wird im Flachland nichtmal mehr theoretisch gelehrt wie man Steigungen und Gefälle fährt?
Ich war vor einer Woche wieder mal auf der Großglockner Hochalpenstraße. [1]
Bei einer meiner Überfahrten (ich fahre immer mehrfach drüber um die Maut auszunutzen) stand ein Auto mit belgischem Kennzeichen auf einem der vielen Parkplätze entlang der Strecke mit geöffneter Motorhaube.
Darunter nach der Kehre ein zweites Auto (niederländisches Kennzeichen) und an der Tisch/Bänke Kombination dort saßen die Fahrer und Passagiere beider Fahrzeuge und machten Pause.
Bin dann ins Gespäch gekommen und habe den Fahrer auf die offenen Motorhaube angesprochen.
Dem sind die Bremsen heiß geworden und haben natürlich übelst zu stinken angefangen.
Macht halt einen Unterschied ob man nur kurz beim Fahren in die Tiefgarage im Gefälle bremsen muss oder über mehr wie 30km mit mindestens 10-20% Gefälle fährt.
Habe ihm dann erklärt wie man eine km lange Gefällestrecke mit dutzenden Kehren so fährt dass man dann nicht mal plötzlich ins Leere steigt mit dem Bremsfuß.
(Ein Freund der mit mir dort drüberfuhr hatte schon einmal eine zu heiße Bremse bei einem Motorrad)
Auch wird das Wissen wie man in solchen Situationen vorgeht scheinbar garnicht, auch nicht theoretisch (wo wollten die denn das über in NL und vielen Teilen Nordeutschlands oder zum Teil auch Belgien?) durchgenommen, das hätte man auch im Theorieunterricht machen können.
An die Leser hier die auch aus dem Flachland kommen, wie wurde das Thema Bergfahrt bei euch durchgenommen?
Schutti
Beste Antwort im Thema
Das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer lässt mich befüchten, dass es eigentlich vollkommen egal ist, was in der Fahrschule gelehrt wird.
Beispiele?
Allgemein Blinker betätigen, besonders beim Verlassen eines Kreisverkehrs, Verkehrsschilder (besonders Halteverbot, Geschwindigkeitsbeschränkung und Fahrbahnbeschränkungen im Baustellenbereich - bis 2,10 m) alles uninteressant.
Rückspiegel, doppelte Umschaupflicht vor dem Spurwechsel oder Abbiegen? Warum, ich blinke doch, was fährt der Idiot da hinter mir auch so schnell, muss er halt bremsen (vielleicht schafft er es nicht, dann hat wieder so ein hirnloser Raser einen Unfall verursacht).
Abstand? Halber Tacho! Mein Tacho hat ungeführ 20 cm im Durchmesser, da reichen 10 cm Abstand. Da bin ich mit meinen 5 m bei Tempo 150 doch richtig gut.
Da halte ich die paar Fahrer, die nicht wissen, wie man Steigungen und/oder Gefälle fährt, für das deutlich kleinere Übel. Die sind ein-zweimal im Gebirge, lassen sich zudem aufklären. Aber wie klärt man den Sprinterfahrer auf, dass bei 180 km/h ein Abstand von 5 m zu gering ist und die Lichthupe da gar nichts nutzt, wenn die linke Spur dicht befahren ist?
58 Antworten
Zitat:
@Schuttwegraeumer schrieb am 30. August 2015 um 21:47:08 Uhr:
Nur weil da die Beläge immer heißer werden heißt das nicht dass nicht noch das dicke Ende kommt wenn man nicht reagiert.
Doch, passt der Wartungszustand der Bremsflüssigkeit, kommt das "dicke Ende" nicht. ("dicke Ende" = plötzlicher Tritt ins Leere).
Zitat:
@Schuttwegraeumer schrieb am 30. August 2015 um 14:44:33 Uhr:
An die Leser hier die auch aus dem Flachland kommen, wie wurde das Thema Bergfahrt bei euch durchgenommen?
Nein, wir warten bis uns einer aus den Alpen belehrt, wie man richtig Fährt. 🙂
Zitat:
@Jupp78 schrieb am 30. August 2015 um 21:57:27 Uhr:
Doch, passt der Wartungszustand der Bremsflüssigkeit, kommt das "dicke Ende" nicht. ("dicke Ende" = plötzlicher Tritt ins Leere).
Das halte ich aber für ein Gerücht! Der Unterschied ist nur, ob der Gau mit 150 oder 250° C an der BFK auftritt.
Zitat:
@Golfschlosser schrieb am 30. August 2015 um 22:19:03 Uhr:
Das halte ich aber für ein Gerücht! Der Unterschied ist nur, ob der Gau mit 150 oder 250° C an der BFK auftritt.Zitat:
@Jupp78 schrieb am 30. August 2015 um 21:57:27 Uhr:
Doch, passt der Wartungszustand der Bremsflüssigkeit, kommt das "dicke Ende" nicht. ("dicke Ende" = plötzlicher Tritt ins Leere).
Bei 250°C Bremsfüssigkeitstemperatur ist die Kombination Scheibe/Belag längst so etwas von schmierig, da will keiner mehr mit rum fahren, denn das gleicht bald einem Versagen. Aber das kommt schleichend und nicht plötzlich.
Ähnliche Themen
Ich hab die Kommentare jetzt nicht gelesen aber mein Senf zum Thema:
Nein, man lehrt einen in der Fahrschule nicht wie man Steigungen und Gefälle fährt.
Es fiel bei mir in der Fahrschule kein Wort zu dem Thema und mein Bruder (hat im Juni den FS gemacht) fuhr lange Gefälle auch mit "Dauerbremse" bis mein Vater im sagte, dass das materialmordend und sogar gefährlich (wegen Überhitzung) ist.
Am Berg anfahren lernt man in der FS auch nicht mehr (wohl weil die Fahrschulautos keine gescheiten Handbremsen mehr haben und so einen Kram wie Hillholder).
Mein Bruder wäre fast einem drauf gerollt weil er an einer starken Steigung mit unserem Benziner ohne Handbremse anfahren wollte und direkt abgewürgt hat (und danach noch einige Male abgewürgt hat bis er dann vom Fleck kam). Seit meine Mutter ihm das Berganfahren erklärt hat funktioniert das einigermaßen.
MMn sind sie grausam, diese heutigen Fahrschulen. Man muss nichts mehr können/denken, um den Führerschein zu bekommen.
Scheibenwischer/Licht gehen von selbst an, das Auto parkt von selbst ein (diese Funktion durfte ich sogar in der Prüfung benutzen), es hält die Spur von selbst, es sorgt dafür, dass berganfahren ist wie normales Anfahren,...
Grüße
Zitat:
Nein, wir warten bis uns einer aus den Alpen belehrt, wie man richtig Fährt. 🙂
Ist auch offensichtlich notwendig wie man hier lesen kann. 🙂
WST ist doch in Niedersachsen?
Und die Österreicher warten auf jemanden, der ihnen zeigt wie man sich auf unlimitierten Autobahnen verhält. 🙂
Zitat:
@servicetool schrieb am 31. August 2015 um 06:19:49 Uhr:
Und die Österreicher warten auf jemanden, der ihnen zeigt wie man sich auf unlimitierten Autobahnen verhält. 🙂
Nö, sinnlos dahinheizen, links schleichen und dicht auffahren können wir schon selber recht gut.
Danke, ich habe mir immer die Frage gestellt, warum manche Ösis so ein Verhalten auf der AB zeigen.
Ich dachte nicht, dass dies zur Führerscheinausbildung gehört. 🙂
Öisi sollten deshalb bei Grenzübertritt eine Nachschulung absolvieren müssen, der Standard in der Fahrausbildung ist bei A und D wohl doch zu verschieden. 🙂
Ich habe in DE aber dieses Verhalten unverändert weiter gesehen als ob man keine Staatengrenze passiert hätte.
Wer hat das jetzt von wem?
Und wenn wir schon am Nachschulen sind, könnte man für das Fahren in Nichtebenen genauso machen.
Setzen wir die Grenze mal bei 6% Gefälle/Steigung an dann dürfte ihr wenigstens alle unsere Autobahnen nutzen. 😁
War ja nur eine Frage der Zeit bis da ein paar Fahrer aus dem Flachland auftreten die sich in ihrer Autofahrerehre gekränkt fühlen.
Ich kann euch sagen woher man kommt sagt nix aus wie gut man am Berg fahren kann, zumindest habe ich schon genug Fälle gesehen wo das Kennzeichen auf Berglandbewohner hinwieß aber der Fahrstil unter jeder Sau war.
Da fährt dann ein Wiener recht brauchbar den Berg runter und der Steirer dahinter grillt seine Bremsen.
Der Thread wurde eröffnen weil scheinbar in manchen Gegenden das Thema Steigung und Gefälle überhaupt nicht behandelt wird in der FS.
Woher soll man etwas wissen was nicht vermittelt wird?
Zitat:
@Schuttwegraeumer schrieb am 31. August 2015 um 07:34:10 Uhr:
Woher soll man etwas wissen was nicht vermittelt wird?
Wenn ich mich recht erinnere, ist es nicht verboten, sich nach der Fahrausbildung weiterzubilden.
Bei den Kosten, die eine Führerscheinausbildung heute mit sich bringt, wird man nicht auf jede Eventualität eingehen können. Ich sehe die Führerscheinausbildung auch nur als Grundausbildung, dass man am Straßenverkehr teilnehmen darf.
Gruß
Hi,
es ist alles eine Frage der Übung. Meine Tante wohnt im Schwarzwald die fährt selbst im Winter die Bergstraßen das mit als " Flachländer" Angst und Bange wird und macht jedem Rally Fahrer Konkurrenz 😉
Aber Autobahnfahren ist für sie der Horror hat sie schon seit vielen Jahren nicht mehr gemacht weil die dabei Angst hat.
Gruß Tobias
Ich wohne im Sauerland, ein paar Berge und kleine Pässe haben wir hier durchaus. In meiner Fahrschule wurde das Thema Fahren in den Bergen aber leider auch nicht gesondert geschult. Und nicht wenige hier fahren die Bergab-Passagen auch mit durchgehend getretener Bremse. Was bei vielleicht 8% Gefälle (viel mehr ist es nur an wenigen Teilstücken) und wenigen 100m Höhenunterschied noch gut ausgeht, führt dann auf echten Pässen in den Alpen womöglich zum Versagen der Bremse oder wenigstens zu netten olfaktorischen Begleiterscheinungen.
In meinem Fall lag genug technische Neugier vor, so dass ich mich früh durch Unterhalten mit anderen Fahrern und durch Lesen diverser Bücher und Zeitschriften mit dem Thema Passfahrten beschäftigt habe. Was ist, wenn jemandem diese Neugier einfach fehlt?
Deswegen sehe ich das auch so, dass diese Art von Fahrkompetenz durchaus wieder stärker in den Fahrschul-Richtlinien berücksichtigt werden sollte.
Einen Freund, mit dem ich 2004 mal eine Reise nach Norwegen in einem alten WoMo gemacht habe, und der erst 2 Jahre davor den FS erworben hatte, musste ich damals auch deutlich zurechtweisen, als er den Trollstig mit durchgehend getretener Bremse hinabfahren wollte. Als mir das auffiel, waren wir schon halb unten, und ich hab ihn wohl ziemlich angeranzt, jedenfalls war er danach beleidigt. War mir in dem Moment dann aber auch egal.
Viele Grüße
SpyderRyder
Zitat:
@Schuttwegraeumer schrieb am 31. August 2015 um 07:34:10 Uhr:
Der Thread wurde eröffnen weil scheinbar in manchen Gegenden das Thema Steigung und Gefälle überhaupt nicht behandelt wird in der FS.
Woher soll man etwas wissen was nicht vermittelt wird?
Ich ironiere mal bis zum Sarkasmus 🙂
Die Ösis werden in der Fahrschule auch nicht auf Geschwindigkeiten jenseits der 130 ausgebildet.
Deshalb sind alle Ösis für deutsche Autobahnen ungeeignet.
Speziell die Bergbewohner leider unter Sauerstoffmangel und haben deshalb Probleme mit dem Fahren im Flachland. 🙂
Zitat:
@servicetool schrieb am 31. August 2015 um 11:32:36 Uhr:
Speziell die Bergbewohner leider unter Sauerstoffmangel und haben deshalb Probleme mit dem Fahren im Flachland. 🙂
Und diejenigen, welche im Tal wohnen, hyperventilieren laufend.
An der Theorie kann durchaus was dran sein.