneumatik

Im Cxperience Concept gibt Citroën Ausblicke auf zwei seriennahe Technologien: Das Komfort-Programm "Advanced Comfort" und den Plug-in-Hybridantrieb des PSA-Konzerns Im Cxperience Concept gibt Citroën Ausblicke auf zwei seriennahe Technologien: Das Komfort-Programm "Advanced Comfort" und den Plug-in-Hybridantrieb des PSA-Konzerns Quelle: Citroen

In vielen Details wirkt das Citroën Cxperience Concept alles andere als neu. Die ausladende Schrägheck-Karosse mit kurzen Überhängen zum Beispiel: Ein klassisches Citroën-Stilmittel, hier mit drei Metern Radstand, zwei Metern Breite und nur 1,37 Metern Höhe – trotz riesiger 22-Zoll-Reifen. Die konkave Heckscheibe oder das Einspeichenlenkrad fand man ebenfalls beim tiefen Griff ins hauseigene Erbgut.

Dort entdeckten die Citroën-Strategen auch das zentrale Thema der Studie: Komfort, ein Klassiker bei Citroën. Und eine Eigenschaft, die die Doppelwinkel-Autos künftig von den bisher eher bretthart abgestimmten Fahrzeugen der Edel-Ausgründung DS abgrenzen könnte.

Gegenläufig angeschlagene, bis auf 90 Grad öffnende Türen sollen einen bequemen Einstieg ermöglichen. Vom guten, alten Hydropneumatik-Fahrwerk, das klassische Citroën (und den noch aktuellen C5) wie entkoppelt über die Fahrbahn schweben lässt, will man jedoch nichts mehr wissen. Die Nachfolgetechnologie nennt Citroën „Advanced Comfort“ und setzt dabei auf hydraulische Dämpfer, eine steifere Karosse und neue Schaumstoffe für die Sitze.

Ausblick auf den neuen PSA-Hybridantrieb

Der Innenraum des Citroën Cxperience Concept wirkt studientypisch. Aber viele technische Details sind anderswo bereits Serie Der Innenraum des Citroën Cxperience Concept wirkt studientypisch. Aber viele technische Details sind anderswo bereits Serie Quelle: Citroen

Seriennah wirkt das Messestück zwar nicht, mit dem Citroën an alte Qualitäten anknüpfen will. Aber der Eindruck könnte täuschen. Viele Gimmicks wie die Kamera-Rückspiegel oder der riesige Touchscreen wirken heute kaum noch absurd: Beides haben amerikanische Hersteller bereits in Serie gewagt. Ein übergroßes Head-up-Display statt eines Tachos? Denkbar. Eine Tablet-Halterung oder eine Vorrichtung für induktives Handy-Laden im Auto sind ebenfalls keine Science Fiction mehr.

Bekannt ist, dass PSA an einem neuen Plug-in-Hybridantrieb mit Benzinmotor arbeitet. 2018 soll er in Serie gehen. Das Citroën Cxperience Concept bietet einen ersten konkreten Ausblick auf die Technik: Der Benziner mit „150 bis 180 PS“ sitzt vorn, der Elektromotor mit 80 kW Leistung (109 PS) an der Hinterachse. Die Systemleistung soll „bis zu 300 PS“ betragen. Eine 13-kWh-Batterie ermöglicht eine elektrische Reichweite von 60 Kilometern. Quer zwischen den Motoren platzieren die Ingenieure ein automatisiertes Achtgang-Getriebe.

Wird Citroën dieses Auto also bauen? Den Antrieb definitiv. Dass die Marke eine große Reiselimousine benötigt, als Nachfolger des C6 sowie des angegrauten C5, ist ebenfalls klar. Dabei kann es sich kaum um den langweiligen C6 handeln, den PSA im April 2016 in China zeigte.

Solange er das Modell weltweit verkaufen kann, wird PSA-Chef Carlos Tavares sich einem mutigeren Entwurf daher kaum verschließen. Eine etwas geglättete Variante dieser „hochwertigen, international ausgerichteten Limousine“ (Pressetext) könnte der Studie also durchaus folgen.

Avatar von bjoernmg
Renault
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