wird im Flachland nichtmal mehr theoretisch gelehrt wie man Steigungen und Gefälle fährt?

Ich war vor einer Woche wieder mal auf der Großglockner Hochalpenstraße. [1]
Bei einer meiner Überfahrten (ich fahre immer mehrfach drüber um die Maut auszunutzen) stand ein Auto mit belgischem Kennzeichen auf einem der vielen Parkplätze entlang der Strecke mit geöffneter Motorhaube.
Darunter nach der Kehre ein zweites Auto (niederländisches Kennzeichen) und an der Tisch/Bänke Kombination dort saßen die Fahrer und Passagiere beider Fahrzeuge und machten Pause.
Bin dann ins Gespäch gekommen und habe den Fahrer auf die offenen Motorhaube angesprochen.
Dem sind die Bremsen heiß geworden und haben natürlich übelst zu stinken angefangen.
Macht halt einen Unterschied ob man nur kurz beim Fahren in die Tiefgarage im Gefälle bremsen muss oder über mehr wie 30km mit mindestens 10-20% Gefälle fährt.
Habe ihm dann erklärt wie man eine km lange Gefällestrecke mit dutzenden Kehren so fährt dass man dann nicht mal plötzlich ins Leere steigt mit dem Bremsfuß.
(Ein Freund der mit mir dort drüberfuhr hatte schon einmal eine zu heiße Bremse bei einem Motorrad)
Auch wird das Wissen wie man in solchen Situationen vorgeht scheinbar garnicht, auch nicht theoretisch (wo wollten die denn das über in NL und vielen Teilen Nordeutschlands oder zum Teil auch Belgien?) durchgenommen, das hätte man auch im Theorieunterricht machen können.

An die Leser hier die auch aus dem Flachland kommen, wie wurde das Thema Bergfahrt bei euch durchgenommen?

Schutti

[1] https://youtu.be/8MHJPTDpGII

Beste Antwort im Thema

Das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer lässt mich befüchten, dass es eigentlich vollkommen egal ist, was in der Fahrschule gelehrt wird.
Beispiele?
Allgemein Blinker betätigen, besonders beim Verlassen eines Kreisverkehrs, Verkehrsschilder (besonders Halteverbot, Geschwindigkeitsbeschränkung und Fahrbahnbeschränkungen im Baustellenbereich - bis 2,10 m) alles uninteressant.
Rückspiegel, doppelte Umschaupflicht vor dem Spurwechsel oder Abbiegen? Warum, ich blinke doch, was fährt der Idiot da hinter mir auch so schnell, muss er halt bremsen (vielleicht schafft er es nicht, dann hat wieder so ein hirnloser Raser einen Unfall verursacht).
Abstand? Halber Tacho! Mein Tacho hat ungeführ 20 cm im Durchmesser, da reichen 10 cm Abstand. Da bin ich mit meinen 5 m bei Tempo 150 doch richtig gut.

Da halte ich die paar Fahrer, die nicht wissen, wie man Steigungen und/oder Gefälle fährt, für das deutlich kleinere Übel. Die sind ein-zweimal im Gebirge, lassen sich zudem aufklären. Aber wie klärt man den Sprinterfahrer auf, dass bei 180 km/h ein Abstand von 5 m zu gering ist und die Lichthupe da gar nichts nutzt, wenn die linke Spur dicht befahren ist?

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Steigung ist ja wurscht - man muss nur ordentlich Flamme geben. 😁

Gefälle ist dagegen schon interessanter: Motorbremse beim Schalter o.k., aber mit Automatik? Hab dazu gerade mal im 212er Forum einen Post gesetzt.

Bislang bremse ich eher kurz und kräftig, um in der gewünschten Geschwindigkeit zu bleiben. Überhitzen durch dauerhaftes Stehen auf der Bremse sollte man schon zu vermeiden wissen.

Wobei ich glaube das zumindest bei meinen gelochten, innenbelüfteten Scheiben das sooo schnell nicht passieren dürfte. Natürlich kriegt man die auch blau und krumm, aber das ist ja nicht das Thema.

Andy

@AndyW211320
Du hast doch die 7-Gtronic. Wenn Du Deinen Wählhebel nach links bzw. rechts drückst kannst Du den Schaltbereich der Automatik nach oben begrenzen. da sollte dann im Kombiinstrumnet z.Bsp als Ganganzeige D4 stehen..sprich die Automatik schaltet nicht weiter hoch als wie in die 4. Stufe.

Aehm bei Automatik hast du entweder die Bergabfahrstufen oder ein Assistenzprogramm, also durchaus machbar, Gelocht oder nicht ist wurscht, innenbelüftet trägt zur schnelleren Abkühlung bei.

Was aber ganz kontraproduktiv wirkt ist eine schlecht gewählte Alu bzw Stahlfelge (am besten mit Radkappe), die sehr wenig Luft an die Scheiben läßt.

Bergab geht es ja auch noch langsamer zu, also auch geringere Kühlung durch Fahrtwind...

Alles in einem etwas anspruchsvoll aber nicht unmöglich und eigentlich von jedem beherrschbar, der sich Gedanken dazu macht und kein Bremsenprüfstand aus seinem Fahrzeug fabriziert.

HTC

Bei meinem Löwen kann ich auf manuelle Schaltung umstellen, also auch kein Problem mit der Motorbremse bei Bergabfahrten.

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Zitat:

@forfourfahrer schrieb am 31. August 2015 um 11:53:57 Uhr:


@AndyW211320
Du hast doch die 7-Gtronic. Wenn Du Deinen Wählhebel nach links bzw. rechts drückst kannst Du den Schaltbereich der Automatik nach oben begrenzen. da sollte dann im Kombiinstrumnet z.Bsp als Ganganzeige D4 stehen..sprich die Automatik schaltet nicht weiter hoch als wie in die 4. Stufe.

Jupp. 7G. Mit Schaltpaddels am Lenkrad. Ist ja nicht das Problem runterzuschalten oder den Schaltbereich (in einem gewissen Maße) zu begrenzen. Mir gehts eher um den Wandler (WÜK), ob der das so toll findet wenn man dann bergrunter nen niedrigen Gang reinknallt. Mal gucken was die Kollegen im 212er Forum sagen.

Andy

das macht dem Wandler nichts, so lange Du nicht ständig in Drehzahlbereiche von 7.000 U/min runterschaltest. In den höheren Gängen wird der Wandler eh gebrückt. Und wenn die Drehzahl zu hoch ist verhindert die Elektronik, dass der niedrigere Gang eingelegt wird.

Klug ist natürlich, wenn man von vornherein den niedrigeren Gang drinlässt, so dass das Auto gar nicht schneller wird und der Motor kontinuierlich mitbremst.

Nun, ich weiss schon wie man bergab fährt, aber der Motor meines Autos läuft so leicht, dass bei steileren Pässen selbst im zweiten Gang die Motorbremswirkung nicht so wahnsinnig hilfreich ist. Etwas besser wird’s, wenn man die Klimaanlage anschaltet, was aber im Winter vermutlich nicht funktionieren dürfte (da dann der Klimakompressor nicht läuft).
Und der erste Gang ist bei meiner Automatik wirklich nur ein reiner Gang zum Anfahren - mehr als schätzungsweise 15 km/h wären nicht drin, sonst ist man direkt am Drehzahlbegrenzer.

Um auf die Ursprungsfrage zu antworten: Im norddeutschen Flachland wurde mir 2006 beigebracht, dass man bergab runterschaltet um die Motorbremse zu nutzen. Mangels Berge blieb es jedoch bei dem theoretischen Hinweis. Um das Anfahren am Berg zu üben, kannten die Fahrlehrer immerhin ein paar passende Auffahrten. Dort wurde mir verboten dafür das Gaspedal zu benutzen. Durfte nur das Kupplungspedal und den Hebel oder das Kupplungs- und Bremspedal benutzen (für den Fall, dass die Handbremse nicht funktioniert).

Nun wohne ich am Rande des Erzgebirges und kann beobachten wie die Einheimischen damit umgehen: Berg runter schön auf der Bremse stehen und Berg rauf immer langsamer werden, weil der 1.4 l Sauger im 1,4 Tonnen Auto die Steigung nicht im 5. Gangs schafft.🙄

Das Problem ist nicht immer die schlechte Ausbildung, sondern dass viele Leute keinerlei Konzept von Fahrzeugtechnik oder Physik haben und darüber hinaus das Gelernte sofort wieder vergessen.

Das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer lässt mich befüchten, dass es eigentlich vollkommen egal ist, was in der Fahrschule gelehrt wird.
Beispiele?
Allgemein Blinker betätigen, besonders beim Verlassen eines Kreisverkehrs, Verkehrsschilder (besonders Halteverbot, Geschwindigkeitsbeschränkung und Fahrbahnbeschränkungen im Baustellenbereich - bis 2,10 m) alles uninteressant.
Rückspiegel, doppelte Umschaupflicht vor dem Spurwechsel oder Abbiegen? Warum, ich blinke doch, was fährt der Idiot da hinter mir auch so schnell, muss er halt bremsen (vielleicht schafft er es nicht, dann hat wieder so ein hirnloser Raser einen Unfall verursacht).
Abstand? Halber Tacho! Mein Tacho hat ungeführ 20 cm im Durchmesser, da reichen 10 cm Abstand. Da bin ich mit meinen 5 m bei Tempo 150 doch richtig gut.

Da halte ich die paar Fahrer, die nicht wissen, wie man Steigungen und/oder Gefälle fährt, für das deutlich kleinere Übel. Die sind ein-zweimal im Gebirge, lassen sich zudem aufklären. Aber wie klärt man den Sprinterfahrer auf, dass bei 180 km/h ein Abstand von 5 m zu gering ist und die Lichthupe da gar nichts nutzt, wenn die linke Spur dicht befahren ist?

Falscher Thread 😉

Zitat:

Wie bringt man eigentlich eine moderne Motorrad-Bremsanlage auf Alpenpässen an seine Grenzen? So etwas kenne ich eigentlich nur von den unterdimensionierten Bremsanlagen der BMW-Kühe (alte 2-Ventiler-Boxer mit Einscheiben-Bremsanlage vorne). Da musste es Dein Freund aber schon ordenlich bergab "krachen" lassen ;-). War schon witzig, wenn meine Fahrkollegen auf den BMW's bergab auf einmal so langsam und vorsichtig wurden. Seit dem Wechsel auf die moderneren Modelle ist das aber dann vorbei gewesen.

Ich könnte jetzt wieder das übliche blöde Gerede von wegen "Wo wir sind ist vorne" oder "Der letzte zahlt die Getränke" anbringen. 🙂

Abr es war in dem Fall wirklich die falsche Bremstechnik.

Denn ich fuhr mit ihm und er hatte eine XL700V, ich eine XL600v.

Die 700er hat mit Sicherheit eine bessere Bremse, Doppelscheibe haben beide vorne.

Und ich hatte absolut keine Probleme auf der gleichen Fahrt, auch keine rauchenden Bremsbeläge wie er und wir sind da auch nicht gerade nur mit der Motorbremse runtergeschlichen.

Moin,

ja WST ist in Niedersachsen, ich wohne etwa 10 km von der Nordsee entfernt.
Der höchste Berg hier ist in Oldenburg mit 23 Metern bzw. die Müllkippe hat 40 Meter. In der Fahrschule ist Bergfahren natürlich so technisch nicht vermittelbar. Trotzdem hat es mit Sinn und Verstand die letzten 10 Jahre funktioniert durch den Harz, Hessen, Bayern und Österreich zu fahren. Das Reibung Hitze erzeugt haben wir trotz Friesenabi tatsächlich gelernt 😁 .

Gruß ins schöne Österreich,

Alex

Irgendwie scheint das Thema auch nicht sehr gut vertreten zu sein in den Medien.
Das fahren auf Gefälle und Steigung scheint zum Beispiel auf Youtube oder ähnlichen Portalen nicht wirklich verbreitet zu sein, ist scheinbar kein "Aufreger" bei der Zielgruppe.

Mein größtes Problem beim Erklimmen der Edelweißspitze im Jahre 1997 war, dass meine Peugeot 306 XTDT nicht genug Sauerstoff bekam und der Motor ständig ausging:-(

Ansonsten ist es natürlich so, daß nicht alle Fahrsituationen im Rahmen der Fahrausbildung gelehrt werden können. Also auch Fahren im Linksverkehr oder im Meer (siehe Insel Mando z. B.) oder auch Lastschaltgetriebe bei Traktoren, etc.
Da sind Fahrten abseits der Horizontalen nur ein kleiner Anteil.

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