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Wie berechnet sich die max Zuglast?

Themenstarteram 29. Oktober 2012 um 9:30

Hallo,

vielleicht kann mir jemand mit einer Sache helfen. Ich frage mich wie die Fähigkeit eines Autos Anhänger zu ziehen rechnerisch bewertet wird. Ich brauche keine Formel, ich möchte nur den Sachverhalt ungefähr nachvollziehen :)

Manchmal sehe ich Autos mit relativ wenig PS, die dicke Anhänger ziehen. So heute morgen einen Landrover 90 der einen Riesenanhänger mitgeschleppt hat, der bestimmt nicht an meinen Mondeo dürfte. Oder ein Peugeot Pritschenwagen, der laut google 95 PS hat) mit einem Bagger dahinter.

Jetzt frage ich mich, wie man die max Last wohl berechnet. Ich nehme mal an es gibt ein Zusammenspiel von Drehmoment und Eigengewicht und nicht reinen PS, sonst hätte ich wohl schon mal einen CIVIC R oder so mit Bagger hintendran gesehen :D

Danke für Info,

Dirk

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17 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von Malpolon

Hallo,

vielleicht kann mir jemand mit einer Sache helfen. Ich frage mich wie die Fähigkeit eines Autos Anhänger zu ziehen rechnerisch bewertet wird.

Dirk

Hallo Dirk,

da gibt es nicht viel zu "berechnen".

Die zulässige Anhängelast wird vom Autohersteller festgelegt und bestimmt und erhält die entsprechende Zulassung vom KBA.

Generell ist die zulässige Anhängelast abhängig vom Aufbau der Karosserie/ des Chassis und vom Eigengewicht des Fahrzeuges. Ein leichtes Fahrzeug mit wenig verwindungssteifem Chassis wird also weniger ziehen dürfen als ein schwerer SUV/Geländewagen mit Leiterrahmen, trotz gleicher Motorleistung.

Auch die sog. Stützlast auf der AHK (zwischen 50 und 100 kg) wird so ermittelt und frei gegeben.

Der Fahrzeughersteller bestimmt also mehr oder weniger (nach ausführlichen Tests), was er freigeben kann bzw. will.

Auch die Art des Getriebes (Schaltgetriebe, DSG oder Automatik) spielt da eine Rolle.

Themenstarteram 29. Oktober 2012 um 9:57

Hallo und danke für die schnelle Antwort.

OK, also unabhängig von Steifigkeit der Karosse usw kann ein x-beliebiges Auto mit mehr PS mehr ziehen (kann, nicht darf. Nur theoretisch) als ein PS-schwächeres Auto?

Aber ich denke mir, dass auch ein Diesel bei gleicher PS Zahl wie der Benziner wiederum überlegen sein wird da höheres Drehmoment im unteren Bereich?

Grüsse

 

Es geht mehr um Karosseriesteifigkeit, Bremsen und solche Sachen. Eine richtige Berechnung gibt es nicht.

Bei "normalen" PKW darf die Anhängelast auch nicht höher sein als die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs. Bei Allradlern und LKWs ist das 1,5fache zulässig. Bei vielen PKW wird diese maximal zulässige Grenze nicht ausgenutzt.

Ich schmeiß mal einige Daten von meinen bzw. meinen ehemaligen Fahrzeugen bzw. Fahrzeugen aus meinem direkten Umfeld in den Raum:

Daihatsu Cuore L701 (1,0), 56 PS, 795 kg leer, Anhängelast 400 kg

Fiat Panda 1000 fire, 45 PS, 700 kg leer, Anhängelast 850 kg

Honda CRX AS mit 1,6 VTEC-Motor, 150 PS, 895 kg leer, Anhängelast 900 kg

Nissan Micra K10 1,0, 55 PS, 690 kg leer, Anhängelast 1100 kg

Citroen C25 1,9D, 70 PS, ca. 1500 kg leer, Anhängelast 1100 kg

Mazda 121 DB 1.4i-16, 72 PS, 815 kg leer, Anhängelast 1190 kg

VW Passat 35i Variant 1,9, 90 PS, 1130 kg leer, Anhängelast 1200 kg

BMW 325iX touring, 170 PS, 1350 kg leer, Anhängelast 1200 kg

Volvo V40 2.0 T4, 200 PS, 1395 kg leer, Anhängelast 1400 kg

Mazda 323F (BG) 1,6, 88 PS, 1000 kg leer, Anhängelast 1500 kg

Mazda 323 GT (BG) 1,9, 128 PS, 1025 kg leer, Anhängelast 1590 kg

Porsche 928 S4, 320 PS, 1590 kg leer, Anhängelast 1600 kg

Lada Niva 1,7, 82 PS, 1210 kg leer, Anhängelast 1900 kg

Man sieht deutlich, daß da kein wirklicher Zusammenhang besteht.

 

Zitat:

Original geschrieben von Malpolon

Hallo und danke für die schnelle Antwort.

OK, also unabhängig von Steifigkeit der Karosse usw kann ein x-beliebiges Auto mit mehr PS mehr ziehen (kann, nicht darf. Nur theoretisch) als ein PS-schwächeres Auto?

Aber ich denke mir, dass auch ein Diesel bei gleicher PS Zahl wie der Benziner wiederum überlegen sein wird da höheres Drehmoment im unteren Bereich?

Nein, denn zwischen dem Motor und der Straße gibt es auch noch Getriebe. Diesel sind länger übersetzt, was den Drehmomentvorteil bei gleicher Maximalleistung kompensiert.

Vorallem gibt es dann auch immer Unterschiede zwischen dem: was lässt die Eu zu und für was hat es der Fahrzeughersteller ausgelegt.

Wir haben z.B. eines unser Fahrzeuge nachträglich auflasten lassen.

GM Van, durfte ursprünglich in deutschland nur knappe 2 Tonnen ziehen, in den USA irgendwas um die 6 Tonnen, ist nen LKW Chassis, gibt also sogar LKW-Kupplungen für das Auto.

Also oftmals leider sehr willkürlich.

Wobei die Leistung einen Fahrzeuges natürlich sehr untergeordnet einfließt, wichtiger ist die Fähigkeit das ganze auch anziehen zu können.

Damit sind die meisten kleinvolumigen Motoren mit schaltgetriebe kaum zum ziehen zu gebrauchen.

Nur mal weils so lustig ist: Der Opel Ampera hat nichtmal nen Abschleppharken, der darf nix ziehen, also 0Kg.

Zitat:

Original geschrieben von Malpolon

Manchmal sehe ich Autos mit relativ wenig PS, die dicke Anhänger ziehen. So heute morgen einen Landrover 90 der einen Riesenanhänger mitgeschleppt hat, der bestimmt nicht an meinen Mondeo dürfte.

... Weil der 90er Defender ein LKW-Fahrgestell sowie die dafür passende Übersetzung hat... ;)

Geländewagen haben bestimmte Vorzüge, wenn es um die Anhängelast geht. Damit ist nicht nur die technische Basis gemeint, sondern auch die rechtliche. Nach 92/21 EWG darf ein Geländewagen das bis zu 1,5-Fache seines eigenen zulässigen Gesamtgewichts, maximal 3,5 Tonnen anhängen. Die dazugehörige Definition eines Geländewagens sieht so aus.

Dann gibt es noch Einschränkungen, die der Hersteller als Vorsichtsmaßnahme vorsieht. Verbaut er bspw. eine Automatik ohne zusätzlichen Getriebeölkühler, sinkt im Falle eines Nissan Terrano die freigegebene Anhängelast von 2,8 für die Handschalterversion auf 1,7 Tonnen.

Eine allgemein gültige Berechnung gibt es daher nicht; Ein Teil ist rechtliche (und länderabhängige) Vorgabe, beim Rest bewegt sich der Hersteller im Rahmen dessen, was er sich aufgrund der Konstruktion zutraut freizugeben. Leistung spielt, wie schon von den Vorrednern gesagt, eine untergeordnete Rolle.

Gruß

Derk

Chevy Tahoe in Grundausfuehrung ist gut fuer 4 Tonnen Anhaenger. Mit Zubehoer und elektrischer Bremse laesst sich das aber bis auf etwa 7 Tonnen erhoehen. (Alle Angaben USA)

In der Regel finde ich Fahrzeuge mit Hinterrad Antrieb besser zum ziehen geeignet.

 

Gruss, Pete

Tahoe-n-trailer3

So ein paar Sachen lassen sich schon berechnen. Das Fahrzeug muss beispielsweise mit maximaler Anhängelast bei 12% Steigung noch anfahren können. Mit Zuggesamtgewicht müssen die Bremswerte noch eingehalten werden. Für als LKW-geschlüsselte Fahrzeuge gilt zudem eine Mindestmotorleistung von 5kW pro Tonne Zuggewicht.

Zitat:

Original geschrieben von Malpolon

Jetzt frage ich mich, wie man die max Last wohl berechnet.

Ein Teil der Verwunderung kommt wohl auch daher, dass es zwei maximale Lasten gibt: eine gibt an, was das Fahrzeug ziehen darf, die andere, was man damit sinnigerweise ziehen kann.

Die maximal erlaubte Zuglast hängt, wie hier schon beschrieben wurde, von Zulassungsvorschriften, Fahrzeugtyp, Fahrzeugaufbau, Bremsleistung (wichtig!) und eingeschränkt auch von der Motorleistung ab. Dafür gibt es, wie sich an der Vielzahl der Sonderfälle, die hier schon genannt wurden, schon erkennen läßt, keine Formel. Da bleibt wirklich nur der Blick in die Fahrzeugpapiere.

Die maximale sinnvoll mögliche Zuglast hängt hingegen vor allem vom Drehmoment des Motors bei Anhänger-Höchstgeschwindigkeit und den auf der Strecke vorkommenden Steigungen ab. Grob überschlagen könnte man das, indem man sich überlegt, wieviel schneller als 80 bzw. 100 km/h das Zugfahrzeug die steilste Stelle des Wegs noch hochfahren könnte (wenn man denn dürfte). Eine Steigung, die das Auto auch alleine schon kaum noch mit 120 km/h hoch kommt, wird es mit Anhänger fast nicht mehr bewältigen --- oder du riskiert, bergauf von einem LKW bzw. Trecker überholt zu werden.

Es geht also letztlich um die Leistungsreserve. Je kleiner die ist, desto eher wird das untermotorisierte Fahrzeug speziell auf der Autobahn zum quasi stehenden Hindernis.

Zitat:

Original geschrieben von Timmerings Jan

 

Es geht also letztlich um die Leistungsreserve. Je kleiner die ist, desto eher wird das untermotorisierte Fahrzeug speziell auf der Autobahn zum quasi stehenden Hindernis.

Das finde ich nicht so schlimm, schlimmer sind Fahrzeuge die deutlich mehr als ihr Eigengewicht ziehen, diese sind meist verdammt am schwanken und damit sehr gefährlich.

Um das mal in Relation zu setzen: 2.5Tonnen Boot hinter einem Chrylser Voyager 3.3LE schaukelt sich extrem schnell auf.

Das gleiche Boot hinter dem GM Van ärgert einen nur weil man das Tempo auf 80km/h halten muss.

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

Nur mal weils so lustig ist: Der Opel Ampera hat nichtmal nen Abschleppharken, der darf nix ziehen, also 0Kg.

ist doch schon seit jahrzehnten aufpreis. auch ein golf wird serienmäßig ohne abschlepphaken ausgeliefert, heißt noch lange nicht, dass er nichts ziehen darf...

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

....Um das mal in Relation zu setzen: 2.5Tonnen Boot hinter einem Chrylser Voyager 3.3LE schaukelt sich extrem schnell auf.

....

Nebenbei bemerkt, dass der Voyager keine 2500kg ziehen darf.

Meiner jedenfalls nicht, das stehen 1800kg in den Papieren.

Grüße

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

Das finde ich nicht so schlimm, schlimmer sind Fahrzeuge die deutlich mehr als ihr Eigengewicht ziehen

Das ist ja zum Glück stark begrenzt, PKWs dürfen grundsätzlich nicht mehr als ihr zulässiges Gesamtgewicht ziehen. Geländewagen und LKW nicht mehr als das 1,5fache.

Selbst leistungsschwache PKWs sind mit Anhänger vom Leistungsgewicht LKWs überlegen, wer damit zum Hindernis für LKWs wird kann nicht schalten oder will/kann die Leistung seines Motors nicht nutzen. Heutige LKWs sind bei etwa 400PS, macht bei 40t rund 10PS pro Tonne. Teilbeladen vielleicht 15PS pro Tonne. Ein PKW-Gespann hat selten mehr als 3,5t, selbst ein 75PS-PKW kommt damit wenn er will genauso schnell den Berg rauf wie ein LKW.

Der Ampera darf nichts ziehen, da gibt es auch gegen Aufpreis (derzeit) keine AHK. Genau wie für derzeit alle anderen Kompaktklasse-Hybridfahrzeuge.

Der Opel Ampera darf tatsächlich weder einen Hänger ziehen, noch einen sonstigen Anbau ( Dach-Heckträger zB ) rumfahren, das ,zumindest laut aussage eines Opel-Mitentwicklers während der Präsentation, lässt sich nicht ohne weiteres in die Abstimmung zwischen den verschiedenen Antrieben realisieren, denn da spielen die verschiedene Fahrwiderstände eine Rolle.

Dabei würde sich ein kupplungsfreier Elektroantrieb mit Drehmoment ab 0 wunderbar zum anfahren und rangieren von schweren Hängern eignen....

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