Warum haftet der Reifen auf der Straße?

Warum haftet der Reifen auf der Straße?

Ich denke schon seit Stunden darüber nach, aber ich finde keine zufriedenstellende Antwort. Habt ihr eine Hypothese?

Beste Antwort im Thema

Bei Schee und Eisglätte haftet der Winterreifen.
Haftet der Sommerreifen auf glatter Straße im Winter nicht, so haftet der Fahrer.
Irgendeiner oder irgendwas haftet immer!
Werde ich jetzt verhaftet?

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Wenn du das genau erklären kannst ist dir ein hohes Einkommen in der Reifenindustrie sicher 😁

Aber da geht immer noch viel über empirische Methoden, gerade Gummi auf Asphalt ist ein recht komplexes Thema. Zumal beide Materialien weder glatt noch starr sind, da gehen viele Effekt mit ein. Vergleicht man mal den idealisierten Kammschen Kreis der rein auf der coulombschen Reibung basiert mit Messungen realer Reifen zeigen sich teils deutliche Unterschiede. Da wird der Kreis auf einmal ein komisches Ei. Weniger Seitenführung als Bremskräfte, bei maximalen Bremskräften immer noch keine Querkräfte möglich, ... Ursache sind die verschiedenen Effekte bei der Reibung. Der coulombsche Anteil - überwiegend auf Adhäsion basierend - hält sich brav an den Kammschen Kreis. Formschlusseffekte führen aber z.B. zu dem Effekt dass bei maximaler Bremsung noch kleine Querkräfte möglich sind weil der Formschluss der seitlichen Profilkanten für die Bremsung nicht genutzt werden kann und quasi noch als Reserve zur Verfügung steht.

Was Asphalt im kleinen Anstellt sieht man deutlicher z.B. an sehr heißen Tagen, der Reifen drückt sich regelreicht wie auf einer Gummiebene ein und der Asphalt kommt verzögert wieder (nahezu) in seine ursprüngliche Form. Damit muss der Reifen quasi immer leicht bergauf rollen, ein Anteil der zum Rollwiderstand beiträgt.

Der Rollwiderstand selber ist kaum von den Hafteingenschaften abhängig. Rundes Teil auf gerader Oberfläche, da verformt sich halt die Aufstandsfläche. Hauptteil des Rollwiderstandes ist die Materialdämpfung die dafür sorgt dass diese Verformung nicht rein elastisch ohne Energie"verlust" abgeht.

Zitat:

Original geschrieben von Moers75


Wenn du das genau erklären kannst ist dir ein hohes Einkommen in der Reifenindustrie sicher 😁

Aber da geht immer noch viel über empirische Methoden, gerade Gummi auf Asphalt ist ein ....

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Klar kann ich das. 😁 
Elastomere , Gummi  bestehen aus Kettenmolekülen, wo dazwischen weitmaschige chemische Verbindungen bei der Bearbeitung zu einem verknäulten Zustand führen(Vulkanisation). Bei Belastungen entflechten sich die Kettenmoleküle bis zu 500% (je nach Mischung) und ziehen sich wieder zusammen, wenn die äußere Kraft fehlt. Und das ist nicht nur Flächen- sondern sogar Volumenabhängig. 
Das nennt man Relaxion.
Daher hat die Reibungszahl y zw. Gummi und Asphalt nur eine untergeordnete Rolle, denn die o.g. überwiegen deutlich. Bei Stahl auf Asphalt oder Stahl/Stahl zählt nur die Reibungszahl, da gibt es die Relaxion nicht.
So haben auch breitere Reifen bessere Karten z.B. hinsichtlich Bremseigenschaften auf trockener Strasse bei gleicher Mixtur und Profil und Auto. Stahlräder nicht.
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Der Rest sind Firmengeheimnisse eines jeden Reifenherstelles: u.a. welche Mischung, Mixtur, welches Profil, -höhe, welche 'RELAXIONmöglichkeit, welche Energie für die Relaxion und dessen Wirkungsgrad (Ecoreifen).

Zitat:

Original geschrieben von Moers75


Da wird der Kreis auf einmal ein komisches Ei. Weniger Seitenführung als Bremskräfte, bei maximalen Bremskräften immer noch keine Querkräfte möglich, ... Ursache sind die verschiedenen Effekte bei der Reibung. Der coulombsche Anteil - überwiegend auf Adhäsion basierend - hält sich brav an den Kammschen Kreis. Formschlusseffekte führen aber z.B. zu dem Effekt dass bei maximaler Bremsung noch kleine Querkräfte möglich sind weil der Formschluss der seitlichen Profilkanten für die Bremsung nicht genutzt werden kann und quasi noch als Reserve zur Verfügung steht.

Ich werfe mal die nächsten Diskussionspunkte in den Ring. Bei der Längsführung reden wir über die besagten Themen Reibung, Verzahnung, Adhäsion. Bei der Querführung kommt zusätzlich der Schräglauf in's Spiel und es würde mich stark wundern, wenn sich ein Reifen Längs- und Querdynamisch identisch verhält, sprich der Kammsche ein Kreis ist.

Gummi ist weicher als Teer, Beton, Kopfsteinpflaster etc. Es kann sich verformen und wird in die Unebenheiten hineingedrückt. Naja und wir hier schon geschrieben wurde hält die Schwerkraft grundsätzlich alles auf den Grund der Erde. 😁

So denke ich. 😁

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jo, ohne schwerkraft sieht es sowieso blöd aus.

die postkutschen hatte auch ohne gummibereifung ausreichend grip.

Zitat:

Original geschrieben von John-Doe1111


jo, ohne schwerkraft sieht es sowieso blöd aus.

die postkutschen hatte auch ohne gummibereifung ausreichend grip.

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Da gabs ja auch Sommer- und Winterhufe 😁

Moin
Die Postkutsche hatte zunächst mal gar keinen Grip, da sie über keine Angetriebene Achse verfügt....

Die Seitenführung einer Kutsche war auch mehr als mäßig sobald sie nicht mehr im Sand oder auf Steinen fuhr, in denen sich deren Räder einhaken konnte. Auf Teer ist die Seitenführung eher mau, hier hilft dann aber zum einen die geringe Geschwindigkeit, zum anderen der Tatbestand des Frontantriebes...

Moin
Björn

seit wann brauchen nur antriebsachsen grip?

Moin
Alles gelesen?

Moin
Björn

dann erklär mal, warum nicht angtriebene achsen keinen grip brauchen.

Moin
Also nicht alles gelesen oder es schlicht nicht verstanden.

Moin
Björn

Guten Abend!

zuerst wurde über die frage gelästert. Interessant, interessant - also die Thematik...
Bitte weiter so, macht Spaß zu lesen.

Viele Grüße, Alex

Also nachdem ich in den letzten Tagen noch ein bischen gegoogelt habe:

Offensichtlich ist sich die Wissenschaft sich noch nicht so ganz einig. Man geht von vier verschiedenen Effekten bei Gummi auf rauen Oberflächen aus:

Hysteresereibung (Dämpfungsverluste)
Furchung (Abnutzung des Reifen/Gummi)
Scherung des Zwischenmediums (z.B. Wasser auf nasser Straße)
Adhäsonsreibung

Allerdings hat man noch nicht ganz verstanden, wann welcher Mechanismus in welcher Höhe wirkt.

interessante Arbeit zu dem Thema:

Hysteresereibung

Zitat:

Original geschrieben von alexauto321


Allerdings hat man noch nicht ganz verstanden, wann welcher Mechanismus in welcher Höhe wirkt.

Weswegen Reifenbacken nicht ganz so einfach ist. Die Zusammenhänge wird man im Studium kaum lernen, also zählt das Fachwissen aus der Praxis welches die Reifenentwickler sich über viele Jahre angeeignet haben. Da kann dann durchaus passieren das etwas was laut Lehrmeinung nicht funktionieren kann dann doch funktioniert.

Zitat:

Original geschrieben von Sir Donald



Zitat:

Original geschrieben von alexauto321


Allerdings hat man noch nicht ganz verstanden, wann welcher Mechanismus in welcher Höhe wirkt.
Weswegen Reifenbacken nicht ganz so einfach ist. Die Zusammenhänge wird man im Studium kaum lernen, also zählt das Fachwissen aus der Praxis welches die Reifenentwickler sich über viele Jahre angeeignet haben. Da kann dann durchaus passieren das etwas was laut Lehrmeinung nicht funktionieren kann dann doch funktioniert.

korrekt.

die hummel kann theoretisch auch nicht fliegen.
aber sie weiß das nicht und fliegt trotzdem.

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