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zu tief geschliffen

Themenstarteram 17. März 2019 um 21:39

Sehr geehrtes Forum,

ich versuche mich gerade an dem Tank meines Motorrades und stoße hier auf ein paar Herausforderungen...

Der Tank wurde vom Vorbesitzer mit Spraydosenlack einfach überspüht, um ein paar Unebenheiten auszubessern....Die übersprühte Farbe war Mattschwarz und sah zugebenermaßen auch ziemlich cool aus an dem Bike...leider war die Qualität aus der Spraydose entsprechend, sodass nach einigen Fliegen, etwas Benzin usw der Tank eiegntlich ziemlich schrottig aussah.

Ich habe den Tank nun zunächst mit 300er nass geschliffen und anschliessend nochmal einige Stellen mit 400er. An manchen Stellen waren sehr hartnäckige Aufkleber, sodass ich dort etwas zu viel weggeschliffen habe....zum Teile durhc die silberne Originalfarbe hindurch, über die rote Grundierung bis zur gelben Grundierung...

Auf den glatten Oberflächen lässt sich die mit Haftgrund gut in den Griff kriegen, das gleiche ist mir aber auch an den Kanten des Tanks passiert, da hier einige Kratzer waren...(siehe Bilder im anhang). Der silberne Originallack ist überall gut angeschliffen...

Ich frage mich nun wie ich mich den Kanten widerfahren soll....

Ich kann mit zwei Varianten vorstellen:

1. einfach so lassen und probieren es mit einer Lage Haftgrund zunöächst lokal auszugleichen, dann eine zweite Lage vollflächig über den gesamten Tank?

2. die Kanten komplett bis auf Metall freilegen, und den Übergang dann auf den 'ebenen' Flächen mit Haftgrund herstellen...das heisst Haftgrund drauf und dann mit nem 800er nassschleifen...

Ich glaube das Ding komplett zu entlacken, wäre zu aufwändig...für das was ich amchen möchte:

Matt-schwarz,1 bis zwei Lagen, dann matter 2k klarlack drüber....

vllt kann mir jemand einen Rat geben, wie ich am besten weitermache?

Vielen Dank!

Stefan

Lack
Lack2
Lack3
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10 Antworten

Grundierung, Lack, Klarlack. 2k damit es Beenzinbestädig ist.

Die Grundierung macht den Rostschutz und sorgt für gute Haftung.

Themenstarteram 17. März 2019 um 23:15

Hi Provaider,

danke für die Hinweise.

würdest du sagen, och soll die Grundierung einfach drüber ziehen, oder weiter abschschleifen?

 

Zitat:

Ich kann mit zwei Varianten vorstellen:

1. einfach so lassen und probieren es mit einer Lage Haftgrund zunöächst lokal auszugleichen, dann eine zweite Lage vollflächig über den gesamten Tank?

2. die Kanten komplett bis auf Metall freilegen, und den Übergang dann auf den 'ebenen' Flächen mit Haftgrund herstellen...das heisst Haftgrund drauf und dann mit nem 800er nassschleifen...

Für eine Lackierung mit ausreichend Qualität ist es absolut unerlässlich, mindestens alles bis auf einen Tragfähigen untergrund abzuschleifen (Also Lackabplatzer großzügig abschleifen). Grundsätzlich muss die gesamte Fläche angeschliffen/matt sein, um tragfähig zu werden. Kleinste Rospunkte sollten auch unbedingt ausgebessert werden. Ich habe für mein Auto damals MIPA 2k Epoxidgrundierung verwendet. Diese hatte ein hohes Volumen, was es sehr einfach macht, kratzer zu füllen. Anschließend leicht anschleifen (400-600 reicht), damit die nächste Lackschicht tragfähig ist. Dabei aber nicht die Grundierung komplett abschleifen ausversehen. Gerne auch eine 2. Schicht grundierung.

Als Farbschicht reicht tatsächlich eine billige Spraydose, denn das ist auch nur Acrylfarbe (kuck, dass es kein Alkydharz ist, das lässt sich nicht/nur bedingt überlackieren und versiegeln und verbleicht durch Sonne auch schnell). Für eine Unifarbe empfehle ich einfach eine Dose wasserbasierte Acrylfarbe aus dem Baumarkt. Muss keine teure sein, aber ein guter Baumarkt mischt dir deine Wunschfarbe an. Damals hab ich 2,5 Liter gekauft. Ich habe nichtmal 1 Liter für einen Astra F gebraucht, da die Farbe vor dem Spritzen noch mit wasser verdünnt werden musste (war seeeehr zäh und hatte viele Pigmente - was gut ist). Vorteil einer Wasserfarbe: Stinkt fast 0,0 und ist nicht giftig (trotzdem schutzmaske pflicht!)

Zum Schluss kommt ein 2k Klarlack drauf. Achte darauf, dass die Farbschicht zu 100% getrocknet ist, sonst kann es unter umständen zu Lackschäden kommen (Blasen, Platzer, Risse!). Ein preiswerter 2k Klarlack reicht erfahrungsgemäß aus, härtet aber unter umständen nicht in wenigen Stunden vollständig aus. Bei meinem Auto war der Lack erst nach einer Woche glashart. Aushärtung lässt sich auch mit Hitze beschleunigen, bei entsprechenden Lacksystemen hilft auch UV-Strahlung, da reichen dann Minuten zur durchhärtung.

Klarlack auf 2K basis zieht sich nicht zusammen, so wie er gespritzt wird, härtet er auch aus (vor allem bei "High-Solid"/"HS", was zu bevorzugen ist) Also sind Tropfen zu vermeiden und auch zu dünnes oder zu dickes auftragen. Trägt man zu dünn auf, bekommt man eine furchtbare Orangehaut. Bei zu dickem auftragen bekommt man Laufnasen. Klarlack auftragen ist beim Lackieren meißt die allergrößte Herausforderung. Laufnasen lassen sich NICHT wegwischen - das macht es schlimmer.

Tropfen, Huckel oder Nasen kann man mit 2 Methoden sehr effektiv entfernen:

- Feinsprachtelmasse um die Nase auftragen (möglichst glatt), anschließend abschleifen mit feiner körnung. Danach nur noch polieren, fertig

- mit dem Cuttermesser vorsichtig abkratzen. gegebenenfalls nochmals mit sehr feiner körnung nachschleifen. Dann polieren.

Da du und ich keine Profis sind: Staubeinschlüsse und damit Huckel kannst du nicht vermeiden. Also empfehle ich, in mehreren Schichten (2-3) viel Klarlack aufzutragen, damit mann ausreichend substanz hat um zu polieren und falls nötig zu schleifen, ohne komplett durch den Lack zu schleifen.

Ich hoffe, ich konnte helfen.

Mein Setup war übrigens eine 15€ Ebay-China-Lackpistole (Aber achtung: keine kleine, sondern eine große wie üblich - es gibt inzwischen zahlreiche verschiedene Billigangebote). Ich hatte 2 Kompressoren zusammengeschlossen, da ein Auto eine gigantische Menge Luft braucht und ein Dauerbetrieb billige Kompressoren im 0,nix killt. Für ein kleines Teil reicht aber ein üblicher kompressor meißtens. 2,5 Bar reichen für gewöhnlich, aber 3,5 bar ist besser für eine bessere Zerstäubung - wirkt auch einer Orangenhaut entgegen. Mehr Druck bedeutet aber auch mehr Arbeit für den Kompressor.

Bei allen 2k oder Alkoholbasierten Systemen ist Atemschutz unerlässlich. Vor allem der Klarlack ist furchtbar in den Atemwegen. Versuch es gar nicht erst ohne Schutz.

Zu guter letzt: Lackieren macht unglaublkich Spaß. Wenn man keine Lackierpistole investieren möchte (15€ ist doch eig. nicht teuer, oder?), kann man Grundierung und Klarlack in 2K auch in Dosen kaufen. Ist nicht billig, geht aber auch. Nach der ersten Benutzung härtet die Dose aber aus und alles was übrig ist kann nur noch in den Müll. Also lieber selber mischen und Pistole nehmen, wenn du irgendwoher einen Kompressor herbekommst. Macht auch viel mehr Spaß.

Was für Farbe möchtest du nehmen? Lass mal paar Bilder sehen. :)

 

Liebe Grüße.

Achso: Ehe ich es vergesse! Wenn an einer Stelle irgendwann mal Plastik rauskuckt wie z.B. ABS oder PP, nimm für die Stelle unbedingt eine hauchdünne schicht Plastik-Primer. Auf der Dose steht auch drauf, für welchen Kunststoff das geht und auf dem Bauteil steht eigentlich immer, welcher Kunststoff es ist. Keine dicke Schicht, da der Primer den Kunststoff oberflächlich anätzt. Das würde die Festigkeit des Kunststoffteils möglicherweise beeinträchtigen. Also eine 90% abdeckung reicht aus - hält nun schon 3 Jahre an der Stoßstange. ;)

Super beschrieben!

Ich würde auch den jeweiligen Zwischenschliff nass durchführen.

Themenstarteram 18. März 2019 um 11:13

Vielen Dank,

ich bin einfach kein Experte und wenn man googelt findet ma lauter widersprüchliche Aussagen...

ich würde mir gerne einen 2K Klarlack bestellen, da diese Benzinfest uns besodners kratzfest sind. Die gibt es auch in matt.

 

In den Spezifikationen steht das folgende:

Zitat:

Technische Eigenschaften:

Lack: Zwei-Komponenten-Acrylatharze

Härter: Aliphatische Polyisocyanate

Festkörperanteil: ca. 25 % bezogen auf verdünnten Lack ohne Treibgas

VOC-Wert: < 840 g/l bez. auf Aerosoldose einschl. Treibgas

Einsatzgebiete:

Ausbesserung im Bereich der Teil- und Reparaturlackierungen auf matten Oberflächen.

Lösemittel- und wasserverdünnbare Basislacksysteme, nach Herstellerangaben getrocknet.

Altlackierungen, gereinigt und geschliffen.

Was für einen möglichst günstigen Basislack kann ich denn dann verwenden, ohne dass mir dieser später um die Ohren fliegt?

Die schreiben ja, dass man diesen 2K Lack auf Acrylbasis auf anderen durchgetrockneten Lacken anwenden kann...

Du empfiehlst ja wasserverdünnbaren Acryllack. Kann ich mir im Baumarkl eine Dose kaufen und diesen dann mit dem Pinsel auftragen? Oder gibt es soetwas auch schon in Spraydose? Ich fände es gut, wenn es ncith stark nach Lösungsmitteln riecht o.ä.

Wie bereits gesagt: Jeder Acryllack ist für solche Zwecke verwendbar. Pinsel rate ich ab, da die Oberfläche katastrophal uneben wird. Spraydosenlack ist auf Lösemittelbasis. Und natürlich geht das auch, ist aber sowohl für die Umwelt, als auch für die Gesundheit nicht so gut.

Ich habe noch nicht von Lösemittelfreiem Spraydosenlack gehört. Falls du das findest, es sollte auf jeden Fall auf Acrylbasis basieren, damit er sich mit dem Klarlack verträgt.

Für kleine Flächen würde ich jetzt einfach mal bei Ebay nach "2 Liter 2K HS Klarlack SET Von AVO mit Härter und Verdünnung Autolack A018" suchen. Leider steht nicht da, welcher Festkörperanteil enthalten ist. Aber für unter 20€ ein 1,5 Liter Set inklusive passender Verdünnung - die brauchst du auf jeden Fall auch, um die Lackpistole auszuspülen. Einfach ein kleiner Schluck rein, Deckel drauf, schütteln, lehrsprühen. Nochmal ein Schluck rein, Deckel drauf, lehrsprühen. Bis man eindeutig erkennen kann, dass nichts mehr in der Pistole ist.

Beim Lack auf Wasserbasis natürlich dafür unbedingt Wasser nehmen. Bei 2k Grundierung brauchst du wiederum die Verdünnung.

Du kannst natürlich auch zu höherwertigen Klarlacken greifen, was immer gut ist. Das kostet natürlich mehr.

Matter 2k Klarlack existiert auch. Nur weiß ich nicht, wie einfach sich damit lackieren lässt. Nach meiner Erfahrung muss bei allen matten Lacken eine absolut gleichmäßige Schicht aufgetragen werden, sonst sieht das hiterher ungleichmäßig aus, wie nasse flecken. Kuck dir mal die meißten Schwarz-matt lackierten Autos an. Die Mehrheit sieht furchtbar aus. Ich habe bisher erst 2 mal eine hochwertige, matte lackierung gesehen. Soweit ich weiß, kann man auch matt polieren - das würde eventuelle Fehler natürlich ausbiegen. Nur wie gut das geht, vor allem ohne Erfahrung, weiß ich nicht. Ein glanzlack ist immer einfacher. Zum Schluss auf Glanz polieren kann jeder - meine Ex hat von Hand ihren "Rolf" immer poliert, wenn etwas nicht perfekt aussah, wie z.B. Kratzer am Spiegel. Was für eine Frau... <3

Wenn du günstig wegkommen willst und gleichzeitig ein wirklich anständiges Ergebnis herauskommen soll, dann rede doch mit einer Lackiererei, dass du den Tank so weit vorbereitest, dass ihn der Lackierer nur noch ein letztes Mal entfetten und auf den Lackierständer spannen muß, bevor er lackiert.

Als Anfänger z. B. ein Spiegelgehäuse zu lackieren ist schon nicht einfach, aber sich an einen Tank heranzuwagen, dazu noch mit Sprühlack, ist mindestens zwei Nummern schwieriger. Und beim Aushärten, egal ob mit Hitze, Kälte oder UV - je nach Lackart - brauchst du dir dann hinsichtl. der Haltbarkeit auch keine Gedanken mehr zu machen.

Themenstarteram 20. März 2019 um 13:19

Hi,

danek für euer tolles Feedback. Ich habe es in etwa so gemacht, wie Spargel beschrieben hat.

Habe mit einem Lackierer geredet der mir den tank jetzt lackiert. Er möchte 150 € haben, da er den Tank vorher nochmal schleifen möchte....

Als er endlich richtig trocken war, habe ich gesehen, dass die hartnäckigen Original Aufkleber nocht nicht ganz entfernt waren, obgleich man sie beim nassschleifen ncith mehr spüren konnte...

Danke!

Ja, Aufkleber sind manchmal echt seeeehr problematisch. Bei meinem Astra habe ich da mit dem Schwingschleifer gearbeitet - hat auch echt gedauert bis die abgingen.

150€ klingt fair. Kann man auf jeden Fall machen!

Zitat:

@HeartOfGermany schrieb am 21. März 2019 um 13:41:02 Uhr:

Ja, Aufkleber sind manchmal echt seeeehr problematisch. Bei meinem Astra habe ich da mit dem Schwingschleifer gearbeitet - hat auch echt gedauert bis die abgingen.

150€ klingt fair. Kann man auf jeden Fall machen!

Fön - und was damit nicht geht: Radierer. Es gibt für diesen Zweck spezielle, die in Karosserieinstandsetzung und Lackiererei verwendet werden.

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