Warum können manche Ottomotoren mit E10 (und mehr) und manche nicht?

Moin!

Kann mir jemand für einen Laien verständlich erklären wieso manche Ottos mit E10 klarkommen und andere nicht? Das würde mich mal interessieren.

Danke und Gruß

64 Antworten

Also grob gesagt der Alkoholanteil ist für manche Materialien aggresiver. Es gibt Allergierungen die davon angegriffen werden und halt evtl. Kunststoffe/Gummis der Leitungen. Was ich mir auch vorstellen kann ist die Farbe von einem Blechtank, dass da vielleicht manche Lacke vom Ethanolanteil angegriffen werden könnten.

Theoretisch ja, praktisch gibt es da kaum Fahrzeuge die da wirklich ein Problem mit haben!

Da würde ich an eddy_mx anknüpfen: Ein gutes Beispiel dafür ist ja der Koenigsegg Jesko. Der leistet mit normalem Sprit 1280 PS. Und mit E85 leistet er die vollen 1600 PS.

Zitat:

@raphrav schrieb am 10. Februar 2022 um 13:45:48 Uhr:


Kurzfassung: Bei E10 geht es im Wesentlichen um Materialverträglichkeit im Kraftstoffsystem. Also um die Frage, ob Dichtungen, Schläuche und der ganze Kram Ethanol in dieser Konzentration vertragen.
Wie auch immer du das siehst: Meine Simme hab ich z.B. für E10-tauglich erklärt, alleine weil die für Probleme infrage kommenden Teile nix kosten und ruckzuck getauscht sind. 😉

Je höher der Ethanolanteil im Benzin ist, desto mehr kommen auch dessen unterschiedliche chemische (Verbrennungs-)eigenschaften zum Tragen, wie z.B. stöchiometrisches Verhältnis, Energiegehalt, Verbrennungsgeschwindigkeit und -temperatur, Verdampfungswärme, Oktanzahl usw.
Bei E10 kannst du das alles noch vernachlässigen und grundsätzlich ist Ethanol auch kein Problem für das Prinzip Ottomotor, aber irgendwann (z.B. bei E85) musst du dann halt den Motor auf den Sprit anpassen: Kennfelder/Software im Steuergerät, die auf so was mit Zünd- und Einspritzzeitpunkt reagieren können, andere Durchmesser der Injektorendüsen, andere Verdichtung, irgendwo thermisch oder mechanisch verstärken, usw usf.

Und diese Anpassungen oder gar Auslegungen, dass mehrere Spritsorten gehen, bedeuten Aufwand und damit Kosten. Und dann müssen halt Hersteller und Kunden entscheiden, was gehen soll und wer das bezahlt. 😉 Deswegen können wenige E85, die meisten E10 und alle E5 oder gar E0. 😉

Zum Schluss noch ein (leicht, so lange ist es noch gar nicht her) historischer Ausflug in die Fahrzeugtechnik: Bevor es Klopfsensoren gab, war auch die Unterscheidung der Oktanzahl ein ähnliches Thema, was geht und was nicht: Der Opel meiner Eltern damals war "schon" auf Superbenzin (also 95er) ausgelegt. Wolltest/musstest du aber mal Normalbenzin (also 91er tanken) gab es dafür im Motorraum einen Kodierstecker, mit dem du das dem Motor"Steuergerät" beichten konnstes, sodass das nicht ganz so mit dem Zündzeitpunkt draufgehalten hat.

Ja, das kenne ich auch von einem 1986er Mercedes 420 SE. Da gab es im Motorraum einen Drehknopf für Super - Normal.

Heute hat man elektronische Motorsteuerungen mit entsprechender Sensorik. Die modernen Benziner vertragen alles vom 87 Oktan-Benzin in den USA bis hin zu 102 Oktan, E10 und vermutlich sogar auch höhere Ethanol-Beimischungsmengen.

Die meisten Autos, die in den letzten 20 Jahren verkauft worden sind, sollten E10 vertragen.
Im Zweifel kann man das beim Hersteller erfragen.

Das Problem sind die Kompontenten am Auto, die mit dem Benzin in Berührung kommen. Der Alkohol schädigt manche Kunststoffe.

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Das Thema materialverträglichkeit von Ethanol (bis E20-25) ist für 99,999999999999999999% der Autos schlicht und einfach nicht relevant, weil die alle materialverträglich sind.

In die wenigen übrigen Motoren, wo das ein Thema ist, füllt man höhere Ethanolanteile schlicht und einfach nicht ein und ist das vom Hersteller (zb. MB CGI 1. Generation) auch nicht freigegeben!

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