Verschiedene Kühlmittel mit identischer Freigabe - technische Unterschiede?
Hallo,
gleich ein wichtiges Thema vorweg: dieses Thema soll keine Motortalk-typische Endlosdiskussion über Sinnhaftigkeiten, "füll doch einfach ein" oder sonstiges, nicht das Thema betreffendes Geschreibe werden. Ich möchte hierbei eine technische Auskunft über die chemischen Unterschiede sowie Vor- und Nachteile des jeweiligen Frostschutzes.
Konkret geht es darum - ich fahre in meinen Autos zweierlei Kühlmittel:
- in meinem (einigermaßen modernen) Alltagsauto mit GG-Block und Al-Kopf das Mannol AF12+ (rot)
- in meinen älteren Autos (1980er), ebenfalls GG-Block und Al-Kopf das Mannol AG13 (grün)
Dazu gibt es ja noch das AG11 (blau) welches die identische Freigabe von GM erfüllt, wie auch das AG13, sowie das AG13+, welches sowohl die Freigaben des AG11 und AG13, als auch eine modernere GM-Freigabe erfüllt.
Doch wo liegen konkret die technischen Unterschiede zwischen AG11, AG13, AG13+ und AG12+ (sowie eventuell auch AG13++)? Wenn teilweise identische Freigaben vergeben werden, muss es sich doch zumindest um sich ähnlich verhaltendes Kühlmittel handeln, richtig?
Ich bitte euch, meine anfangs erwähnte Bitte bezüglich Endlosdiskussionen einzuhalten.
Bleibt gesund
Thomas
25 Antworten
Hallo Zusammen, auch ich stand vor dem Rätsel ist AG11 gleich G11? Vorab, für meinen Volvo XC90 BJ.2015 ist nur G11 zugelassen.
Das habe ich folgendermaßen gelöst:
1. Auf die Mannol AG11 Flasche geschaut welche VW Zulassung drauf steht. Es ist die Zulassung "VW TL 774-C"
2. Auf diese Seite gehen: Link
Im Abschnitt "VW Kühlmittel Freigaben im Überblick" sieht man den Vergleich der "G" Nr. zur VW Zulassung. Somit wusste ich, das AG11 identisch G11 sein muss.
3. Ist gibt noch eine weitere Übersicht VW "G" Nr zur "BASF "Glysantin" Nr. Diese ist hier: Link Abschnitt Kühlmittel im Vergleich.
Gruss Thomas
Das AF13++, enthält Silikate.
Da ist wenn es länger als 5 Jahre drin bleibt Ärger vorprogrammiert wegen silikatausfällungen verstopfen einem dann die wärmetauscher. Nur verwenden wenn sichergestellt ist dass rechtzeitig gewechselt wird. Ansonsten lieber das AF12+ nehmem das Enthält keine Silikate, Nitrate, Phosphate und Amine (die NAP-freie Technologie).
Af12+ ist recht universell einsetzbar sowohl für aluminium als auch gußstahl und macht aus meiner Erfahrung heraus absolut keine Probleme.
Beste Grüße,
Bornchiller
Hi,
bei silikathaltigem Kühlmittel sinkt nach längerer Zeit der Silikatspiegel, und der Rostschutz ist nicht mehr gewährleistet. Bei Mercedes gab es daher eine Silikat-Patrone im Ausgleichsbehälter, um den Silikatspiegel auch über 10 Jahre aufrecht zu erhalten (Lebensdauerfüllung).
Von Ausfällungen und Verstopfungen ist da aber nichts bekannt.
Grüße
Doch, er hat schon recht. Die neueren Wärmetauscher haben so feine Kanäle, dass die sich zusetzen können. Rost würde ich ganz persönlich eher nebensächlich sehen. Wenn das System entlüftet ist fließt nur Wasser (plus FS). Das rostet so schnell nicht. US-Cars wurden drüben fast immer ohne Frostschutz gefahren, wenn es nicht gerade Alaska ist. Ja, im Kühler sieht es reichlich braun aus, aber dicht habe ich noch nicht erlebt. Da gibt's andere Kandidaten. 😉
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Zitat:
@Guentherguenther schrieb am 11. Mai 2020 um 07:12:45 Uhr:
- AF13++ entspricht G13 und ist ein Si-OAT Kühlmittel.
Das erscheint mir zugleich richtig und falsch, zumindest irreführend:
Richtig ist, daß es ein Si-Oat Kühlmittel ist. Es ist außerdem Lo-Brid, also nur in geringen Mengen genau wie G12++.
Irreführend ist mMn, wenn man sagt, daß es einem G13 entspricht. Das tut es insofern, alsdaß in G13 das Kühlmittel durch Glyzerin ersetzt wurde, aber ansonsten ident ist.
Allerdings sagt das Sicherheitsdatenblatt von AF13++ eindeutig, daß der Hauptbestandteil Ethandiol ist, was nur ein anderer Name für Mono-Äthylenglykol ist. Und das, obwohl ihre Produktbeschreibung sagt: "für den ganzjährigen Einsatz in allen modernen Kühlsystemen konzipiert ist, für die Frostschutzmittel auf Monoethylenglykolbasis empfohlen werden." Merke: sie sagen nicht, daß ihr Produkt auf Glykol basiert, nur daß es für Motoren passt, für welche Glykol empfohlen wird. (Wie immer, die Geheimnistuerei ist zum K...)
Es gibt Gerüchte, daß das Glyzerin einige Verstopfungen verursachte, nämlich genau jenen Symptomen gleichend, die vorstehend dem Silizium zugesagt wurden, weshalb mutmaßlich dasselbe von VW stillschweigend aus dem Verkehr gezogen wurde.
Weniger spekulativ ist der Pro-Tip von Febi Bilstein zu deren G12++, nämlich: "Als Vorsichtsmaßnahme empfehlen wir das Frostschutzmittel bei allen Fahrzeugen, die werksseitig mit G13 Frostschutzmittel befüllt waren, durch G12++ zu ersetzen".
Korrektur (kanns leider nicht mehr editieren):
Es ist außerdem Lo-Brid, enthält Silikat also nur in geringen Mengen, genau wie G12++.
Für die Nachwelt (für alle, die wie ich auf diesen Thread gestoßen sind).
Eine Anfrage an SCT Germany hat ergeben:
Zitat:
Das MN4115 basiert auf Monoethylenglykol. Es hat ähnliche Werte und Spezifikationen wie das (...) G13.
Beim besten Willen kann ich zwischen G12++ und G13 keinen signifikanten Unterschied erkennen außer dem Basisstoff Glykol vs. Glyzerin. Alle Hinweise im Internet deuten darauf hin.
Von daher erscheint das AF-13++ durch seinen Basisstoff Glykol und seine Si-Oat Formulation also tatsächlich näher dem G12++ zu sein als G13.
Warum man dann auf diese bescheidene Benamsung kommt, wissen die Götter.
Warum kann man sich nicht einfach an die übliche Nomenklatur halten und alle wissen Bescheid.
Vielleicht wollen die nichts verkaufen.
Für den Opel Crossland X 1,5 CDTI mit 120 PS meiner Frau ist im Prinzip ein silikatfreies Friostschutzmittel vorgeschrieben (ich denke G34). Nun habe ich gestern ca. 1/4 Liter fertiges Frostschutzgemisch mit der Spezifikation G12evo (meines Audis A4 B9 TD40) eingefüllt, welches gluabe ich nich ganz silikatfrei sein soll. Stimmt das bzw. kann 1/4 Liter schon das ganze Gemisch so negeativ beeinflussen?
Ich verstehe nicht, warum man aus einer Motorkühlflüssigkeit Raketentechnik machen muß. Bei BMW gibt es wohl seit einigen Jahren eine Umstellung auf einen neuen Typ (Frostox HT12). Als ich kürzlich hier eine Flasche erstehen wollte sagte man mir am BMW Tresen doch glatt, daß diese Flüssigkeit nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden dürfe. In anderen Foren liest man auch davon. Hat wohl was mit dem Gehalt an Borsäure bzw. Boraten zu tun. Online bekommt man es trotzdem.
Zitat:
@Pit 32 schrieb am 31. Mai 2024 um 14:13:54 Uhr:
Ich verstehe nicht, warum man aus einer Motorkühlflüssigkeit Raketentechnik machen muß
Ich vermute Du meinst herstellerseitig.
So wie man halt zunehmend aus allem eine Geheimwissenschaft macht. Das ist offensichtlich.
Das Argument ist immer, daß der Anwender nichts Falsches einfüllt, weil er ja einen Schaden anrichten könnte.
Soll mir mal einer erklären, wie es einem Hersteller schadet, wenn sich einer ein neues Auto kaufen muß.
Zitat:
@Pit 32 schrieb am 31. Mai 2024 um 14:13:54 Uhr:
Hat wohl was mit dem Gehalt an Borsäure bzw. Boraten zu tun. Online bekommt man es trotzdem.
Borsäuresalze sind ungiftig. Ist sogar Teil von Nahrungsergänzungsmitteln.
@zonc: Ich denke die Sache mit den dauernd wechselnden Mittel hat ebenso System. In meinem Fundus liegt irgendwo ein Dokument (leider finde ich es momenatan nicht), in dem beschrieben steht, daß man anderswo auf der Welt Phosphate im Kühlerschutz bevorzugt, die hierorts geächtet sind - für dasselbe Fahrzeug.
Mit dem Glyzerin im G13 liest man, daß es gerne zu Verstopfungen geführt haben soll. Dieses ist ja hochgelobt worden, weil es viel billiger sei. Wiederum - für wen? Als ob dem fürsorglichen Autobastler nicht ein paar Euro alle paar Jahre mehr egal wären. Jedenfalls ist es jetzt verschwunden und siehe da, es gibt G12EVO das auch ein hybrides Frostschutzmittel ist, wie es der Vorläufer von G13 (G12++) eben auch ist.
Also ich zähle zwei und zwei zusammen. Wir reden von Industrie, der es ausschließlich um Geld geht.
@aquataur also dann siehst du das nicht so tragisch ;-)