Virtuelle Außenspiegel - Erfahrungswerte

Audi A6 e-tron GH

Hallo Zusammen,
ich steht kurz vor der Bestellung eines A6 e-tron Avant als Quattro und schwanke noch bei den virtuellen Außenspiegeln.
Mich würden Eure Erfahrungen zu den virtuellen Spiegeln sehr interessieren.
Bieten die einen Mehrwert gegenüber normalen Spiegeln bei der Sicht und Handhabung im Alltag wie dem Einparken?

26 Antworten

Ich kanns nur von einer mehrtägigen Probefahrt sagen: ich würde die niemals bestellen. In der Nacht und bei Regen zwar ganz leichte Vorteile, aber dafür die systembedingten Nachteile:

  1. es ist ein Kamerabild und damit für das Auge "mono" -> Entfernungen abschätzen ist kaum möglich. Auf der Autobahn geht das noch einigermaßen und ich kann mir vorstellen, dass hier Gewöhnung noch was ausmacht, aber beim Einparken ist es einfach nur grausam und das fehlende Stereo-sehen kann IMHO auch keine Gewöhnung ausgleichen
  2. Das Sichtfeld kann nicht durch bewegen des Kopfs erweitert werden, der Monitor zeigt das gleiche an, egal aus welchem Winkel ich drauf schaue. Dazu müsste man immer auf den Bildschirm touchen und den Bildausschnitt verschieben
  3. Okay, Nischenproblem: ich kann keine Spiegelverbreiterungen für große Anhänger montieren

Ich habe meinen S6 Sportback seit Mitte Juni mit den virtuellen Spiegeln und möchte sie nicht mehr missen. Man gewöhnt sich schnell dran und hat deutlich mehr und bessere Sicht nach hinten als mit normalen Spiegeln.

Ich hab sie probegefahren, hab im Parkhaus kaum gewusst wo ich bin beim Rückwörts einparken. Mag gewöhnungdsache sein, ich würde sie wegen Preis/Leistung jedoch weglassen

Ich hab sie jetzt auch seit einem Monat in der täglichen Benutzung und sehe es ähnlich, wie alle Vorredner 🤣

Sie haben vor und Nachteile. Gerade, dass es "nicht 3d" ist, kann schwierig sein, beim rangieren zwischen Pfosten und Pfeilern.

An alles andere habe ich mich nach 2 Wochen gewöhnt gehabt und ich empfinde sie nicht mehr als störend (was ich am Anfang sehr deutlich getan habe).

Für mich hängt die Entscheidung ein bisschen an deinem Fahrprofil. Ihre Verbrauchsvorteile haben sie eigentlich nur bei höheren Geschwindigkeiten. Wenn du also immer Stadt und 120 fährst, dann würde ich sie tendenziell nicht nehmen. Wenn du viel 160+ fährst und einfach Strecke abreißen willst, dann ja.

Nebenbei... Die Blende im Innenraum, wenn du sie nicht hast, ist hässlich 😜

Ich hatte die virtuellen Spiegel mal eine ganze Woche lang in einem Leihwagen und konnte die testen. Ich bin mit denen nicht zurecht gekommen. Bei jungen Leuten mag das funktionieren, aber wenn man eine Gleitsichtbrille trägt, dauert es viel zu lange, bis man das Bild fokussiert hat. Das ist grausam und in meinen Augen auch gefährlich, weil man sich zu lange vom Verkehr abwendet.

Ich habe mal in der Schule in Physik gelernt, dass in einem Spiegel die Gegenstände genausoweit hinter dem Spiegel erscheinen, wie sie vor dem Spiegel sind. Das ist wahrscheinlich wichtig für das Fokussieren des Auges. Bei dem Bildschirm hat man alles auf einer Ebene und die ist auch noch sehr nah.

Für mich sind virtuelle Spiegel ein absolutes k.o.-Kriterium, ich werde nie ein Auto damit kaufen. Wenn Du noch jünger bist und keine Brille brauchst, kann es funktionieren. Probiere es aus!

Dann ist deine Gleitsichtbrille nicht richtig abgestimmt. Die Displays der Spiegel befinden sich doch auf derselben Höhe, wie der "Tacho". Ein Head Up Display ist höher und kann da schon eher zu Problemen führen.

Zitat:
@Twinni schrieb am 23. Juli 2025 um 18:39:54 Uhr:
Dann ist deine Gleitsichtbrille nicht richtig abgestimmt. Die Displays der Spiegel befinden sich doch auf derselben Höhe, wie der "Tacho". Ein Head Up Display ist höher und kann da schon eher zu Problemen führen.

Nein!

Das HUD macht keinerlei Probleme! Ich habe seit weit über 10 Jahren ein HUD (mit Fernbrille und später mit Gleitsichtbrille). Schaut man auf den vorausgehenden Verkehr, dann hat das HUD immer die passende Höhe und Schärfe, da es vor der Motorhaube "schwebt" und im Fernbereich der Brille liegt. Schau man auf den Tacho oder das MMI, dann kommt man in den "Nahbereich" und die Augen müssen fokussieren. Genauso wie beim virtuellen Außenspiegel. Beim Blick auf den Tacho hat man aber immer noch den vorausfahrenden Verkehr (unscharf) im Blick. Bei dem etron, den ich damals als Leihwagen hatte, musste ich zudem den Kopf nach links drehen, da die Displays seitlich "in der Tür" saßen und man hatte den Verkehr kaum noch im Blick.

Für mich ist auch ein Auto ohne HUD ein absolutes NoGo. Die Navigation und Tempoanzeige sind im HUD viel entspannter zu verfolgen.

Würde man die virtuellen Außenspiegel in das HUD verfrachte, wäre das vielleicht sogar eine Option...

Okay, dann ist dein HUD ausreichend entfernt positioniert, aber

Zitat:
@Balu64 schrieb am 23. Juli 2025 um 18:58:55 Uhr:
Schau man auf den Tacho oder das MMI, dann kommt man in den "Nahbereich" und die Augen müssen fokussieren.

Genau das sollte nicht passieren, den der untere Bereich der Gleitsichtbrille sollte das Fokussieren auf den Nahbereich übernehmen. Da müssen die Augen so gut wie gar nix fokussieren. Tacho und MMI sollten beim Betrachten direkt scharf gestellt sein. Am besten doch mal prüfen lassen.

@Twinni

Das stimmt doch nicht so ganz... Ich bin ja selbst Gleitsichtträger und bei meiner normalen Kopfhaltung sind weder der Tacho, noch die Spiegel im Nahbereich meiner Brille. Dafür müsste ich den Kopf leicht in den Nacken legen, damit das passt.

Und ja, das mit der Gleitsicht stimmt und ist ein bekanntes Problem, wenn die Weitsichtigkeit zu stark wird. Bei mir geht es zum Glück noch.

Als Nichtbrillenträger kann ich euch auf alle Fälle mit auf den Weg geben, dass die VAS im A6 e-tron deutlich verbessert wurden. Hatte seinerzeit im Ur-e-tron die Version 1 und das war eine Katastrophe - bei Regen oft keine Sicht, bei starken Temperaturunterschieden keine Sicht etc. Bin gerade längere Zeit testweise mit dem SB unterwegs und bislang gibt es da wirklich keinerlei Probleme, da hat Audi endlich nachgearbeitet - zum Glück.

Klar ist, die VAS brauchen eine Eingewöhnungsphase - eine Miniprobefahrt über eine Stunde hilft da nicht wirklich, um eine Entscheidung zu treffen. Sollte es bei mir der A6 werden, dann kommen die VAS auf alle Fälle auf in die Bestellung rein. Ich mag technische Neuheiten und noch viel mehr begeistert mich die gute Sicht bei schlechten Sichtverhältnissen, wo ein normaler Außenspiegel einfach nur ein dunkles Loch ist.

Aber ja, für die VAS gibt es kein richtig oder falsch, hier gibt es lediglich die Wahl zwischen "die taugen mir" oder "die taugen mir nicht".

VAS = Vehicle Adaptation System... ein Diagnosesystem? Oder meinst du auch das HUD?

Das würde ich beim Nächsten erstmalig auch nehmen, obwohl ich mich bei einer Probefahrt im Macan gar nicht damit anfreunden konnte. Die Fahrt war mit 3 Stunden halt zu kurz. Aber ich bin mir sicher, dass ich mich daran gewöhnen und es lieben werde. Beim Macan hätte ich es nicht bestellt, weil mir "das Loch" optisch überhaupt nicht gefällt. Beim S6 wäre mir das egal.

VAS = Virtuelle Außenspiegel, um die geht es hier doch.

Wer spricht denn hier vom Headup-Display? 🤔

Klar... Sorry... Jetzt habe ich es kapiert. Über das HUD hatten wir doch gerade eben geschnackt.

Vielen Dank für die Erfahrungen und Eindrücke.

Ich trage keine Brille und habe eine gute Sehkraft.

Ich werde aber versuchen noch mal eine Probefahrt mit einem Fahrzeug mit den virtuellen Außenspiegeln zu machen.

Deine Antwort